Wem gehört Schloss Reinbek?

Schloss Reinbek: Geschichte, Architektur & Kultur

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Versteckt im südlichen Schleswig-Holstein, nahe der Bille, liegt Schloss Reinbek. Dieses beeindruckende Bauwerk, das im 16. Jahrhundert als Nebenresidenz des herzoglichen Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf entstand, ist heute weit mehr als nur ein historisches Gebäude. Es ist ein lebendiges Kunst- und Kulturzentrum, das Besucher mit seiner reichen Geschichte und seiner bemerkenswerten Architektur der Renaissance in den Bann zieht. Doch der Weg dorthin war lang und von zahlreichen Wendungen geprägt.

Wem gehört das Reinbeker Schloss?
1972 kauften die Stadt Reinbek und der Kreis Stormarn gemeinsam das gesamte Areal.

Die Geschichte des Ortes, an dem Schloss Reinbek heute steht, reicht weit zurück. Bereits seit dem Jahr 1250 befand sich hier das Reinbeker Kloster, ein Konvent der Zisterzienserinnen. Im Zuge der Reformation wurde dieses Kloster 1528 aufgelöst. Die Ländereien und Gebäude gingen für 12.000 lübische Mark an den dänischen König Friedrich I. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1534, geriet die ehemalige Klosteranlage in die Wirren der sogenannten Grafenfehde. Wie viele andere dänische Besitztümer in dieser Zeit wurde auch das Kloster Reinbek von Lübecker Truppen geplündert und in Brand gesetzt. Von der mittelalterlichen Anlage blieben kaum Spuren zurück.

Die Ära der Herzöge von Gottorf: Errichtung und erste Nutzung

Ein entscheidender Einschnitt erfolgte 1544 mit einem Erbfolgevertrag. Der dänische König Christian III. überließ Teile seines Besitzes seinen jüngeren Halbbrüdern Johann und Adolf. Dies führte zur Gründung zweier neuer Herzogtümer, darunter das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf. Der erste Herzog dieses neuen Anteils wurde Adolf, der jüngste Bruder. Zu seinen Ländereien gehörten auch die Gebiete um Reinbek. Reinbek wurde so zu einer Exklave seines ansonsten weiter nördlich gelegenen Territoriums.

Herzog Adolf I., der die Herzogswürde bereits mit achtzehn Jahren erhielt, verbrachte seine frühen Jahre oft auf Reisen und in Diensten anderer Herrscher. Erst später entwickelte er sich zu einem der größten Bauherren in Schleswig und Holstein. Nach der Modernisierung des Gottorfer Schlosses beauftragte er den Bau mehrerer neuer Schlösser, darunter Reinbek, Husum, Tönning und Trittau.

Das Reinbeker Schloss wurde im Auftrag von Herzog Adolf von 1572 bis 1576 errichtet. Es war als eine seiner Nebenresidenzen gedacht, die er bei Reisen in die Ämter Reinbek und Trittau nutzte. Die Nähe zum Sachsenwald, wo alljährlich große Parforcejagden stattfanden, machte Reinbek auch zu einem idealen Jagdschloss. Eine weitere wichtige Funktion war die Beherbergung von Gästen aus Regionen südlich von Schleswig-Holstein, denen so die längere Reise nach Gottorf erspart blieb. Obwohl das Schloss keine dauerhafte Hofhaltung beherbergte, wurde es bei Abwesenheit des Herzogs von einem Kastellan und Bediensteten verwaltet und bewirtschaftet. Zum Schlossareal gehörten umfangreiche Nebengebäude wie eine Kornbrennerei, eine Brauerei, Scheunen und Stallungen. Auch ein Küchengarten und Fischteiche zur Versorgung waren vorhanden. Die eigentliche Verwaltung der gottorfschen Exklave oblag den Amtmännern, die ab 1646 ihren Sitz im Reinbeker Schloss nahmen und auch die Aufgaben des Kastellans übernahmen.

Wechselnde Herren und drohender Verfall

Nach der Niederlage des Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf im Großen Nordischen Krieg 1713 wurden die Besitzungen im Herzogtum Schleswig vom dänischen Königshaus annektiert. Nur die Gebiete im Herzogtum Holstein, zu denen Reinbek gehörte, verblieben im Gottorfer Besitz. Die herzogliche Familie verlor an Einfluss, und die Herzogswürde ging später in Personalunion an das russische Zarenhaus über. Johanna Elisabeth von Schleswig-Holstein-Gottorf, die Mutter Katharinas der Großen, die selbst als Gräfin von Reinbek nach Russland reiste, beabsichtigte zwar, ihren Lebensabend auf dem Schloss zu verbringen, doch als höfische Residenz spielte Reinbek keine bedeutende Rolle mehr. Es diente fast ausschließlich als Verwaltungsbau für die Amtmänner. Zwar wurden notwendige Reparaturen durchgeführt, doch eine Modernisierung des inzwischen veralteten Baus erfolgte nicht.

Im Jahr 1773 ging das Schloss infolge des Vertrags von Zarskoje Selo vollständig in dänischen Besitz über. Es diente weiterhin als Amtssitz, wobei die Beamten nun königlich-dänische Angestellte waren. Besuche des dänischen Königshauses in Reinbek waren selten.

Das Schloss befand sich im späten 18. Jahrhundert in einem zunehmend schlechten Zustand. Um 1776 wurden Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, doch die laufenden Reparaturen und Betriebskosten für einen reinen Verwaltungssitz erschienen unangemessen hoch. Vom Ende des 18. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde daher mehrfach über einen Abriss nachgedacht. Die dänische Rentekammer, die zuständige Finanzbehörde, empfahl sogar, einen Neubau aus dem Abbruchmaterial zu errichten. Solche Abrisspläne betrafen nicht nur Reinbek. Im Zuge der Vollendung des Dänischen Gesamtstaats gingen viele schleswig-holsteinische Schlösser an das dänische Königshaus über und wurden aus politischen wie wirtschaftlichen Gründen abgebrochen. Dazu gehörten die Schlösser in Reinfeld, Trittau und Ahrensbök. Glücklicherweise konnte der drohende Abriss des Reinbeker Schlosses im Jahr 1818 durch ein Gutachten des Regierungsbaumeisters Christian Frederik Hansen verhindert werden. Pläne für einen Umbau zur Verkürzung und optischen Angleichung der Seitenflügel durch Friedrich Christian Heylmann wurden jedoch nicht umgesetzt, und das Schloss blieb vorerst in seinem alten Zustand.

Vom Landratsamt zum Hotel und Institut

Infolge des Deutsch-Dänischen und des anschließenden Deutschen Krieges fiel das Herzogtum Holstein 1866 an Preußen. Das Amt Reinbek wurde Teil des preußischen Landkreises Stormarn, und das Schloss diente kurzzeitig als Sitz des Landrats. Bereits 1873 wurde das Landratsamt nach Wandsbek verlegt. Das Schloss wurde von der preußischen Finanzbehörde übernommen und 1874 versteigert. Der neue private Besitzer, der das Anwesen für 25.000 Taler erwarb, veräußerte es schon kurz darauf an die Familie Specht.

Die Familie Specht wandelte das Schloss in der Folgezeit um, ungeachtet seiner historischen Bausubstanz, und baute es zu einem Hotel aus. Diese Funktion behielt es bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. In dieser Zeit erfuhr das Äußere des Schlosses tiefgreifende Veränderungen. Vor den Mittelflügel wurde ein neogotischer Vorbau mit Eingangshalle und großzügigem Treppenhaus gesetzt, was dem Schloss einen annähernd E-förmigen Grundriss verlieh. Die Arkaden des Hofs wurden vermauert, steinerne Fensterrahmen und -kreuze entfernt, und das Dach erhielt Zwerchhäuser und Dachpfannen anstelle der ursprünglichen Schiefertafeln.

Im Jahr 1919 verkaufte die Familie Specht das Schloss an Margarete von Patow, die hier das christlich geprägte Erholungsheim Pniel einrichtete. Zwanzig Jahre später, 1939, kaufte die Stadt Hamburg das Gebäude und brachte darin das Reichsinstitut für Forstwirtschaft unter, die spätere Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft. Das Schloss überstand die Zeit des Zweiten Weltkrieges ohne Schäden und nahm in der Nachkriegszeit vorübergehend Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten auf. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Institut nach und nach aus Reinbek ausgelagert, und das Schloss wurde erneut zum Verkauf angeboten.

Die umfassende Restaurierung und heutige Nutzung

Im Jahr 1972 kauften der Kreis Stormarn und die Stadt Reinbek das Schloss gemeinsam. Unter der Leitung von Horst von Bassewitz begann von 1977 bis 1987 eine umfassende Restaurierung. Ziel war es, das Schloss so weit wie möglich in den Zustand der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückzuversetzen. Die Kosten für dieses aufwendige Projekt wurden damals auf rund 10.000.000 DM veranschlagt und vom Bund sowie den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein finanziert. Dabei wurden die Veränderungen des 19. Jahrhunderts, wo möglich, rückgängig gemacht, wie die Entfernung des neogotischen Vorbaus und die Öffnung der Arkaden.

Seit Abschluss der Restaurierung im Jahr 1987 steht Schloss Reinbek für die öffentliche Nutzung zur Verfügung und dient als Kunst- und Kulturzentrum der Stadt. In seiner heutigen Gestalt ist das Schloss das am besten erhaltene Beispiel eines Adelssitzes im Stil der niederländischen Renaissance in Schleswig-Holstein.

Architektur und Stil: Ein Meisterwerk der Renaissance

Das Reinbeker Schloss, erbaut von 1572 bis 1576 im Auftrag Herzog Adolfs I., war der erste Residenzbau in Nordelbien, der von vornherein als reines Wohngebäude ohne Befestigungswerk geplant wurde. Es besitzt einen für die Erbauungszeit fortschrittlichen, von französischen Vorbildern wie dem Schloss von Écouen beeinflussten hufeisenförmigen Grundriss. Obwohl der Baukörper scheinbar gleichförmig ist, weist er in seiner Aufteilung und den Proportionen noch keine strenge Symmetrie auf. Ein langer Mitteltrakt wird im Norden und Süden von kürzeren Seitenflügeln flankiert, die gemeinsam einen Ehrenhof umschließen. Am Ende des Südflügels befindet sich ein riegelartiger Anbau.

Die größte Ausdehnung des Gebäudes beträgt 51 × 36 Meter, der Hof ist 26 Meter breit. Das Schloss verfügt über zwei bewohnbare Stockwerke, ein Kellergeschoss und einen hohen Dachboden. Eine Besonderheit ist die Dachkonstruktion: Das schieferbelegte Satteldach ist hofseitig an Nord- und Ostflügel zu einem Kniestock herabgezogen, wodurch das Gebäude an diesen Stellen nur eineinhalbgeschossig wirkt, während an den übrigen Fassaden zwei Vollgeschosse sichtbar sind. Das mit einer durchbrochenen Haube bekrönte Treppentürmchen im Hof war bei Bauabschluss die einzige Verbindung zwischen den Stockwerken. Unter Herzogin Augusta wurden zu Beginn des 17. Jahrhunderts weitere Treppentürme am Südflügel hinzugefügt.

Das Schloss war bei seiner Fertigstellung eines der modernsten Gebäude in Schleswig und Holstein. Der dreiflügelige Bau mit dem offenen Arkadenhof (der einst mit einer Mauer gegen den Wirtschaftshof abgeschlossen war) stellte eine Abwendung von den traditionellen Mehrfachhäusern oder geschlossenen Vierflügelanlagen dar, die bis dahin typisch für Adelssitze in den Herzogtümern waren.

Der Baumeister ist unbekannt, doch es wird vermutet, dass die Entwürfe von Hercules von Oberberg oder Peter von Maastricht stammen könnten. Das Schloss ist in den Formen der Niederländischen Renaissance gestaltet, einem Stil, den Herzog Adolf auf seinen Reisen kennenlernte. Der Bau besteht aus gemauertem rotem Backstein, horizontal gegliedert durch helle Sandsteinbänder. Die Fensterrahmungen sind ebenfalls aus Sandstein gefertigt und mit steinernen Kreuzen versehen, die Fenster von hölzernen Läden flankiert. Das für diese Region ungewöhnlichste Baudetail ist der durch toskanische Säulen gegliederte Arkadengang des Innenhofs im Erdgeschoss, der die Verbindung zu den Räumen des Nord- und Ostflügels herstellte.

Vergleich mit anderen Renaissance-Schlössern der Region

SchlossErbauungszeitBauherrStilGrundrissAktueller Zustand (Bezug zum Original)
Schloss Reinbek1572–1576Herzog Adolf I.Niederländische RenaissanceHufeisenförmig, dreiflügeligWeitgehend in den Zustand des frühen 17. Jahrhunderts zurückversetzt, gilt als bestes erhaltenes Beispiel in seiner heutigen Gestalt.
Schloss Husum1577–1582Herzog Adolf I.Niederländische RenaissanceDreiflügeligUrsprünglich repräsentativer und symmetrischer als Reinbek, später durch Umbauten stark vereinfacht.
Schloss Trittau1581Herzog Adolf I.Nordische RenaissanceDreiflügelig (Nachfolgebau einer Wasserburg)Ende des 18. Jahrhunderts abgetragen.

Das Reinbeker Schloss gilt als direkter, wenn auch schlichterer, Vorgängerbau des Husumer Schlosses und diente als Vorbild für das abgetragene Schloss im benachbarten Trittau.

Das Innere des Schlosses: Vom Wohnbau zum Veranstaltungsort

Der dreiflügelige Grundriss des Schlosses folgte funktionalen Prinzipien, die sich vom späteren barocken Raumverständnis unterschieden. Der südliche Trakt enthielt die großen Fest- und Hofsäle. In seinem Anbau befand sich ab dem frühen 17. Jahrhundert die Schlosskapelle. Der mittlere Flügel diente als Appartements für Gäste, während der nördliche Flügel die Hofküche und Wirtschaftsräume beherbergte. Die Räume des Nord- und Ostflügels wurden durch den Arkadengang im Hof und eine Galerie unterhalb des Kniestocks erschlossen – eine weitere moderne Neuerung im Schlossbau Schleswig-Holsteins, wo bis dahin ineinander übergehende Räume die Regel waren. Im Jahr 1589 wurden die Räume vom Hofkünstler Jacob van der Wordt ausgemalt. Unter Herzogin Augusta wurden weitere Umbauten vorgenommen, darunter der Einbau der Schlosskapelle und zusätzlicher Treppentürme. Fast im gesamten Schloss wurden die Eichendecken mit ornamentalen Motiven bemalt.

Während das Äußere bis ins 19. Jahrhundert weitgehend unverändert blieb, wurde das Innere fortlaufend ergänzt und umgebaut. Im 18. Jahrhundert wurden die Eichendecken unter Gewölben versteckt und die Räume teilweise neu aufgeteilt, besonders bedingt durch die Nutzung als Amtssitz und später als Hotel. Zählten die Inventarlisten zu Beginn des 18. Jahrhunderts vierundzwanzig Räume, so verfügte das Schloss durch Raumtrennungen und Zwischenwände im Jahr 1974 über rund siebzig Zimmer. Die Schlosskapelle wurde 1901 geschlossen und bis 1904 ausgebaut; Teile der Ausstattung gelangten in die Reinbeker Maria-Magdalenen-Kirche.

Die Restaurierung des 20. Jahrhunderts und die heutige Nutzung

Bei der Restaurierung von 1977 bis 1987 musste ein Kompromiss zwischen der Erhaltung der historischen Bausubstanz und der künftigen Nutzung als Kulturzentrum gefunden werden. Während das Äußere weitgehend in den Renaissancezustand zurückversetzt wurde, waren im Inneren Anpassungen notwendig, da die einstige Nutzung der Räume nicht immer vollständig rekonstruierbar war. Nach dem Abriss des historistischen Treppenhausflügels wurde ein modernes Treppenhaus im Mittelbau installiert, ergänzt durch ein Aufzugsystem, um das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Teeküche dient der Versorgung von Konferenzgästen. Auf eine Rekonstruktion der Schlosskapelle wurde verzichtet; die Räumlichkeiten werden heute von der Schloss-Gastronomie genutzt. Der hohe Dachboden, der „Krummspanner“, wurde zu einer Ausstellungsfläche umgebaut. Historische Spuren, wie die bemalten Balkendecken, wurden gesichert und aufgearbeitet. Aufgrund der jahrhundertelangen Fremdnutzung hat sich kein historisches Mobiliar aus dem ursprünglichen Schlossbestand erhalten.

Zu den größten Räumen gehören auch heute noch der Hofsaal und der darüberliegende Festsaal im Südflügel, die während der Restaurierungsphase rekonstruiert wurden. Auch das Jagdzimmer und der Gartensaal orientieren sich an ihrer früheren Gestalt. Alle Räume sind heute mit stilistisch zeitgemäßen Möbeln ergänzt, verfügen aber auch über modernes Inventar, das der heutigen Nutzung als Kulturzentrum dient.

Die Außenanlagen: Park und ehemalige Wirtschaftsbereiche

Das Schloss wurde inmitten des einstigen Klostergeländes errichtet. Das Hauptgebäude des Klosters befand sich westlich des Schlosses, doch heute gibt es keine sichtbaren Spuren mehr davon. Zeitgleich mit dem Schloss wurde ein umfangreicher Wirtschaftshof, das sogenannte Vorwerk, angelegt. Mit Stallungen, Kornhäusern und Viehställen diente er der Versorgung der Schlossbewohner. Auch von diesen Bauten sind heute keine Spuren mehr vorhanden; sie wurden im 19. Jahrhundert abgerissen und teilweise durch Neubauten ersetzt. Die Fläche des Hofs musste zudem verkleinert werden, als nördlich die Bahntrasse der Berlin-Hamburger Bahn gebaut wurde.

Das Schloss liegt direkt an der Bille, die hier zum Mühlenteich aufgestaut ist. Der umgebende Park diente einst sowohl als Küchen- als auch als Lustgarten und wurde bereits unter Herzog Adolf angelegt. Der eigentliche Lustgarten befand sich östlich hinter dem Hauptflügel und bestand aus neun bepflanzten Kompartimenten, die durch Laubengänge verbunden und mit Sandsteinfiguren geschmückt waren. Es gab ein Lusthaus, ein Badehaus (unter Herzogin Augusta) und ein Boot auf dem Mühlenteich. Der Garten bestand in dieser Form bis ins 18. Jahrhundert und wurde dann bescheiden barockisiert. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden Teile des Gartengrundstücks verpachtet. Die schlossnahen Bereiche verloren durch nachlässige Pflege ihre alte Gestalt und wurden im 19. Jahrhundert in einen Landschaftspark umgestaltet, allerdings ohne klares Konzept.

Mit der Restaurierung des Schlosses im 20. Jahrhundert stellte sich auch die Frage nach der Gestaltung der Gartenanlagen. Da Teile des Geländes bebaut waren und die Bahntrasse verlief, erschien eine aufwendige Rekonstruktion des Renaissancegartens zu schwierig, zumal keine Reste mehr vorhanden waren. Stattdessen wurde der Reinbeker Schlosspark frei neu gestaltet und in drei öffentlich zugängliche Bereiche gegliedert. Südlich des Schlosses bis zum Mühlenteich wurde ein Bereich im Stil englischer Landschaftsparks angelegt. Östlich des Schlosses, vor dem Hauptflügel, erinnert ein vierteiliger Gartenbereich in seiner Gestaltung an den einstigen formalen Garten, verzichtet aber auf aufwendige Blumenbepflanzung. Nordöstlich des Schlosses wurde ein kleiner botanischer Garten eingerichtet.

Schloss Reinbek heute: Ein Ort der Begegnung und Kultur

Als Kunst- und Kulturzentrum ist das Reinbeker Schloss das ganze Jahr über durch zahlreiche Veranstaltungen zugänglich. Dazu gehören Konzerte des Schleswig-Holstein Musik Festivals, die Kunsthandwerksmesse „Kunstwerk – Werkkunst“ im angrenzenden Schlosspark, aber auch Tagungen, Empfänge und private Feiern. Die Räume des Schlosses können für solche Zwecke gemietet werden. Besonders beliebt sind Eheschließungen im sogenannten Gottorf-Zimmer, die freitags möglich sind. Von 2009 bis 2013 fand hier jährlich die Reinbeker Wirtschaftskonferenz Afghanistan statt, eine internationale Konferenz. Das Schloss wird auch immer wieder als Filmlocation genutzt, beispielsweise für die Sendung „Lieb & Teuer“.

Die Räumlichkeiten des Schlosses können mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Durch die moderne Nutzung sind sie nur teilweise museal ausgestattet. Zu den ausgestellten Stücken gehören Möbel, Gemälde und Gobelins der Renaissancezeit. Die einstigen Küchenräume und der Dachboden, der „Krummspanner“, dienen als Rahmen für wechselnde Ausstellungen. Im Krummspanner ist auch eine stadtgeschichtliche Ausstellung untergebracht.

Im Jahr 1977 gründete sich der Verein Freunde des Schlosses Reinbek e.V. Dieser gemeinnützige Verein setzt sich engagiert für eine intensive Nutzung des Schlosses und des Schlossparks als Kultur- und Kommunikationszentrum ein und trägt so maßgeblich zur Belebung dieses historischen Ortes bei.

Häufig gestellte Fragen zum Schloss Reinbek

Wem gehört Schloss Reinbek heute?

Heute gehört Schloss Reinbek dem Kreis Stormarn und der Stadt Reinbek, die es gemeinsam im Jahr 1972 erworben haben.

Wann wurde Schloss Reinbek erbaut?

Das Schloss wurde im Auftrag von Herzog Adolf I. von 1572 bis 1576 erbaut.

Welchen Baustil hat Schloss Reinbek?

Schloss Reinbek ist ein bedeutendes Beispiel der Niederländischen Renaissance in Schleswig-Holstein.

Wofür wird Schloss Reinbek heute genutzt?

Heute dient Schloss Reinbek als Kunst- und Kulturzentrum der Stadt Reinbek. Es ist öffentlich zugänglich, beherbergt Ausstellungen, Veranstaltungen wie Konzerte und Messen und kann für private Feiern oder Tagungen gemietet werden.

Wurde das Schloss im Laufe der Zeit verändert?

Ja, das Schloss wurde mehrfach umgebaut, besonders im 19. Jahrhundert, als es zum Hotel wurde. Bei einer umfassenden Restaurierung von 1977 bis 1987 wurde es jedoch weitgehend in seinen Zustand des frühen 17. Jahrhunderts zurückversetzt.

Kann man Schloss Reinbek besichtigen?

Ja, das Schloss kann mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Die Außenanlagen sind meist frei zugänglich.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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