Wann schließt die Taverne Mykonos in Solingen?

Abschied von Taverne Mykonos in Solingen

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Für viele Bewohner Solingens, insbesondere in Ohligs, war es mehr als nur ein Restaurantbesuch; es war wie ein kurzer Urlaub, ein Eintauchen in eine andere Welt. Die Taverne Mykonos an der Bonner Straße war über Jahrzehnte hinweg ein fester Ankerpunkt der lokalen Gastronomieszene und ein geliebtes Stück Griechenland mitten im Bergischen Land. Doch am 31. März wurde eine Ära beendet. An diesem Tag öffnete die Taverne Mykonos in ihrer ursprünglichen Form zum letzten Mal die Türen, was für viele Stammgäste und Wegbegleiter einen schmerzhaften Abschied bedeutete.

Wann schließt die Taverne Mykonos in Solingen?
Solingen. Für viele war es ein schmerzhafter Abschied. Am 31. März 2025 hatte die Taverne Mykonos zum letzten Mal in seiner ursprünglichen Form geöffnet. Stammgäste und Wegbegleiter waren zur Bonner Straße gepilgert, um ihrem Stück Griechenland in Ohligs Lebewohl zu sagen.

An diesem denkwürdigen Tag pilgerten zahlreiche treue Besucher zur Bonner Straße, um Lebewohl zu sagen, Erinnerungen auszutauschen und der Familie Topalidis für die vielen Jahre der Gastfreundschaft zu danken. Es war ein Moment der Wehmut, aber auch des Innehaltens und der Wertschätzung für ein Lokal, das für viele weit mehr war als nur eine Speisestätte.

Eine Geschichte beginnt: Die Gründung im Jahr 1980

Die Geschichte der Taverne Mykonos in Solingen-Ohligs ist untrennbar mit dem Namen Familie Topalidis verbunden. Es war Niko Topalidis, der das Restaurant im Jahr 1980 gründete. In einer Zeit, als griechische Restaurants in Deutschland immer beliebter wurden, schuf Niko in Solingen einen Ort, der Authentizität und Herzlichkeit vereinte. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Effi führte er das Lokal über viele Jahre hinweg mit großer Leidenschaft und Hingabe. Sie bauten eine starke Bindung zu ihren Gästen auf, die oft zu Freunden wurden.

Viele Gäste erinnerten sich noch an die Anfänge, als das Lokal vielleicht noch nicht den markanten blau-weißen Anstrich trug, der später zu seinem Erkennungszeichen wurde. Ein historisches Foto, das kürzlich veröffentlicht wurde, rief bei zahlreichen Lesern des Solinger Tageblatts Erinnerungen wach und bestätigte die lange Tradition des Hauses. Leser wie Martin Reiners, Prof. Werner Rizzi und Randolf Dinger erkannten das Lokal sofort und teilten ihre positiven Erfahrungen. Randolf Dinger hob hervor: „Vor Jahren bin ich dort zu Gast gewesen. Das Essen war sehr gut.“

Das Herzstück: Atmosphäre und Kulinarik

Was machte die Taverne Mykonos so besonders? Es war die einzigartige Kombination aus exzellenter griechischer Küche und einer Atmosphäre, die sofort das Gefühl von Gastfreundschaft und Gemütlichkeit vermittelte. Barbara Wandel brachte es auf den Punkt, indem sie neben den leckeren Speisen und der freundlichen Bedienung die „urgemütliche Atmosphäre“ hervorhob. Für viele war der Besuch der Taverne Mykonos eine Fortsetzung oder ein Ausklang ihres Griechenlandurlaubs. Man traf sich mit Freunden, tauschte Urlaubserinnerungen aus und genoss das griechische Ambiente, das Niko und Effi geschaffen hatten.

Christine Münch, die das Lokal seit den Anfängen vor 45 Jahren kannte, beschrieb es als ein „zweites Zuhause“ für ihre Familie und Freunde. Als bekennende Griechenland-Fans fanden sie schnell Anschluss an die Familie Topalidis und entdeckten in der Taverne Mykonos eine Küche, die der aus Griechenland in nichts nachstand. Hier gab es Essen, „wie wir es aus Griechenland kannten und liebten“. Ob im Sommer im gemütlichen Hof, bei Familienfesten oder ausgelassen feiernd an Weiberfastnacht bis in die frühen Morgenstunden – das Mykonos war Schauplatz unzähliger persönlicher Geschichten und glücklicher Momente.

Ein schmerzhafter Verlust und der tapfere Weg danach

Das Leben der Familie Topalidis und die Geschichte der Taverne Mykonos wurden durch einen tiefen Einschnitt geprägt. Ende Dezember 2021 verstarb Niko Topalidis viel zu früh im Alter von nur 64 Jahren. Dieser Verlust war nicht nur für seine Familie, sondern auch für die Stammgäste des Lokals ein Schock. Niko war das Herz und die Seele der Taverne, und sein Fehlen war schmerzlich spürbar.

Nach Nikos Tod stand seine Ehefrau Efthalia, liebevoll Effi genannt, vor der enormen Aufgabe, das Lebenswerk ihres Mannes fortzuführen. Christine Münch beschrieb, wie Effi „tapfer und liebevoll“ weitermachte. Sie hielt das Ruder in der Hand, bewahrte die Traditionen und sorgte dafür, dass die Gäste weiterhin ihr geliebtes Stück Griechenland an der Bonner Straße fanden. Doch die Fortführung ohne ihren Mann war zweifellos eine immense Herausforderung.

Der Übergang: Ein neues Kapitel beginnt

Nachdem Effi die Taverne Mykonos noch einige Zeit alleine geführt hatte, stand die Zeit für eine Veränderung an. Am 31. März markierte den Übergang. Saim Ismajli hat den Betrieb vor wenigen Wochen übernommen. Unter neuem Namen, „Schönste Momente“, wird das Restaurant an der Bonner Straße nun weitergeführt. Diese Übernahme beendet das Kapitel der Taverne Mykonos in ihrer ursprünglichen Form unter der alleinigen Führung der Familie Topalidis.

Für viele Stammgäste stellte sich die Frage: Ist das nun das endgültige Ende der Taverne Mykonos, wie wir sie kannten? Bedeutet der neue Name, dass nichts mehr so sein wird wie früher?

Was bleibt? Kontinuität trotz Veränderung

Glücklicherweise gibt es für die Liebhaber der Taverne Mykonos eine beruhigende Nachricht, die Hoffnung macht. Christine Münch betonte, dass das Kapitel Taverne Mykonos in Ohligs nicht ganz beendet ist. Obwohl das Restaurant nun unter dem Namen „Schönste Momente“ firmiert und einen neuen Inhaber hat, wurde viel von dem bewahrt, was das alte Lokal ausmachte.

Ein wichtiger Punkt ist, dass die Belegschaft weitgehend an Bord geblieben ist. Die vertrauten Gesichter im Service und in der Küche sorgen für Kontinuität und bewahren das Gefühl der Vertrautheit. Darüber hinaus bleiben griechische Gerichte weiterhin ein zentraler Bestandteil des Angebots. Das bedeutet, dass die Gäste auch unter neuem Namen die authentische griechische Küche genießen können, die sie so lange geschätzt haben.

Und vielleicht am wichtigsten: Effi, die langjährige Seele des Hauses, ist nach wie vor Teil des Teams. Ihre Anwesenheit sichert nicht nur die Qualität und Authentizität der Küche, sondern auch die Fortführung der herzlichen Gastfreundschaft, die die Taverne Mykonos über Jahrzehnte auszeichnete. Für viele ist allein die Tatsache, dass Effi bleibt, ein Zeichen dafür, dass der Geist des alten Lokals weiterlebt. „Einfach schön“, so Christine Münch.

Verwechslungsgefahr: Mykonos in Höhscheid

Es ist wichtig zu erwähnen, dass es in Solingen ein weiteres Restaurant mit dem Namen Taverne Mykonos gibt, das jedoch nicht mit dem Lokal an der Bonner Straße in Ohligs verwechselt werden sollte. Dieses Restaurant befindet sich an der Regerstraße in Höhscheid und wird von Jannis Topalidis betrieben, dem Bruder des verstorbenen Niko Topalidis. Stephan Oberhoff, ein ehemaliger Ohligser Polizist, der häufig Gast in der Taverne Mykonos war, besuchte aufgrund der Nähe zu seinem Wohnort oft das Pendant in Höhscheid. Obwohl die Namen gleich sind und eine familiäre Verbindung besteht, handelt es sich um zwei separate Betriebe mit eigener Geschichte und Führung.

Ein Rückblick und der Blick nach vorn

Die Schließung der Taverne Mykonos in ihrer ursprünglichen Form markiert das Ende einer Ära, die über vier Jahrzehnte währte. Es war ein Ort, der Generationen von Solingern bewirtete, an dem Freundschaften geschlossen, Feste gefeiert und unzählige Erinnerungen geschaffen wurden. Die Geschichte von Niko und Effi Topalidis ist ein Beispiel für das Engagement und die Leidenschaft, die in der Gastronomie stecken können, und wie ein Restaurant zu einem integralen Bestandteil einer Gemeinschaft wird.

Auch wenn der Name Taverne Mykonos an der Bonner Straße nun der Vergangenheit angehört, lebt vieles von dem, was das Lokal ausmachte, unter dem neuen Namen „Schönste Momente“ weiter. Die Anwesenheit von Effi und Teilen der alten Belegschaft sowie die Fortführung der griechischen Küche sind Zeichen dafür, dass die Seele des Ortes erhalten bleiben soll. Es ist nun an Saim Ismajli und seinem Team, dieses Erbe anzutreten und neue „Schönste Momente“ für die Gäste an dieser traditionsreichen Adresse zu schaffen. Der schmerzliche Abschied ist vollzogen, doch die Geschichte der Gastfreundschaft an der Bonner Straße wird fortgeschrieben.

Vergleich: Taverne Mykonos vs. Schönste Momente

Um die Veränderung und gleichzeitig die Kontinuität zu verdeutlichen, kann man die beiden Phasen des Restaurants an der Bonner Straße gegenüberstellen:

AspektTaverne Mykonos (Original)Schönste Momente (Neu)
Zeitraum1980 - 31. MärzAb 31. März
InhaberNiko & Effi Topalidis (später Effi allein)Saim Ismajli
NameTaverne MykonosSchönste Momente
StandortBonner Straße, Solingen-OhligsBonner Straße, Solingen-Ohligs
KücheAuthentisch GriechischGriechische Gerichte (mit alter Belegschaft)
PersonalFamilie Topalidis & TeamNeuer Inhaber, aber Teile der alten Belegschaft inkl. Effi
AtmosphäreUrgemütlich, familiär, Stück GriechenlandWird sich entwickeln, aber versucht, Kontinuität zu wahren

Häufig gestellte Fragen zum Abschied der Taverne Mykonos

Wann hat die Taverne Mykonos in Solingen-Ohligs geschlossen?

Die Taverne Mykonos an der Bonner Straße in Solingen-Ohligs hat am 31. März in ihrer ursprünglichen Form unter der bisherigen Führung geschlossen.

Was ist aus dem Restaurant an der Bonner Straße geworden?

Das Lokal wurde von Saim Ismajli übernommen und wird nun unter dem neuen Namen „Schönste Momente“ weitergeführt.

Gibt es dort noch griechisches Essen?

Ja, obwohl der Name neu ist, werden weiterhin griechische Gerichte angeboten. Ein Großteil der alten Belegschaft, einschließlich Effi Topalidis, ist im Team geblieben, was die Fortführung der bekannten Küche ermöglicht.

Bleibt die Familie Topalidis dem Restaurant erhalten?

Effi Topalidis, die Ehefrau des Gründers Niko Topalidis, ist weiterhin Teil des Teams im Restaurant „Schönste Momente“.

Gibt es in Solingen noch eine Taverne Mykonos?

Ja, es gibt eine weitere Taverne Mykonos an der Regerstraße in Solingen-Höhscheid. Dieses Restaurant wird von Jannis Topalidis, dem Bruder des verstorbenen Niko Topalidis, geführt, ist aber ein eigenständiger Betrieb und nicht identisch mit dem Lokal an der Bonner Straße.

Warum hat die Taverne Mykonos unter dem alten Namen geschlossen?

Der Text beschreibt einen Übergang nach dem Tod von Niko Topalidis und der Fortführung durch seine Frau Effi. Die Übernahme durch Saim Ismajli markiert das Ende der Ära unter der alleinigen Führung der Familie Topalidis und den Beginn eines neuen Kapitels unter neuem Namen.

War der Abschied schmerzlich für die Gäste?

Ja, der Text beschreibt den Abschied als „schmerzhaft“ und berichtet von vielen Stammgästen, die kamen, um Lebewohl zu sagen und Erinnerungen auszutauschen, da das Lokal für viele ein „zweites Zuhause“ war.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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