Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein Stadtteil, der sich stetig wandelt und entwickelt. Im Fokus der jüngsten Bemühungen stehen dabei vor allem die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bewohner und die Aufwertung des öffentlichen Raums. Verschiedene Projekte wurden ins Leben gerufen, um das Viertel attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Diese Initiativen reichen von der Umgestaltung wichtiger Plätze bis hin zur Neukonzeption von Schulhöfen, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ein besonders hervorzuhebendes Projekt betrifft die Schulhöfe der Karmeliter- und der Weißfrauenschule. Diese Umgestaltung hat eine herausragende Bedeutung für die Kinder und Jugendlichen, die im Bahnhofsviertel leben. Hintergrund war der Wegfall eines nahegelegenen Spielplatzes am Wiesenhüttenplatz. Um diesen Verlust auszugleichen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Schulen besser zu erfüllen, wurde beschlossen, den Schulhof umfassend umzugestalten. Das Ziel war klar definiert: Der neue Schulhof sollte nicht nur den Schulbetrieb optimal unterstützen, sondern auch die Möglichkeit einer öffentlichen Nutzung bieten. Dies würde dringend benötigten Freiraum für die Kinder des Viertels schaffen.
Die Planung für dieses Projekt wurde in enger Abstimmung mit den beiden Schulen und den lokalen Initiativen aufgenommen. Ein bemerkenswerter Aspekt des Planungsprozesses war die aktive Einbindung der zukünftigen Nutzer – der Schülerinnen und Schüler selbst. Die Kinder der Weißfrauenschule entwickelten im Unterricht kreative Ideen für ihren Schulhof. Parallel dazu arbeiteten Schüler der Karmeliterschule in einer speziell organisierten Ideenwerkstatt und erstellten sogar Modelle ihrer Vorstellungen. Durch diesen partizipativen Ansatz konnten die Kinder ihre Wünsche und Bedürfnisse direkt in die Konzeptentwicklung einbringen. Dies stellte sicher, dass der umgestaltete Raum tatsächlich ihren Anforderungen entsprach und von ihnen angenommen wurde.
Aufbauend auf diesen frühen Konzepten der Schüler sowie den Ergebnissen der Beteiligung weiterer wichtiger Akteure wie Eltern und Lehrer wurde eine realisierungsfähige Planung erarbeitet. Diese Planung berücksichtigte sowohl die pädagogischen Anforderungen der Schulen als auch die Notwendigkeit, einen attraktiven und sicheren öffentlichen Spielbereich zu schaffen. Die eigentlichen Umbaumaßnahmen wurden im Frühjahr 2009 abgeschlossen. Mit der Fertigstellung konnte der neu gestaltete Spielplatz offiziell an die Schüler und alle anderen Kinder des Bahnhofsviertels übergeben werden. Ein entscheidender Punkt für die öffentliche Nutzung ist, dass der Spielplatz auch an den Wochenenden und während der Schulferien geöffnet ist. In diesen Zeiten wird die öffentliche Nutzung sogar pädagogisch betreut. Diese Betreuung wird vom Internationalen Kinderhaus des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit in Frankfurt e.V. übernommen, was die Qualität und Sicherheit des Angebots weiter erhöht. Die Umgestaltung des Schulhofs ist somit ein gelungenes Beispiel dafür, wie schulische Infrastruktur zum Wohle der gesamten Gemeinschaft geöffnet und genutzt werden kann.
Ein weiterer zentraler Punkt des von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedeten städtebaulichen Entwicklungskonzepts für das Bahnhofsviertel ist die intensive Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum. Hierbei geht es um die Gestaltung und Nutzung der Straßen und Plätze, die das Bild des Viertels prägen. Zahlreiche Wünsche und Anregungen von Bürgern und Interessengruppen wurden im Vorfeld gesammelt und flossen in die Überlegungen ein. Da die Gestaltung von Straßenräumen untrennbar mit Fragen des Verkehrs verbunden ist, wurde zunächst ein umfassender Stadtteilverkehrsplan durch ein externes Verkehrsplanungsbüro erstellt. Dieser Plan analysierte die bestehenden Verkehrsströme und -strukturen und formulierte Empfehlungen für zukünftige Maßnahmen.
Eine der Hauptempfehlungen dieses Stadtteilverkehrsplans war die stärkere Berücksichtigung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs in allen Straßenräumen des Bahnhofsviertels. Dies bedeutet konkret, dass diesen Verkehrsteilnehmern mehr Raum und Priorität eingeräumt werden soll. Insbesondere eine Verbreiterung von Gehwegen wurde als Maßnahme identifiziert, die erheblich zur Attraktivitätssteigerung des Wohnumfeldes beitragen kann. Breitere Gehwege schaffen nicht nur mehr Platz zum Flanieren, sondern verbessern auch die Sicherheit und Zugänglichkeit. Darüber hinaus enthielt der Verkehrsplan zahlreiche weitere Vorschläge, die eine Änderung der derzeitigen Verkehrsführung erforderlich machen würden. Solche Änderungen können beispielsweise Einbahnstraßenregelungen, Tempo-Limits oder die Umwandlung von Fahrspuren in Radwege oder erweiterte Gehbereiche umfassen.
Aufgrund der komplexen Wechselwirkungen im kleinräumigen, aber teilweise auch gesamtstädtischen Verkehrsgefüge des Bahnhofsviertels wurden die empfohlenen Maßnahmen schrittweise und als Einzelprojekte planerisch vorbereitet und ausgeführt. Dieser Ansatz ermöglichte es, die Auswirkungen der Veränderungen genau zu beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, bevor weitere Maßnahmen umgesetzt wurden. Zu den ersten und wichtigsten dieser Einzelmaßnahmen zählen insbesondere die Umgestaltung des Karlsplatzes sowie angrenzender Bereiche wie der Karlstraße und der westlichen Niddastraße.
Die Umgestaltung des Karlsplatzes und der umliegenden Straßen ist ein Paradebeispiel für die Bemühungen, die Aufenthaltsqualität im Bahnhofsviertel zu verbessern. Der öffentliche Raum des Viertels ist historisch bedingt von einem gründerzeitlichen Straßenraster geprägt, das durch geschlossene Blockränder gekennzeichnet ist. Freiflächen im klassischen Sinne, wie Parks oder größere Grünanlagen, sind nur in sehr geringem Maße vorhanden. In dieser Situation kommt der Qualität der Straßen und Plätze als Orte des Verweilens und der Begegnung eine ganz besondere Bedeutung zu. Nachdem bereits der François-Mitterand-Platz und der Wiesenhüttenplatz erfolgreich umgestaltet und aufgewertet wurden, stand nun der Karlsplatz als dritter wichtiger Stadtplatz im Viertel im Fokus der Planungen.
Das Hauptziel der Umgestaltung des Karlsplatzes war die Stärkung seiner Aufenthaltsqualität. Dies sollte unter anderem dadurch erreicht werden, dass bisherige Verkehrsflächen in nutzbare Platzflächen umgewandelt wurden. Konkret wurde die Zahl der Fahrspuren der Karlstraße reduziert. Der dadurch gewonnene Raum wurde der Platzfläche zugeschlagen, um mehr Platz für Fußgänger und Außengastronomie zu schaffen. Zusätzlich wurden zwischen der Karl- und der Niddastraße sowie zwischen der Nidda- und der Moselstraße Bereiche verengt und aufgepflastert. Solche Maßnahmen dienen dazu, den Verkehr zu beruhigen, die Querung für Fußgänger zu erleichtern und den Charakter dieser Bereiche von reinen Verkehrsflächen hin zu urbanen Begegnungsräumen zu verändern. Die vorhandene Außengastronomie, die für das lebendige Flair des Platzes wichtig ist, sollte im Zuge der Umgestaltung erhalten und nach Möglichkeit sogar ergänzt werden. Auch das vorhandene Trafogebäude am Platz wurde in die Gestaltung integriert, anstatt als störendes Element wahrgenommen zu werden. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, den Karlsplatz von einem primär vom Verkehr dominierten Bereich in einen attraktiven städtischen Platz zu verwandeln, der zum Verweilen einlädt.
Neben den größeren Platzgestaltungen und verkehrsplanerischen Maßnahmen spielen auch kleinere, aber wichtige Details eine Rolle bei der Aufwertung des Viertels. Die Freifläche und der Turm der Weißfrauen Diakoniekirche sind weitere Punkte, die in die Betrachtung des öffentlichen Raums einbezogen werden könnten, auch wenn die genauen Maßnahmen hier nicht detailliert im vorliegenden Text beschrieben werden. Sie sind jedoch Teil des Gesamtbildes des Viertels und tragen zur Vielfalt und Struktur bei.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Bahnhofsviertel in Frankfurt durch gezielte städtebauliche Projekte eine signifikante positive Entwicklung erfährt. Die Umgestaltung von Schulhöfen zu öffentlich nutzbaren Spielbereichen, die Aufwertung zentraler Plätze wie des Karlsplatzes und die Priorisierung von Fußgängern und Radfahrern im Rahmen der Verkehrsplanung sind wichtige Schritte, um die Lebensqualität im Viertel zu verbessern. Diese Projekte zeigen, wie durchdachte Planung und die Einbeziehung der Bewohner dazu beitragen können, urbane Räume neu zu gestalten und attraktiver zu machen. Der Fokus liegt klar auf der Schaffung von mehr Aufenthaltsqualität und der Umwandlung von reinen Verkehrsflächen in lebendige städtische Treffpunkte.
Häufig gestellte Fragen zu den Projekten im Bahnhofsviertel:
Wann wurde der Schulhof der Karmeliter- und Weißfrauenschule fertiggestellt?
Die Umbaumaßnahmen am Schulhof wurden im Frühjahr 2009 abgeschlossen und der Spielplatz übergeben.
Wer betreut den Schulhof bei öffentlicher Nutzung?
An Wochenenden und in den Ferien wird der Schulhof durch das Internationale Kinderhaus des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit pädagogisch betreut.
Was war ein Hauptziel des Stadtteilverkehrsplans?
Eine Hauptempfehlung war die stärkere Berücksichtigung des Fußgänger- und Fahrradverkehrs.
Welcher Platz wurde nach François-Mitterand- und Wiesenhüttenplatz als dritter aufgewertet?
Der Karlsplatz.
Wie wurde die Aufenthaltsqualität am Karlsplatz verbessert?
Unter anderem durch die Verkleinerung der Fahrspuren der Karlstraße zugunsten der Platzfläche und die Verengung/Aufpflasterung angrenzender Straßenbereiche.
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