Warum gibt es das japanische Viertel in Düsseldorf?

Little Tokyo in Düsseldorf: Ein Stück Japan

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Düsseldorf mag eine deutsche Stadt sein, doch sie beherbergt ein Viertel, das Sie in eine völlig andere Welt entführt: das japanische Viertel, liebevoll auch Little Tokyo genannt. Dieser besondere Stadtbereich im Herzen Düsseldorfs ist ein lebendiges Zeugnis der engen Verbindung zwischen Deutschland und Japan und bietet Besuchern ein unvergleichliches Erlebnis fernöstlicher Kultur und Kulinarik.

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Die Präsenz japanischer Firmen in Düsseldorf hat über die Jahre hinweg eine lebendige japanische Gemeinde entstehen lassen, die sich vor allem rund um die Immermannstraße niedergelassen hat. Zwischen dem Hauptbahnhof und der berühmten Königsallee finden Sie hier nicht nur Büros und Banken, sondern auch eine Fülle an Restaurants, Geschäften und Supermärkten, die das tägliche Leben der japanischen Einwohner bereichern und gleichzeitig neugierige Besucher anziehen. Japanische Schriftzeichen an den Fassaden und verlockende Düfte aus den Küchen verraten schnell, dass Sie hier am richtigen Ort sind, um ein authentisches Stück Japans zu erleben.

Das Herz von Little Tokyo: Die Immermannstraße

Die Immermannstraße ist zweifellos das pulsierende Zentrum des japanischen Viertels. Hier konzentriert sich ein Großteil des japanischen Lebens in Düsseldorf. An der Ecke zur Charlottenstraße steht das imposante deutsch-japanische Center, ein riesiger Komplex von 12.000 Quadratmetern, der als zentraler Anlaufpunkt für die japanische Geschäftswelt dient. Doch Little Tokyo ist weit mehr als nur ein Geschäftsviertel.

Entlang der Immermannstraße und in den umliegenden Gassen finden Sie alles, was das japanische Herz begehrt, und vieles mehr, das auch Nicht-Japaner begeistert. Von spezialisierten Buchläden wie dem Book Store Nippon, der eine riesige Auswahl an japanischen Büchern und Manga bietet, bis hin zu Geschäften für Kunst und Dekoration wie Kyoto By Japan Art Deco – die Vielfalt ist beeindruckend. Es ist ein Ort, an dem Sie stundenlang stöbern und immer wieder Neues entdecken können. Doch für viele Besucher ist die Hauptattraktion die Gastronomie.

Eine kulinarische Reise durch Japan

Das japanische Viertel in Düsseldorf ist ein wahres Paradies für Feinschmecker und Liebhaber der japanischen Küche. Die Auswahl an Restaurants ist riesig und reicht von kleinen, authentischen Lokalen bis hin zu gehobener Gastronomie. Hier können Sie die ganze Bandbreite japanischer Speisen genießen, von klassischem Sushi und Sashimi bis hin zu herzhaften Ramen-Suppen und vielfältigen vegetarischen und veganen Gerichten nach japanischer Art. Spezialisierte Supermärkte, wie man sie in Japan findet, versorgen sowohl die Restaurants als auch Hobbyköche mit allen notwendigen Zutaten und Utensilien, von seltenen Gewürzen über spezielle Reissorten bis hin zu Küchengeräten.

Hervorragende Adressen für japanischen Genuss

Die Dichte an erstklassigen japanischen Restaurants in Little Tokyo ist bemerkenswert. Jedes Lokal hat seinen eigenen Charakter und seine Spezialitäten:

  • Nagaya Restaurant: Befindet sich in der Klosterstraße 42, 40211 Düsseldorf. Dieses Restaurant ist bekannt für seine hochqualitativen Speisen. Hier wird nicht nur auf exzellenten Geschmack Wert gelegt, sondern auch auf die Präsentation der Gerichte, die oft wie kleine Kunstwerke aussehen. Ein Besuch im Nagaya ist ein Fest für Gaumen und Augen gleichermaßen und bietet ein gehobenes kulinarisches Erlebnis.
  • Naniwa: Zu finden in der Oststraße 55, 40211 Düsseldorf. Naniwa ist extrem beliebt, besonders zur Mittagszeit. Die Schlangen vor dem kleinen Restaurant sind legendär, aber das Warten lohnt sich. Das Naniwa serviert köstliche japanische Klassiker wie Kimchi, Sushi, verschiedene Suppen und natürlich Ramen. Da Ramen in Japan oft als schnelles Essen gilt, sind die Wartezeiten trotz der Schlangen meist überschaubar.
  • Takumi: Das Takumi in der Immermannstraße 28, 40210 Düsseldorf, gilt für viele als die Top-Adresse für Ramen in Düsseldorf. Hier werden die beliebten Nudelsuppen in zahlreichen Variationen angeboten. Wer einen Platz direkt an der Bar ergattert, kann den Köchen bei der Zubereitung der authentischen Gerichte zusehen – ein faszinierender Einblick in die japanische Kochkunst.
  • Maruyasu: Maruyasu ist ein Pionier in Sachen Sushi in Düsseldorf und hat sich zu einem kleinen Imperium entwickelt, das von Akio Ando und seiner Familie aufgebaut wurde. Die Hauptfiliale liegt in der Immermannstraße 11, 40210 Düsseldorf. Mittlerweile gibt es jedoch weitere Standorte, unter anderem in der Kö Galerie, den Schadow Arkaden, auf der Friedrichstraße und im Medienhafen. Maruyasu steht für hohe Qualität und bietet eine beeindruckende Auswahl an klassischen und exotischen Sushi-Variationen. Die Filiale in der Immermannstraße hat typischerweise Montag bis Samstag von 11:30 bis 20:00 Uhr geöffnet.
  • Bakery Taka: Nach all den herzhaften Genüssen darf das Süße nicht fehlen. Die Bakery Taka, ebenfalls in der Immermannstraße 36, 40210 Düsseldorf, bietet eine köstliche Auswahl an typisch japanischem Gebäck. Probieren Sie unbedingt Backwaren mit Anko (süßer Bohnenpaste), Yakisobapan (ein Brötchen gefüllt mit gebratenen Nudeln – herzhaft, aber oft bei Bäckern erhältlich) oder japanische Schokolade. Ein Besuch hier rundet das kulinarische Erlebnis perfekt ab.

Eine japanische Mahlzeit ist oft erst komplett mit dem passenden Getränk. Sake, traditioneller japanischer Reiswein, hat in Japan einen hohen Stellenwert und gehört zum Kulturgut. Ein Gläschen Sake zu Ihrem Sushi oder anderen Gerichten macht den kulinarischen Hochgenuss in Little Tokyo perfekt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten: Mehr als nur Essen

Little Tokyo und das umliegende Düsseldorf bieten mehr als nur gastronomische Erlebnisse. Die japanische Kultur ist auch in Form von beeindruckenden Sehenswürdigkeiten präsent, die einen Besuch lohnen.

Der Japanische Garten im Nordpark

Im Stadtteil Stockum, inmitten des Nordparks, liegt der wunderschöne Japanische Garten. Er ist seit 1975 ein Geschenk der japanischen Gemeinde an die Stadt Düsseldorf und bietet eine Oase der Ruhe und Besinnung. Im Gegensatz zu vielen europäischen Parks zeichnen sich japanische Gärten durch eine ganz eigene Ästhetik aus. Hier finden Sie sorgfältig beschnittene Bäume, oft in wolkenförmigen oder anderen künstlerischen Formen, ruhige Teiche mit Wasserspielen und einen kleinen Wasserfall. Es ist der ideale Ort, um dem Großstadttreiben zu entfliehen, auf einer Bank zu entspannen und die Harmonie der Natur auf sich wirken zu lassen. Der Garten, auch "Garten der Besinnung" genannt, zieht nicht nur Naturliebhaber an, sondern ist auch ein beliebter Treffpunkt für Cosplayer, die hier eine malerische Kulisse für ihre Fotoshootings finden. Der Eintritt in den Japanischen Garten ist übrigens kostenlos.

Das EKŌ-Haus der Japanischen Kultur

Auf der anderen Rheinseite, im Stadtteil Niederkassel, befindet sich das EKŌ-Haus. Dieses Zentrum, das 1993 eröffnet wurde, spielt eine wichtige Rolle für die japanische Gemeinde in Düsseldorf, sowohl in kultureller als auch in religiöser Hinsicht. Es beherbergt unter anderem den einzigen Jōdo-Shinshū Tempel Europas und ist ein Ort des Austauschs und der Begegnung. Im EKŌ-Haus finden regelmäßig Vorträge, Zeremonien und Ausstellungen statt. Besucher haben hier die Möglichkeit, an einer traditionellen Teezeremonie teilzunehmen oder sich in japanischen Künsten wie Tuschemalerei, Kalligrafie oder Ikebana (Blumenarrangieren) zu versuchen. Zusammen mit dem Tempel und einem eigenen kleinen japanischen Garten ist das EKŌ-Haus ein beliebtes Ausflugsziel, das einen tiefen Einblick in die japanische Kultur ermöglicht. Der Eintritt für das EKŌ-Haus beträgt 3€. Die Adresse lautet Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf. Der Tempelgarten ist meist Mo-Fr von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, das traditionelle Holzhaus Di-Fr von 13:00 bis 17:00 Uhr. Aktuelle Ausstellungen sind oft nur mit vorheriger Terminbuchung zugänglich.

Große japanische Veranstaltungen in Düsseldorf

Die japanische Präsenz in Düsseldorf wird auch durch zwei große jährliche Veranstaltungen gefeiert, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind.

Der Japan-Tag Düsseldorf/NRW

Ein absolutes Highlight im Veranstaltungskalender ist der alljährliche Japan-Tag. Seit 2002 zieht dieses Fest im Frühsommer über 600.000 Besucher an den Rhein. Im Mittelpunkt steht die Deutsch-Japanische Freundschaft, doch an diesem Tag verwandelt sich die Düsseldorfer Rheinuferpromenade in eine lebendige japanische Festmeile. Besucher können vollständig in das japanische Lebensgefühl eintauchen. Es gibt ein mehrstündiges Bühnenprogramm am Burgplatz mit traditionellen Trommelauftritten, Tanzvorführungen und vielen weiteren kulturellen Darbietungen. Zahlreiche Stände bieten japanische Köstlichkeiten, Kunsthandwerk und Informationen. An Mitmach-Ständen kann man sich selbst in Kalligrafie, Manga-Zeichnen oder dem Anprobieren eines Kimonos versuchen. Den krönenden Abschluss bildet ein atemberaubendes japanisches Feuerwerk über dem Rhein.

Die DoKomi

Ein weiteres wichtiges Event für Fans der japanischen Populärkultur ist die DoKomi. Diese beliebte Anime- und Japan-Expo findet ebenfalls jährlich in Düsseldorf statt. Sie konzentriert sich auf die Themen Anime, Manga, Games, Cosplay, Fashion und vieles mehr. Die DoKomi zieht eine große Community an und bietet neben der eigentlichen Messe auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Shows, Wettbewerben und Treffen.

Häufig gestellte Fragen zu Little Tokyo in Düsseldorf

Planen Sie einen Besuch im japanischen Viertel? Hier sind Antworten auf einige gängige Fragen:

Wo genau liegt das japanische Viertel in Düsseldorf?

Das japanische Viertel, oder Little Tokyo, befindet sich im Zentrum Düsseldorfs, hauptsächlich rund um die Immermannstraße. Es liegt günstig zwischen dem Hauptbahnhof und der Königsallee und ist somit sehr gut erreichbar.

Welche Art von japanischem Essen finde ich dort?

Die Auswahl ist riesig. Sie finden authentische Restaurants, die eine breite Palette japanischer Speisen anbieten, darunter Sushi, Sashimi, Ramen-Nudelsuppen, Udon, Tempura, Yakitori und viele andere regionale Spezialitäten. Auch japanische Bäckereien und Cafés mit typischem Gebäck sind vorhanden.

Gibt es auch kulturelle Sehenswürdigkeiten?

Ja, neben der lebendigen Atmosphäre in den Straßen gibt es wichtige kulturelle Orte wie den Japanischen Garten im Nordpark und das EKŌ-Haus der Japanischen Kultur mit seinem Tempel und Garten in Niederkassel.

Wann finden größere Japan-bezogene Events statt?

Die beiden bekanntesten jährlichen Veranstaltungen sind der Japan-Tag Düsseldorf/NRW, der meist im Frühsommer stattfindet, und die DoKomi, eine große Anime- und Japan-Expo.

Ist der Japanische Garten kostenlos?

Ja, der Eintritt in den Japanischen Garten im Nordpark ist frei.

Fazit

Das japanische Viertel in Düsseldorf ist weit mehr als nur ein Ort zum Essen. Es ist ein lebendiges Stück Japan mitten in Deutschland, das eine faszinierende Mischung aus authentischer Kulinarik, einzigartigen Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Einblicken bietet. Von den belebten Gassen der Immermannstraße bis zu den ruhigen Oasen des Japanischen Gartens und des EKŌ-Hauses – Düsseldorf hält für jeden, der sich für Japan interessiert, eine Fülle von Entdeckungen bereit. Überzeugen Sie sich selbst bei Ihrem nächsten Besuch in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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