Welche Restaurants gibt es im Hotel NEPTUN in Warnemünde?

Das Hotel Neptun in Warnemünde: Mehr als nur Meerblick

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Das Hotel Neptun in Warnemünde ist weit mehr als nur eine markante Silhouette an der Ostseeküste. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1971 hat dieses Haus eine Geschichte erlebt, die so vielschichtig ist wie die Wellen vor seiner Tür. Einst als Inbegriff von Luxus in der Deutschen Demokratischen Republik gefeiert, war das Neptun gleichzeitig eng mit den Machtstrukturen und Geheimdiensten des Staates verbunden. Es diente als Rückzugsort für illustre Gäste aus Ost und West, als Devisenquelle und als Ort, an dem die Staatssicherheit genau hinhörte. Seine Vergangenheit wirft bis heute Fragen auf und zeugt von den komplexen Verflechtungen in der späten DDR.

Sind Hunde im Hotel NEPTUN erlaubt?
In unserem Hotel heißen wir Sie auch mit Ihrem Hund herzlich willkommen. Wir verfügen über spezielle Haustier-Etagen, in denen Sie auch mit Ihrem Vierbeiner einchecken können.

Eine Vision von Luxus im Arbeiter- und Bauernstaat

Die Idee für ein Luxushotel, wie es sie in der DDR noch nicht gab, stammte von Klaus Wenzel. Er war zu dieser Zeit Direktor des renommierten Interhotels „Warnow“ in Rostock, einem Haus, das sogar Lotte und Walter Ulbricht regelmäßig zur Erholung aufsuchten. Wenzel hatte zuvor eine Karriere als Chef-Steward auf der MS „Völkerfreundschaft“ hinter sich und war in der Handelsorganisation (HO) für Technik und Rekonstruktion alter Hotels zuständig. Diese Tätigkeiten verschafften ihm offenbar beste Verbindungen zur Staatsführung und zur Stasi.

Mit Unterstützung von Walter Ulbricht und Harry Tisch, dem damaligen SED-Bezirkssekretär in Rostock, wurde das Projekt ab 1969 in die Tat umgesetzt. An der Warnemünder Promenade entstand ein beeindruckender Betonklotz mit 750 Betten. Am 4. Juni 1971 konnte das Hotel Neptun schließlich seine ersten Gäste begrüßen. Doch der Weg dorthin und die tatsächlichen Verhältnisse waren offenbar weniger klar und geradlinig, als es Direktor Wenzel später Journalisten glauben machen wollte. Recherchen, wie sie beispielsweise für die NDR-Dokumentation „Hotel der Spione – Das Neptun in Warnemünde“ durchgeführt wurden, legen nahe, dass die Entstehungsgeschichte des Hotels von zahlreichen Machtkämpfen innerhalb des DDR-Machtapparats geprägt war. Friederike Pohlmann beschreibt dies auch in ihrem Buch über das Hotel.

Eine Insel des Wohlstands inmitten der DDR-Tristesse

Zu DDR-Zeiten war das Hotel Neptun ein Phänomen. Während die Umgebung Warnemündes von vielen als eher heruntergekommen empfunden wurde, präsentierte sich das Neptun als eine wahre Insel des Luxus. Dies galt nicht nur für die Ausstattung, sondern auch für das besondere Ambiente und die Verfügbarkeit von Waren, die anderswo Mangelware waren. Die bevorzugte Kundschaft kam aus dem Westen, vor allem aus Westdeutschland. Namen wie Uwe Barschel, Björn Engholm, Willy Lemke und Rudi Assauer finden sich auf den Listen der West-Gäste. Diese schätzten den preiswerten Luxus, den das Neptun bot.

Das Besondere am Neptun war auch, dass West-Gäste und DDR-Bürger, die das Privileg hatten, dort Urlaub machen zu dürfen, nicht wie in anderen Einrichtungen voneinander getrennt wurden. Ein legendärer Anziehungspunkt war die Sky Bar im obersten Stockwerk, von der man einen unvergleichlichen Blick über die Ostsee hatte.

Die Bedeutung des Hotels war eng mit dem Ost-West-Handel verbunden. Diese Kontakte waren es auch, die das besondere Interesse des Staatssicherheitsdienstes weckten und das Haus zum sogenannten „Stasi-Hotel“ machten.

Wie viel kostet eine Nacht im Neptun Hotel?
Wichtige Informationen zu Hotel NeptunNebensaisonJanuarHochsaisonAugustDurchschnittspreis (Übernachtung in der Woche):236 €Durchschnittspreis (Übernachtung am Wochenende):278 €

Die engen Verflechtungen mit Stasi und KoKo

Die Stasi und der Bereich „Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo) unter Alexander Schalck-Golodkowski waren von Anfang an wichtige Unterstützer des Hotels und seines Direktors Klaus Wenzel. Friederike Pohlmann ist überzeugt, dass das Neptun ohne deren Hilfe in dieser Form an der Ostseeküste niemals hätte existieren können. Ein klares Indiz für den besonderen Einfluss dieser Kreise war die Tatsache, dass das Hotel nicht zur staatlichen Interhotel-Kette gehörte, sondern offiziell der Handelsorganisation (HO) unterstellt war, tatsächlich aber der KoKo nahestand.

Die Verbindung zum Geheimdienst ging jedoch weit über bloße Unterstützung hinaus. Das Hotel war ein zentraler Ort für das Aushorchen von Gästen, insbesondere aus dem Westen. Bestimmte ausländische Gäste wurden in ihren Zimmern überwacht und ausspioniert. Viele der Hotelangestellten waren inoffizielle Mitarbeiter (IMs) der Stasi. Die Verflechtungen mit der KoKo waren existenziell für das Hotel, nicht nur im Hinblick auf die Versorgung mit Luxusgütern wie exotischen Südfrüchten, die in der DDR sonst kaum erhältlich waren.

Die genaue Rolle des Hotels im Zusammenhang mit dem internationalen Waffenhandel oder den komplexen Verflechtungen der KoKo-Firmen ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Selbst der KoKo-Untersuchungsausschuss des Bundestages konnte diese Fragen nicht abschließend klären.

Direktor Klaus Wenzel: Eine schillernde Figur

Einer der Hauptgründe für den Erfolg und die Kontinuität des Hotels Neptun war zweifellos die Person seines Erfinders und langjährigen Direktors Klaus Wenzel. Er leitete das Haus von der Eröffnung 1971 bis ins Jahr 2007 und blieb damit auch über die Wendezeit hinaus im Amt. Fast sein gesamtes Führungsteam blieb ebenfalls an Bord, unbeeindruckt von politischen Veränderungen und neuen Besitzern.

Friederike Pohlmann beschreibt Wenzel als die eigentliche Besonderheit des Hotels. Sie sieht ihn als eine schillernde Figur, einen umtriebigen Unternehmer voller Ideen und Initiativen. Er verstand es, Menschen zu überzeugen und zu motivieren, und galt als jemand, der den Sozialismus für gerechter hielt als den Kapitalismus. Gleichzeitig stellte er sich offenbar schützend vor seine Mitarbeiter, die ihm bis zum Schluss sehr loyal gegenüberstanden. Doch er hatte auch eine andere Seite. Der NDR-Journalist Hans-Jürgen Börner erfuhr dies 1988, als Wenzel ihm den Eintritt in die Sky Bar verwehrte – zunächst freundlich aufgrund seiner Jeans, dann aber mit den drohenden Worten: „Wir können auch anders!“

Wenzel selbst beschrieb in der NDR-Dokumentation die Zusammenarbeit mit der Stasi als normal und unausweichlich, etwas, das er dulden musste. Er sei quasi dienstlich für die Stasi tätig gewesen, wird er im Abschlussbericht des KoKo-Untersuchungsausschusses zitiert. Für Friederike Pohlmann ist Wenzels Aussage, dass die Bespitzelung von Gästen „die ganz normale Arbeit von Sicherheitsdiensten in Hotels auf der ganzen Welt“ sei, jedoch skandalös.

Das „Kartell des Schweigens“

Die Aufarbeitung der Geschichte des Hotel Neptun und seiner Verstrickungen mit der Stasi gestaltet sich bis heute schwierig. Schon kurz nach der Wende scheiterten Recherchen von Journalisten des „Spiegel“ daran, dass niemand bereit war, über die vielen gefundenen Informationen zu sprechen. Auch viele Jahre später ist es noch immer schwer, Zeitzeugen zu finden, die Auskunft über das Neptun und seine Stasi-Verbindungen geben wollen.

Wem gehört das Hotel NEPTUN?
Heute gehört das Hotel zur DSR Holding, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Seereederei Rostock, früher ein Volkseigener Betrieb.

Viele ehemalige Hotelmitarbeiter berichten laut Friederike Pohlmann von der Angst vor Nachteilen, falls sie über ihre frühere Arbeit sprechen. Diese Angst geht so weit, dass sie nicht einmal bereit sind, positive Erinnerungen zu teilen. Ein bereits pensionierter Mitarbeiter erkundigte sich bei seinem früheren Chef im Hotel und erhielt den Rat, nicht mit Pohlmann zu sprechen. Ein anderer ehemaliger Angestellter, der für das Abhören von Telefonen zuständig war, befürchtet „Probleme“, falls er mit Journalisten spricht. Die Macht der ehemaligen Kader scheint noch immer auszureichen, um ehemaligen Kollegen den Mund zu verbieten.

Auf einer Veranstaltung der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern sprachen Anwesende zwanzig Jahre nach der Wende von einem „Kartell des Schweigens“, das dafür sorge, dass die Geheimnisse rund um das Stasi-Hotel Neptun gewahrt blieben.

Hans-Jürgen Börner und Friederike Pohlmann sind sich einig, dass noch viel Stoff zur Aufarbeitung bereitläge. Der eigentliche Skandal sei nicht nur die Bespitzelung der West-Gäste – was Börner als Schweinerei bezeichnet –, sondern vielmehr die Tatsache, dass auch lange nach der friedlichen Revolution jede Diskussion und Aufklärung der verschwiegenen und dubiosen Verhältnisse des Hotels, seiner Entstehung und seiner Rolle in der DDR immer noch schwierig sei, wenn auch nicht mehr unmöglich.

Eigentumsverhältnisse im Wandel

Ursprünglich gehörte das Hotel Neptun offiziell der Handelsorganisation (HO) und stand unter dem starken Einfluss der KoKo. Die ersten Besitzer nach der Wende waren interessanterweise Firmen, die bereits in der DDR Partner der HO und KoKo gewesen waren. Dies trug zur Kontinuität der Führungsmannschaft bei, die bis weit nach der Wende im Amt blieb – eines der ungeklärten Rätsel des Hauses.

Heute gehört das Hotel Neptun zur DSR Holding, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Seereederei Rostock. Die Deutsche Seereederei war zu DDR-Zeiten ein bedeutender Volkseigener Betrieb.

Wichtige Akteure in der Geschichte des Hotels

NameRolle im Kontext des Hotels (laut Text)
Klaus WenzelInitiator und langjähriger Direktor (1971-2007)
Walter UlbrichtUnterstützer des Projekts (zusammen mit Harry Tisch)
Harry TischSED-Bezirkssekretär Rostock, Unterstützer
Alexander Schalck-GolodkowskiLeiter von KoKo, Unterstützer des Hotels
Friederike PohlmannJournalistin, Autorin und Filmemacherin zur Geschichte des Hotels
Hans-Jürgen BörnerJournalist, erlebte Wenzels Verhalten

Häufig gestellte Fragen zum Hotel Neptun und seiner Geschichte

Die Geschichte des Hotel Neptun wirft viele Fragen auf. Basierend auf den vorliegenden Informationen können wir einige davon beantworten:

Gibt es Informationen zu Restaurants im Hotel Neptun in diesem Kontext?
Die vorliegenden Informationen konzentrieren sich stark auf die historische Entstehung, die Verbindung zur Stasi und KoKo sowie die Rolle des Hotels in der DDR. Sie erwähnen zwar die legendäre Sky Bar als besonderen Ort, listen aber keine aktuellen oder historischen Restaurants des Hotels auf. Informationen zu Speisemöglichkeiten sind in diesem Text nicht enthalten.

Welche Restaurants gibt es im Hotel NEPTUN in Warnemünde?
WEINECK.Café PANORAMA.Sky-Bar.Grillstube BROILER.DÜNENFEIN.Lobby-Bar.GENUSSHAFEN.DaCapo Beach.

Wem gehört das Hotel Neptun heute?
Nach den vorliegenden Informationen gehört das Hotel Neptun heute zur DSR Holding. Die DSR Holding ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Seereederei Rostock.

Was kostete eine Nacht im Hotel Neptun?
Der vorliegende Text gibt keine konkreten Preisinformationen an, weder für die DDR-Zeit noch für heute. Es wird lediglich erwähnt, dass West-Gäste in den 1980er-Jahren einen „preiswerten Luxus-Urlaub“ im Neptun machen konnten. Aktuelle oder spezifische historische Kosten pro Nacht sind nicht Teil der bereitgestellten Informationen.

Sind Hunde im Hotel Neptun erlaubt?
Die vorliegenden Informationen behandeln die Geschichte und die Besonderheiten des Hotels im Kontext der DDR und seiner Verflechtungen. Sie enthalten keinerlei Angaben zu den Regeln bezüglich Haustieren wie Hunden im Hotel Neptun.

Warum wird das Hotel Neptun manchmal „Stasi-Hotel“ genannt?
Diese Bezeichnung rührt von der sehr engen Verbindung des Hotels und seiner Führung zur Staatssicherheit der DDR her, wie im Text beschrieben. Die Stasi unterstützte das Hotel, nutzte es zum Ausspionieren von Gästen (insbesondere aus dem Westen) und hatte inoffizielle Mitarbeiter unter den Angestellten. Diese tiefen Verflechtungen führten zu der umgangssprachlichen Bezeichnung „Stasi-Hotel“.

Fazit

Das Hotel Neptun in Warnemünde bleibt auch Jahrzehnte nach dem Ende der DDR ein Ort mit einer faszinierenden und komplexen Geschichte. Mehr als nur ein Symbol für Luxus am Meer, war es ein Schauplatz von Ost-West-Kontakten, Devisengeschäften und den Machenschaften des Staatssicherheitsdienstes. Die Aufarbeitung dieser Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen und wird durch ein hartnäckiges „Kartell des Schweigens“ erschwert. Dennoch tragen Arbeiten wie der NDR-Film und das Buch von Friederike Pohlmann dazu bei, Licht in die verborgenen Winkel dieser einzigartigen Institution zu bringen und ihre Rolle in der Geschichte der DDR besser zu verstehen.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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