Wem gehört Burg Zievel?

Burg Zievel: Eine Reise durch ihre Besitzer

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Die Burg Zievel, malerisch gelegen nahe dem Mechernicher Stadtteil Lessenich, blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Eingebettet am Südrand des Waldgebiets am Billiger Berg, unweit der Bundesautobahn 1 und des Veybachtals, war sie über Jahrhunderte hinweg ein begehrtes Objekt. Ihre fast 1000-jährige Existenz ist geprägt von einem ständigen Wechsel der Eigentümer und Herren, die die Geschicke dieser beeindruckenden Anlage lenkten.

Wem gehört Burg Zievel?
Seit 1822 ist die Burg mitsamt den dazugehörigen Ländereien Eigentum der Familie Krewel, die bereits seit 1766 ihre Pächterin war.

Die Anfänge und frühe Herren (12. & 13. Jahrhundert)

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Zievel datiert auf das Jahr 1107. Zu jener Zeit befand sich die Anlage im Besitz der mächtigen Grafen von Limburg. Diese frühe Nennung zeugt von der damaligen Bedeutung der Burg als Sitz eines Adelsgeschlechts. Im gleichen Jahrhundert, genauer im Jahr 1169, taucht in einer Urkunde der Name Gerhardus de Zivele auf, was auf eine lokale Verbindung oder einen Besitzer hindeuten könnte.

Die politische Landschaft des Mittelalters war oft im Fluss, und so wechselte auch Burg Zievel ihren Herrn. Im Jahr 1190 gehörte die Burg für eine kurze Periode dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg. Doch dieser Besitz war nicht von Dauer. Bereits im Jahr 1234 kehrte die Burg in den Status einer freien Herrschaft zurück und ging in den Besitz der edelfreien Herren von Daun über. Eine bedeutende Entwicklung, denn diese Familie nannte sich fortan nach der Burg: die Herren von Zievel.

Spätmittelalterliche Wechsel (14. Jahrhundert)

Das 14. Jahrhundert brachte weitere Veränderungen in der Eigentümerstruktur der Burg Zievel mit sich. Die Burg kam nun an die Familie Schmeich von Lissingen. Ab dem Jahr 1337 war der Ritter Johann Schmeich von Lissingen als Besitzer der Burg verzeichnet. Zum Einflussbereich und Besitz dieses Ritters gehörten nicht nur die Burg selbst, sondern auch die umliegenden Dörfer Lessenich und Rißdorf. Dieser Besitz zeugt von einer gefestigten Herrschaft in der Region unter der Familie Schmeich von Lissingen.

Neuzeitliche Entwicklungen und Besitzwechsel (15. - 18. Jahrhundert)

Die Geschichte der Burg Zievel setzte ihren Lauf fort, und die Neuzeit brachte neue Eigentümer mit sich. Im 15. Jahrhundert erwarb Karl von Metternich die Burg. Dieser Erwerb führte dazu, dass die Burg im 17. Jahrhundert per Erbgang in den Besitz der Familie von Metternich-Müllenark überging. Die Familie Metternich war einflussreich, und ihr Besitz der Burg Zievel ist ein weiteres Kapitel in deren langer Historie.

Doch auch die Ära der Metternichs endete. Am Ende des 18. Jahrhunderts, genauer gesagt vor dem Jahr 1822, war die Burg bereits in den Besitz der Familie von Roth übergegangen. Die genauen Umstände dieses Übergangs sind aus dem vorliegenden Text nicht ersichtlich, aber es markiert einen weiteren Wechsel in der langen Kette der Besitzer der Burg Zievel.

Die Ära der Familie Krewel (Seit 1822)

Ein besonders langes und prägendes Kapitel in der Geschichte der Burg Zievel begann bereits vor dem offiziellen Eigentümerwechsel im 19. Jahrhundert. Schon seit 1766 war die Familie Krewel als Pächterin der Burg und der dazugehörigen Ländereien tätig. Diese lange Pachtzeit von über 50 Jahren zeigt eine tiefe Verbundenheit der Familie mit der Anlage, lange bevor sie Eigentümer wurde.

Im Jahr 1822 wurde die Familie Krewel schließlich Eigentümerin der Burg Zievel mitsamt ihren Ländereien. Dieser Kauf oder Übergang markiert einen entscheidenden Punkt in der Geschichte der Burg, da sie seitdem ununterbrochen im Besitz der Familie Krewel ist. Nach dem Erwerb nahm die Familie Krewel bedeutende bauliche Veränderungen vor. Im Jahr 1828 ließen sie das alte Herrenhaus der Anlage durch ein neues ersetzen, was das heutige Erscheinungsbild der Kernburg maßgeblich prägte. Diese Maßnahme zeugt vom Engagement der Familie in die Erhaltung und Gestaltung der historischen Anlage.

Die Tatsache, dass die Familie Krewel seit 1822 Eigentümerin ist, bedeutet, dass sie die Burg nun seit über 200 Jahren besitzt. Dies stellt die längste zusammenhängende Besitzzeit in der bekannten Geschichte der Burg dar und unterstreicht ihre Rolle als Hüter der Burg Zievel in der modernen Zeit. Die Burg hat somit eine beeindruckende Reise durch verschiedene Adelsgeschlechter und Familien hinter sich, von den Grafen von Limburg und den Herren von Daun bis hin zur heutigen Familie Krewel.

Häufig gestellte Fragen zur Burg Zievel

Wann wurde die Burg Zievel erstmals urkundlich erwähnt?
Die Burg wurde erstmals im Jahr 1107 urkundlich erwähnt.

Wer waren die ersten bekannten Besitzer der Burg Zievel?
Laut der ersten Urkunde befand sich die Burg 1107 im Besitz der Grafen von Limburg.

Wann nannten sich die Herren von Daun nach der Burg?
Nachdem die Burg 1234 wieder eine freie Herrschaft wurde und an die Herren von Daun ging, nannten sie sich daraufhin von Zievel.

Welche Familie besaß die Burg im 14. Jahrhundert?
Ab 1337 befand sich die Burg im Besitz der Familie Schmeich von Lissingen.

Seit wann ist die Familie Krewel Eigentümerin der Burg Zievel?
Die Familie Krewel ist seit dem Jahr 1822 Eigentümerin der Burg Zievel.

Wann wurde das alte Herrenhaus ersetzt?
Das alte Herrenhaus wurde im Jahr 1828 durch ein neues ersetzt.

Die Geschichte der Burg Zievel ist somit eine Chronik des Wandels, der Macht und der Beständigkeit. Sie erzählt von Familien, die kamen und gingen, und von einer, die blieb und die Burg über zwei Jahrhunderte hinweg prägte und bewahrte.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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