Warum kocht Lichter nicht mehr?

Horst Lichters Oldiethek und sein Weg

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Horst Lichter ist in Deutschland längst eine feste Größe im Fernsehen. Bekannt für seinen charakteristischen Zwirbelbart, seinen rheinischen Humor und seine warmherzige Art, hat er sich vom gelernten Koch zum vielseitigen Moderator, Autor und Entertainer entwickelt. Doch bevor die Fernsehkarriere so richtig Fahrt aufnahm, verwirklichte sich Lichter einen ganz besonderen Traum – eine Mischung aus Restaurant, Kuriositätenkabinett und Treffpunkt für Gleichgesinnte: die Oldiethek.

Die Oldiethek – Ein einzigartiger Ort der Begegnung

In Butzheim, einem Ortsteil von Rommerskirchen, schuf Horst Lichter mit seiner Oldiethek eine Welt, die genau seinen Vorstellungen entsprach. Es war kein gewöhnliches Restaurant, sondern ein Ort, der Gastronomie mit seiner Leidenschaft für alte Dinge verband. Unter einem Dach vereinte er Antiquitäten, Kitsch, Kunst, Trödel, und vor allem seine geliebten Motorrad-Oldtimer. Diese außergewöhnliche Mischung schuf eine Atmosphäre, die Besucher sofort in ihren Bann zog.

Wie viele Michelin-Sterne hat Horst Lichter?
Lichter! Lecker! und seine zahlreichen Kochbücher bekannt. Von 1983 bis 2019 war sein Restaurant mit einem, von 1987 bis 2009 mit zwei Michelinsternen ausgezeichnet.

Man fühlte sich in der Oldiethek wie im traditionsreichen Wohnzimmer eines schrulligen Lords. Überall gab es etwas zu entdecken, das Auge konnte sich kaum sattsehen an den unzähligen Sammlerstücken, die Horst Lichter liebevoll zusammengetragen hatte. Hier kamen die unterschiedlichsten Menschen zusammen: Trödler auf der Suche nach verborgenen Schätzen, Träumer, die sich von der Atmosphäre inspirieren ließen, und Genießer, die sich kulinarisch verwöhnen lassen wollten.

Es war ausdrücklich erwünscht, in Ruhe herumzustöbern, in Büchern zu blättern und sich danach an den Tisch zu setzen. Horst Lichter gelang es, die unterschiedlichsten Besucher harmonisch zusammenzubringen. Coole Biker saßen neben Antiquitätenliebhabern und Gourmets, die extra aus der Stadt angereist waren. Genau das war Horst Lichters Vision: Erlebnisgastronomie der besonderen Art, ein Ort der Geselligkeit, an dem jeder willkommen war und sich wohlfühlte.

Das Ende der Oldiethek und ein neuer Anfang

Doch diese einzigartige Ära ging zu Ende. Die Oldiethek schloss Ende des Jahres 2010 für immer ihre Pforten. Sie wurde damit zu einem Stück lokaler Geschichte in Rommerskirchen. Für Horst Lichter bedeutete dies eine Zäsur in seiner Karriere, die bereits vor der Oldiethek einige Wendungen genommen hatte.

Nach seiner Ausbildung zum Koch arbeitete Lichter zunächst in verschiedenen Restaurants, verlor aber zwischenzeitlich die Lust am Kochen und arbeitete stattdessen in einer Braunkohlefabrik. Doch der Traum von einem eigenen Ort, der seine Leidenschaften vereinte, ließ ihn nicht los. Zunächst eröffnete er 1990 nach einer krankheitsbedingten Pause einen Club für Freunde in einer renovierten Halle, wo er mit regionalen Zutaten und unorthodoxen Kombinationen kochte. Dieses Konzept wurde bekannter, und 1995 wurde aus dem Club das Restaurant „Oldiethek“. Ihre Schließung Ende 2010 markierte das Ende dieses Kapitels.

Hat Horst Lichter noch ein eigenes Restaurant?
Das war es, was Horst Lichter verwirklichen wollte – Erlebnisgastronomie der besonderen Art. Ende des Jahres 2010 hat die Oldiethek ihre Pforten geschlossen – sie ist somit ein Stück Rommerskirchener Geschichte.

Vom Herd ins Fernsehen: Horst Lichters beeindruckende TV-Karriere

Nach der Schließung der Oldiethek und seiner gesundheitlichen Pause verlagerte sich Horst Lichters Fokus zunehmend auf die Medien. Er begann, Geschichten aus seinem Leben in kleinen Theatern zu erzählen und fand schnell den Weg ins Fernsehen.

Bereits vor dem endgültigen Ende der Oldiethek sammelte er erste TV-Erfahrungen, etwa in Sendungen wie „Goldener Grill 2005“ oder der „Fußball-WM Show“ im ZDF. Zwischen 2005 und 2012 war er regelmäßig in Kochshows präsent, zunächst bei „Kerner kocht“ und danach bei „Lanz kocht“. Auch im beliebten „ZDF-Fernsehgarten“ trat er auf.

Ein wichtiger Schritt war seine Rolle als Moderator und Koch in der gemeinsamen Sendung „Lafer!Lichter!Lecker!“, die von 2006 bis 2017 lief. Ab 2008 wirkte er zudem als Moderator und Jurymitglied in „Die Küchenschlacht“ mit. Er sprang auch als Urlaubsvertretung bei „Topfgeldjäger“ ein und moderierte Grillshows wie „Deutschlands große Grilllshow“.

Seit 2013 ist Horst Lichter das Gesicht der äußerst erfolgreichen ZDF-Sendung Bares für Rares. Hier nutzt er sein Talent als Moderator und seine Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, anstatt zu kochen. In dieser Sendung sucht er nach Zuschauern, die mit ihren Fundstücken Geld verdienen möchten. Die bereitgestellten Informationen betonen, dass er sich gerade in dieser Rolle besonders wohlfühlt. Der Erfolg von „Bares für Rares“ führte auch zu Primetime-Ausgaben wie „Bares für Rares – Deutschlands größte Trödelshow“ mit prominenten Gästen.

Wie viel verdient Horst Lichter pro Sendung
Markus Lanz: 1,9 Millionen Euro pro Jahr. Horst Lichter: 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Oliver Welke: 1,18 Millionen Euro pro Jahr. Jan Böhmermann: 682.000 Euro pro Jahr (brutto)

Neben „Bares für Rares“ hat Horst Lichter weitere Formate moderiert, darunter „Koch im Ohr“ (2016-2017). Seine Leidenschaft für Motorräder und Reisen lebt er in den Reisereportagen „Horst Lichter sucht das Glück“ und „Horst Lichters Traumrouten“ aus, wo er mit dem Motorrad oder Oldtimer die schönsten Gegenden erkundet, von Norwegen über Kroatien bis nach Italien und Mallorca.

Warum kocht Horst Lichter heute seltener professionell?

Die Frage, warum Horst Lichter heute nicht mehr hauptsächlich als Koch in Erscheinung tritt, lässt sich gut aus seinem Werdegang ableiten. Nach der Schließung seiner Oldiethek Ende 2010 und einer gesundheitlichen Zäsur verlagerte sich sein beruflicher Schwerpunkt. Er fand neue Betätigungsfelder im Fernsehen, als Autor und auf der Bühne.

Obwohl er noch einige Jahre in verschiedenen Kochshows zu sehen war und dort sein Können zeigte, nahm die Moderation und Unterhaltung eine immer größere Rolle ein. Formate wie „Bares für Rares“ sind äußerst zeitintensiv und erfordern seine volle Präsenz als Gastgeber. Seine Talente als Geschichtenerzähler und einfühlsamer Gesprächspartner kommen in diesen Sendungen voll zur Geltung.

Es scheint eine bewusste Entscheidung und eine natürliche Entwicklung seiner Karriere zu sein. Er hat seine Leidenschaft für gutes Essen und Kochen nicht verloren, wie seine Kochbücher und früheren TV-Auftritte zeigen, aber sein Hauptbetätigungsfeld hat sich gewandelt. Er ist heute in erster Linie Entertainer und Moderator, der Menschen mit seiner Persönlichkeit begeistert, auch wenn das Kochen nicht mehr im Vordergrund steht.

Hat Horst Lichter noch ein eigenes Restaurant?
Das war es, was Horst Lichter verwirklichen wollte – Erlebnisgastronomie der besonderen Art. Ende des Jahres 2010 hat die Oldiethek ihre Pforten geschlossen – sie ist somit ein Stück Rommerskirchener Geschichte.

Auszeichnungen und literarisches Schaffen

Horst Lichters Erfolg und Beliebtheit spiegeln sich auch in den Auszeichnungen wider, die er erhalten hat. 2014 wurde er mit der Goldenen Kamera als bester TV-Koch geehrt, auch wenn sich sein Wirken inzwischen über das reine Kochen hinaus erstreckte. 2019 erhielt er eine Romy in der Kategorie Show/Unterhaltung, was seine breitere Wirkung als Entertainer unterstreicht.

Neben seiner Fernsehkarriere ist Horst Lichter auch als Autor erfolgreich. Er hat mehrere Kochbücher veröffentlicht. Darüber hinaus hat er sehr persönliche Bücher geschrieben. 2016 erschien seine Biografie unter dem Titel „Keine Zeit für Arschlöcher!“, in der er offen über sein Leben spricht, inklusive der Gründe, warum er sich bei „Bares für Rares“ so wohlfühlt. Basierend auf Motiven dieser Biografie entstand 2021 sogar ein Herzkino-Film des ZDF. 2021 veröffentlichte er ein weiteres Buch mit dem Titel „Ich bin dann mal still – Meine Suche nach der Ruhe in mir“. Diese Bücher zeigen eine weitere Facette seiner Persönlichkeit und seines Schaffens jenseits von Küche und Trödel.

Häufige Fragen zu Horst Lichter

Hier beantworten wir einige Fragen, die im Zusammenhang mit Horst Lichter und seiner Karriere oft gestellt werden, basierend auf den uns vorliegenden Informationen:

FrageAntwort (basierend auf vorliegenden Informationen)
Hat Horst Lichter noch ein eigenes Restaurant?Nein, seine bekannte Oldiethek in Rommerskirchen wurde Ende 2010 geschlossen.
Warum kocht Horst Lichter nicht mehr so viel im Fernsehen?Nach der Schließung der Oldiethek und einer gesundheitlichen Pause hat sich sein Fokus auf die Moderation und Unterhaltung im Fernsehen verlagert. Sendungen wie „Bares für Rares“ nehmen viel Zeit in Anspruch.
Wie viele Michelin-Sterne hat Horst Lichter?Die vorliegenden Informationen enthalten keine Angaben dazu, dass Horst Lichter mit Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde. Solche Auszeichnungen beziehen sich auf Sterneküche in aktiv betriebenen Restaurants.
Wie viel verdient Horst Lichter pro Sendung „Bares für Rares“?Die vorliegenden Informationen geben keine Auskunft über Horst Lichters Einkommen. Details zu Gagen sind in der Regel private Informationen.

Fazit

Horst Lichters Weg vom Koch mit einer einzigartigen Oldiethek hin zum beliebten TV-Moderator ist eine beeindruckende Karriereentwicklung. Auch wenn die Türen seines besonderen Restaurants in Rommerskirchen schon lange geschlossen sind, hat er seinen Platz im Herzen des Publikums gefunden – nicht zuletzt durch seine authentische Art und seine Fähigkeit, Menschen zu unterhalten. Sein heutiges Wirken vor der Kamera, sei es bei „Bares für Rares“ oder auf seinen Motorradreisen, zeigt die Vielseitigkeit dieses Mannes, der weit mehr ist als nur ein Koch.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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