Willkommen in Köln Deutz, einem Stadtteil, der für viele Kölner und Besucher eine ganz besondere Bedeutung hat. Er ist nicht nur wirtschaftlich von immenser Wichtigkeit für die Stadt, sondern auch ein Ort voller Geschichte, lebendiger Kultur und attraktiver Freizeitmöglichkeiten. Liebevoll wird er von den Einheimischen auch einfach nur als „Düx“ bezeichnet. Doch warum trägt dieser Stadtteil diesen Namen und was macht ihn so besonders? Begleiten Sie uns auf eine Entdeckungsreise durch Deutz, einem Teil Kölns, der lange Zeit eigenständig war und erst 1888 „vereinamt“ wurde. Seit 1975 gehört Deutz offiziell zum Innenstadtbereich und ist heute Stadtteil Nummer 105 von Köln. Mit einer Fläche von 5,243 km² und einer stetig wachsenden Einwohnerzahl, die bereits 2014 bei über 15.000 lag und heute deutlich höher sein dürfte, ist Deutz ein dynamischer und beliebter Wohnort. Der offizielle Slogan der Werbegemeinschaft „Deutz kommt!“ unterstreicht diese Entwicklung. Die optimale Lage und Verkehrsanbindung tragen maßgeblich zu seiner Attraktivität bei.

Die Namensherkunft von Deutz: Von den Römern zu „Düx“
Der Name „Deutz“ hat tiefe historische Wurzeln, die bis in die Römerzeit zurückreichen. Er leitet sich vom lateinischen Ausdruck castrum divitensium ab. Dieser Begriff bezeichnete ein römisches Kastell, das an dieser strategisch wichtigen Rheinüberquerung errichtet wurde. Aus castrum divitensium entwickelten sich im Laufe der Zeit kürzere Bezeichnungen wie Divitia oder Duitia, später dann Diuza oder auch Duytz. Was einst als militärische Festung begann, entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem blühenden Wirtschaftszentrum. Für uns Kölner ist die Entwicklung des Namens weniger wichtig als die liebevolle Kurzform, die wir täglich verwenden: Wir nennen diesen besonderen Stadtteil einfach Düx!
Ein Stadtteil mit reicher Geschichte und Bedeutung für Handel und Verkehr
Deutz wird von manchen Kölnern gerne – oft mit einem Augenzwinkern – als „der Platz auf der falschen Seite des Rheines“ bezeichnet. Doch woher kommt dieser scheinbar abfällige Spruch über die Rheinseite direkt gegenüber dem Kölner Dom? Diese Bezeichnung resultiert aus alten Erzählungen und Geschichten, die tief im Mittelalter verwurzelt sind. Angeblich lebten dort früher „Heiden“, die nichts mit dem auf der linken Rheinseite dominierenden Christentum zu tun hatten. Man sagte, sie beteten Odin an, einen germanischen Gott, der laut den frommen Christen rund um den Kölner Dom nur von primitiven Barbaren verehrt werden konnte. Mit solchen Menschen wollte man nichts zu tun haben, weshalb der Ort auf der anderen Rheinseite negativ bewertet wurde. Trotz dieser historischen Stigmatisierung entwickelte sich der Standort am Rhein zu einem immens wichtigen Knotenpunkt für Handel und Verkehr.
Eine frühe Verbindung der beiden Rheinseiten war eine Römerbrücke, die jedoch von den Franken zerstört wurde. Später entstand die Dombrücke, die den Handel und die Wirtschaft zwischen den Ufern wieder aufblühen ließ. Die strategische Bedeutung des Standortes führte logischerweise auch zur Errichtung eines eigenen Hafens im Jahre 1907. Hier tummelten sich Schiffe, die Tonnen von Handelswaren über den Rhein transportierten und Deutz zu einem wichtigen Umschlagplatz machten. Im Laufe der Jahre kamen weitere wichtige Brücken hinzu, die die Verbindung nach linksrheinisch Köln sicherten und ausbauten:
- Die Drehbrücke am Hafen
- Die Hohenzollernbrücke (ersetzte 1911 die Dombrücke)
- Die Deutzer Brücke (kam 1915 hinzu)
- Die Severinsbrücke (erbaut 1959)
Diese Brücken sind bis heute entscheidend für den Verkehr und prägen das Stadtbild von Deutz maßgeblich.
Deutz heute: Lage, Einwohner und Slogan
Heute ist Deutz ein integraler und wichtiger Bestandteil Kölns. Mit seiner Fläche von 5,243 Quadratkilometern bietet der Stadtteil Platz für eine wachsende Bevölkerung. Wurden am 31.12.2014 noch 15.153 Einwohner gezählt, so ist die Zahl heute deutlich höher. Dies spiegelt die Attraktivität des Stadtteils wider, die durch seine hervorragende Lage direkt am Rhein und seine optimale Verkehrsanbindung begründet ist. Immer mehr Menschen möchten hier leben, was den Slogan der Werbegemeinschaft „Deutz kommt!“ eindrucksvoll bestätigt.
Um einen Überblick über die Größe und Einwohnerzahl zu geben, hier die Daten von 2014:
| Stadtteil Nummer | Fläche | Einwohner (31.12.2014) |
|---|---|---|
| 105 | 5,243 Quadratkilometer | 15.153 |
Man kann davon ausgehen, dass die Einwohnerzahl in den letzten Jahren weiter zugenommen hat, was die Vitalität und Beliebtheit von Deutz unterstreicht.
Brücken über den Rhein: Verbindungen, Geschichte und Wahrzeichen
Die Brücken sind das Rückgrat der Verbindung zwischen Deutz und der Kölner Innenstadt. Jede von ihnen hat ihre eigene Geschichte und Bedeutung.
Hohenzollernbrücke: Die Brücke der Liebesschlösser
Die Hohenzollernbrücke ist heute wohl eine der bekanntesten Brücken Deutschlands und ein echtes Kölner Wahrzeichen. Ihr Bekanntheitsgrad verdankt sie nicht zuletzt einem modernen Brauch, der sich hier etabliert hat: den Liebesschlössern. Tausende von verliebten Paaren bringen an den Gittern der Brücke Schlösser an, oft verziert mit Namen oder Initialen und Herzen. Der Schlüssel wird anschließend gemeinsam in den Rhein geworfen. Dieser Akt symbolisiert die unendliche und unlösbare Liebe des Paares. Die schimmernden Schlösser ziehen sich fast über die gesamte Länge der Brücke und bieten einen farbenfrohen Anblick.
Die Hohenzollernbrücke ist eine kombinierte Fußgänger- und Eisenbahnbrücke. Sie hat eine Länge von 409,19 Metern und eine Breite von 29,5 Metern. Errichtet wurde sie ursprünglich zwischen 1907 und 1911 als Ersatz für die alte Dombrücke. Nach erheblichen Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder aufgebaut und umgebaut. Heute ist sie eine unglaublich wichtige Eisenbahnbrücke, über die täglich über 1200 Züge fahren, darunter auch tausende von Zügen vom Kölner Hauptbahnhof direkt zum Bahnhof „Köln Messe/Deutz“. Als Genussmensch, der der Kölner nun mal ist, wurde auch die Brücke selbst optisch aufgewertet. An den vier Aufgängen der Brücke stehen imposante Statuen von preußischen Herrschern, die die Bedeutung der Brücke als Teil des damaligen Eisenbahnnetzes unterstreichen: König Friedrich Wilhelm IV. (rechtsrheinisch, nord), Kaiser Wilhelm I. (rechtsrheinisch, süd), Kaiser Friedrich III. (linksrheinisch, nord) und Kaiser Wilhelm II. (linksrheinisch, süd).
Severinsbrücke: Auf dem Weg zum Rheinauhafen
Die Severinsbrücke, eingeweiht im Jahre 1959 vom damaligen Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer, ist architektonisch besonders interessant. Ihre Besonderheit ist die Bauweise mit Stahlseilen, die ihr ein markantes Aussehen verleiht. Technisch hat die Brücke eine Länge von 691 Metern, eine Breite von 29,5 Metern und eine beeindruckende Stützweite von 302 Metern. Vor einigen Jahren zierte eine leuchtende Weltkugel des Kölner Aktionskünstlers HA Schulte die Brücke, die im Dunkeln ein weithin sichtbares Zeichen setzte, aber leider wieder entfernt wurde. Die Severinsbrücke ist eine wichtige Verbindung nicht nur für den Autoverkehr, sondern auch für Fußgänger. Über sie erreichen Sie bequem zu Fuß das linksrheinische Severinsviertel, das Schokoladenmuseum oder auch das Deutsche Sport & Olympia Museum. Im Winter findet in diesem Bereich auch ein Weihnachtsmarkt statt. Von der Brücke aus hat man zudem einen hervorragenden Blick auf die modernen Kranhäuser im Rheinauhafen.
Deutzer Brücke: Willkommen in Düx!
Die heutige Deutzer Brücke wurde in den Jahren 1947-1948 erbaut und ist eine entscheidende Verkehrsader für Köln. Sie hat eine Länge von 437 Metern, ist 31,5 Meter breit und verfügt über eine längste Stützweite von 184 Metern. Interessanterweise gab es an dieser Stelle bereits im Jahre 310 nach Christus eine Brücke, eine sogenannte Jochbrücke, was die historische Bedeutung dieses Rheinübergangs unterstreicht. Heute ist die Deutzer Brücke eine unheimlich wichtige Brücke für den Fußgänger- und Autoverkehr und wird zudem von den Straßenbahnlinien 1, 7 und 9 genutzt. Sie führt direkt vom linksrheinischen Kölner Heumarkt nach Deutz in Richtung Ottoplatz und zur Koelnmesse.
Gerade zu Messezeiten kann der Autoverkehr auf der Deutzer Brücke sehr dicht werden und zu Staus führen. Wer zur Messe muss, dem sei geraten, die Straßenbahnlinien zu nutzen. Mit der Eintrittskarte zur Messe kann der öffentliche Nahverkehr oft kostenlos genutzt werden. Alternativ kann man eine lange und umständliche Anreise vermeiden, indem man eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe zur Messe bucht. So ist der Weg zur Koelnmesse schnell und einfach zu Fuß zu bewältigen.
Der Motor von Deutz: Bahnhof und Koelnmesse
Zwei der wichtigsten Einrichtungen in Deutz sind der Bahnhof und die Koelnmesse, die maßgeblich zur wirtschaftlichen Bedeutung des Stadtteils beitragen.
Der Bahnhof Köln Messe/Deutz
Der Bahnhof Köln Messe/Deutz ist der zweitgrößte Bahnhof Kölns, nur übertroffen vom Hauptbahnhof auf der anderen Rheinseite. Er wurde bereits im Jahre 1845 eröffnet und verfügt heute über 10 Bahnsteiggleise. Seine Bedeutung für den Stadtteil ist immens, da er von tausenden von Messebesuchern täglich genutzt wird. Die Messehallen befinden sich in unmittelbarer Nähe, direkt hinter dem Bahnhofsgebäude. Pro Jahr kommen hier unzählige Zugreisende an, die zur Messe oder in den Stadtteil wollen. Der Bahnhofsvorplatz wurde vor kurzem aufwendig umgebaut und neu gestaltet, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Taxis können nun direkt vor dem Bahnhof halten, was besonders für Messegäste mit schwerem Gepäck eine Erleichterung darstellt.
Koelnmesse GmbH: Ein globaler Messeplatz
Das Messegelände in Deutz ist das fünftgrößte der Welt und somit ein idealer Standort für riesige, internationale Messen. Mit einer Ausstellungsfläche von über 280.000 Quadratmetern in den Hallen und einem Freigelände von rund 100.000 Quadratmetern finden hier zahlreiche bedeutende Veranstaltungen statt. Die Messegesellschaft wurde 1922 gegründet und verfolgt seitdem das Motto „We energize your business“, das für viele Wirtschaftszweige richtungsweisend ist. Die Koelnmesse hat im Laufe der Jahre auch prominente Besucher empfangen. So besuchte beispielsweise Prinz Charles im Jahr 1987 die Messe „Best Britain“. Im Jahr 2013 waren Prinzessin Letizia und Prinz Philipp bei der Anuga, der Weltleitmesse für Ernährungswirtschaft, zu Gast.
Für Aussteller und Messegäste, die oft mehrere Tage in Köln verbringen, ist die Nähe zur Messe ein entscheidender Faktor. Viele entscheiden sich daher für eine Unterkunft in Deutz, um lange Anfahrtswege zu vermeiden und die Zeit effizient nutzen zu können.
Leben in Deutz: Die Deutzer Freiheit
Ein zentraler Anlaufpunkt für das tägliche Leben in Deutz und eine beliebte Einkaufsstraße ist die Deutzer Freiheit. Sie beginnt quasi als Verlängerung der Deutzer Brücke und erstreckt sich bis zum Gotenring. Auf dieser Straße findet man praktisch alles, was man für den täglichen Bedarf oder einen angenehmen Aufenthalt in Köln benötigt. Ihre Nähe zu vielen Unterkünften in Deutz macht sie besonders praktisch für Besucher.
Die Vielfalt der Geschäfte und Einrichtungen auf der Deutzer Freiheit ist beeindruckend. Hier eine kleine Auswahl dessen, was Sie dort finden können:
- Zahlreiche Cafés für eine gemütliche Pause
- Restaurants mit unterschiedlicher Küche
- Supermärkte, darunter auch ein REWE, der bis 23.00 Uhr geöffnet hat
- Banken (wie Deutsche Bank, Commerzbank)
- Traditionelle Brauhäuser (wie Sion) und Kneipen
- Drogerien
- Bio Supermärkte
- Fastfood-Läden
- Spezialgeschäfte wie Käse-Fachgeschäfte und Weinhandel
- Läden für Geschenkartikel
- Bäckereien mit frischen Brötchen
- Textilgeschäfte und Boutiquen
- Elektrohandel
- Fahrradgeschäfte
- Fischverkäufer
- Und vieles mehr, von Schuhgeschäften bis hin zu Haushaltswarenläden
Die Deutzer Freiheit ist nicht nur eine Einkaufsstraße, sondern auch ein Ort des gemeinschaftlichen Lebens. Einmal im Jahr findet hier ein großes Straßenfest statt, das sehr beliebt ist und Besucher aus nah und fern anzieht. Die Möglichkeit, sich in einem der zahlreichen Cafés niederzulassen und das bunte Treiben zu beobachten, macht den Charme dieser Straße aus. Für Besucher, die sich selbst versorgen möchten, bieten die Supermärkte und Fachgeschäfte auf der Deutzer Freiheit eine hervorragende Auswahl, um beispielsweise in einer kleinen Küche in der Unterkunft Mahlzeiten zuzubereiten.
Grüne Oasen und Freizeit: Parks am Rhein
Deutz bietet neben seiner städtischen Infrastruktur auch wunderbare Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitgestaltung im Grünen, direkt am Rhein gelegen.
Sport und Spaß im Jugendpark
Wenn Sie sich in Deutz sportlich betätigen möchten, ist der Jugendpark eine ausgezeichnete Wahl. Diese riesige Spielfläche von über 6.000 Quadratmetern wurde ursprünglich für die Bundesgartenschau im Jahre 1957 angelegt und eröffnet. Neben einer schönen Parkanlage mit vielen Blumen und Pflanzen bietet der Jugendpark unterhalb der Zoobrücke eine Vielzahl an Sportmöglichkeiten. Es gibt Spielfelder für Fußball und Basketball sowie eine Skateanlage, die sich für BMX-Fahrer, Scooter und Skateboarder eignet. Auch Erwachsene können hier aktiv werden, sei es beim Inline-Skating oder beim Basketball (es gibt sogar einen Korb, der extra tiefer hängt). Für die jüngsten Besucher gibt es zusätzliche Attraktionen wie Trampoline, eine Kletterwand und eine Minigolfanlage, die den Urlaub unvergesslich machen können. Der Jugendpark war in der Vergangenheit auch Austragungsort der berühmten BMX Masters.
Der Rheinpark: Kölns schönster Park?
Der Rheinpark in Köln Deutz wird oft als der schönste Park Kölns bezeichnet. Er wurde ebenfalls für die Bundesgartenschau 1957 angelegt und ist riesengroß, mit einer beeindruckenden Vielfalt an schönen Blumen und Pflanzen. Bereits 1989 wurde der Rheinpark unter Denkmalschutz gestellt und wird seitdem besonders liebevoll gepflegt. Eine beliebte Attraktion im Sommer ist die Bimmelbahn, die gemütlich durch den gesamten Park fährt – ideal für Familien. Brunnen und Skulpturen tragen zusätzlich zur Verschönerung des Parks bei.
Der Rheinpark ist der ideale Ort zum Spazierengehen, Entspannen und Erholen. Im Sommer bevölkern hunderte von Menschen die weitläufigen Rasenflächen, machen Picknick und genießen die schöne Zeit am Rhein. Direkt am Rheinufer im Park befindet sich unter anderem auch ein Beach Club mit echtem Sand. Etwas weiter in Richtung Deutzer Brücke schließt sich die schöne, neu gestaltete Rheinuferpromenade an.
Ein wichtiges Highlight im Rheinpark ist das traditionsreiche Park-Café. Nach einer umfassenden Sanierung erstrahlt es seit 2022 in neuem Glanz und hat wieder geöffnet. Das Gebäude wurde optisch und funktional modernisiert, wobei der Charme der ursprünglichen Architektur erhalten blieb. Die verbesserte Außenterrasse bietet einen wunderbaren Blick auf den Rhein. Das erweiterte gastronomische Angebot reicht von Gebäck über Snacks bis zu regionalen Spezialitäten und macht das Park-Café zu einem beliebten Treffpunkt.
Die Kölner Seilbahn: Blick über den Rhein
Ebenfalls im Jahr 1957 in Betrieb genommen, verbindet die Kölner Seilbahn den Stadtteil Deutz mit dem linksrheinischen Stadtteil Riehl. Auf einer Höhe von 10 Metern schweben die Gondeln über den Rhein und bieten einen einzigartigen Blick auf die Stadt und den Dom. Mehr als 17 Millionen Fahrgäste haben diese besondere Art der Rheinüberquerung bereits genutzt. Besonders praktisch ist die Seilbahn für Familien mit Kindern, die vom Rheinpark aus schnell und bequem den Kölner Zoo in Riehl erreichen möchten. Es gab zwar auch schon Situationen, in denen Gondeln über dem Rhein stehen blieben und Fahrgäste gerettet werden mussten, aber dies sind seltene Ausnahmen.
Rheinuferpromenade: Der Rheinboulevard
Unterhalb der Deutzer Brücke beginnend und sich in Richtung Hohenzollernbrücke erstreckend, liegt die neue Flaniermeile Kölns: der Rheinboulevard. Die imposante Freitreppe wurde im Sommer 2015 eröffnet und entwickelte sich sofort zu einem beliebten Treffpunkt. Besonders in lauen Sommernächten sitzen hier hunderte von Menschen auf den Stufen, genießen den sensationellen Blick auf den Kölner Dom, trinken Kölsch oder Wein und erfreuen sich an der entspannten Atmosphäre. Für den Bau wurden helle und warme Steine verwendet. Auch wenn die Anlage 2015 noch nicht vollständig fertiggestellt war, wurde sie schnell angenommen und ist heute ein fester Bestandteil des Kölner Stadtbildes. Bei den Bauarbeiten wurden übrigens auch wieder Reste aus der römischen Zeit gefunden, wie zum Beispiel Mauerreste und Grabstätten, was die lange Geschichte dieses Ortes einmal mehr belegt.
Aussichtspunkt: Der KölnTriangle
Einen grandiosen Blick über die gesamte Domstadt bietet die Aussichtsplattform auf dem KölnTriangle-Gebäude. Ein Besuch ist unbedingt empfehlenswert! Für einen geringen Eintrittspreis von nur 3 Euro gelangt man schnell und bequem mit dem Aufzug ganz nach oben auf das Dach des Glasgebäudes. Von dort aus hat man einen atemberaubenden 360-Grad-Blick über Köln, den Rhein und natürlich den majestätischen Dom. Der KölnTriangle liegt ebenfalls direkt am Rheinufer in Deutz und ist somit nah gelegen für Besucher, die in diesem Stadtteil unterwegs sind.
Natur und Entspannung: Die Poller Wiesen
Ungefähr auf Höhe des Deutzer Hafens beginnen die weitläufigen Poller Wiesen, die sich rheinabwärts in Richtung der Rodenkirchener Autobahnbrücke ziehen. Im Sommer sind die Wiesen ein beliebter Treffpunkt für Kölner und Besucher, die hier auf Decken liegen, die Natur, den schönen Ausblick auf den Rhein und die Skyline von Deutz genießen. „Grillen und chillen“ ist hier bei schönem Wetter angesagt, besonders bei größeren Jugendgruppen. Auch wenn das Schwimmen im Rhein nicht ungefährlich und eigentlich nicht empfohlen ist, wagen sich im Sommer doch einige Menschen ins Wasser. Im Herbst bieten die Poller Wiesen zudem ideale Bedingungen, um Drachen steigen zu lassen.
Volksfeste am Rhein: Kirmes in Deutz
Köln liebt das Feiern, und das gleich mehrmals im Jahr! In Deutz finden am Rheinufer zwei große Volksfeste statt, die Kirmes im Frühling und im Herbst.
Die Frühlingskirmes (Osterkirmes)
Jedes Jahr im Frühling, meist im April rund um Ostern, wird am Deutzer Rheinufer die große Osterkirmes aufgebaut. Sie ist ein riesiges Familienfest mit zahlreichen Fahrgeschäften, Buden und Attraktionen. Besonders beliebt bei den jüngeren Besuchern ist oft die „Wilde Maus“, eine Achterbahn, die mit hoher Geschwindigkeit auf den Rhein zuzurasen scheint, um dann im letzten Moment abzubiegen. Ein Erlebnis, das nicht nur bei Kindern für Aufregung sorgt!
Die Herbstkirmes
Mit demselben Veranstalter und am gleichen Ort findet auch im Herbst ein großes Familienvolksfest in Deutz am Rheinufer statt. Die Herbstkirmes hat oft einen Hauch von Halloween und bietet neben den klassischen Fahrgeschäften auch saisonale Leckereien wie Maronen. Sie vermittelt ein Gefühl von Herbst und Gemütlichkeit und zieht ebenfalls zahlreiche Besucher an.
Diese Kirmes-Veranstaltungen sind feste Bestandteile im Jahreskalender von Deutz und bieten Spaß für die ganze Familie direkt am Rhein.
Wichtige Ereignisse und Besonderheiten in Köln Deutz
Deutz ist ein lebendiger Stadtteil, in dem immer etwas passiert. Hier ein Überblick über einige wichtige Ereignisse und Entwicklungen der jüngeren Zeit.
Großbaustelle vor dem Deutzer Bahnhof
Seit Juni 2020 läuft in Deutz ein Großprojekt mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro. Es handelt sich um die Erneuerung alter Brücken und Stahlbögen sowie die Erneuerung von Weichen am Deutzer Bahnhof. Zwischen der Lanxess Arena und dem Bahnhof werden fünf alte Stahlbogenbrücken erneuert, die aus den Jahren 1912 bzw. 1913 stammen und altersbedingt ersetzt werden müssen. Über diese Brücken verläuft der gesamte Bahnverkehr zu den 13 Gleisen des Bahnhofs. Täglich passieren sage und schreibe 1250 Züge diese Bauwerke, was deren einwandfreien Zustand unerlässlich macht.
Das gesamte Projekt ist auf rund 10 Jahre angelegt und wird voraussichtlich nicht nur 100 Millionen Euro kosten, sondern auch Geduld erfordern. Der zuständige Projektleiter hat angekündigt, die Einschränkungen für den Bahn- und Straßenverkehr so gering wie möglich zu halten. Um dies zu ermöglichen, wurden neue Weichen eingebaut, um den Zugverkehr der Schnellfahrstrecke zeitweise auch über die Gleise 6 und 7 in den Kölner Hauptbahnhof leiten zu können; bisher war dies nur über Gleis 5 möglich. Die Umbaumaßnahmen werden jedoch auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben. Ein Verkehrskonzept wurde mit der Stadt Köln erarbeitet, um den Verkehr durch Umleitungen zu entschärfen. Es wird erwartet, dass Fahrten über die Deutz-Mülheimer Straße langsamer werden. In diesem Zusammenhang werden sogar die Straßenbahnlinien 3 und 4 der KVB auf eine eigene Bahnstrecke verlegt.
Der Abbruch der alten Eisenbahnbrücken war beispielsweise für das Wochenende vom Freitag, 10.07.2020, bis Montag, 13.07.2020, 3 Uhr, geplant. Die neuen Brückenelemente sollten ab August eingebaut werden. Während solcher Phasen muss die Deutsche Bahn den Fern- und Regionalverkehr zwischen dem Kölner Hauptbahnhof und dem Deutzer Bahnhof verändern oder umleiten. Regionalbahnen fielen in solchen Zeiten mitunter komplett aus.
Bombenfund in Deutz Anfang 2020
Ende Januar 2020 sorgte ein Fund in Köln Deutz für große Aufmerksamkeit und Einschränkungen: Auf einer Baustelle direkt am Rhein am Kennedy Ufer wurde eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Für die notwendige Entschärfung musste die Gegend großräumig evakuiert werden. Dies betraf viele Reisende und über 10.000 Beschäftigte, die ihre Arbeitsplätze bzw. den Bahnhof verlassen mussten. Sämtlicher Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr musste eingestellt werden, und auch die Hohenzollernbrücke wurde gesperrt. Glücklicherweise gelang die Entschärfung am Dienstag gegen 12.00 Uhr erfolgreich.
Für den Bahnverkehr hatte der Bombenfund und die Evakuierung massive Auswirkungen. Es gab keine Überfahrten mehr vom Kölner Hauptbahnhof in Richtung Deutzer Bahnhof, was zu großen Staus im Hauptbahnhof führte und sogar Zugausfälle notwendig machte. Für die Räumung und Sicherung der Umgebung waren zahlreiche Einsatzkräfte von verschiedenen Organisationen notwendig. Das Ordnungsamt der Stadt Köln war mit rund 79 Kräften vor Ort, unterstützt von acht Polizisten, acht Personen von der Wasserschutzpolizei, drei Mitarbeitern der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und rund 30 Personen von der Deutschen Bahn.
Häufig gestellte Fragen zu Köln Deutz
Warum heißt der Stadtteil Köln Deutz?
Der Name Deutz leitet sich vom lateinischen Begriff castrum divitensium ab, der Bezeichnung für ein römisches Kastell, das an dieser Stelle am Rhein errichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Name über Formen wie Divitia, Duitia, Diuza oder Duytz zum heutigen Namen Deutz.
Warum wird Deutz manchmal als „falsche Rheinseite“ bezeichnet?
Diese Bezeichnung stammt aus alten Erzählungen. Angeblich lebten auf der rechtsrheinischen Seite früher „Heiden“, die andere Götter als die Christen auf der linksrheinischen Seite verehrten. Dies führte zu einer negativen Bewertung des Ortes durch die christlich geprägten Kölner.
Was sind die wichtigsten Brücken in Deutz?
Die wichtigsten Brücken, die Deutz mit der linksrheinischen Seite verbinden, sind die Hohenzollernbrücke (Eisenbahn und Fußgänger, bekannt für Liebesschlösser), die Deutzer Brücke (Verkehr, Fußgänger, Straßenbahn) und die Severinsbrücke (Verkehr, Fußgänger, markante Seilkonstruktion).
Was ist die Koelnmesse und ihre Bedeutung für Deutz?
Die Koelnmesse ist das fünftgrößte Messegelände der Welt und ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Deutz und ganz Köln. Sie zieht tausende internationale Besucher an und prägt den Stadtteil maßgeblich. Der Bahnhof Köln Messe/Deutz ist direkt an das Messegelände angebunden.
Was kann man in Deutz in seiner Freizeit unternehmen?
Deutz bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Man kann entlang der Rheinuferpromenade spazieren, den Rheinpark oder den Jugendpark besuchen (mit Sportanlagen und Minigolf), die Aussicht vom KölnTriangle genießen, über die Deutzer Freiheit bummeln oder die Kirmes am Rheinufer besuchen.
Gibt es Einkaufsmöglichkeiten in Deutz?
Ja, die Deutzer Freiheit ist die zentrale Einkaufsstraße in Deutz. Dort finden Sie Supermärkte, Bäckereien, Cafés, Restaurants, Drogerien, Banken und viele weitere Geschäfte für den täglichen Bedarf und mehr.
Welche bedeutenden Bauprojekte oder Ereignisse gab es zuletzt in Deutz?
Zu den jüngeren bedeutenden Ereignissen gehören ein großes, mehrjähriges Bauprojekt zur Erneuerung von Eisenbahnbrücken und Weichen am Deutzer Bahnhof sowie ein Bombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg Anfang 2020, der zu umfangreichen Evakuierungen führte.
Fazit
Köln Deutz, oder Düx, ist weit mehr als nur die „andere Rheinseite“. Es ist ein Stadtteil mit einer faszinierenden Geschichte, die von einem römischen Kastell über eine wichtige Handelsstation bis zum modernen Wirtschaftszentrum reicht. Mit der Koelnmesse, dem bedeutenden Bahnhof, den ikonischen Brücken wie der Hohenzollernbrücke, der lebendigen Deutzer Freiheit und den grünen Oasen wie dem Rheinpark und dem Jugendpark bietet Deutz eine einzigartige Mischung aus urbanem Leben, wirtschaftlicher Dynamik und hoher Lebensqualität. Trotz großer Bauprojekte oder außergewöhnlicher Ereignisse wie Bombenfunden bleibt Deutz ein pulsierender und attraktiver Teil Kölns, dessen Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Die optimale Lage und Anbindung machen ihn zu einem idealen Ausgangspunkt, um Köln zu erkunden, sei es als Geschäftsreisender zur Messe oder als Tourist auf Entdeckungstour.
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