Was ist in Düsseldorf die Kö?

Die berühmte Königsallee in Düsseldorf

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Die Königsallee, liebevoll nur „Kö“ genannt, ist weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus bekannt. Sie ist nicht nur eine Straße, sondern ein Symbol für Luxus, Eleganz und urbanes Flair. Gelegen im Herzen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, zieht dieser prächtige Boulevard täglich Tausende von Besuchern an, die das einzigartige Ambiente erleben möchten. Ob zum ausgiebigen Shopping, einem entspannten Spaziergang entlang des Stadtgrabens oder einfach nur, um das bunte Treiben zu beobachten – die Kö bietet für jeden etwas.

Was ist in Düsseldorf die Kö?
Die Königsallee, kurz Kö genannt, ist ein in nordsüdlicher Richtung verlaufender Boulevard im Stadtzentrum von Düsseldorf. Die Kö ist eine der führenden Luxuseinkaufsstraßen Europas. Charakteristisch für ihre Gestaltung sind der Stadtgraben (auch Kö-Graben genannt) und der eindrucksvolle Baumbestand.

Ihre Gestaltung ist einzigartig: Ein breiter Stadtgraben, gesäumt von stattlichen Bäumen, teilt die Allee und schafft eine malerische Kulisse. Mit ihren vier Gehwegen – zwei direkt am Graben und jeweils einer entlang der beeindruckenden Häuserfassaden – ist sie eine der breitesten Straßen Deutschlands und lädt geradezu zum Verweilen und Flanieren ein. Die Mischung aus exklusivem Einzelhandel, Banken, Hotels und Büros macht die Kö zu einem lebendigen und vielseitigen Ort.

Die historische Entwicklung der Königsallee

Die Geschichte der Königsallee ist eng mit der Vergangenheit Düsseldorfs verbunden. Ihre Entstehung verdankt sie dem Friede von Lunéville im Jahr 1801, der die Schleifung der Düsseldorfer Festungsanlagen vorsah. In den Jahren 1802 bis 1804 nutzten Hofbaumeister Kaspar Anton Huschberger, Hofgärtner Maximilian Friedrich Weyhe und Wasserbaumeister Wilhelm Gottlieb Bauer die frei gewordenen Flächen, um einen beeindruckenden Stadtgraben anzulegen. Dieser Graben, über 30 Meter breit und fast 1000 Meter lang, bildete das Herzstück der neuen Promenade, die zunächst schlicht als „Allee außerhalb der Stadt“ bezeichnet wurde. Gespeist wird der Graben vom Tritonenbrunnen, dessen Wasser aus der Düssel stammt.

Anfangs befanden sich an den Brücken über den Graben Zollhäuschen. Die östliche Straßenseite trug Namen wie „Neue Allee“, „Mittelallee“ oder „Kastanienallee“. Ihre heutige Bezeichnung erhielt die Königsallee im Jahr 1851. Dieser Name geht auf ein Ereignis im Revolutionsjahr 1848 zurück, bei dem König Friedrich Wilhelm IV. angeblich mit Pferdeäpfeln beworfen wurde, als er vom südlich gelegenen Bahnhof kam. Um das Königshaus zu besänftigen, wurde die „Kastanienallee“ in „Königsallee“ umbenannt.

Die westliche Seite des Grabens, die heutige „Bankenseite“ oder „stille Seite“, wurde als Kanalstraße angelegt. Sie war zunächst weniger bebaut und diente vor allem der Erschließung. Ihre Bebauung entwickelte sich langsamer als auf der östlichen Seite. Erst nach der Verlegung der Bahnanlagen im Süden der Stadt um 1890 konnte die Kanalstraße nach Süden verlängert und Ende 1905 ebenfalls in Königsallee umbenannt werden. Markante Gebäude wie das Girardethaus (heute Teil der Hausnummern 27–31) und später luxuriöse Stadtpalais entstanden entlang der nunmehr vereinten Allee.

Die Königsallee hat im Laufe ihrer Geschichte viele Veränderungen erlebt, von der anfänglichen Promenade über die Entwicklung zur noblen Einkaufs- und Geschäftsstraße bis hin zu den modernen architektonischen Akzenten wie dem Kö-Bogen. Sie hat ihre Bedeutung als zentrale Verkehrsader und gesellschaftlicher Treffpunkt jedoch stets bewahrt.

Einkaufen und Luxus auf der Kö

Die Königsallee gilt als eine der führenden Luxuseinkaufsstraßen Europas. Hier reihen sich die Flagship-Stores international bekannter Marken aneinander. Von Haute Couture über Schmuck und Uhren bis hin zu Designermöbeln findet sich hier alles, was das Herz begehrt – sofern das Budget stimmt. Große Einkaufszentren wie das Kö-Center, die Kö-Galerie und das Sevens Center beherbergen eine Vielzahl weiterer Geschäfte und Boutiquen.

Obwohl die Kö traditionell für ihre hochpreisigen Geschäfte bekannt ist, haben sich in den letzten Jahren auch einige niedrigpreisige Marken etabliert, was die Vielfalt des Angebots erhöht hat. Dennoch bleibt der Charakter als Luxusmeile dominant. Neben dem Einzelhandel prägen Banken und Bürogebäude, insbesondere auf der westlichen Seite, das Bild der Allee. Viele der oberen Etagen der historischen Gebäude, die früher Wohnzwecken dienten, werden heute als exklusive Büros, Praxen oder Kanzleien genutzt.

Gastronomie und Genuss auf der Königsallee

Die Königsallee ist nicht nur ein Paradies für Shopping-Enthusiasten, sondern auch ein beliebter Ort, um eine Pause einzulegen und das Flair zu genießen. Entlang der östlichen Straßenseite laden zahlreiche Cafés und Restaurants mit ihren Straßenterrassen dazu ein, Platz zu nehmen. Hier kann man bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein das bunte Treiben auf dem Boulevard beobachten und das besondere Ambiente auf sich wirken lassen.

Das gastronomische Angebot auf der Kö reicht von eleganten Cafés, die zum Frühstück oder zur Kaffeepause verführen, bis hin zu Restaurants, die internationale und lokale Küche anbieten. Obwohl der Fokus der Kö auf Luxus und Einzelhandel liegt, spielt die Gastronomie eine wichtige Rolle im Gesamtbild. Sie bietet den Besuchern die Möglichkeit, ihren Einkaufsbummel oder Spaziergang mit kulinarischen Erlebnissen zu verbinden.

Gerade die Möglichkeit, draußen auf den Terrassen zu sitzen, macht den Reiz aus. Bei schönem Wetter sind die Außenbereiche der Lokale gut besucht. Man kann das geschäftige Treiben der Einkäufer beobachten, die eleganten Fassaden der Gebäude bewundern und gleichzeitig entspannen. Die Gastronomie auf der Kö passt sich dem luxuriösen Umfeld an, auch wenn die genauen Angebote vielfältig sind. Man findet hier sowohl Orte für einen schnellen Espresso als auch Restaurants für ein ausgedehntes Mittagessen oder Abendessen.

Für viele gehört der Besuch eines Cafés oder Restaurants auf der Königsallee fest zum Erlebnis dazu. Es ist mehr als nur Essen oder Trinken – es ist Teil des gesellschaftlichen Lebens, des Sehens und Gesehenwerdens, das die Kö so besonders macht. Es ist der perfekte Ort, um nach dem Stöbern in den Boutiquen neue Energie zu tanken oder einfach nur die Atmosphäre dieses einzigartigen Boulevards zu inhalieren.

Die Integration von Gastronomie in das Konzept der Luxuseinkaufsstraße ist auf der Kö sehr gelungen. Die Terrassen fügen sich harmonisch in das Stadtbild ein und bieten einen angenehmen Ort der Ruhe inmitten des städtischen Trubels. Sie tragen maßgeblich zur hohen Aufenthaltsqualität bei und machen die Königsallee zu einem Ort, an dem man gerne länger verweilt als nur für einen schnellen Einkauf.

Hotels und die „stille Seite“

Während die Ostseite der Kö pulsierendes Leben mit Geschäften und Cafés bietet, hat sich die westliche Seite, die ehemalige Kanalstraße, anders entwickelt. Traditionell weniger begangen und auch als „Bankenseite“ bezeichnet, beherbergt sie heute neben Banken und Büros auch mehrere Luxushotels. Traditionshäuser wie der Breidenbacher Hof und das Steigenberger Park Hotel sind hier ebenso zu finden wie modernere Häuser wie das Hotel Intercontinental. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung der Kö als zentrale Adresse für Geschäftsreisende und Touristen mit gehobenen Ansprüchen.

Die „stille Seite“ bietet eine andere Perspektive auf die Kö. Hier ist das Tempo etwas gemächlicher, und man kann den Blick über den Stadtgraben und die beeindruckende Baumallee schweifen lassen. Die Mischung aus geschäftigem Treiben auf der einen und ruhiger Eleganz auf der anderen Seite macht den besonderen Reiz der Königsallee aus.

Architektur und Wahrzeichen

Die Architektur entlang der Königsallee ist vielfältig und spiegelt die verschiedenen Epochen ihrer Entwicklung wider. Historische Fassaden stehen neben modernen Neubauten, die sich in das Gesamtbild einfügen. Ein markantes Beispiel für moderne Architektur am nördlichen Ende der Allee ist der Kö-Bogen von Daniel Libeskind, der seit 2013 das Stadtbild prägt und neue Wegeverbindungen schafft. Hier haben sich ebenfalls luxuriöse Geschäfte und Restaurants angesiedelt, die das Angebot der Kö ergänzen.

Zu den bekannten Wahrzeichen der Königsallee gehört die „Schlanke Else“ oder „Grüne Mathilde“ genannte gusseiserne Standuhr am südöstlichen Ende des Corneliusplatzes. Sie ist die letzte ihrer Art in der Innenstadt und war früher ein beliebter Treffpunkt. Auch der Tritonenbrunnen am Nordende des Grabens und der Bergische Löwe am Südende sind bekannte Orientierungspunkte.

Die Gestaltung der Allee mit ihren historischen Laternen und den Gullydeckeln mit dem Düsseldorfer Radschlägermotiv zeugt von der Liebe zum Detail, die in die Pflege dieses wichtigen Boulevards investiert wird.

Die Kö als gesellschaftlicher Treffpunkt

Die Königsallee ist mehr als nur eine Einkaufsstraße; sie ist ein gesellschaftlicher Treffpunkt. Die breiten Bürgersteige laden zum Flanieren ein, und die Terrassen der Cafés und Restaurants sind beliebte Orte, um Freunde zu treffen oder einfach nur das städtische Leben zu beobachten. Große Veranstaltungen und Jubiläen, wie das 200-jährige Bestehen im Jahr 2004, werden auf der Kö gefeiert und ziehen Besucher aus nah und fern an.

Auch wenn sich die Nutzungen und das Angebot auf der Kö im Laufe der Zeit wandeln – zum Beispiel durch den Einzug neuer Marken oder die Verlegung traditionsreicher Geschäfte –, bleibt ihre Rolle als zentraler und repräsentativer Boulevard Düsseldorfs bestehen. Sie ist ein Ort, der Geschichte atmet und gleichzeitig modern und lebendig ist.

Häufig gestellte Fragen zur Königsallee

Hier finden Sie Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zur Königsallee in Düsseldorf:

Was bedeutet der Name „Kö“?

„Kö“ ist die gebräuchliche und liebevolle Kurzform für Königsallee.

Warum heißt die Königsallee „Königsallee“?

Der Name wurde 1851 nach einem Vorfall im Jahr 1848 eingeführt, bei dem König Friedrich Wilhelm IV. angeblich mit Pferdeäpfeln beworfen wurde. Die Umbenennung der vorherigen „Kastanienallee“ sollte das Königshaus besänftigen.

Was ist das Besondere am Stadtgraben der Kö?

Der Stadtgraben ist ein zentrales Gestaltungselement der Königsallee. Er ist über 30 Meter breit und fast 1000 Meter lang und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände der ehemaligen Festungsanlagen angelegt. Er wird vom Tritonenbrunnen gespeist.

Kann man auf der Königsallee essen gehen?

Ja, entlang der östlichen Seite der Königsallee gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants, viele davon mit Straßenterrassen, die zum Verweilen und Genießen einladen.

Welche Art von Geschäften finde ich auf der Kö?

Die Königsallee ist bekannt für ihre Luxusgeschäfte, Boutiquen, Juweliere und Einkaufszentren mit hochpreisigen Marken. Es gibt aber auch einige Geschäfte mit niedrigeren Preisen.

Gibt es Hotels auf der Königsallee?

Ja, insbesondere auf der westlichen, sogenannten „stillen Seite“ der Kö befinden sich mehrere Luxushotels, darunter Traditionshäuser und moderne Hotels.

Was ist die „Schlanke Else“?

Die „Schlanke Else“, auch „Grüne Mathilde“ genannt, ist eine historische gusseiserne Standuhr am nördlichen Ende der Königsallee, die als Wahrzeichen gilt.

Die Königsallee bleibt ein faszinierender Ort, der Geschichte, Luxus, Architektur und urbanes Leben auf einzigartige Weise vereint. Ein Besuch auf der Kö gehört zu jedem Aufenthalt in Düsseldorf dazu.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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