Wer hat Koblenz gegründet?

Die faszinierende Geschichte der Stadt Koblenz

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Die Stadt Koblenz, strategisch günstig am Zusammenfluss von Rhein und Mosel gelegen, blickt auf eine außergewöhnlich lange und ereignisreiche Geschichte zurück. Archäologische Funde belegen, dass dieses Gebiet bereits Jahrtausende vor der römischen Besiedlung Anziehungspunkt für Menschen war. Von den ersten Spuren prähistorischer Lagerplätze bis zur modernen Großstadt und bedeutenden Kulturstätte am Welterbe Rhein – Koblenz hat viele Wandlungen durchlebt und ist geprägt von den Einflüssen verschiedener Epochen und Herrscher.

Wer hat Koblenz gegründet?
gründeten die Römer auf der Landzunge der hier zusammenfließenden Flüsse Mosel und Rhein eine Siedlung (Siedlungsfunde im Bereich des Münzplatzes), dem bald darauf ( 9. v. Chr. der Bau eines Kastells (castellum ad confluentes = Kastell bei den Zusammenfließenden = Koblenz) folgte.

Die Geschichte der Stadt ist eng verbunden mit ihrer Lage am Wasser und ihrer Bedeutung als militärischer und administrativer Stützpunkt. Begleiten Sie uns auf einer Reise durch die Jahrhunderte, die die Entwicklung von Koblenz von einem kleinen römischen Lager zu einer Stadt von europäischer Bedeutung nachzeichnet.

Vorgeschichtliche Spuren

Bevor die Römer das Gebiet erreichten, war die Landzunge am Deutschen Eck bereits besiedelt. Archäologische Funde, die bis ins 10. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen, belegen eine frühe menschliche Präsenz. Besonders hervorzuheben sind ein Lagerplatz aus der Zeit um 9000 v.Chr. am Kimmelberg in Metternich sowie eine große Fluchtburg auf dem Dommelsberg im Stadtwald, die zwischen 1200 und 100 v. Chr. genutzt wurde. Auch bei der Festung Ehrenbreitstein wurde ein Palisaden-Graben-System aus der Zeit um 1000 v. Chr. entdeckt.

Selbst im heutigen Stadtzentrum finden sich Spuren älterer Besiedlung. Archäologische Untersuchungen am Vorplatz der St. Kastorkirche im Jahr 1990 zeigten, dass dieser Ort schon im ersten Jahrhundert für kultische Zwecke diente und Siedlungsreste aus der La-Tène-Zeit (Hütten mit Feuerstellen) aufweist. Später wurde an gleicher Stelle ein gallorömischer Umgangstempel errichtet, der bis ins 7. Jahrhundert genutzt wurde. Auch auf dem Dommelsberg konnte eine Siedlungskontinuität von der prähistorischen zur römischen Zeit nachgewiesen werden, mit einer keltisch-germanischen Siedlung und späteren römischen Tempeln.

Koblenz in der Römerzeit (55 v.Chr. – Mitte 5. Jahrhundert)

Die eigentliche Stadtgeschichte beginnt mit den Römern. Als Truppen Caesars 55 und 53 v. Chr. den Rhein bei Neuendorf überquerten, errichteten sie dort ein kleines Lager. Um 20 v. Chr. gründeten die Römer auf der Landzunge am Zusammenfluss von Mosel und Rhein eine Siedlung. Bald darauf, um 9 v. Chr., folgte der Bau eines Kastells, das als castellum ad confluentes bekannt wurde – „Kastell bei den Zusammenfließenden“, was dem heutigen Namen Koblenz seinen Ursprung gab.

Mit dem Bau des Limes unter Kaiser Domitian (81-96) wurde Koblenz zu einem wichtigen Etappenort in der römischen Provinz Ober-Germanien (Germania superior). Spätestens im 3. Jahrhundert errichteten die Römer eine feste Brücke über die Mosel, etwa 50 Meter neben der heutigen Balduinbrücke. Zum Schutz des nahen Limes entstand im 2. Jahrhundert ein Kastell in Niederberg. Gegen die zunehmende Bedrohung durch germanische Volkschaften ließ Kaiser Konstantin (323-337) die Siedlung Koblenz mit einer starken Mauer, 19 Rundtürmen und einem Tor umgeben. Diese Mauer prägte das Stadtbild über Jahrhunderte.

Reste der römischen Präsenz sind bis heute sichtbar. Am Remstecken finden sich Überreste einer römischen Villa Rustica. Der römische Mauergürtel, hauptsächlich im 4. Jahrhundert entstanden, war noch im Frühmittelalter erhalten, und Teile der Mauern der Alten Burg ruhen auf römischen Fundamenten. Als die römischen Truppen im 5. Jahrhundert abzogen, wurden die Rhein- und Moselbrücken zerstört.

Fränkische Zeit (Mitte 5. Jahrhundert – 1018)

Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft siedelten sich Franken in der Region an und vermischten sich mit der verbliebenen gallo-romanischen Bevölkerung. Im aufgegebenen römischen Kastell richteten die merowingischen Könige einen Königshof ein. Dieser Königshof war Schauplatz wichtiger politischer Ereignisse. Im Jahr 585 empfing hier Childebert II. eine Gesandtschaft, zu der auch der Geschichtsschreiber Gregor von Tours gehörte. Unter der Liebfrauenkirche wurden Reste eines christlichen Oratoriums aus dem 5. oder 6. Jahrhundert gefunden, das möglicherweise die zum Königshof gehörende Kapelle war.

Koblenz spielte eine zentrale Rolle bei den Teilungen des Fränkischen Reiches. Nach der Reichsteilung Karls des Großen (Divisio Regnorum 806) fiel Koblenz zunächst an seinen Sohn Karl den Jüngeren. Nach Karls Tod 814 kam es an Ludwig den Frommen. Auf dessen Veranlassung wurde 817 außerhalb der Befestigung das St. Kastorstift gegründet. Im St. Kastorstift fanden vom 19. bis 24. Oktober 842 Verhandlungen über die Teilung des Reiches statt, die im folgenden Jahr zum Vertrag von Verdun führten. Koblenz fiel an das Mittelreich Lotharingien. Nach weiteren Teilungen kam Koblenz 870 mit dem Vertrag von Mersen endgültig zum Ostteil des Reiches unter Ludwig dem Deutschen.

Die günstige Lage und die noch erhaltene römische Befestigung schützten Koblenz weitgehend vor Zerstörung, als 881/882 Normannen plündernd durch das Land zogen. Die Herrschaft der deutschen Könige über Koblenz endete Anfang des 11. Jahrhunderts, als der Reichsbesitz an den Trierer Erzbischof gelangte, der damit die weltliche Herrschaft übernahm.

Koblenz unter den Trierer Kurfürsten (1018 – 1794)

Das Jahr 1018 markiert einen Wendepunkt: Kaiser Heinrich II. übereignete den fränkischen Königshof samt Florinsstift, Grundbesitz sowie Münz- und Zollgerechtigkeit an den Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg. Koblenz wurde zur Nebenresidenz der Trierer Erzbischöfe ausgebaut. Es entstanden wichtige Kirchenbauten wie die Florinskirche (um 1100) und die Liebfrauenkirche (um 1180). Die Befestigung von Ehrenbreitstein wurde unter Erzbischof Hillin (1152-1169) verstärkt und die Burg Helfenstein gebaut. Die Stadt prosperierte, der Handel blühte.

Koblenz war Schauplatz bedeutender politischer Ereignisse. 1105 kam es hier zur folgenreichen Begegnung zwischen Kaiser Heinrich IV. und seinem Sohn Heinrich V. Im Jahr 1198 fand im ausgetrockneten Moselbett eine Schlacht statt. 1204 leisteten Philipps Gegner in Koblenz den Treueid. Im 13. Jahrhundert siedelten sich verschiedene Orden an: 1216 die Ritter des Deutschen Ordens, 1233 die Dominikaner, 1236 die Franziskaner. Zwischen 1242 und 1259 entstand Burg Stolzenfels.

Der Erwerb der Vogtei im Jahr 1253 stärkte die Herrschaft der Kurfürsten über Koblenz. Die Stadtmauer wurde ausgebaut. Es gab jedoch auch Konflikte zwischen der Bürgerschaft, die nach mehr Selbstverwaltung strebte, und den Erzbischöfen. Kurfürst Heinrich II. von Finstingen ließ ab 1277 die Alte Burg anlegen, was zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Bürgern führte. Erst 1332 konnten die Koblenzer die Bildung eines Stadtrates durchsetzen.

Unter Kurfürst Balduin von Luxemburg (1307-1354) wurde die steinerne Balduinbrücke über die Mosel begonnen und nach 85 Jahren Bauzeit vollendet. 1338 hielt Kaiser Ludwig der Bayer einen glanzvollen Hoftag in der Kastorkirche ab, auf dem wichtige Reichsgesetze verkündet wurden. Die Koblenzer unterstützten ihren Landesherrn 1347 in der Grenzauer Fehde, erlitten aber eine Niederlage.

Im 15. und 16. Jahrhundert kam es zu weiteren Konflikten und Ereignissen. Der Bistumsstreit nach dem Tod von Erzbischof Otto von Ziegenhain führte zu bewaffneten Auseinandersetzungen. 1492 hielt Kaiser Maximilian einen Reichstag ab. Die Wiederzulassung und spätere Verfolgung von Juden sowie die Hinrichtung des Raubritters Johann Lutter von Kobern, an den der „Augenroller“ erinnert, sind weitere Facetten dieser Zeit.

Die Reformation hatte in der katholisch geprägten Stadt kaum Einfluss. Die Berufung der Jesuiten 1580 festigte den alten Glauben. Sie gründeten ein Gymnasium und bauten zwischen 1613 und 1617 die Jesuitenkirche.

Im 17. Jahrhundert wurde Koblenz und Ehrenbreitstein zu wichtigen Festungsanlagen ausgebaut. Kurfürst Philipp Christoph von Sötern erbaute Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein und machte es zur Residenzstadt der Trierer Kurfürsten. Der 30-jährige Krieg und der Pfälzische Erbfolgekrieg brachten schweres Leid und Zerstörung über die Stadt. Koblenz wurde mehrmals belagert und erobert. Insbesondere die Belagerung durch französische Truppen 1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg führte zu enormen Zerstörungen in der Stadt und zur Zerstörung von Schloss Philippsburg und Ehrenbreitstein. Die Festungswerke überstanden den Krieg jedoch weitgehend.

Kurfürst Johann von Orsbeck verlegte die Verwaltung 1676 von Trier nach Ehrenbreitstein. Ab 1695 wurde der Befestigungsgürtel weiter ausgebaut, und 1777 begann der Bau des neuen Residenzschlosses in Koblenz. Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen zog 1786 in das neue Schloss um. Es entstand die planmäßig angelegte Clemensstadt. Ein Toleranzedikt ermöglichte die Niederlassung von Nichtkatholiken.

Die Französische Revolution hatte direkte Auswirkungen. Koblenz wurde Zufluchtsort für französische Emigranten. 1794 musste Kurfürst Wenzeslaus fliehen, und am 23. Oktober 1794 wurde Koblenz von französischen Truppen eingenommen. Die Festung Ehrenbreitstein kapitulierte erst 1799. Damit endete die kurtrierische Herrschaft.

Koblenz unter französischer Besatzung (1794 – 1813)

Die französische Besatzungszeit brachte tiefgreifende Veränderungen. Es kam zu hohen Kontributionen. Koblenz wurde Sitz einer Generaldirektion und später Hauptstadt des Département Rhin-et-Moselle. Klöster und Stifte wurden aufgehoben, zahlreiche historische Gebäude abgerissen oder zweckentfremdet. Nur die Pfarrkirchen blieben erhalten.

Im Frieden von Lunéville 1801 fiel Koblenz offiziell an Frankreich. Die Franzosen zerstörten vor ihrem Abzug aus den rechtsrheinischen Gebieten die Festung Ehrenbreitstein und Schloss Philippsburg sowie die Befestigungsanlagen in Koblenz. 1804 besuchten Napoléon Bonaparte und Josephine die Stadt. In dieser Zeit entstand auch der Begriff des „Schängel“ als Spitzname für in Koblenz Geborene, abgeleitet vom französischen Namen Jean für die Kinder aus Beziehungen zwischen Koblenzerinnen und Franzosen.

Preußische Zeit (1815 – 1945)

Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel das Rheinland und damit Koblenz an Preußen. Koblenz wurde Hauptstadt der Provinz Großherzogtum Niederrhein und ab 1822 Hauptstadt der Rheinprovinz. Die Stadt wurde zu einem bedeutenden Militär- und Verwaltungszentrum ausgebaut. König Friedrich Wilhelm III. ordnete 1815 die Neubefestigung an.

In den folgenden Jahrzehnten entstand die Festung Koblenz nach modernsten Erkenntnissen, der so genannten Neupreußischen Befestigungsmanier. Die Stadt erhielt eine neue Umwallung, und die Höhenzüge wurden mit massiven Festungswerken versehen. Auf dem Ehrenbreitstein entstand eine weitläufige Zitadelle, die bis heute das Stadtbild prägt. Weitere wichtige Festungsanlagen waren das Fort Asterstein, die Feste Kaiser Franz und die Feste Kaiser Alexander mit Fort Konstantin. Diese Festung war das größte militärische Bollwerk am Rhein.

Die Infrastruktur wurde ausgebaut: 1819 ersetzte eine Schiffsbrücke die alte „Fliegende Brücke“, später folgten feste Brücken über Mosel und Rhein (Moselbrücke 1858, Pfaffendorfer Brücke 1864, Eisenbahnbrücken). Das Kurfürstliche Schloss diente ab 1842 als Residenz des preußischen Königs und Sitz des Oberpräsidenten. Von 1850 bis 1858 residierte hier Prinz Wilhelm (später Kaiser Wilhelm I.) mit seiner Gattin Augusta, die die Rheinanlagen anlegen ließ.

Ende des 19. Jahrhunderts entsprach die Stadtbefestigung nicht mehr der modernen Kriegstechnik und wurde ab 1890 abgetragen, was der Stadt ermöglichte, sich aus ihren engen Grenzen zu befreien. Es entstanden neue Stadtteile wie die Südstadt. Die Festungswerke verloren ihre militärische Bedeutung, blieben aber bis zum Ersten Weltkrieg in Funktion. Danach wurden viele geschleift, nur Ehrenbreitstein blieb vollständig erhalten.

Koblenz in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es 1918 zur Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats. Amerikanische Truppen marschierten ein, später folgten kurzzeitig französische Truppen. 1919 wurden erstmals Frauen in den Stadtrat gewählt. Ein Versuch, die Rheinische Republik auszurufen (1923), scheiterte. 1926 wurde der Name offiziell von „Coblenz“ in „Koblenz“ geändert.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurden der Oberbürgermeister abgesetzt und deutsche Truppen wieder stationiert. 1941 wurde der Schängelbrunnen eingeweiht.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Koblenz schwer getroffen. 1942 wurden 870 jüdische Mitbürger über den Bahnhof Lützel deportiert. Schwere alliierte Luftangriffe, insbesondere am 6. November 1944 und Anfang 1945, zerstörten das Stadtzentrum zu 87 Prozent. Viele historische Gebäude gingen verloren, das historische Stadtbild wurde für immer verändert. 1.016 Menschen starben bei den Angriffen. Die Bevölkerung schrumpfte drastisch, von über 94.000 auf rund 9.000. Im März 1945 wurde der Stadtkern von amerikanischen Soldaten eingenommen.

Koblenz nach dem 2. Weltkrieg

Nach Kriegsende bauten amerikanische Pioniere eine Pontonbrücke über den Rhein, die den Bewohnern die Rückkehr ermöglichte. Am 15. Juli 1945 übernahmen die Franzosen die Besatzungshoheit. Am 30. August 1946 wurde das Land Rheinland-Pfalz gegründet, und Koblenz wurde dessen erster Regierungssitz. Im Koblenzer Theater und im Rathaussaal fanden die konstituierenden Sitzungen statt. Dr. Wilhelm Boden wurde der erste Ministerpräsident, abgelöst von Peter Altmeier.

Die Rittersturz-Konferenz 1948 in Koblenz war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland. 1950 beschloss der Landtag die Verlegung der Landesregierung nach Mainz.

Das Denkmal am Deutschen Eck, dessen Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. 1945 zerstört wurde, wurde 1953 von Bundespräsident Theodor Heuss zum „Mahnmal der deutschen Einheit“ erklärt und trug fortan die Bundesflagge. 1957 zogen wieder deutsche Soldaten in die Kasernen ein.

1962 überschritt Koblenz die Marke von 100.000 Einwohnern und wurde damit Großstadt. Von 1969 bis 1975 wurde die Südbrücke über den Rhein gebaut, ein Großprojekt, das leider von schweren Unglücken überschattet wurde. 1990 wurde die Kurt-Schumacher-Brücke über die Mosel eingeweiht. 1992 feierte die Stadt ihre 2000-jährige Gründung. 1993 wurde nach langen Diskussionen das nachgegossene Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. am Deutschen Eck enthüllt.

Im Dezember 1993 erlebte Koblenz ein Jahrhunderthochwasser des Rheins, das große Teile der Innenstadt überschwemmte und erhebliche Schäden verursachte. 1999 wurde bei Bauarbeiten eine große Fliegerbombe gefunden, was eine umfangreiche Evakuierung erforderte.

Koblenz als Teil des Welterbes

In jüngerer Zeit wurde die historische Bedeutung von Koblenz international gewürdigt. Am 27. Juni 2002 wurde das „Obere Mittelrheintal“ zum Welterbe der Menschheit erklärt. Wichtige Teile von Koblenz gehören dazu, darunter die historische Altstadt, das Kurfürstliche Schloss, Schloss Stolzenfels, die Alte Burg, das Deutsche Eck und die preußischen Festungen, insbesondere die Festung Ehrenbreitstein.

Zusätzlich wurde 2005 der Obergermanisch-Raetische Limes in die Liste des Welterbes aufgenommen. In Koblenz-Niederberg zeugen Überreste eines Hilfstruppenkastells aus dem 1. bis 3. Jahrhundert von der Bedeutung des Limes und gehören ebenfalls zu diesem Bodendenkmal. Koblenz ist somit stolzer Teil zweier bedeutender Welterbestätten, die seine lange und facettenreiche Geschichte eindrucksvoll unterstreichen.

Fragen und Antworten zur Geschichte Koblenz'

Wer hat Koblenz gegründet?

Die Stadt Koblenz wurde nicht von einer einzelnen Person gegründet, sondern entstand aus einer römischen Siedlung, die um 20 v. Chr. auf der Landzunge am Zusammenfluss von Rhein und Mosel angelegt wurde. Um 9 v. Chr. wurde dort ein römisches Kastell errichtet, das als castellum ad confluentes bekannt war und der Stadt ihren Namen gab.

Wann war Koblenz Hauptstadt von Rheinland-Pfalz?

Koblenz war von der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz am 30. August 1946 bis zur Verlegung der Landesregierung nach Mainz am 16. Mai 1950 die erste Regierungssitz und damit faktisch Hauptstadt des neuen Landes.

Was bedeutet der Spitzname „Schängel“?

Der Spitzname „Schängel“ für gebürtige Koblenzer leitet sich aus der Zeit der französischen Besatzung ab (1794-1813). Er ist eine Verkleinerungsform des französischen Namens Jean (deutsch: Johann oder Hans). Man nannte so die Kinder, die aus den Beziehungen zwischen Koblenzerinnen und französischen Soldaten hervorgingen.

Warum ist Koblenz Teil des UNESCO-Welterbes?

Koblenz gehört gleich zu zwei UNESCO-Welterbestätten: zum „Oberen Mittelrheintal“ (seit 2002) und zum „Obergermanisch-Raetischen Limes“ (seit 2005). Die Stadt ist Teil des Welterbes „Oberes Mittelrheintal“ aufgrund ihrer historischen Bauten wie der Altstadt, dem Schloss, der Alten Burg, dem Deutschen Eck und den preußischen Festungen, insbesondere der Festung Ehrenbreitstein. Das Hilfstruppenkastell in Niederberg ist Teil des Welterbes „Limes“.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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