Die Berliner Gastronomieszene ist ständig in Bewegung, und in jüngster Zeit sorgte eine Nachricht für besonderes Aufsehen: Kolja Kleeberg, einer der bekanntesten Köche Deutschlands und untrennbar mit dem Restaurant VAU am Gendarmenmarkt verbunden, hat die Türen seines langjährigen Wirkungsortes geschlossen. Nach zwanzig Jahren endet damit die Geschichte des dienstältesten Berliner Sternerestaurants an diesem Standort. Die Schließung erfolgte, nachdem Verhandlungen über eine langfristige Verlängerung des Pachtvertrags nicht zum Erfolg führten.

Die offizielle Verlautbarung spricht von einer „Umstrukturierung“ und einem „Neuanfang“. Dies signalisiert klar, dass Kolja Kleeberg der Gastronomie nicht den Rücken kehrt, sondern vielmehr plant, seine Karriere in eine neue Richtung zu lenken. Auch wenn das alte VAU Geschichte ist, gibt es bereits die Ankündigung, dass es spätestens im nächsten Jahr ein neues „Vau“ mit dem bekannten Küchenchef geben soll – an einem anderen Ort in Berlin.
Das Erbe des VAU: Ein Stern über zwei Jahrzehnte
Das Restaurant VAU, eröffnet im Februar 1997, etablierte sich schnell als feste Größe in der deutschen Spitzengastronomie. Unter der kulinarischen Aufsicht des Hamburger Spitzenkochs Josef Viehhauser, der Kleeberg in den ersten Jahren beriet, erkochte sich das VAU bereits nach wenigen Monaten einen Michelin-Stern. Diese Auszeichnung konnte das Restaurant bis zuletzt halten, was für eine bemerkenswerte Konstanz spricht. Das Konzept des VAU galt seinerzeit als wegweisend, eine Mischung aus zeitlos hochwertigem Design und einer ambitionierten Küche. Kolja Kleeberg, der ursprünglich als Küchenchef unter Viehhauser begann, übernahm den Betrieb später in eigener Regie und prägte das Restaurant maßgeblich.
Kolja Kleeberg, geboren im Rheinland, sieht Kochen ähnlich wie seine zweite große Leidenschaft, die Musik. Für ihn sind Gleichklang, Harmonie, aber auch Spannung tragende Elemente in der Küche. Diese Philosophie spiegelte sich über viele Jahre in den Gerichten des VAU wider. Doch nun ist es Zeit für Veränderung.
Ein Neuanfang: Rückkehr zu den Wurzeln?
Kolja Kleeberg selbst äußert, dass er gerne am alten Standort geblieben wäre und bis zuletzt auf eine Einigung gehofft habe. Diese Hoffnung habe sich jedoch zerschlagen. Nun freut er sich auf den kommenden Neuanfang. Die Pläne für das neue Restaurant sind noch nicht endgültig ausgearbeitet, doch Kleeberg spricht davon, zu seinen Wurzeln zurückkehren zu wollen. Das klingt nach einer Abkehr von der klassischen Sterneküche. Er möchte „einfache Gerichte mit ehrlichen Produkten“ anbieten. Dies lässt vermuten, dass die Zeit der Michelin-Sterne für ihn möglicherweise vorbei ist, zumindest in der Form, wie er sie im VAU gelebt hat. Ein festes Konzept gibt es, Stand jetzt, noch nicht, was Raum für Spekulationen und Vorfreude lässt.

Kolja Kleeberg abseits der Küche: TV, YouTube und Palazzo
Kolja Kleeberg ist nicht nur für seine Kochkünste bekannt, sondern auch ein etablierter Fernsehkoch. Seine Karriere vor der Kamera begann, nachdem Mitarbeiter eines Fernsehsenders, die regelmäßig Gäste im VAU waren, ihm ein erstes Engagement verschafften. Besonders bekannt wurde der 52-Jährige, der ursprünglich Schauspieler werden wollte, durch seine Auftritte im SAT.1-Frühstücksfernsehen mit dem Format „K3 – Kolja Kleeberg kocht“. Später war er Teil der Köche-Crew bei „Kerner kocht“ bzw. „Lanz kocht!“ im ZDF und trat in zahlreichen anderen Kochshows auf, darunter die „Küchenschlacht“ im ZDF und die „Kocharena“ auf VOX.
Auch heute ist Kolja Kleeberg regelmäßig im Fernsehen präsent. Aktuell nimmt er an der SAT.1-Show „Kampf der Köche“ teil, wo er sich im Duell mit erfahrenen Hobbyköchen misst. Doch seine Aktivitäten beschränken sich nicht nur auf Kochshows. Seit 2013 ist Kolja Kleeberg zudem Teil der Palazzo-Familie in Berlin. Auch in diesem Jahr wird er wieder das Menü für die beliebte Zelt-Show „Palazzo“ mit Hans-Peter Wodarz konzipieren und als kulinarischer Kopf sowie Gastgeber im Berliner Spiegelpalast fungieren. Dies zeigt, dass er seine Kreativität und sein Know-how auch außerhalb des klassischen Restaurantbetriebs einsetzt.
Darüber hinaus hat Kolja Kleeberg einen eigenen YouTube-Kanal gestartet. Diesen möchte er kontinuierlich mit neuen Tipps und Zubereitungen bestücken. Dies ist eine weitere Plattform, über die er sein Wissen und seine Leidenschaft fürs Kochen mit einem breiteren Publikum teilen kann.
Die Frage des Sterns und die geschäftliche Neuordnung
Mit der Schließung des VAU stellt sich natürlich die Frage, ob Kolja Kleeberg weiterhin einen Michelin-Stern hält. Da der Stern an das Restaurant und dessen Konzept gebunden ist, verliert das VAU mit der Schließung seine Auszeichnung. Ob Kolja Kleeberg in Zukunft wieder einen Stern anstreben wird, ist angesichts seiner Äußerungen zu „einfachen Gerichten“ unklar. Die Restaurantführer, wie der Guide Michelin und der Gault & Millau, werden das VAU in ihren nächsten Ausgaben nicht mehr listen. Der neue Guide Michelin Deutschland wird am 1. Dezember in Berlin vorgestellt.
In der Vergangenheit gab es auch Berichte über geschäftliche Herausforderungen. Kolja Kleeberg hatte für seine Gastro-Firma in Berlin-Mitte, die Restaurant Betriebsgesellschaft Jägerstraße 54 mbH, Insolvenz angemeldet. Er erklärte dies mit „privaten Veränderungen“ und einer Neuordnung seiner Firmenstruktur. Der Insolvenzantrag betraf laut Kleeberg nicht den Betrieb des Restaurants VAU selbst. Spekulationen in der Presse brachten die Insolvenz mit einer beruflichen Trennung zwischen Kolja Kleeberg und seiner Ex-Frau in Verbindung, von der sich das Paar bereits 2013 getrennt hatte. Kleeberg bat um Verständnis, dass er private Angelegenheiten nicht öffentlich kommentieren wolle.

Kolja Kleeberg ist auch außerhalb der Sterneküche nicht unumstritten geblieben. Für Aufsehen und Kritik in der Gastroszene sorgte sein Engagement als Testimonial für den Discounter Lidl. In einem YouTube-Format kochte er dort mit Lidl-Produkten, was von einigen Kollegen aus seiner Zunft kritisch gesehen wurde.
Was Berlin verloren hat und was kommt
Die Schließung des VAU ist nicht der einzige Verlust für die Berliner Spitzengastronomie in diesem Jahr. Bereits zu Jahresbeginn schloss das Hotel Palace im Europa-Center sein Restaurant „First Floor“, ebenfalls ein besterntes Haus. Dort haben jedoch Umbauarbeiten begonnen und es soll unter neuem Konzept weitergehen, auch wenn Details noch nicht bekannt sind. Mit dem Wegfall von VAU und First Floor verliert Berlin zwei etablierte Adressen der gehobenen Küche, die über Jahre hinweg Maßstäbe gesetzt haben.
Für Kolja Kleeberg bedeutet die Schließung des VAU das Ende eines wichtigen Kapitels, aber auch die Chance auf einen Neuanfang. Seine vielfältigen Aktivitäten im Fernsehen, bei Palazzo und auf YouTube zeigen, dass er weiterhin aktiv und präsent ist. Die Spannung liegt nun auf der Frage, wann und wo das neue „Vau“ seine Türen öffnen wird und welches kulinarische Konzept Kolja Kleeberg dort präsentieren wird. Es bleibt abzuwarten, ob er tatsächlich zu „einfachen Gerichten“ zurückkehrt oder ob der Ehrgeiz des Sternekochs doch wieder durchbricht. Sicher ist, dass Kolja Kleeberg die deutsche Gastronomielandschaft und die TV-Welt weiterhin bereichern wird.
Häufig gestellte Fragen zu Kolja Kleeberg
Hat Kolja Kleeberg noch ein Restaurant?
Das Restaurant VAU am Gendarmenmarkt wurde geschlossen. Kolja Kleeberg plant jedoch einen Neuanfang und möchte spätestens im nächsten Jahr ein neues „Vau“ an einem anderen Standort in Berlin eröffnen.

Hat Kolja Kleeberg noch einen Stern?
Der Michelin-Stern war an das Restaurant VAU gebunden. Mit der Schließung des Restaurants verliert dieses die Auszeichnung. Ob Kolja Kleeberg in seinem zukünftigen Projekt wieder einen Stern anstreben wird, ist derzeit unklar, da er von Plänen spricht, „einfache Gerichte“ anzubieten.
Was macht Kolja Kleeberg heute?
Kolja Kleeberg ist nach der Schließung des VAU weiterhin vielfältig aktiv. Er tritt in TV-Shows wie „Kampf der Köche“ auf, konzipiert das Menü für die Berliner Zelt-Show Palazzo und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal. Er steht zudem als Partner und Berater für Gastronomieprojekte und Koch-Events zur Verfügung.
Ist Kolja Kleeberg verheiratet?
Die vorliegenden Informationen erwähnen eine Trennung von seiner Ex-Frau im Jahr 2013 im Zusammenhang mit einer geschäftlichen Neuordnung. Eine Aussage über seinen aktuellen Familienstand (verheiratet oder nicht) kann auf Grundlage der verfügbaren Texte nicht getroffen werden.
Warum wurde das Restaurant VAU geschlossen?
Das Restaurant VAU musste geschlossen werden, weil Verhandlungen über eine langfristige Verlängerung des Pachtvertrags am Standort Jägerstraße gescheitert sind.
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