Wird Hamburgs Fernsehturm bald begehbar?

Rating: 4.58 (6374 votes)

Der Hamburger Fernsehturm, liebevoll auch „Tele-Michel“ genannt, ist seit Jahrzehnten ein unverwechselbarer Teil der Hamburger Skyline. Majestätisch ragt er empor und ist für viele Hamburger und Besucher ein Symbol der Stadt. Doch während er technisch weiterhin als wichtiger Sendemast dient, ist er für die Öffentlichkeit seit über 20 Jahren nicht mehr zugänglich. Die Aussichtsplattform, einst ein beliebter Anziehungspunkt mit atemberaubendem Panorama, blieb für lange Zeit verschlossen. Diese Situation hat sich nun jedoch geändert, und es gibt vielversprechende Neuigkeiten, die die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung nähren.

Ist der Hamburger Fernsehturm begehbar?
Der Hamburger Fernsehturm gilt als das höchste Gebäude der Stadt. Doch das weithin sichtbare Wahrzeichen ist - anders als der Berliner Fernsehturm - nicht für jedermann begehbar.

Nach Jahren des Stillstands und der Planungen scheint die Wiederbelebung des „Tele-Michels“ konkrete Formen anzunehmen. Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zurück zur öffentlichen Zugänglichkeit wurde erfolgreich gemeistert. Dies ist eine bedeutende Entwicklung für die Hansestadt und alle, die sich wünschen, bald wieder von Hamburgs höchstem Gebäude auf die Elbe, den Hafen und die gesamte Metropole blicken zu können.

Der lange Weg zur Wiedereröffnung: Über 20 Jahre Stillstand

Die Schließung des Hamburger Fernsehturms für die Öffentlichkeit vor mehr als zwei Jahrzehnten war für viele bedauerlich. Ein solch prägnantes Bauwerk, das nicht nur technische Funktion erfüllt, sondern auch ein emotionales Wahrzeichen ist, nicht begehen zu können, hinterließ eine Lücke im touristischen und städtischen Angebot. Die Gründe für die damalige Schließung lagen primär in veränderten technischen und sicherheitstechnischen Anforderungen, insbesondere im Bereich des Brandschutzes, die mit der bestehenden Infrastruktur nicht mehr erfüllbar waren, ohne umfangreiche und kostspielige Umbauten vorzunehmen. Diese notwendigen Modernisierungen und Anpassungen führten zu dem langen Stillstand.

Über die Jahre gab es immer wieder Diskussionen und Ideen zur Wiederbelebung, doch das Projekt gestaltete sich als äußerst komplex. Die Finanzierung, die Klärung der Eigentumsverhältnisse (der Turm gehört der Deutsche Funkturm GmbH) und vor allem die Erfüllung der strengen Auflagen, insbesondere im Bereich der Besuchersicherheit in großer Höhe, stellten große Herausforderungen dar. Das Projekt schien lange Zeit in der Planungsphase festzustecken. Doch nun gibt es spürbaren Fortschritt, der eine neue Phase einleitet.

Der entscheidende Durchbruch: Das Brandschutzkonzept

Für jedes öffentlich zugängliche Gebäude, ganz besonders aber für ein Hochhaus wie den Hamburger Fernsehturm, ist ein umfassendes und belastbares Brandschutzkonzept absolut unerlässlich. Es ist die Grundlage dafür, dass im Notfall die Sicherheit der Besucher und des Personals gewährleistet ist. Die Entwicklung und Genehmigung eines solchen Konzepts für den „Tele-Michel“ war eine der größten Hürden auf dem Weg zur Wiedereröffnung.

Wie Peer Kollecker, Leiter Großstandorte und Virtuelles Portfolio der Deutsche Funkturm GmbH (DFMG), dem „Hamburger Abendblatt“ bestätigte, ist dieses kritische Brandschutzkonzept nun fertiggestellt und, was ebenso wichtig ist, in enger Abstimmung mit der Stadt Hamburg abgestimmt und genehmigt worden. Die Fertigstellung dieses Konzepts ist weit mehr als nur ein administrativer Schritt; es ist das Fundament, auf dem alle weiteren Planungen und schließlich die Umbaumaßnahmen aufbauen können. Ohne ein genehmigtes Brandschutzkonzept hätte das Projekt nicht weitergeführt werden können, wie ein Sprecher der DFMG ergänzte. Dies markiert somit einen echten Meilenstein und signalisiert, dass die jahrelange Planungsarbeit in diesem zentralen Bereich erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Anforderungen an den Brandschutz in einem Gebäude von fast 280 Metern Höhe sind immens. Sie umfassen Evakuierungsstrategien, technische Lösungen zur Rauchableitung, feuerbeständige Materialien und Systeme, die den sicheren Betrieb auch unter schwierigen Bedingungen gewährleisten. Die nun erfolgte Fertigstellung des Konzepts zeigt, dass tragfähige Lösungen für diese komplexen Herausforderungen gefunden und von den zuständigen Behörden der Stadt Hamburg akzeptiert wurden.

Nächster Schritt: Der formelle Bauantrag

Mit dem nun vorliegenden und genehmigten Brandschutzkonzept kann der nächste wichtige formelle Schritt eingeleitet werden: die Einreichung des Bauantrags. Dieser Schritt wird voraussichtlich Anfang 2024 beim zuständigen Bezirksamt Hamburg-Mitte erfolgen. Der Bauantrag ist der offizielle Prozess, bei dem die detaillierten Pläne für die geplanten Umbauarbeiten und die zukünftige Nutzung des Turms den Baubehörden zur Genehmigung vorgelegt werden.

Die Einreichung des Bauantrags ist ein komplexer Vorgang, der umfangreiche Dokumente erfordert. Dazu gehören detaillierte Bauzeichnungen, statische Berechnungen, Nachweise zur Erfüllung aller Bauvorschriften und natürlich das nun fertige Brandschutzkonzept. Da der 55 Jahre alte Heinrich-Hertz-Turm unter Denkmalschutz steht, müssen bei den Planungen und im Bauantrag auch die Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Dies kann zusätzliche Abstimmungen und Anforderungen mit sich bringen, die den Prozess beeinflussen können.

Dieser Schritt ist ein klares Bekenntnis der am Projekt Beteiligten – der Eigentümerin DFMG und des zukünftigen Betreiberkonsortiums aus Hamburg Messe und Congress, OMR und Home United – zur Realisierung der Wiedereröffnung. Die Vorbereitung und Einreichung eines solch umfangreichen Antrags ist mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden und zeigt das Engagement, das Projekt nun tatsächlich umzusetzen.

Wann wird der Hamburger Fernsehturm wiedereröffnet?
Nächster Meilenstein für Wiedereröffnung des Hamburger Fernsehturms geschafft. Hamburg, 21.01.2025: Die Eröffnung des Hamburger Fernsehturmes für Besucher rückt ein großes Stück näher.

Der Zeitplan: Wann öffnet der Tele-Michel wirklich?

Die Frage, die sich nun alle stellen, ist natürlich die nach dem konkreten Eröffnungstermin. Hier ist nach derzeitigem Stand leider noch Geduld gefragt. Ein verlässlicher Zeitplan für die tatsächliche Wiedereröffnung kann erst vorgelegt werden, wenn das Baugenehmigungsverfahren durch das Bezirksamt abgeschlossen ist.

Das Baugenehmigungsverfahren ist ein behördlicher Prozess, dessen Dauer schwer vorhersehbar ist. Die Prüfung der eingereichten Unterlagen durch die Behörden kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Es können Rückfragen entstehen, Nachforderungen gestellt werden oder auch die Bearbeitungszeiten im Amt variieren. Erst nach Erteilung der Baugenehmigung können die eigentlichen Umbauarbeiten ausgeschrieben, beauftragt und begonnen werden. Diese Arbeiten im Inneren des Turms, insbesondere in großer Höhe, sind technisch anspruchsvoll und werden ebenfalls eine beträchtliche Zeit dauern. Erst wenn die Umbauarbeiten weit fortgeschritten oder abgeschlossen sind und alle Abnahmen erfolgt sind, kann ein fester Eröffnungstermin genannt werden. Man muss also realistischerweise davon ausgehen, dass es vom Zeitpunkt der Bauantragstellung Anfang 2024 noch eine Weile dauern wird, bis die ersten Besucher wieder auf die Aussichtsplattform fahren können.

Die Zukunftspläne: Gastronomie und Eventflächen

Die geplanten Nutzungen für den wiedereröffneten Heinrich-Hertz-Turm klingen sehr attraktiv und modern. Vorgesehen sind auf den beiden oberen Etagen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden, Gastronomiebereiche und Eventflächen. Diese Bereiche sollen eine Kapazität für bis zu 400 Personen bieten. Dies bedeutet, dass der „Tele-Michel“ nicht nur als reine Aussichtsplattform dienen soll, sondern als lebendiger Ort mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.

Ein Restaurant oder Café in rund 120 Metern Höhe mit einem 360-Grad-Blick über Hamburg bietet ein einzigartiges Erlebnis. Man kann sich vorstellen, wie reizvoll es sein wird, hier zu speisen oder bei Kaffee und Kuchen die Aussicht zu genießen. Die geplanten Eventflächen eröffnen zudem neue Möglichkeiten für besondere Anlässe – von privaten Feiern über Firmenveranstaltungen bis hin zu kulturellen Events, die von der spektakulären Kulisse profitieren. Die Aussicht umfasst dabei nicht nur die Innenstadt, sondern auch den weitläufigen Hafen, die Elbphilharmonie, die Speicherstadt und bei gutem Wetter reicht der Blick weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Das Betreiberkonsortium, bestehend aus Hamburg Messe und Congress, OMR und Home United, vereint Expertise aus den Bereichen Messen, Events, Digitalwirtschaft und Hospitality. Diese Mischung lässt ein innovatives und attraktives Konzept für den Betrieb des Turms erwarten, das sowohl Hamburger als auch internationale Besucher ansprechen soll. Es wird spannend zu sehen sein, wie diese verschiedenen Kompetenzen genutzt werden, um den „Tele-Michel“ zu neuem Leben zu erwecken.

Der Tele-Michel in Zahlen: Fakten zum Wahrzeichen

Der Hamburger Fernsehturm ist ein beeindruckendes Bauwerk mit einigen bemerkenswerten Fakten:

  • Er trägt den offiziellen Namen Heinrich-Hertz-Turm, benannt nach dem berühmten Physiker Heinrich Hertz, der in Hamburg geboren wurde.
  • Mit fast 280 Metern Gesamthöhe ist er das höchste Gebäude in Hamburg.
  • Die geplante Höhe der öffentlich zugänglichen Bereiche (Gastronomie/Events) liegt bei rund 120 Metern.
  • Der Turm wurde 1968 fertiggestellt und ist somit im Jahr 2024 55 Jahre alt.
  • Er steht unter Denkmalschutz, was bei allen Umbauplänen berücksichtigt werden muss.
  • Seine Hauptfunktion ist und bleibt die Abstrahlung von Rundfunk- und Fernsehprogrammen.
  • Die geschätzten Kosten für die Wiedereröffnung belaufen sich auf rund 37 Millionen Euro.
  • Diese Kosten werden vom Land Hamburg und dem Bund gemeinsam getragen.

Diese Zahlen verdeutlichen die Dimensionen des Projekts und die Bedeutung, die dem Erhalt und der Wiederbelebung des Turms beigemessen wird. Die Investition von 37 Millionen Euro ist erheblich und unterstreicht das gemeinsame Interesse von Stadt und Bund, dieses wichtige Wahrzeichen wieder für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

Wichtige Daten im Überblick

Zur besseren Übersicht haben wir die wichtigsten Daten zum Projekt in einer Tabelle zusammengefasst:

MerkmalWert
NameHeinrich-Hertz-Turm (Tele-Michel)
GesamthöheFast 280 Meter
Höhe der öffentlichen BereicheRund 120 Meter
Alter (Stand 2024)55 Jahre
StatusDenkmalschutz
Geplante Kapazität (Gastronomie/Events)Bis zu 400 Personen
Geschätzte Kosten WiedereröffnungRund 37 Millionen Euro
Geplante Einreichung BauantragAnfang 2024

Herausforderungen bei der Wiederbelebung eines Wahrzeichens

Die Wiedereröffnung eines solch ikonischen Bauwerks ist nicht trivial. Neben dem bereits erwähnten komplexen Brandschutzkonzept gibt es weitere Herausforderungen. Die logistische Herausforderung, Baumaterial und Personal in große Höhe zu transportieren, ist erheblich. Auch die Anpassung der Infrastruktur an die heutigen Bedürfnisse von Gastronomie und Eventflächen erfordert umfangreiche Eingriffe in die bestehende Bausubstanz, die gleichzeitig den Anforderungen des Denkmalschutzes genügen müssen. Die Koordination der verschiedenen Gewerke und die Einhaltung der Zeit- und Kostenpläne bei einem Projekt dieser Größenordnung sind anspruchsvoll. Die Tatsache, dass diese Hürden nun Schritt für Schritt genommen werden, spricht für das Engagement und die Professionalität der beteiligten Partner.

Häufig gestellte Fragen zur Wiedereröffnung

Ist der Hamburger Fernsehturm zurzeit für Besucher geöffnet?
Nein, der Turm ist seit über 20 Jahren für die Öffentlichkeit geschlossen.
Warum war der Turm so lange geschlossen?
Die lange Schließung resultierte aus der Notwendigkeit umfangreicher Modernisierungen und der Anpassung an aktuelle Sicherheitsstandards, insbesondere im Bereich des Brandschutzes, die eine öffentliche Nutzung nicht mehr zuließen.
Wann genau wird der Turm wieder für Besucher öffnen?
Ein fester Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Er hängt vom erfolgreichen Abschluss des Baugenehmigungsverfahrens und den danach folgenden Umbauarbeiten ab.
Was ist nach der Wiedereröffnung im Turm geplant?
Es sind Gastronomiebereiche und Eventflächen auf zwei Etagen in rund 120 Metern Höhe vorgesehen.
Wie hoch liegt die geplante Aussichtsebene?
Die öffentlichen Bereiche für Gastronomie und Events befinden sich auf rund 120 Metern Höhe.
Wer sind die zukünftigen Betreiber?
Ein Konsortium aus Hamburg Messe und Congress, OMR und Home United wird den Turm betreiben.
Wie hoch sind die geschätzten Kosten für die Wiedereröffnung?
Die Kosten werden auf rund 37 Millionen Euro geschätzt.
Wer finanziert das Projekt?
Die Kosten werden gemeinsam vom Land Hamburg und dem Bund getragen.

Ein Hoffnungsschimmer für Hamburg

Die Nachricht über den erfolgreichen Abschluss des Brandschutzkonzepts ist ein bedeutendes positives Signal für die Zukunft des Hamburger Fernsehturms. Nach über zwei Jahrzehnten der Unzugänglichkeit scheint die Wiedereröffnung nun greifbarer denn je. Auch wenn noch Geduld gefragt ist, bis der Bauantrag genehmigt ist und die umfangreichen Umbauarbeiten abgeschlossen sind, so markiert dieser Fortschritt doch einen entscheidenden Schritt. Der „Tele-Michel“ ist nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern ein emotionales Wahrzeichen für viele Hamburger und ein wichtiger Teil der Stadtidentität.

Die geplanten Nutzungen als Ort für Gastronomie und Events versprechen, den Turm zu einem lebendigen Treffpunkt mit unvergleichlicher Aussicht zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass die weiteren Schritte im Genehmigungs- und Bauprozess zügig verlaufen, sodass die Hansestadt bald ihr höchstes Gebäude wieder für Besucher öffnen kann. Die Vorfreude auf den Moment, in dem man wieder von oben auf Hamburg blicken und gleichzeitig gastronomische Angebote oder Veranstaltungen genießen kann, ist zweifellos groß.

Hat dich der Artikel Wird Hamburgs Fernsehturm bald begehbar? interessiert? Schau auch in die Kategorie Gastronomie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar-Foto

Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

Go up