Ist Dortmunder U kostenlos?

Das Dortmunder U: Symbol des Wandels

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Das Dortmunder U ist heute ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt, ein strahlender Leuchtturm für Kunst, Kreativität und Kultur. Doch der markante Turm am Rande der Innenstadt blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, die eng mit der industriellen Vergangenheit Dortmunds verbunden ist. Viele, die das imposante Gebäude sehen, stellen sich die Frage: Warum heißt es eigentlich „Dortmunder U“?

Die Ursprünge: Ein Hochhaus für Bier

Der Grundstein für das heutige Dortmunder U wurde bereits in den Jahren 1926 und 1927 gelegt. Es entstand nicht etwa als Bürogebäude oder Wohnhaus, sondern als hochspezialisierter Industriebau für die Dortmunder Union Brauerei. Konzipiert als „Gär- und Lagerkeller“, war dieser sieben Stockwerke hohe und 70 Meter hohe Komplex bautechnisch ein echtes Hochhaus, wenn auch eines für kalte Kellerprozesse. Es wurde daher auch als „Kellerhochhaus“ oder „Kühlhaus“ bezeichnet.

Warum heißt es Dortmunder U?
Der Name ist abgeleitet von dem 1968 auf dem Hauptturm aufgebrachten und 2008 komplett restaurierten Firmenzeichen der Brauerei: ein vierseitiges, neun Meter hohes, vergoldetes und beleuchtetes „U“ nach einem Entwurf des Architekten Ernst Neufert.

Verantwortlich für dieses beeindruckende Bauwerk war der Dortmunder Ingenieur und Architekt Emil Moog, der sich auf Brauereigebäude spezialisiert hatte. Der Bau ging zügig voran; nach nur 14 Monaten konnte der „Brauerturm“ bereits 1927 in Betrieb genommen werden. Diese neue Produktionsstätte, in der das Bier noch in offenen Becken vergoren wurde, ermöglichte es der Brauerei, ihren Ausstoß am innerstädtischen Standort erheblich zu steigern. Schon 1929 überschritt die Dortmunder Union Brauerei die Marke von einer Million Hektolitern Bier pro Jahr und entwickelte sich zeitweise zur größten Brauerei Westdeutschlands.

Das Gebäude wurde als massiver Stahlbetonbau auf 40 Pfeilern errichtet. Obwohl primär ein Funktionsbau, zeigte sich die architektonische Handschrift Emil Moogs im zweistufigen, gitterförmigen Aufbau auf dem Hauptturm. Frühen Recherchen zufolge soll Moog hier bereits Scheinwerfer installiert haben, die diesen Aufbau als eine Art „Lichtskulptur“ inszenierten – ein früher Hinweis auf die spätere Rolle des Turms als Landmarke.

Der Turm war Teil eines weitläufigen Brauereigeländes, das über Jahrzehnte wuchs und sich wandelte. Als die Brauerei 1994 ihren Standort verlagerte, wurden die meisten Betriebsgebäude abgerissen. Lediglich das unter Denkmalschutz stehende Dortmunder U blieb erhalten.

Das Geheimnis des Namens: Das ikonische "U"

Die einfache Antwort auf die Frage, warum das Gebäude Dortmunder U heißt, liegt in seinem markantesten Merkmal: dem riesigen „U“ auf seiner Spitze. Dieses goldene, beleuchtete „U“ ist das historische Firmenzeichen der Dortmunder Union Brauerei. Es wurde erst 1968 auf dem Hauptturm angebracht und entwickelte sich schnell zum unverwechselbaren Symbol des Gebäudes und der Brauerei.

Das „U“ ist beeindruckend in seinen Dimensionen: Es ist vierseitig, neun Meter hoch und nach einem Entwurf des Architekten Ernst Neufert gestaltet. Im Jahr 2008, im Zuge der umfassenden Sanierung des Gebäudes, wurde das „U“ komplett restauriert und neu vergoldet – mit 554 Gramm Blattgold! Seitdem strahlt es wieder in vollem Glanz und ist nicht nur Firmenzeichen, sondern ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt, ein leuchtender Orientierungspunkt, der dem Gebäude seinen Namen gab und seinen Charakter als Landmarke unterstreicht.

Die große Verwandlung: Vom Bierkeller zum Kulturmagneten

Nach der Schließung der Brauerei im Jahr 1994 stand das Dortmunder U lange leer. Erst im Jahr 2007 erwarb die Stadt Dortmund das Areal für 25,5 Millionen Euro. Schnell reiften Pläne, das historische Gebäude neu zu beleben und ihm eine völlig neue Bestimmung zu geben. Im Januar 2008 wurde der Beschluss gefasst, das Dortmunder U zu einem Zentrum für Kunst und Kreativität umzubauen.

Dieses ambitionierte Vorhaben wurde als das Dortmunder Leuchtturmprojekt in den Rahmen der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas integriert. Die Umbaupläne wurden von der Landesregierung NRW genehmigt, und das Projekt, dessen Gesamtkosten sich auf 46 Millionen Euro beliefen, wurde durch Mittel der EU (50 %), des Landes NRW (20 %) und der Stadt Dortmund (30 %) finanziert.

Die Planung und Ausführung der Umnutzung lag in den Händen des Dortmunder Architekturbüros Gerber Architekten unter der Leitung von Eckhard Gerber. Die Architekten standen vor der Herausforderung, ein rein funktionales Industriegebäude in einen modernen, zugänglichen Kulturort zu verwandeln. Eine der wichtigsten architektonischen Interventionen war das Durchbrechen der Geschossdecken im Frontbereich. Dadurch entstand im Inneren eine offene „Kunst-Vertikale“, die den Besuchern die Dimensionen des Gebäudes eindrucksvoll vor Augen führt und die Erschließung der einzelnen Ebenen ermöglichte.

Welche Ausstellung ist im Dortmunder U?
AUSSTELLUNGENMärz 2023 – 30. Juli 2023. Jana Kerima Stolzer & Lex Rütten – We grow, grow and grow, we're gonna be alright and this is our show.September 2022 – 29. Januar 2023. Fiona Banner aka The Vanity Press: Pranayama Typhoon Soft Parts Wing Flap Fin.

Zusätzlichen natürlichen Lichteinfall und interessante Ausblicke schufen angebaute Erker, beispielsweise an der Westseite über drei Geschosse oder als „VIP-Lounge“ im vierten Stock, sowie eine zweigeschossige Bibliothek im Norden. Eine Aussichtsterrasse, Gastronomiebereiche und flexible Veranstaltungs- und Ausstellungsräume tragen zur vielfältigen Nutzung bei.

Die Wiedereröffnung erfolgte schrittweise. Am 28. Mai 2010 wurde das Gebäude im Rahmen der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas – teilweise eröffnet. Aufgrund von Sanierungsproblemen, insbesondere an Dach- und Kellerkonstruktion, waren zu diesem Zeitpunkt nur etwa 40 Prozent des Komplexes fertiggestellt. Das Museum Ostwall, das ins U verlegt wurde, konnte seine Ausstellung am 9. Oktober 2010 wiedereröffnen. Die oberste Ebene mit der beeindruckenden, 15 Meter hohen „Kathedrale“ und dem Restaurant ist seit dem 18. Dezember 2010 für Besucher zugänglich.

Ein Haus voller Leben: Was das U heute bietet

Heute ist das Dortmunder U ein lebendiges Zentrum, das eine Vielzahl von Institutionen und Angeboten unter einem Dach vereint. Es ist ein Treffpunkt für Kunstliebhaber, Kreative, Wissenschaftler und die breite Öffentlichkeit. Die Nutzung der verschiedenen Ebenen ist vielfältig:

EbeneNutzung
DachkroneVideokunst von Adolf Winkelmann (Fliegende Bilder)
7Restaurant, Dachterrasse
6Ausstellungsräume ohne feste Zuordnung
5
4Museum Ostwall
3Hartware Medienkunstverein
2Zentrum für Kulturelle Bildung
1Fachhochschule Dortmund: Zentrales Forschungsinstitut für Bewegtbildstudien
Technische Universität Dortmund: Campus Stadt
0 (Erdgeschoss)European Centre for Creative Economy (ECCE)
RWE Forum – Kinoraum für ca. 200 Personen
Foyer mit Installation Ruhrpanoramen (derzeit nicht zu sehen)

Neben diesen festen Institutionen beherbergt das U regelmäßig wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen, die das Spektrum von Kunst, Kultur und Medienkunst abdecken. Von großen Kunstausstellungen des Museums Ostwall bis zu innovativen Projekten des Hartware Medienkunstvereins ist das Angebot breit gefächert.

Fliegende Bilder: Kunst, die bewegt und strahlt

Ein besonderes Highlight und integraler Bestandteil des Dortmunder U ist die Installation Fliegende Bilder von Adolf Winkelmann. Dieses Kunstwerk erstreckt sich über mehrere Bereiche des Gebäudes und ist insbesondere auf der Dachkrone weithin sichtbar.

Die bekannteste Station ist die U-Turm Bilderuhr auf der Dachkrone. Hier werden auf einer speziell entwickelten Technik mit 1,7 Millionen lichtstarken Outdoor-LEDs, die auf 6.000 Lamellen montiert sind, videokünstlerische Arbeiten gezeigt. Diese Videos sind an den jeweiligen Tag und die Stunde angepasst und verwandeln den Turm nach Einbruch der Dunkelheit in eine riesige Leinwand. Die Leuchtleistung wird nachts reduziert, um Anwohner nicht zu stören.

Die Bilderuhr läuft täglich von 6:00 Uhr morgens bis Mitternacht. Zu jeder vollen Stunde (außerhalb der Bilderuhr-Zeit) wird die aktuelle Uhrzeit angezeigt. Jeder Tag der Woche hat ein eigenes Motiv, das sich im Laufe des Tages wandelt. Besonders aufmerksam werden die "Fliegenden Bilder" zum Sonnenuntergang: Zu dieser Zeit werden oft Motive der letzten zwei Tage gezeigt, ein Service für auswärtige Gäste, die den Turm vielleicht zum ersten Mal sehen. Montags bis freitags erscheinen zur vollen Stunde Brieftauben, am Wochenende sind es weiße Tauben. Bei Heimspielen von Borussia Dortmund gibt es spezielle schwarz-gelbe Kickerfiguren zu sehen, und zu besonderen Anlässen (wie Weihnachten, Siege lokaler Sportteams oder Gedenktage nach Terroranschlägen) werden individuelle Videos eingespielt.

Diese komplexe Videoinstallation wird rund um die Uhr von zwei Mitarbeitern im ersten Stock des U-Turms überwacht und gesteuert. Die jährlichen Stromkosten für die Anlage belaufen sich auf etwa 80.000 Euro, die von der Stadt Dortmund getragen werden. Weitere Stationen der Fliegenden Bilder sind im Foyer (Ruhrpanoramen, derzeit nicht zu sehen) und im Treppenhaus (Kunstvertikale Neun Fenster in der Vertikalen) zu finden.

Lage und Erreichbarkeit

Das Dortmunder U liegt sehr zentral am westlichen Rand der Innenstadt, an der Leonie-Reygers-Terrasse. Es befindet sich zwischen der Rheinischen Straße und den Gleisanlagen des Dortmunder Hauptbahnhofs. Diese zentrale Lage macht es hervorragend erreichbar. Vom Hauptbahnhof aus ist das U in nur 5 Minuten zu Fuß erreichbar. Alternativ kann man die Dortmunder Stadtbahnlinien U43 und U44 bis zur Haltestelle "Westentor" nehmen, von wo es ebenfalls nur ein kurzer Fußweg ist.

Warum heißt es Dortmunder U?
Der Name ist abgeleitet von dem 1968 auf dem Hauptturm aufgebrachten und 2008 komplett restaurierten Firmenzeichen der Brauerei: ein vierseitiges, neun Meter hohes, vergoldetes und beleuchtetes „U“ nach einem Entwurf des Architekten Ernst Neufert.

Das Dortmunder U ist zudem ein wichtiger Bestandteil einer Kunst- und Kulturmeile entlang des Dortmunder Königswalls. Diese Meile verbindet wichtige kulturelle Institutionen der Stadt, vom Deutschen Fußballmuseum über das Dortmunder U bis hin zum Konzerthaus Dortmund, und lädt zum Spaziergang und kulturellen Entdeckungen ein.

Ein neues Viertel wächst

Die Transformation des Dortmunder U hat auch Auswirkungen auf sein Umfeld. Zu Füßen des Gebäudes, entlang der Rheinischen Straße, soll sich durch die Impulse, die vom Kreativzentrum ausgehen, ein neues Stadtquartier entwickeln. Im Osten des Geländes ist der Platz von Buffalo entstanden, benannt nach einer Partnerstadt Dortmunds. Das U ist somit nicht nur ein Gebäude, sondern ein Katalysator für städtebaulichen Wandel.

Häufig gestellte Fragen zum Dortmunder U

Basierend auf den Informationen, die uns vorliegen, können wir einige häufige Fragen beantworten:

Was war das Dortmunder U ursprünglich?

Ursprünglich wurde das Gebäude von 1926 bis 1927 als „Gär- und Lagerkeller“ für die Dortmunder Union Brauerei erbaut. Es war ein spezialisiertes Hochhaus für Brauereiprozesse.

Woher kommt der Name "Dortmunder U"?

Der Name leitet sich vom riesigen, goldenen und beleuchteten „U“ ab, das das historische Firmenzeichen der Dortmunder Union Brauerei war und 1968 auf dem Dach angebracht wurde. Dieses „U“ ist heute das weithin sichtbare Wahrzeichen des Gebäudes.

Welche Einrichtungen sind im Dortmunder U untergebracht?

Das Dortmunder U beherbergt heute verschiedene Institutionen und Nutzungen, darunter das Museum Ostwall, den Hartware Medienkunstverein, das Zentrum für Kulturelle Bildung, Teile der Fachhochschule Dortmund und der Technischen Universität Dortmund sowie das European Centre for Creative Economy (ECCE), einen Kinoraum (RWE Forum), Gastronomie und wechselnde Ausstellungsräume. Auf der Dachkrone ist die Videokunst "Fliegende Bilder" zu sehen.

Gibt es im Dortmunder U Ausstellungen?

Ja, das Dortmunder U ist ein Zentrum für Kunst und Kreativität und beherbergt regelmäßig wechselnde Ausstellungen. Das Museum Ostwall zeigt seine Sammlung und Sonderausstellungen, und auch der Hartware Medienkunstverein sowie andere Bereiche des Hauses nutzen Räume für Präsentationen.

Fazit: Ein Wahrzeichen im Wandel

Das Dortmunder U ist mehr als nur ein Gebäude mit einem großen Buchstaben darauf. Es ist ein lebendiges Symbol für den Wandel einer Industriestadt. Von seinen Anfängen als funktionales Brauereihighlight, konzipiert von Emil Moog, über seine Zeit als weithin sichtbares Zeichen der Dortmunder Union Brauerei, gekrönt vom ikonischen „U“, bis hin zu seiner heutigen Rolle als pulsierendes Zentrum für Kunst, Kultur und Kreativität im Rahmen von RUHR.2010 – das U erzählt die Geschichte Dortmunds. Mit seinen vielfältigen Angeboten, den beeindruckenden Fliegenden Bildern und seiner zentralen Lage ist das Dortmunder U heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Stadtlandschaft und ein Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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