Warum heißt der Ort Drei Annen Hohne?

Wandern & Geschichte: Drei Annen Hohne im Harz

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Drei Annen Hohne im Harz ist weit mehr als nur ein Haltepunkt der berühmten Harzquerbahn oder ein einfacher Wanderparkplatz. Dieser Ort, eingebettet in die malerische Landschaft des Nationalparks Harz, ist ein bedeutender Knotenpunkt für alle, die den höchsten Berg Norddeutschlands, den Brocken, erklimmen oder die umliegende Natur erkunden möchten. Doch neben seiner Rolle als idealer Startpunkt für unvergessliche Touren birgt Drei Annen Hohne eine reiche und vielschichtige Geschichte, deren Spuren überall in der Gegend zu finden sind.

Wie lange läuft man vom Brocken nach Drei Annen Hohne?
Von Elend über Drei-Annen-Hohne hoch zum Brocken über unterschiedlich schwierige Wege. Auch Hohlweg mit viel Geröll und knackiger Steigung dabei, aber sonst moderat. In 45 Min. kann man oben sein!

Viele Wanderer, die in Drei Annen Hohne starten oder dort ankommen, fragen sich, wie lange die Tour zum Brocken eigentlich dauert. Die im Quelltext erwähnten 45 Minuten beziehen sich auf einen *schnellen Aufstieg* von der Gegend bei Drei Annen Hohne zum Gipfel des Brocken über bestimmte, teils anspruchsvolle Wege. Der Text spricht von einem 'Hohlweg mit viel Geröll und knackiger Steigung'. Dies ist keinesfalls die gesamte Strecke vom Brocken nach Drei Annen Hohne oder umgekehrt über die Standardrouten. Die tatsächliche Wanderzeit hängt stark vom gewählten Weg, der eigenen Kondition und dem Wetter ab. Eine typische Wanderung vom Bahnhof Drei Annen Hohne zum Brocken kann, je nach Route (z.B. über den Glashüttenweg und den Goetheweg oder direkter über steilere Pfade), gut und gerne zwischen 2,5 und 4 Stunden dauern. Der Abstieg vom Brocken nach Drei Annen Hohne nimmt, je nach Route und Gehweise, eine ähnliche Zeit in Anspruch, oft zwischen 1,5 und 3 Stunden für die direkteren Abstiege. Es ist wichtig, sich auf die unterschiedlichen Terrains einzustellen, die von breiten Forstwegen bis hin zu schmalen, steinigen Pfaden reichen können. Die Gegend bietet eine Vielzahl von Wegen, sodass jeder Wanderer die für ihn passende Herausforderung finden kann.

Die Ursprünge des Namens: Drei Annen

Der ungewöhnliche Name Drei Annen Hohne setzt sich aus zwei historischen Bestandteilen zusammen: Drei Annen und Hohne. Beginnen wir mit dem Teil Drei Annen. Die erste urkundliche Erwähnung dieses Namens datiert auf das Jahr 1770. In diesem Jahr bemühte sich der Bergverwalter J. H. Schmidt aus Schierke um eine Genehmigung zum Abbau von Kupfer und Silber in einem Gebiet nahe der heutigen Gaststätte Drei Annen. Dieses Bergbauvorhaben zog die Aufmerksamkeit von Graf Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode auf sich. Der Graf, dessen Mutter den Namen Anna trug, erwarb am 10. Dezember 1770 zwei Kuxe (Anteile an einem Bergwerk) für sich. Zusätzlich kaufte er einen weiteren Kux für seine Tochter Anna, die in jenem Jahr geboren wurde, und einen vierten für seine Nichte Anna. So kam es, dass gleich drei Annas mit diesem Bergbauprojekt in Verbindung standen, was dem Ort den Namen Drei Annen gab.

Leider war der Bergbauversuch nur von kurzer Dauer und wenig erfolgreich. Bereits 1781 musste der Abbau eingestellt werden. Ein neuer Versuch wurde 1785 mit dem 'Tiefen Drei Annen-Stollen' unternommen, aber auch dieser blieb bis 1793/94 ohne größeren Erfolg. Der Name Stollental in der Nähe erinnert noch heute an diese gescheiterten Bergbauaktivitäten. Nach dem Ende des Bergbaus verlagerte sich der Fokus auf die Bewirtung von Reisenden. Die günstige Lage an der neu gebauten Straßenverbindung zwischen Wernigerode und Schierke, die von 1869 bis 1872 entstand, bot hierfür die ideale Gelegenheit. An diesem strategisch wichtigen Punkt wurde 1871 ein neues Gasthaus errichtet, das auch dazu diente, das fällige 'Chausseegeld' zu erheben. Die Straße erhielt zu Ehren des Wernigeröder Oberförsters Friedrich von Hagen, der 1870 sein 50-jähriges Dienstjubiläum feierte, den Namen Hagenstraße.

Die Entwicklung von Drei Annen erhielt einen weiteren Impuls durch den Bau der Harzquerbahn. Seit 1898 führt die Strecke direkt südöstlich am Gasthaus vorbei. Der heutige Bahnhof Drei Annen Hohne wurde allerdings etwa einen Kilometer weiter westlich angelegt, da dort das Gelände eben war und sich besser für den Bahnbetrieb eignete. Die Gaststätte Drei Annen durchlief im Laufe der Zeit verschiedene Eigentumsverhältnisse. Bis in die 1950er Jahre wurde sie privat geführt, später von der staatlichen Handelsorganisation (HO) der DDR übernommen und schließlich dem VEB Schwermaschinenbau-Kombinat 'Ernst Thälmann' (SKET) Magdeburg zugeordnet, der sie als Ferienheim nutzte. Nach der Wende wurde das Gebäude renoviert, erweitert und 1990 als Hotel eröffnet. Seit 1995 befinden sich das Waldgasthaus und das Hotel wieder in privatem Besitz. Zur Infrastruktur von Drei Annen gehört auch ein Jugendwaldheim.

Die Geschichte der Hohne

Der zweite Teil des Namens, Hohne, hat ebenfalls eine lange Geschichte, die eng mit der landwirtschaftlichen Nutzung des Gebiets verbunden ist. Die Gegend der Hohne wurde bereits im Jahr 1251 erstmals urkundlich erwähnt. Die Nutzung als Hut und Trift, also als Weideland für Vieh, ist für das Jahr 1686 belegt, zusammen mit der Existenz eines Rinderhofs und einer Stuten- und Fohlenweide. Die Anfänge eines fest organisierten und wirtschaftlich genutzten Viehhofes lassen sich um 1690 verorten. Eine kartographische Eintragung von 1695 verzeichnet an der Hohne ein Wohnhaus, das 1738 als 'Hohnhaus' bezeichnet wurde.

Neuere Forschungen haben die genaue Gründung des Viehhofes präzisiert. Ein Beleg vom 28. Mai 1667 dokumentiert, dass das Hohnegebiet mit seinen Lichtungen und Waldwiesen in diesem Jahr als Weide genutzt wurde. An diesem Tag wurden Rinder aus verschiedenen Orten wie Langeln, Wernigerode, Halberstadt und Ilsenburg hinter der Hohne auf die Weide getrieben. Graf Heinrich Ernst zu Stolberg-Wernigerode schuf die Voraussetzungen dafür und stellte zwei Rinderhirten ein. Um den Hirten eine feste Unterkunft zu bieten und ihnen zu ermöglichen, auch im Herbst mit der Herde auf der Weide zu bleiben, wurde im Frühjahr 1668 ein einfaches Unterkunftsgebäude errichtet, das als Rinder- oder Hirtenhaus bezeichnet wurde. Dieses Haus befand sich an der Stelle des heutigen Forsthauses Hohne.

Die gräfliche Försterei in Hohne wurde 1872 eingerichtet und ging 1934 an den preußischen Staat über. Sie bestand als Nationalpark-Revierförsterei bis 2004. Heute befindet sich am ehemaligen Forsthaus Hohne das Natur-Erlebniszentrum HohneHof, das als Informationszentrum des Nationalparks Harz dient und gleichzeitig die Stempelstelle Nr. 174 der Harzer Wandernadel ist. Der Name Hohne leitet sich wahrscheinlich von den nahegelegenen Hohneklippen ab.

Drei Annen Hohne: Zusammenführung und Bedeutung heute

Die Zusammenführung der Namen Drei Annen und Hohne spiegelt die Entwicklung des Ortes wider, der sich aus zwei historisch unterschiedlichen, aber nahe beieinander liegenden Siedlungsansätzen entwickelte: der Bergbau- und Gaststättentradition bei Drei Annen und der Viehzucht und Forstwirtschaft bei Hohne. Der Bau des Bahnhofs der Harzquerbahn an der Stelle, die beide Gebiete verbindet, zementierte den gemeinsamen Namen und machte Drei Annen Hohne zu dem bekannten touristischen Zentrum, das es heute ist.

Wie lange läuft man vom Brocken nach Drei Annen Hohne?
Von Elend über Drei-Annen-Hohne hoch zum Brocken über unterschiedlich schwierige Wege. Auch Hohlweg mit viel Geröll und knackiger Steigung dabei, aber sonst moderat. In 45 Min. kann man oben sein!

Heute ist Drei Annen Hohne ein zentraler Anlaufpunkt für Wanderer und Naturliebhaber im Harz. Vom Bahnhof aus starten Züge zum Brocken und in andere Teile des Harzes. Zahlreiche Wanderwege führen in alle Richtungen, darunter die beliebten Routen zum Brocken, zu den Hohneklippen oder in das idyllische Elend. Das Waldgasthaus und Hotel Drei Annen bieten Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten für müde Wanderer. Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof vermittelt Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks.

Ein Ort der Erinnerung: Der Soldatenfriedhof

Weniger bekannt, aber von großer historischer Bedeutung, ist der Soldatenfriedhof am Beerenstieg bei Drei Annen Hohne. Hier starben am 18. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, sechs deutsche Soldaten. Auf Initiative von Ernst Teichmann wurden sie hier beigesetzt. Später wurden Eichenholzkreuze errichtet, die Namen und Daten trugen, sowie ein Ehrenkreuz für Oberst Petri, der sein Leben zur Rettung der Stadt Wernigerode gegeben haben soll. Die Kreuze wurden 1976 auf Anweisung der DDR entfernt, doch nach der Wende wurde die Gedenkstätte wiederhergestellt, und ein 2013 wiederentdecktes Kreuz für Richard Goedecke wurde hinzugefügt. Dieser stille Ort mahnt an die tragischen Ereignisse der Vergangenheit und ist ein wichtiger Teil der lokalen Geschichte von Drei Annen Hohne.

Insgesamt ist Drei Annen Hohne ein Ort, der Geschichte und Natur auf einzigartige Weise verbindet. Ob Sie die Herausforderung einer Brocken-Wanderung suchen, die historische Entwicklung der Region erkunden oder einfach nur die Ruhe und Schönheit des Harzes genießen möchten, Drei Annen Hohne bietet den perfekten Ausgangspunkt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Wanderung vom Brocken nach Drei Annen Hohne?

Die Wanderzeit hängt stark von der gewählten Route und der persönlichen Geschwindigkeit ab. Ein schneller Aufstieg von der Gegend bei Drei Annen Hohne zum Brocken kann auf bestimmten, steilen Wegen etwa 45 Minuten dauern. Die gesamte Strecke vom Brocken-Gipfel bis zum Bahnhof Drei Annen Hohne dauert in der Regel zwischen 1,5 und 3 Stunden, je nach Route.

Woher kommt der Name Drei Annen Hohne?

Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen. 'Drei Annen' geht auf gescheiterte Bergbauversuche um 1770 zurück, die mit drei Frauen namens Anna aus der Familie Stolberg-Wernigerode verbunden waren. 'Hohne' bezieht sich auf ein älteres Weidegebiet (Hut und Trift) und einen Viehhof, der hier ab 1667 existierte.

Gibt es in Drei Annen Hohne Einkehrmöglichkeiten?

Ja, in Drei Annen Hohne gibt es das Waldgasthaus und Hotel Drei Annen, das Wanderern und Reisenden Speisen und Getränke sowie Übernachtungsmöglichkeiten anbietet.

Was ist der HohneHof?

Der HohneHof ist das Natur-Erlebniszentrum des Nationalparks Harz und dient als Informationszentrum. Er ist auch eine offizielle Stempelstelle (Nr. 174) der Harzer Wandernadel.

Gibt es historische Sehenswürdigkeiten in der Nähe?

Ja, in der Nähe befindet sich der Soldatenfriedhof am Beerenstieg, der an die Ereignisse im April 1945 erinnert.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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