Die Hamburger Meile in Hamburg ist weit mehr als nur ein modernes Einkaufszentrum. Sie ist ein lebendiger Treffpunkt, tief verwurzelt in der Geschichte der Stadt und bietet auf beeindruckenden 700 Metern Länge ein vielfältiges Angebot für Besucher und Einheimische gleichermaßen. Gelegen im Herzen dicht bebauter Wohngebiete und exzellent angebunden, zieht dieses Shopping-Center täglich Tausende von Menschen an, die hier einkaufen, essen und die Atmosphäre genießen.

Die historische Wurzel: Von der Landstraße zur Geschäftsstraße
Die Geschichte der Hamburger Meile beginnt lange bevor sie ein Shopping-Center war. Seit dem Mittelalter war die heutige Hamburger Straße Teil einer wichtigen Landstraße, die nach Lübeck führte. Mitte des 19. Jahrhunderts trug sie noch den Namen Hauptstraße, bevor sie 1862 offiziell als Hamburger Straße benannt wurde. Ihre Entwicklung zur belebten Geschäftsstraße wurde durch die Verbesserung der Verkehrsanbindung maßgeblich vorangetrieben. Bereits ab 1867 verkehrte hier eine Pferdebahn, die vom Hamburger Rathaus über Hohenfelde und Uhlenhorst bis zum Barmbek-Markt führte. Diese wurde ab 1895 durch elektrische Straßenbahnen ersetzt. Eine weitere wichtige Anbindung erfolgte ab 1912 mit der Hochbahnstrecke der Ringlinie, der heutigen U3, mit den Haltestellen Mundsburg und der damaligen Wagnerstraße, die heute den Namen Hamburger Straße trägt. Parallel zur Hamburger Straße verläuft die Oberaltenallee, die heute durch einen Grünstreifen von der Hamburger Straße getrennt ist und als Einbahnstraße den Verkehr stadtauswärts aufnimmt.
Die Hamburger Straße entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden Handelsstandort. Ein frühes Beispiel war das Kaufhaus der Gebrüder Heilbuth, das in der Nähe der heutigen Adolph-Schönfelder-Straße eröffnete. Dieses wurde 1927 abgerissen, um Platz für das Kaufhaus der Firma Rudolph Karstadt zu schaffen. Am 21. März 1928 eröffnete Karstadt hier ein beeindruckendes Kaufhaus mit 32 Schaufenstern, einem 36 Meter hohen Turm und, als Novum in Hamburg, einer Rolltreppe über alle Geschosse. Bis 1938 zählte die Hamburger Straße laut Aufzeichnungen 290 Ladengeschäfte und Gastwirtschaften – ein Zeichen für die damalige Geschäftigkeit und Bedeutung.
Eine Stadt im Krieg: Zerstörung und langsamer Wiederaufbau
Die positive Entwicklung der Hamburger Straße wurde durch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs jäh unterbrochen. In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1943 wurde Barmbek während der Operation Gomorrha durch alliierte Bombenangriffe verwüstet. Fast alle Gebäude in der Hamburger Straße wurden zerstört. Das Karstadt-Kaufhaus stürzte ein, nur die Rückwand blieb stehen. Aus dem Personalbunker konnten 1.200 Menschen gerettet werden. Eine tragische Ausnahme bildete jedoch ein öffentlicher Schutzraum, in dem 370 Menschen durch einen Schwelbrand erstickten. Die Zerstörung war so verheerend, dass die Grundstücke erst 1953 von Trümmern befreit waren. Der Wiederaufbau der Hamburger Straße zog sich bis in die 1960er Jahre hin.
Heute erinnert ein Mahnmal gegen Krieg und Faschismus an die 370 Bombenopfer. Es steht seit dem 30. Juli 1985 auf der Fußgängerinsel zwischen Hamburger Straße und Oberaltenallee, nahe der Mundsburg. Die Skulptur der Bildhauerin Hildegard Huza zeigt einen schutzsuchend kauernden Menschen und dient als wichtige Erinnerung an die Geschichte des Ortes.
Die Geburt und Transformation des Einkaufszentrums
Der Gedanke an ein großes Einkaufszentrum auf der zerstörten Fläche entstand bereits 1958, als sich zwölf Bauherren auf die Neuerrichtung einigten. Aufgrund der Vielzahl von Grundeigentümern dauerte es jedoch zehn Jahre bis zur Grundsteinlegung. Das Einkaufszentrum wurde schließlich nach 22 Monaten Bauzeit am 8. Mai 1970 eingeweiht und war das erste und somit älteste große Bauprojekt dieser Art in Hamburg. Das ursprüngliche Konzept sah einen Komplex aus Bürogebäuden, zwei Kaufhäusern (Karstadt im Westen, Neckermann im Osten) und Einzelhandelsgeschäften vor. Die direkte Zufahrt von der Hamburger Straße zur Bachstraße und Bartholomäusstraße wurde durch den Neubau gekappt. Architektonisch wurde der Bau im Stil des Brutalismus errichtet, mit großen unverkleideten Betonflächen. Dieser Stil fand jedoch wenig Anklang bei den Kunden und führte nach der Eröffnung des Alstertal-Einkaufszentrums zu einem deutlichen Umsatzrückgang.
Ab 1973 entstand westlich des Einkaufszentrums ein weiteres kleines Einkaufszentrum, das Mundsburg-Center, verbunden mit den charakteristischen Hochhaustürmen. Eine Fußgängerbrücke über die Humboldtstraße schuf eine direkte Verbindung, die später überdacht wurde.
Zwischen 1980 und 2000 erfolgten mehrere bauliche Veränderungen zur Modernisierung. Das ursprüngliche Schiebedach der Passage wurde durch eine Glaskuppel ersetzt, und 1987 entstand an der Außenpassage Hamburgs längste Glaspassage. 1998 wurde der Komplex durch zwei Rotunden ergänzt. Über die Passageflächen im 1. Obergeschoss sind mehrere Hochhäuser zugänglich, in denen heute Hamburger Behörden – darunter das Regionalfinanzamt Barmbek-Uhlenhorst – sowie Arztpraxen und Büros untergebracht sind.
Ein Einschnitt war der Rückzug von Karstadt. Das Karstadt-Möbelhaus (vormals Neckermann) schloss um 2004. Das im Rahmen des Einkaufszentrums neu eröffnete Karstadt-Kaufhaus schloss im Frühjahr 2007 im Zuge von Umstrukturierungen der Karstadt AG. Damit zog sich Karstadt nach fast 80 Jahren vollständig vom Standort Hamburger Straße zurück.
Die umfassende Umgestaltung zur „Hamburger Meile“ (2008-2010)
Eine tiefgreifende Umgestaltung erfolgte zwischen Juli 2008 und April 2010, durchgeführt von den verbleibenden zwei Eigentümern, ECE und der Immobilienfirma Bruhn (die gemeinsam die Heliopolis GmbH bilden). Ziel war es, das Einkaufszentrum zu modernisieren und neu zu positionieren. Die Zahl der Geschäfte, Cafés und Restaurants wurde auf über 150 gesteigert, verteilt auf 47.700 Quadratmeter Verkaufsfläche. Eine zentrale Philosophie war es, junge Käufer durch ein breites Angebot an Trend-Mode anzusprechen. Die Hamburger Meile bietet Arbeitsplätze für 1.200 Menschen und stellt über 2.200 Parkplätze zur Verfügung, auch in einem Untergeschoss des ehemaligen Karstadt-Möbelhauses. Die Investitionssumme für diese Umgestaltung betrug 200 Millionen Euro, wovon die Hälfte für den Ankauf von Gebäudeteilen verwendet wurde.
Die „Shopping-Mall“ wurde von der Adolph-Schönfelder-Straße bis zur Mundsburg auf beeindruckende 600 Meter verlängert. Der westliche Teil wurde zwischen Juli 2008 und Februar 2010 in das ehemalige Karstadt-Warenhaus integriert und reicht bis zur U-Bahn-Station Mundsburg. Dort finden sich nun Geschäfte wie Drogerien, Elektronikfachmärkte und Bekleidungs-Shops. Mit der Eröffnung dieses westlichen Teils am 24. Februar 2010 erfolgte die offizielle Umbenennung des Einkaufszentrums Hamburger Straße in Shopping-Center Hamburger Meile. Der östliche Teil wurde von September 2008 bis April 2010 in das ehemalige Karstadt-Möbelhaus in Richtung U-Bahn-Station Hamburger Straße erweitert.
Eine bedeutende Neuerung war die Überbauung der Heitmannstraße, wodurch im Obergeschoss auf 600 Quadratmetern Fläche ein Food-Court entstand. Hier sind ringförmig zahlreiche Selbstbedienungs-Fastfood-Ausgaben angeordnet, mit einem gemeinsamen Sitzbereich in der Mitte. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Hamburgern, Wings, Döner, Fisch und Pizza bis hin zu Kaffee, Sushi sowie indischen und asiatischen Gerichten.
Die Außenfassade entlang der Hamburger Straße erhielt in den Jahren 2009/2010 ein neues Aussehen in Form eines durchlöcherten, geschwungenen Aluminiummantels, der zu bestimmten Zeiten künstlich angestrahlt wird.
Vielfalt und Service: Was die Hamburger Meile heute bietet
Auf ihren 700 Metern Länge und über zwei Geschosse verteilt, beherbergt die Hamburger Meile eine enorme Vielfalt an Geschäften und Dienstleistungen. Das Warenmix umfasst Modeläden, Sportläden, Schuhgeschäfte, Post, Buchläden, Papiergeschäfte, Spielzeugläden, Blumenläden, Elektronik- und Kommunikationsgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Bäcker, Schnellgastronomie (im Food-Court und darüber hinaus), Lebensmittelgeschäfte (wie den erwähnten Penny Supermarkt, der für seine Preise und Bequemlichkeit geschätzt wird), Frisöre, Banken, Brillengeschäfte, Reinigungen, Änderungsschneidereien sowie Zeitungs- und Tabakgeschäfte. Darüber hinaus sind im Komplex auch Arztpraxen und Hamburger Behörden ansässig, darunter das Regionalfinanzamt.
Die zentrale Lage auf dem Weg vom Osten in die Innenstadt und die hervorragende Anbindung an die U3 mit den U3-Haltestellen Hamburger Straße und Mundsburg machen das Center extrem gut erreichbar. Für Autofahrer stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, auch wenn die maximale Einfahrtshöhe 1,9 Meter beträgt. Das Einkaufszentrum ist von dicht bebautem Wohngebiet umgeben, was für einen konstanten Besucherstrom sorgt. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Besucherandrang auf bis zu 60.000 Personen pro Tag geschätzt – ein deutliches Zeichen für die Attraktivität des Standortes.
Auch die öffentliche Sicherheit ist in der Umgebung gewährleistet. Gegenüber dem Einkaufszentrum in der Oberaltenallee befindet sich seit März 2009 das Polizeikommissariat 31, das in einem Neubau aus den Jahren 2008/2009 untergebracht ist. Nach der Zusammenlegung mit dem PK 32 sind hier 200 Mitarbeiter tätig und betreuen die Stadtteile Uhlenhorst, Hohenfelde und Barmbek.
Eigentum und professionelles Management
Seit 2007 wird das Einkaufszentrum von zwei Haupteigentümern gehalten: ECE und der Immobilienfirma Bruhn, die gemeinsam die Heliopolis GmbH bilden. Die ECE, die europaweit eine Vielzahl von Einkaufsgalerien betreibt, ist für das professionelle Center-Management verantwortlich. Das Büro des Center-Managements befindet sich in der Mitte der Passage im 2. Obergeschoss. Von hier aus werden alle wichtigen Aufgaben koordiniert, von der Planung und dem Umbau über die Reinigung, Werbung und Vermietung bis hin zur Dekoration und Organisation von Ausstellungen. Dieses Management sorgt dafür, dass die Hamburger Meile ein attraktiver und gut funktionierender Ort bleibt.
Die Hamburger Meile ist somit ein beeindruckendes Beispiel für die städtebauliche Entwicklung und die Widerstandsfähigkeit Hamburgs. Aus einer historischen Landstraße, die durch Krieg zerstört wurde, ist ein modernes, weitläufiges Shopping-Center entstanden, das Geschichte und Gegenwart verbindet und einen wichtigen Teil des städtischen Lebens darstellt.
Häufig gestellte Fragen zur Hamburger Meile
Q: Wer ist der Eigentümer der Hamburger Meile?
A: Das Einkaufszentrum wird seit 2007 von einem Gemeinschaftsunternehmen, der Heliopolis GmbH, gehalten. Hinter dieser Gesellschaft stehen die Firmen ECE und Bruhn.
Q: Warum heißt es Hamburger Meile?
A: Das Shopping-Center wurde am 24. Februar 2010 im Zuge einer umfassenden Umgestaltung und Erweiterung von „Einkaufszentrum Hamburger Straße“ in „Shopping-Center Hamburger Meile“ umbenannt. Der Name bezieht sich auf die historische Hamburger Straße, an der es liegt.
Q: Was kann man in der Hamburger Meile machen?
A: Die Hamburger Meile bietet eine sehr große Vielfalt. Man kann ausgiebig einkaufen in zahlreichen Mode-, Schuh-, Sport- und Elektronikgeschäften sowie vielen weiteren Läden (Buchhandlungen, Drogerien, Bäcker etc.). Es gibt einen großen Food-Court mit internationaler Küche und weitere Gastronomie. Zudem sind Dienstleister wie Banken, Friseure, Reinigungen, Arztpraxen und sogar Hamburger Behörden (Finanzamt) im Komplex untergebracht. Man kann das Center bequem per U-Bahn oder Auto erreichen und parken.
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