Die Schweizer Gastronomieszene feierte diesen Montag einmal mehr ihre Exzellenz. An der renommierten EHL Hospitality Business School in Lausanne VD versammelte sich die Crème de la Crème, um die Ergebnisse des Guide Michelin Schweiz 2024 zu erfahren. In einer feierlichen, fast oscarähnlichen Zeremonie, die hauptsächlich in englischer Sprache stattfand, wurden jene Küchenchefs und Restaurants geehrt, die an der Spitze der heimischen Spitzengastronomie stehen.
https://www.youtube.com/watch?v=0gcJCdgAo7VqN5tD
Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen natürlich die Restaurants, die mit der höchsten Auszeichnung bedacht wurden: den 3 Michelin-Sternen. Diese Bewertung steht weltweit für eine Küche, die eine Reise wert ist. Der Guide Michelin Schweiz 2024 bestätigt, dass vier herausragende Häuser in der Schweiz diesen aussergewöhnlichen Status innehaben. Sie alle konnten ihre bereits in den Vorjahren erkochten Sterne erfolgreich verteidigen, was ein Zeugnis ihrer konstanten Spitzenleistung darstellt.

Die erlesene Runde der 3-Sterne-Restaurants 2024
Die Inspektoren des Guide Michelin sind sich einig: Diese vier Restaurants repräsentieren das absolute Nonplusultra der Schweizer Gastronomie. Eine Auszeichnung mit drei Sternen ist nicht nur eine Ehrung für den Küchenchef, sondern für das gesamte Team und das gesamte Erlebnis, das einem Gast geboten wird.
Zu dieser exklusiven Gruppe gehören:
- Das Schloss Schauenstein in Fürstenau GR unter der Leitung von Andreas Caminada, der seinen Küchenchef und Geschäftspartner Marcel Skibba besonders hervorhebt.
- Das Restaurant de l’Hôtel de Ville in Crissier VD mit Franck Giovannini am Herd.
- Das Memories im Grand Resort Bad Ragaz, geführt von Sven Wassmer.
- Das Cheval Blanc by Peter Knogl in Basel.
Diese Namen stehen für Innovation, Perfektion und ein tiefes Verständnis für Produkte und Aromen. Jeder dieser Küchenchefs hat seinen eigenen Stil entwickelt, der von den Inspektoren Jahr für Jahr aufs Neue gewürdigt wird.
Stimmen aus der Spitze: Einblick in die Gedanken der 3-Sterne-Köche
Was bedeutet es, an der Spitze der Gastronomie zu stehen und diesen Status zu halten? Die Küchenchefs selbst geben Einblicke in ihre Motivation und Philosophie.
Sven Wassmer, mit 37 Jahren der jüngste in dieser Runde, der 2022 erstmals drei Sterne erkochte, reflektiert über die Zeit seitdem: «Ich arbeite noch mehr an mir selber. Es ist extrem wichtig, zu sich selbst ehrlich und treu zu sein. Ich habe ein tolles, motiviertes Team.» Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung von Selbstreflexion, Authentizität und Teamarbeit auf diesem Niveau.
Peter Knogl, der bald zehn Jahre ununterbrochen drei Sterne feiern kann, teilt seine einfache, aber tiefgründige Motivation: «Ich bin jeden Tag motiviert und koche gerne. Ich liebe diesen Job, und wir sind jedes Mal dankbar, wenn wir diese drei Sterne kriegen.» Seine Worte zeugen von einer tiefen Leidenschaft für das Handwerk und Dankbarkeit für die Anerkennung.
Andreas Caminada lobt die Bedeutung seines Teams und insbesondere von Marcel Skibba: «Er ist ein toller Mann und mehr als nur ein Küchenchef. Er ist Partner in unserer Firma und so wichtig wie meine Frau.» Caminada betont auch die Stärke der Schweizer Gastronomieszene insgesamt: «Wir können in der Schweiz glücklich sein, dass es so viele Talente gibt. Wir sind in einer privilegierten Situation, dass wir keine Probleme haben, genügend Angestellte zu finden, weil die Talente von den Besten lernen wollen. Die Schweiz ist ein grossartiges Land, das uns die richtige Work-Life-Balance bietet.» Diese Aussagen beleuchten nicht nur die individuellen Erfolge, sondern auch das positive Umfeld, das die Schweiz der Spitzengastronomie bietet.
Aufsteiger und Bestätigungen: Die 2-Sterne-Landschaft
Neben der Elite der drei Sterne gibt es auch in den anderen Kategorien spannende Entwicklungen. Der Guide Michelin Schweiz 2024 hat zwei neue Restaurants mit zwei Sternen ausgezeichnet, was die Gesamtzahl der 2-Sterne-Restaurants in der Schweiz auf 25 erhöht.

Besondere Beachtung verdient das Restaurant The Counter in Zürich, das unmittelbar nach seiner Eröffnung den Sprung auf zwei Michelin-Sterne schaffte. Verantwortlich für dieses moderne Konzept ist Mitja Birlo, der mit seinem Team an den Erfolg seiner vorherigen Wirkungsstätte anknüpft.
Nicht minder beeindruckend ist die Leistung im stilvollen Restaurant Colonnade in Luzern, gelegen im Luxushotel Mandarin Oriental direkt am Vierwaldstättersee. Hier konnte Küchenchef Gilad Peled mit seiner modern-französischen Küche, die auf exzellenten Produkten basiert, die Inspektoren überzeugen. Der Guide lobt insbesondere sein Händchen für handwerklich äusserst präzise, durchdachte und wunderbar stimmige Kombinationen, die perfekt in die Jahreszeit passen. Das Küchenteam steigerte sich hier von einem auf zwei Sterne – eine hervorragende Leistung.
Eine besondere Position unter den bestehenden Zwei-Sterne-Restaurants nimmt das Pic Beau-Rivage Palace in Lausanne ein. Nach längerer Schliessung wurde es unter neuem Namen wiedereröffnet und konnte seine bereits zuvor gehaltene Auszeichnung direkt verteidigen.
Die Basis der Exzellenz: 1-Stern-Restaurants
Die Vielfalt und Dichte der Schweizer Restaurantlandschaft wird auch durch die Anzahl der 1-Stern-Restaurants unterstrichen. Der Guide Michelin Schweiz 2024 empfiehlt sechs neue Restaurants in dieser Kategorie. Insgesamt zählt der Guide nun 107 Restaurants, die mit einem Stern ausgezeichnet sind.
Diese breite Basis an exzellenten Restaurants, die über das ganze Land verteilt sind, ist ein weiterer Beweis für die hohe Qualität der Gastronomie in der Schweiz. Ein Beispiel für einen Neuzugang ist das elegante Orsini im Zürcher Mandarin Oriental Savoy. Die Inspektoren bezeichnen das Restauranterlebnis hier als «toll» und «lange in Erinnerung bleibend». Küchenchef Dario Moresco erhielt direkt einen Stern für seine kontrastreiche, kreativ-moderne italienische Küche.
Weitere wichtige Auszeichnungen
Neben den Sternen vergibt der Guide Michelin auch spezielle Auszeichnungen, die besondere Talente und Konzepte hervorheben.
Der Michelin Young Chef Award 2024 ging an Gilles Varone. Der 29-jährige Küchenchef führt gemeinsam mit seiner Frau Letizia das Restaurant «Gilles Varone», das neben einem Michelin Stern auch mit einem Grünen Stern für Nachhaltigkeit ausgezeichnet ist. Diese Auszeichnung würdigt sein Talent und seinen vielversprechenden Ansatz.

Ebenfalls erwähnt werden 10 neue Bib Gourmands, die für ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis stehen und zeigen, dass exzellentes Essen nicht immer im obersten Preissegment angesiedelt sein muss.
Ein Besuch im Sternerestaurant: Etikette und Tipps
Ein Abendessen in einem Restaurant mit Michelin-Sternen ist oft mehr als nur eine Mahlzeit; es ist ein Erlebnis, eine Wertschätzung höchster Kochkunst und Servicekultur. Um sich bei einem solchen Anlass sicher und wohlzufühlen, kann es hilfreich sein, einige grundlegende Etikette-Richtlinien zu kennen. Diese Tipps tragen dazu bei, dass sowohl Sie als Gast als auch das Personal einen angenehmen Abend geniessen.
1. Tischreservierung: Sternerestaurants sind oft auf Wochen oder Monate ausgebucht. Es ist daher unerlässlich, weit im Voraus zu reservieren. Informieren Sie das Restaurant bei der Buchung über eventuelle Ernährungspräferenzen oder Allergien.
2. Kennen Sie das Angebot: Ein Blick auf die Webseite oder die Online-Menüs des Restaurants im Voraus kann nützlich sein. So bekommen Sie eine Vorstellung von der Art der Küche und den angebotenen Menüs, was die Auswahl vor Ort erleichtern kann.
3. Kleiderordnung beachten: Viele Sternerestaurants haben eine Kleiderordnung. Diese kann von «Smart Casual» bis hin zu formeller Kleidung reichen. Informieren Sie sich auf der Webseite des Restaurants oder rufen Sie dort an. Typischerweise sind kurze Hosen, T-Shirts, Flip-Flops oder allzu freizügige Kleidung nicht angebracht. Starke Parfüms oder Colognes sollten ebenfalls vermieden werden, um die Aromen des Essens nicht zu beeinträchtigen.
4. Pünktlichkeit: Erscheinen Sie pünktlich zu Ihrer Reservierung. Das zeigt Respekt vor dem Zeitplan des Restaurants, insbesondere wenn Sie sich für ein Degustationsmenü entschieden haben, bei dem alle Gäste, die das Menü gewählt haben, gleichzeitig beginnen.
5. Telefon stummschalten: Stellen Sie Ihr Mobiltelefon auf lautlos. Das signalisiert, dass Sie sich voll und ganz auf das kulinarische Erlebnis und Ihre Begleitung konzentrieren. Es ist auch ein Zeichen des Respekts gegenüber den anderen Gästen.

6. Respektvolles Verhalten gegenüber dem Personal: Seien Sie höflich und aufmerksam gegenüber dem Servicepersonal. Blickkontakt und ein freundliches Wort werden sehr geschätzt. Ihr positives Verhalten kann dazu beitragen, dass Ihr Erlebnis noch besonderer wird.
7. Angemessene Lautstärke: Sprechen Sie in moderater Lautstärke mit Ihrer Begleitung. Achten Sie auf die anderen Gäste und tragen Sie zu einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre bei.
8. Tischmanieren: Einige grundlegende Manieren sind in feineren Restaurants üblich:
- Serviette richtig benutzen: Legen Sie die Serviette auf Ihren Schoss. Tupfen Sie Ihren Mund damit ab, wischen Sie ihn nicht. Stecken Sie die Serviette nicht in den Hemdkragen.
- Besteck während einer Pause: Wenn Sie eine Pause vom Essen machen, legen Sie Messer und Gabel in der Mitte des Tellers parallel oder leicht gekreuzt ab, wobei die Gabelzinken nach oben und die Messerschneide zum Teller zeigen.
- Menü: Lassen Sie das Menü auf dem Tisch liegen oder in seinem Halter.
- Nicht über den Tisch greifen: Bitten Sie darum, Dinge gereicht zu bekommen, oder rufen Sie den Kellner, anstatt über den Tisch zu greifen.
- Weinglas am Stiel halten: Halten Sie Weingläser am Stiel, um das Getränk nicht zu erwärmen und unschöne Fingerabdrücke auf dem Kelch zu vermeiden.
- Besteck benutzen: Beginnen Sie in der Regel mit dem äusseren Besteckpaar und arbeiten Sie sich nach innen vor. Essen Sie geräuschlos.
- Signal an das Personal: Wenn Sie etwas benötigen, signalisieren Sie dies diskret durch Blickkontakt oder eine leichte Geste. Vermeiden Sie lautes Rufen oder Klatschen.
- Feedback: Wenn Sie mit einem Gericht unzufrieden sind, äussern Sie dies diskret und höflich gegenüber dem Servicepersonal.
- Kauen: Kauen Sie mit geschlossenem Mund. Legen Sie nicht essbare Teile (z.B. Olivenkerne) diskret auf den Tellerrand oder einen dafür vorgesehenen Teller.
- Essgeschwindigkeit: Essen Sie in einem angemessenen Tempo, besonders bei einem Degustationsmenü, um den Fluss der Gänge nicht zu stören.
- Nach dem Essen: Wenn Sie mit dem Essen fertig sind, legen Sie Messer und Gabel parallel diagonal auf den Teller, wobei die Griffe nach rechts unten zeigen. Legen Sie die Serviette locker neben den Teller.
9. Keine zusätzlichen Portionen bei Degustationsmenüs: Degustationsmenüs sind so konzipiert, dass sie sättigen. Es ist unüblich, nach zusätzlichen Portionen zu fragen. Sollten Sie wider Erwarten noch Hunger haben, können Sie prüfen, ob das Restaurant à la carte Optionen anbietet.
10. Trinkgeld: In vielen Schweizer Restaurants, insbesondere in gehobenen, ist die Servicegebühr bereits im Preis enthalten. Wenn nicht, ist ein Trinkgeld von 5-10% üblich und wird sehr geschätzt, ist aber kein Muss.
11. Authentisches Feedback: Geben Sie nach dem Essen gerne Feedback, sei es Lob oder konstruktive Kritik. Ein ehrliches Feedback hilft dem Restaurant, sich weiterzuentwickeln.
Übersicht der 3-Sterne-Restaurants Schweiz 2024
Hier ist eine zusammenfassende Tabelle der Restaurants, die im Guide Michelin Schweiz 2024 mit der höchsten Auszeichnung bedacht wurden:
| Restaurant | Küchenchef(s) | Ort | Michelin Sterne 2024 |
|---|---|---|---|
| Schloss Schauenstein | Andreas Caminada & Marcel Skibba | Fürstenau GR | 3 Sterne |
| Restaurant de l’Hôtel de Ville | Franck Giovannini | Crissier VD | 3 Sterne |
| Memories | Sven Wassmer | Bad Ragaz | 3 Sterne |
| Cheval Blanc by Peter Knogl | Peter Knogl | Basel | 3 Sterne |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Wie viele 3-Sterne-Restaurants gibt es in der Schweiz laut Guide Michelin 2024?
- Laut der Bekanntgabe des Guide Michelin Schweiz 2024 gibt es vier Restaurants, die mit drei Sternen ausgezeichnet wurden.
- Welche Restaurants haben 2024 drei Michelin-Sterne in der Schweiz?
- Die vier Restaurants mit drei Sternen sind das Schloss Schauenstein (Fürstenau), das Restaurant de l’Hôtel de Ville (Crissier), das Memories (Bad Ragaz) und das Cheval Blanc by Peter Knogl (Basel).
- Gibt es neue 3-Sterne-Restaurants im Guide Michelin Schweiz 2024?
- Nein, die vier bestehenden 3-Sterne-Restaurants haben ihre Auszeichnung im Guide Michelin Schweiz 2024 bestätigt und verteidigt. Es gab keine neuen Aufsteiger in diese Kategorie.
- Wer sind die Küchenchefs der Schweizer 3-Sterne-Restaurants 2024?
- Die Küchenchefs sind Andreas Caminada und Marcel Skibba (Schloss Schauenstein), Franck Giovannini (Restaurant de l’Hôtel de Ville), Sven Wassmer (Memories) und Peter Knogl (Cheval Blanc by Peter Knogl).
- Wie viele 2-Sterne-Restaurants gibt es im Guide Michelin Schweiz 2024?
- Der Guide Michelin Schweiz 2024 zählt insgesamt 25 Restaurants mit zwei Sternen.
- Gab es neue 2-Sterne-Restaurants im Guide Michelin Schweiz 2024?
- Ja, es gab zwei neue Restaurants, die erstmals mit zwei Sternen ausgezeichnet wurden: das Colonnade in Luzern und The Counter in Zürich.
- Was sollte man bei einem Besuch in einem Michelin-Sternerestaurant bezüglich der Etikette beachten?
- Wichtige Punkte sind die frühzeitige Reservierung, das Beachten der Kleiderordnung, Pünktlichkeit, das Stummschalten des Telefons, respektvolles Verhalten gegenüber dem Personal, angemessene Lautstärke und grundlegende Tischmanieren wie die korrekte Verwendung der Serviette und des Bestecks.
- Ist Trinkgeld in Schweizer Michelin-Sternerestaurants üblich?
- Oft ist die Servicegebühr bereits in der Rechnung enthalten. Wenn nicht, ist ein Trinkgeld von 5-10% üblich, aber nicht zwingend erforderlich.
Die Bekanntgabe des Guide Michelin Schweiz 2024 hat einmal mehr die hohe Qualität und Innovationskraft der helvetischen Gastronomieszene unter Beweis gestellt. Die Bestätigung der vier 3 Michelin-Sterne-Restaurants an der Spitze sowie die zahlreichen Auszeichnungen in den Kategorien mit einem und zwei Sternen zeigen, dass die Schweiz ein führendes Land für Feinschmecker ist. Die Leidenschaft, das Talent und die harte Arbeit der Küchenchefs und ihrer Teams sorgen dafür, dass die Spitzengastronomie in der Schweiz auf höchstem Niveau bleibt und Gäste aus aller Welt begeistert.
Hat dich der Artikel Schweizer 3-Sterne-Restaurants 2024 enthüllt interessiert? Schau auch in die Kategorie Gastronomie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
