Die Frage „Hat Johann Lafer noch sein Restaurant?“ beschäftigt viele Fans des bekannten Fernsehkochs. Die kurze Antwort ist nicht ganz einfach, denn während er sich von seinem langjährigen gastronomischen Zentrum, der Stromburg, zurückgezogen hat, ist Johann Lafer in der Kulinarik-Welt weiterhin höchst aktiv – nur eben auf anderen Wegen als früher.

Über zwei Jahrzehnte prägte Johann Lafer die Gastronomieszene von der Stromburg bei Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz aus. Dieses historische Anwesen wurde zu seinem „gastronomischen Imperium“, einem Ort, der seinen Namen trug und für hohe Kochkunst stand. Besonders das Luxus-Restaurant „Val d'Or“ erlangte überregionale Bekanntheit und wurde mit Michelin-Sternen ausgezeichnet. Seit 1994 hielt das „Val d'Or“ einen Stern, ab 1998 sogar zwei, eine Auszeichnung, die er bis 2009 verteidigen konnte. Dieser Erfolg machte Lafer zu einer festen Größe in der deutschen Sterne-Gastronomie.
Doch Anfang 2019 kündigte Johann Lafer seinen Abschied von der Welt der Sterne an. Er äußerte den Wunsch, „volksnäher“ zu werden und zu seinen „kulinarischen Wurzeln“ zurückzukehren, um sich einer „traditionellen, aber dennoch modernen Küche“ zu widmen. Als ersten Schritt in diese Richtung eröffnete er im April 2019 auf der Stromburg das neu konzipierte Restaurant „Johanns“. Dieses sollte eine „einfache Küche auf gewohnt hohem Lafer-Niveau“ bieten, ein „System“, bei dem „wo Lafer draufsteht, auch Lafer drin“ sei.
Trotz der Neueröffnung des „Johanns“ im Frühjahr 2019 folgte nur wenige Monate später die überraschende Nachricht: Johann Lafer zieht sich komplett von der Stromburg zurück. Nach 25 Jahren, in denen er das gesamte Anwesen mit Hotel, Bar, Burghof, Eventräumen und Restaurant geführt hatte, war für ihn „Schicht im Schacht“. Die Entscheidung fiel ihm nach eigenen Angaben nicht leicht, markierte aber den Beginn eines Neuanfangs.
Ein Grund für diesen Schritt war offenbar auch, dass das neue Konzept für die Stromburg von Anfang an so angelegt war, dass es auch ohne die ständige physische Anwesenheit des Chefs funktionieren sollte. Zudem war bereits länger klar, dass seine Kinder die Nachfolge auf der Stromburg nicht antreten würden. Schon 2017 wurde die Hohnhaus- & Jansenberger Gruppe aus München Partner und Geldgeber, was die umfangreichen Sanierungen der letzten Jahre ermöglichte und Lafer wohl auch den früheren Rückzug erleichterte. Das Erbe Lafers auf der Stromburg wird nun von der neuen Geschäftsleitung weitergeführt.
Abschied von der Stromburg: Ein Wendepunkt
Der Rückzug von der Stromburg war mehr als nur die Schließung eines Restaurants; es war das Ende einer Ära für Johann Lafer und sein langjähriges Wirkungszentrum. Das „Val d'Or“ war über Jahre hinweg ein Leuchtturm der gehobenen Gastronomie in Deutschland. Der Schritt, dieses Sternerestaurant aufzugeben und stattdessen ein volksnäheres Konzept zu verfolgen, zeigte bereits eine Veränderung in Lafers Prioritäten. Die Eröffnung des „Johanns“ war ein Versuch, diese neue Vision umzusetzen, bevor er sich ganz von der operativen Führung auf der Stromburg verabschiedete.
Die Stromburg war nicht nur ein Restaurant, sondern ein komplexes Unternehmen mit Hotelbetrieb, Veranstaltungsräumen und mehr. 25 Jahre lang war Lafer das Gesicht und der Motor dieses Betriebs. Sein Abschied bedeutet eine tiefgreifende Zäsur. Er gibt die Verantwortung für das Tagesgeschäft und die Zukunft des Anwesens ab, um sich auf andere Bereiche seiner Karriere zu konzentrieren, die weniger an einen festen Ort gebunden sind. Dies ermöglicht ihm eine größere Flexibilität und die Verfolgung vielfältigerer Projekte.
Neue Wege und vielfältige Engagements
Wer nun denkt, Johann Lafer habe sich zur Ruhe gesetzt, irrt gewaltig. Obwohl er die Stromburg verlassen hat, ist sein Terminkalender prall gefüllt. Er hat sich neu positioniert und ist in verschiedenen Bereichen der Kulinarik aktiv.

Kulinarischer Botschafter und Berater
Johann Lafer fungiert weiterhin als „kulinarischer Botschafter“ für namhafte Partner. Dazu gehören beispielsweise die Kreuzfahrtgesellschaft „MeinSchiff Herz“ und Singapore Airlines. In dieser Rolle bringt er sein Know-how und seinen Namen in die Gastronomie dieser Unternehmen ein, entwickelt Menüs oder berät bei kulinarischen Konzepten. Dies ermöglicht ihm, seine Expertise einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ohne die tägliche Last eines eigenen Restaurants zu tragen.
Expansion der Kochschule
Ein wichtiger Pfeiler seiner zukünftigen Aktivitäten ist die Kochschule in Guldental. Lafer plant, diese Kochschule auszuweiten. Kochschulen sind für viele Spitzenköche ein Weg, ihr Wissen und ihre Techniken weiterzugeben und gleichzeitig eine direkte Verbindung zu Kochinteressierten zu pflegen. Die Erweiterung seiner Kochschule zeigt, dass er weiterhin großen Wert auf die Vermittlung von Kochkunst legt.
Medienpräsenz und Publikationen
Johann Lafer ist seit langem einer der bekanntesten Fernsehköche Deutschlands. Formate wie „Lafer! Lichter! Lecker!“, „Die Küchenschlacht“ oder sein jüngerer Sat.1-Hit „Drei Teller für Lafer“ haben ihn zu einem beliebten Gesicht im Fernsehen gemacht. Auch nach seinem Rückzug von der Stromburg arbeitet er an neuen TV-Konzepten. Parallel dazu bleibt er als Autor aktiv, veröffentlicht Kochbücher und Magazinbeiträge. Seine Medienpräsenz ist ein zentraler Bestandteil seiner Marke und Reichweite.
Gelegentliche Restaurantprojekte
Auch wenn er kein festes Restaurant mehr betreibt, schließt Lafer gelegentliche Projekte in der Gastronomie nicht aus. Als Beispiel wird das Spitzenrestaurant „The Library“ im The Ritz-Carlton in Kuala Lumpur genannt, das er offenbar mitkonzipiert oder unterstützt hat. Dies deutet darauf hin, dass er bereit ist, sein Fachwissen für besondere, zeitlich begrenzte oder beratende Restaurantprojekte einzubringen.
Das exklusive Heli Gourmet Erlebnis
Ein besonders außergewöhnliches Projekt ist die Johann Lafer Heli Gourmet GmbH. Als passionierter Hubschrauberpilot verbindet Lafer hier seine beiden Leidenschaften: Fliegen und Kochen. Er bietet exklusive Erlebnisse an, bei denen Gäste mit dem Hubschrauber zu malerischen Orten geflogen werden, um dort ein zuvor gemeinsam vorbereitetes Picknick mit grandiosem Ausblick zu genießen. Dieses Nischenangebot im Luxussegment zeigt Lafers Kreativität und seinen Willen, einzigartige kulinarische Erlebnisse zu schaffen.
Event-Kochen und Live-Auftritte
Johann Lafer tritt weiterhin bei zahlreichen Events auf, kocht live vor Publikum und teilt sein Wissen. Beispiele sind das Kochen auf dem Ball des Sports oder Auftritte wie kürzlich im Atlantic Grand Hotel in Travemünde im Dezember 2023. Diese Veranstaltungen ermöglichen ihm den direkten Kontakt zu seinen Fans und die Präsentation seiner Kochkünste außerhalb eines Restaurantbetriebs.
Vergleich: Früher vs. Heute
Um die Entwicklung von Johann Lafers Karriere zu verstehen, kann ein Vergleich seiner Aktivitäten vor und nach dem Rückzug von der Stromburg hilfreich sein:
| Aspekt | Früher (Fokus Stromburg) | Heute (Nach Stromburg) |
|---|---|---|
| Betriebsform | Besitzer/Betreiber eines Hotel- & Restaurantkomplexes (Stromburg) | Freischaffender Unternehmer, Berater, Medienpersönlichkeit |
| Restaurantbetrieb | Tägliche Verantwortung für Sternerestaurant („Val d'Or“) und einfacheres Konzept („Johanns“) | Kein festes, täglich geöffnetes eigenes Restaurant; gelegentliche Projekte/Beratung |
| Schwerpunkt | Operative Führung, Management, Kochen auf höchstem Niveau am festen Standort | Medien, Kochschule, Events, Beratung, Nischenprojekte (Heli Gourmet) |
| Sterne-Gastronomie | Aktiver Teil der deutschen Sterneszene (mit 1 & 2 Sternen) | Bewusster Abschied von der Sternegastronomie |
| Mobilität | Stark an den Standort Stromburg gebunden | Sehr mobil, tätig an verschiedenen Orten (Schiff, Flugzeug, Events, Kochschule) |
| Geschäftsmodell | Klassischer Gastronomiebetrieb mit Hotel | Vielfältiges Portfolio aus Medien, Bildung, Beratung und Luxus-Erlebnissen |
Warum dieser ständige Drang nach Aktivität?
Trotz seines Alters (inzwischen 66 Jahre, laut aktuellen Berichten) denkt Johann Lafer noch lange nicht ans Aufhören. Sein unermüdlicher Ehrgeiz und sein Streben nach Perfektion scheinen tiefere Wurzeln zu haben. In Interviews hat er offenbart, dass seine Kindheit prägende Erfahrungen mit sich brachte, insbesondere das Gefühl, nicht genügend Anerkennung oder Liebe erfahren zu haben. Dies hat offenbar einen Wunsch nach Bestätigung und Erfolg genährt, der ihn bis heute antreibt.
Der Erfolg ist für ihn wie eine Art „Droge“, die ihn motiviert, immer neue Projekte anzugehen und Leistung zu bringen. Die Karriere und die damit verbundene öffentliche Anerkennung sind ihm unglaublich wichtig. Gleichzeitig betont er, wie wichtig ihm heute die Beziehung zu seinen eigenen Kindern ist und wie sehr er die Momente schätzt, in denen er für sie da sein konnte – eine Erfahrung, die er selbst in seiner Kindheit vermisst hat.

Diese persönliche Motivation erklärt, warum Johann Lafer auch ohne die tägliche Herausforderung eines eigenen Restaurants so aktiv bleibt. Er hat neue Wege gefunden, seine Leidenschaft für die Kulinarik auszuleben und seine Marke zu pflegen, die auf jahrzehntelanger Erfahrung und Bekanntheit basiert.
Häufig gestellte Fragen zu Johann Lafer
Hat Johann Lafer noch ein Restaurant?
Nein, Johann Lafer hat sich 2019 von seinem langjährigen Stammsitz, der Stromburg, zurückgezogen und betreibt dort kein eigenes, festes Restaurant mehr. Er ist aber weiterhin in der Gastronomie aktiv, unter anderem durch gelegentliche Projekte, seine Kochschule und als Berater.
Warum hat Johann Lafer die Stromburg verlassen?
Johann Lafer wollte sich von der klassischen Sterne-Gastronomie lösen und sich einer „volksnäheren“ Küche widmen. Zudem war die Nachfolge durch seine Kinder nicht gesichert, und das neue Konzept auf der Stromburg war so ausgelegt, dass es ohne seine ständige Anwesenheit funktionieren konnte. Er wollte sich neuen Projekten widmen.
Was macht Johann Lafer heute?
Johann Lafer ist heute als kulinarischer Botschafter, TV-Koch, Kochbuchautor, Berater, Kochschulenbetreiber und Unternehmer (u.a. mit der Heli Gourmet GmbH) tätig. Er tritt bei Events auf und entwickelt neue Konzepte im Medien- und Gastronomiebereich.
Betreibt Johann Lafer noch eine Kochschule?
Ja, Johann Lafer betreibt weiterhin seine Kochschule in Guldental und plant sogar, diese auszuweiten.
Ist Johann Lafer im Ruhestand?
Nein, obwohl er sich von seinem Restaurant auf der Stromburg zurückgezogen hat, ist Johann Lafer mit 66 Jahren weiterhin sehr aktiv und in zahlreichen Projekten und Unternehmungen im Bereich Kulinarik und Medien engagiert.
Fazit
Die Geschichte von Johann Lafers Rückzug von der Stromburg ist kein Ende seiner Karriere, sondern vielmehr eine Neuausrichtung. Er hat sich bewusst von der klassischen Rolle des Restaurantbesitzers und Sternekochs gelöst, um seine vielfältigen Talente und Interessen auf andere Weise einzusetzen. Von der Erweiterung seiner Kochschule über exklusive Heli-Gourmet-Erlebnisse bis hin zu seiner fortgesetzten Präsenz in den Medien – Johann Lafer bleibt eine prägende Figur in der Welt der Kulinarik. Sein Weg zeigt, dass Erfolg und Leidenschaft viele Formen annehmen können, auch abseits des traditionellen Restaurantbetriebs. Für Fans bedeutet dies, dass sie Johann Lafer zwar nicht mehr auf der Stromburg besuchen können, ihm aber weiterhin auf zahlreichen anderen Kanälen und bei besonderen Gelegenheiten begegnen können.
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