Das Traditionshaus Dallmayr in München ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für seine exquisite Auswahl an Delikatessen, seinen berühmten Kaffee und seine lange, ehrwürdige Geschichte. Seit Jahrhunderten steht der Name Dallmayr für höchste Qualität und Genuss. Doch im ersten Stock dieses historischen Gebäudes in der Dienerstraße verbirgt sich ein Ort, der die Tradition mit der modernen Spitzengastronomie aufregend neu interpretiert: das Restaurant Alois. Seit Ende des Jahres 2023 steht hier eine neue Kraft am Herd, die auf Anhieb für Furore sorgte und dem Alois prompt zwei Michelin-Sterne bescherte: Rosina Ostler. Ihre Ankunft markiert einen frischen Wind und ein spannendes neues Kapitel in der kulinarischen Geschichte dieses ikonischen Münchner Hauses.

Rosina Ostler ist mehr als nur eine Köchin; sie ist eine Geschichtenerzählerin auf dem Teller, eine Künstlerin, die Aromen zu Kompositionen verbindet, die lange im Gedächtnis bleiben. Ihre Reise an die Spitze der deutschen Gastronomie ist dabei alles andere als geradlinig verlaufen. Ursprünglich in München geboren, entschied sie sich zunächst für ein Studium im Bereich Medienmanagement. Doch die Leidenschaft für das Kochen, das Kreieren und das Teilen von Genuss ließ sie nicht los. Sie begann, einen eigenen Kochblog zu betreiben und wagte sich sogar an private Caterings. Schnell wurde ihr klar: Ihre wahre Berufung liegt in der Küche.
Rosina Ostler: Von München über die Welt zurück an die Isar
Nach der Erkenntnis, dass Kochen mehr als nur ein Hobby ist, traf Rosina Ostler eine mutige Entscheidung. Sie absolvierte eine klassische Kochausbildung – und das nicht irgendwo, sondern in einem der besten Häuser Deutschlands: der legendären Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach, einem Restaurant, das jahrelang mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet war. Hier lernte sie das Handwerk von Grund auf, die Präzision, die Disziplin und die unendliche Detailverliebtheit, die die Spitzengastronomie auszeichnet. Nach der Ausbildung hängte sie noch ein weiteres Jahr an, um ihr Wissen zu vertiefen und sich voll und ganz auf die Arbeit zu konzentrieren. Der Schwarzwald bot dafür die perfekte Umgebung, fernab der Ablenkungen einer Großstadt.
Doch nach dieser intensiven Phase zog es sie wieder in die urbane Vielfalt. Berlin war die nächste Station, wo sie im Sternerestaurant einsunternull kochte. Hier erlebte sie eine andere Art von Gastronomie, vielleicht etwas experimenteller, urbaner. Leider musste dieses Kapitel aufgrund der Corona-Pandemie enden. Rosina Ostler spürte, dass es Zeit war, ins Ausland zu gehen, um ihren Horizont zu erweitern und neue Inspirationen zu sammeln. Ihr Traumziel: das Restaurant Maaemo in Oslo, Norwegen – ebenfalls ein Haus auf höchstem Niveau, das mit drei Michelin-Sternen glänzte. Sie hatte das Maaemo schon lange vor ihrer Kochkarriere besucht und wusste: Das wäre eine tolle Station.
Ihre Zeit in Norwegen prägte Rosina Ostler nachhaltig. Sie war fasziniert von der Weite des Landes, der unberührten Natur und dem Gefühl von Freiheit, das sie dort empfand. Doch nicht nur die Landschaft hinterließ Eindruck, auch die norwegische Kulinarik beeinflusste ihren Stil. Minimalistische Teller, der Fokus auf wenige, aber herausragende Produkte, die Reduktion auf das Wesentliche – all das sind Elemente, die sie aus Oslo mitbrachte. Sie erlebte dort eine besondere Wertschätzung für die Produkte, die oft direkt von den Produzenten geliefert wurden. Eine Jakobsmuschel, die gerade von einem Taucher aus dem Meer geholt wurde, erfährt hier eine ganz andere Achtung. Diese Nähe und Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln ist zu einem zentralen Bestandteil ihrer Philosophie geworden.
Die Philosophie der kleinen Gänge und großen Aromen
Nach drei Jahren in Oslo packte Rosina Ostler das Heimweh. Sie spürte, dass es an der Zeit war, das Gelernte kreativ umzusetzen und sich als Küchenchefin zu entfalten. Eine Stellenausschreibung für das Restaurant Alois im Dallmayr schien wie gerufen. Obwohl sie dachte, die Stelle sei längst vergeben, bewarb sie sich kurzerhand – und erhielt prompt eine Zusage. Ihre Vision für das Alois war klar: Sie wollte ein Menü kreieren, das die Gäste auf eine Reise mitnimmt, voller Überraschungen und intensiver Geschmackserlebnisse.
Ihr Konzept basiert auf vielen, kleinen Gängen, die sie als spannendes, tapasartiges Menü auf handwerklich höchstem Niveau beschreibt. Mittags serviert sie zehn Gänge, abends sogar sechzehn. Dieses Format ermöglicht es ihr, eine „Steigungskurve“ im Menü zu entwickeln, bei der Aromen und Eindrücke Schicht für Schicht aufgebaut werden. Es bietet Raum für Experimente und bringt „Drama und Spannung“ auf den Teller. Ein Ansatz, der in Deutschland noch nicht überall etabliert ist, aber perfekt zu Rosina Ostlers kreativem Anspruch passt.
Eine ihrer großen Leidenschaften sind Wildkräuter und Gemüse. Sie sammelt Kräuter selbst und hat sogar auf der kleinen Terrasse des Alois einen Kräutergarten angelegt. Das gesamte Küchenteam, das aus neun Köchinnen und Köchen besteht, hat seit Rosina Ostler Küchenchefin ist, eigene Hochbeete. Teamausflüge führen auch mal zu Kräuterwanderungen. Diese Verbundenheit mit der Natur und den frischen Produkten ist spürbar. Gleichzeitig scheut sie sich nicht vor der Verarbeitung von weniger populären Teilen, wie Innereien. Von ihrer Mutter lernte sie schon früh, dass dies oft die geschmackvollsten Teile sind, was zu einer tiefen Wertschätzung und einer „sehr wertschätzenden Herangehensweise“ bei der Verarbeitung von Fleisch führt.
Ihre Gerichte zeugen von Mut zur Kombination und einer feinen Sensorik. Beispiele wie Saiblingsleber mit Molke und Holunder oder gelbe Zucchini mit Olivenkraut, Koriandersaat und Hechtkaviar zeigen ihre kreative Bandbreite. Das Olivenkraut, das sie für sich entdeckt hat, schmeckt wie eingelegte Oliven, wächst aber wie Koriander – eine perfekte Illustration ihrer Fähigkeit, Bekanntes neu zu interpretieren und ungewöhnliche, aber harmonische Verbindungen zu schaffen.
Das Restaurant Alois: Ein besonderes Wohnzimmer
Das Ambiente im Restaurant Alois im ersten Stock des Dallmayr-Hauses beschreibt Rosina Ostler treffend als „sehr besonderes Wohnzimmer im Delikatessenhaus“. Es ist ein Ort, der Eleganz mit Gemütlichkeit verbindet. Hochwertige Kranich-Tapeten schmücken die Wände und tragen zur behaglichen Atmosphäre bei. Rote Lederstühle und ein weinroter Teppichboden, der zudem für eine angenehme Akustik sorgt, runden das Bild ab. Es ist ein Raum, in dem man sich wohlfühlen und entspannen kann, während man auf höchstem Niveau speist.
Die Energie im Alois ist, trotz des hohen Anspruchs, entspannt und nahbar. Rosina Ostler liebt es, wenn das Lokal voll ist, man Gelächter hört und sich unterhält. Es soll kein steifer Ort sein. Sie betont, dass niemand sich Gedanken machen muss, ob er oder sie „schick genug angezogen ist“. Diese lockere Atmosphäre spiegelt sich auch im Team wider. Es ist jung und voller Tatendrang, hält zusammen wie eine „Fußballmannschaft“, wie Rosina Ostler sagt. Sie selbst führt das Team mit einer Mischung aus Präzision und Empathie. Sie ist detailorientiert, achtet sehr auf Organisation und Sauberkeit, ist aber eher ruhig und wird nur dann richtig sauer, wenn sie gar nichts mehr sagt. Ihr herzliches, bayerisches Lachen, das einen umarmt, zeigt ihre zugängliche Seite.

Ein besonderes Merkmal des Service im Alois ist die Interaktion. Das Küchenteam kommt mit raus an den Tisch, um die Gerichte zu servieren und den Gästen die Kompositionen zu erläutern. Dies schafft eine persönliche Verbindung und lässt die Gäste die Leidenschaft spüren, die in jedem Teller steckt.
Die Symbiose mit dem Delikatessenhaus
Die Lage des Restaurants Alois innerhalb des Dallmayr-Hauses ist ein unschätzbarer Vorteil. Rosina Ostler profitiert direkt von der schier unendlichen Auswahl an exquisiten Produkten im Erdgeschoss. Wenn sie Inspiration sucht, geht sie einfach hinunter in den Laden. Die Möglichkeit, auf seltene japanische Whiskeys, spezielle Öle oder exquisite Meeresfrüchte zugreifen zu können, eröffnet ihr ungeahnte Möglichkeiten.
Darüber hinaus arbeitet sie eng mit dem Chefeinkäufer von Dallmayr zusammen, der seit über 30 Jahren im Haus ist und über exzellente Verbindungen zu Produzenten und Winzern weltweit verfügt. So können selbst die ausgefallensten Wünsche erfüllt und Produkte von höchster Qualität bezogen werden. Diese einzigartige Symbiose aus dem Wissen und den Ressourcen eines weltberühmten Delikatessenhauses und der innovativen Kochkunst einer jungen Sterneköchin macht das Alois zu einem ganz besonderen Ort in der Münchner Gastronomielandschaft.
Häufig gestellte Fragen zum Restaurant Alois und Rosina Ostler
Wer ist die aktuelle Sterneköchin im Restaurant Alois im Dallmayr?
Die Sterneköchin im Restaurant Alois im Dallmayr ist Rosina Ostler.
Wie viele Michelin-Sterne hat das Restaurant Alois unter der Leitung von Rosina Ostler erhalten?
Das Restaurant Alois wurde unter der Küchenleitung von Rosina Ostler mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Seit wann ist Rosina Ostler Küchenchefin im Alois?
Rosina Ostler hat ihre Position als Küchenchefin im Restaurant Alois Ende des Jahres 2023 angetreten.
Was zeichnet den Kochstil von Rosina Ostler aus?
Ihr Kochstil ist bekannt für Menüs mit vielen kleinen Gängen, den kreativen Einsatz von Wildkräutern und Gemüse, eine tiefe Wertschätzung für hochwertige Produkte und eine Kombination aus handwerklicher Präzision und experimentierfreude.
Wurde Rosina Ostler neben den Michelin-Sternen noch anderweitig ausgezeichnet?
Ja, Rosina Ostler wurde vom Restaurantführer Gault & Millau für das Jahr 2025 zur „Neuentdeckung des Jahres“ gekürt.
Wo befindet sich das Restaurant Alois?
Das Restaurant Alois befindet sich im ersten Stock des historischen Dallmayr-Hauses in der Dienerstraße in München.
Fazit: Ein neues Highlight in Münchens Gastronomie
Das Restaurant Alois im Dallmayr unter der Leitung von Rosina Ostler ist mehr als nur ein weiteres Sternerestaurant in München. Es ist ein Ort, an dem Tradition und Innovation, höchste Produktqualität und kreative Kochkunst auf einzigartige Weise zusammenfinden. Rosina Ostler hat es geschafft, dem historischen Haus einen frischen, modernen Glanz zu verleihen und eine Küche zu etablieren, die Persönlichkeit, Können und eine tiefe Verbundenheit zu den Produkten ausstrahlt. Mit zwei Michelin-Sternen und der Auszeichnung als „Neuentdeckung des Jahres“ ist das Alois zweifellos eines der spannendsten Ziele für Feinschmecker in München. Es bietet ein Erlebnis, das sowohl auf dem Teller als auch im Ambiente überzeugt – eine perfekte Symbiose aus dem Erbe Dallmayrs und der Vision einer herausragenden jungen Köchin.
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