Der Henninger Turm in Frankfurt am Main ist mehr als nur ein Gebäude; er ist ein Stück Stadtgeschichte, ein markantes Wahrzeichen und ein Ort voller Erinnerungen. Einst das höchste Getreidesilo der Welt, ragt heute an gleicher Stelle ein Neubau in den Himmel, der das Erbe seines Vorgängers aufgreift und neu interpretiert. Besonders reizvoll ist und war stets der Blick von oben – gekrönt von einem gastronomischen Erlebnis. Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch die bewegte Geschichte des Turms und zeigt Ihnen, was Sie heute ganz oben im neuen Henninger Turm erwartet.

Beginnen wir mit dem Original, dem alten Henninger Turm. Erbaut Anfang der 1960er Jahre, war er bei seiner Eröffnung im Frühjahr 1961 nicht nur das höchste Gebäude Frankfurts, sondern auch das weltweit höchste Getreidesilo. Mit einer Höhe von rund 120 Metern und über dreißig Stockwerken dominierte er die Frankfurter Skyline zu einer Zeit, als diese noch gar nicht existierte. Sein charakteristisches Merkmal war das aufgesetzte, tonnenförmige „Fass“. Doch was ihn für die breite Öffentlichkeit besonders machte, war das darüber im 21. Stockwerk angesiedelte Dachgartenrestaurant. Dieses Restaurant war etwas ganz Besonderes, ein echtes Highlight: ein Drehrestaurant. Langsam rotierend bot es seinen Gästen während des Essens einen sich ständig wandelnden, Panoramablick über Frankfurt und die umliegende Landschaft.
Das Drehrestaurant wurde schnell zu einem beliebten Treffpunkt. Hier wurden rauschende Tanzfeste gefeiert, Firmenjubiläen begangen und Geburtstage zelebriert. Für viele Frankfurter war es ein besonderes Erlebnis, das man sich vielleicht nicht oft, aber doch einmal im Leben gönnte. Die Erinnerungen daran sind tief in der Stadt verankert. Prominente wie Eisprinzessin Marika Kilius stellten hier ihre neuen Schallplatten vor. Der Turm war aufgeladen mit Geschichten und Emotionen, was den späteren Abschied so schwer machte.
Ein weiterer Faktor, der zur Bekanntheit des Henninger Turms beitrug, war das Radrennen „Rund um den Henninger Turm“. Eine pfiffige Marketingidee der Brauerei, die das Gebäude und seinen atemberaubenden Ausblick weithin bekannt machte. Der Turm war ein Wahrzeichen, mit dem sich die Frankfurter identifizierten, auch wenn er anfangs umstritten war. Stimmen monierten, er sei „zu hoch, zu amerikanisch, potthässlich“. Doch mit der Zeit wuchs die Zuneigung.
Leider nagte der Zahn der Zeit am alten Turm. Das Dachgartenrestaurant musste bereits elf Jahre vor dem endgültigen Abriss schließen, da der Turm nicht mehr den modernen Bau- und Brandschutzvorschriften entsprach. Der Turm war marode, veraltet, enthielt Asbest und ließ sich nicht wirtschaftlich für neue Zwecke nutzen. Die Entscheidung zum Abriss fiel, was bei vielen Frankfurtern Wehmut auslöste. Der Abschied schmerzte, doch die Erinnerungen blieben.
Der Abriss begann Anfang 2013 und war ein aufwendiger Prozess. Da der Turm nicht gesprengt werden durfte, wurde er Stück für Stück abgetragen. Im August 2013 fehlte bereits das markante „Fass“, und das Innere war völlig entkernt. Ein Blick zurück auf die über fünfzig Jahre, in denen hier sechstausend Kubikmeter Beton und fünfhundert Tonnen Stahl verbaut wurden.

Doch die Geschichte des Henninger Turms endete nicht mit seinem Abriss. An gleicher Stelle sollte ein Neubau entstehen, der die Erinnerung an den Vorgänger wachhalten sollte. Die Architekten Claudia Meixner und Florian Schlüter von Meixner Schlüter Wendt planten ein neues Gebäude, das sich am Erscheinungsbild des abgerissenen Turms orientiert, ohne eine reine Kopie zu sein. Ihr Ziel war es, die „Zeichenhaftigkeit“ und die Bedeutung des Turms als „Landmark“ beizubehalten.
Der Bau des neuen Henninger Turms begann am 15. Juni 2014. Es entstand ein Wohnturm mit 207 Luxus-Wohnungen. Das 140 Meter hohe Gebäude zitiert die Silhouette des Vorläuferbaus: den hoch aufragenden Hauptkörper mit quadratischem Grundriss (obwohl der Grundriss des Neubaus rechteckig ist) und den runden Tonnenaufsatz. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zum Original. Der Neubau wurde näher am Hainer Weg platziert. Die Fassade wird nicht mehr von Beton, sondern hauptsächlich von Glas dominiert. Das „Fass“ auf dem neuen Turm ist mit sechs Stockwerken deutlich größer als das ursprüngliche dreistöckige Fass.
Die Fertigstellung des 150 Millionen Euro teuren Gebäudes erfolgte im November 2017. Neben den Wohnungen sind auch Gewerbeflächen vorgesehen. Die Eröffnung des Restaurants „Franziska“ und der restlichen Gewerbeflächen Ende September 2018 markierte die endgültige Fertigstellung des Baus. Auf dem benachbarten Gelände der ehemaligen Brauerei entstehen zudem rund 800 weitere Wohnungen, Sozialeinrichtungen und ein Einkaufszentrum, was das Areal belebt und neu gestaltet.
Nun zur Frage, was sich heute ganz oben im Henninger Turm befindet. Wie auch sein Vorgänger beherbergt der neue Turm ein Restaurant und bietet die Möglichkeit, die spektakuläre Aussicht zu genießen. Das Restaurant im neuen Henninger Turm trägt den Namen „Franziska“ und wurde im Herbst 2018 eröffnet. Es befindet sich ganz oben im Turm und bietet eine „progressive german vintage cuisine“. Das Restaurant ist täglich ab 18 Uhr geöffnet, eine Online-Reservierung ist notwendig.
Ein zentrales Element des Erlebnisses ist natürlich der Blick. Der neue Henninger Turm verfügt über eine öffentlich zugängliche Besucherterrasse. Allerdings ist diese Aussichtsplattform nicht separat zugänglich, sondern Teil des Restaurants „Franziska“. Das bedeutet, dass man zahlender Gast im Restaurant sein muss, um auf die Terrasse zu gelangen und das Panorama zu genießen. Laut den uns vorliegenden Informationen war die Aussichtsterrasse von September 2019 bis zum Frühsommer 2020 dauerhaft geschlossen. Das Restaurant selbst war jedoch geöffnet. Es ist ratsam, sich vor einem Besuch über den aktuellen Status der Terrasse zu informieren, falls der Zugang zu einem bestimmten Zeitpunkt entscheidend für Ihre Planung ist. Unabhängig davon bietet das Restaurant selbst den Besuchern die Möglichkeit, den Blick über Frankfurt zu erleben.

Das Konzept des Restaurants Franziska verbindet also gehobene Gastronomie mit einem unvergleichlichen Ausblick. Während das alte Drehrestaurant eine langsame, sich bewegende Perspektive bot, ist die Aussicht vom neuen Turm fest, aber nicht weniger beeindruckend. Sie ermöglicht es den Besuchern, die Entwicklung der Frankfurter Skyline zu bestaunen, die seit den 1960er Jahren stark gewachsen ist.
Die Architekten des Neubaus betonten, dass der neue Turm „zu dieser Stadt gehört und in die Geschichte dieser Stadt gehört“. Genau diese Verbindung von Geschichte und Gegenwart macht den Reiz des neuen Henninger Turms aus. Er erinnert an das alte Wahrzeichen, bietet aber gleichzeitig moderne Nutzungsmöglichkeiten, insbesondere durch die Wohnungen und das Restaurant. Das „Fass“ oben auf dem Turm, wenn auch größer und anders gestaltet, bleibt ein Erkennungsmerkmal, das die Verbindung zum Original herstellt.
Die Bedeutung des Turms als Aussichtspunkt war immer immens. Schon vom alten Turm aus hatten die Frankfurter stolz ihren Besuchern die Stadt gezeigt. Dieses Bedürfnis nach einem öffentlichen Aussichtspunkt wurde beim Neubau berücksichtigt, auch wenn der Zugang nun an den Restaurantbesuch gekoppelt ist. Es ist die Fortsetzung einer Tradition: Frankfurt von oben zu sehen.
Der neue Henninger Turm steht somit für den Wandel Frankfurts. Er ersetzt ein industrielles Bauwerk durch einen modernen Wohn- und Gastronomieturm, der sich architektonisch auf seinen Vorgänger bezieht. Das Restaurant Franziska und die dazugehörige Aussichtsterrasse sind die Anziehungspunkte für Besucher, die das besondere Erlebnis suchen: Speisen in großer Höhe mit einem spektakulären Blick auf die Mainmetropole. Es ist ein Ort, der neue Erinnerungen schafft, während er an die alten erinnert.
Vergleich: Alter vs. Neuer Henninger Turm
| Merkmal | Alter Henninger Turm | Neuer Henninger Turm |
|---|---|---|
| Zweck | Getreidesilo, Aussichtsrestaurant | Wohnturm, Restaurant |
| Höhe | ca. 120 Meter | 140 Meter |
| Bauzeitraum | Fertigstellung 1961 | Bau 2014-2017 |
| Abriss | 2013 | Nicht relevant |
| Restaurant | Dachgartenrestaurant (drehend) | Franziska (progressive german vintage cuisine, nicht drehend) |
| Aussichtsplattform | Ja (öffentlich zugänglich) | Teil des Restaurants (Zugang als zahlender Gast) |
| Fassadenmaterial | Hauptsächlich Beton | Hauptsächlich Glas |
| Form „Fass“ | 3 Stockwerke | 6 Stockwerke |
| Grundriss | Quadratisch | Rechteckig (Hauptkörper) |
| Lage | Originalposition | Näher am Hainer Weg |
Häufig gestellte Fragen zum Henninger Turm:
Wie heißt der Henninger Turm heute?
Das Gebäude, das an der Stelle des alten Henninger Turms steht, wird oft als „Neuer Henninger Turm“ bezeichnet. Es handelt sich um einen Wohnturm, dessen Erscheinungsbild sich am abgerissenen Vorgänger orientiert. Offiziell ist es ein Wohnhochhaus.

Warum wurde der alte Henninger Turm abgerissen?
Der alte Henninger Turm wurde abgerissen, weil er marode und veraltet war. Er entsprach nicht mehr den modernen Bau- und Brandschutzvorschriften, enthielt Asbest und konnte nicht wirtschaftlich für neue Zwecke umgebaut werden.
Gibt es ein Restaurant im neuen Henninger Turm?
Ja, im neuen Henninger Turm gibt es ein Restaurant namens „Franziska“. Es bietet „progressive german vintage cuisine“ und befindet sich ganz oben im Turm.
Kann man den neuen Henninger Turm besichtigen oder auf die Aussichtsplattform?
Der neue Henninger Turm ist hauptsächlich ein Wohngebäude. Es gibt jedoch eine öffentlich zugängliche Besucherterrasse, die Teil des Restaurants „Franziska“ ist. Um auf die Terrasse zu gelangen und die Aussicht zu genießen, muss man zahlender Gast im Restaurant sein. Laut älteren Informationen war die Terrasse zeitweise geschlossen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der neue Henninger Turm das Erbe seines berühmten Vorgängers aufgreift und weiterführt. Er bietet zwar kein rotierendes Restaurant mehr, aber das Restaurant Franziska und die dazugehörige Aussichtsterrasse ermöglichen weiterhin das zentrale Erlebnis: den unvergleichlichen Blick über Frankfurt. Es ist ein Ort, an dem Geschichte und Moderne aufeinandertreffen und der die Anziehungskraft des Henninger Turms als Frankfurter Wahrzeichen in die Zukunft trägt.
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