Welcher Krautsalat ist der beste?

Supermarkt Krautsalat im Test

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Krautsalat ist ein beliebter Begleiter zu vielen Gerichten, besonders in der Grillsaison. Doch nicht jeder hat die Zeit oder Lust, den Weißkohlsalat frisch zuzubereiten. Viele greifen daher zum fertigen Produkt aus dem Supermarkt. Aber halten diese Fertigsalate, was sie versprechen? Sind sie perfekt geschnitten, fein abgeschmeckt und knackig?

Wir haben uns dieser Frage angenommen und verschiedene Krautsalate aus dem Supermarkt einer Geschmacksprobe unterzogen. Experten aus Gastronomie und Ernährungswissenschaft haben die Salate blind verkostet und bewertet.

Krautsalat: Mehr als nur eine Beilage

Bevor wir uns den Testergebnissen widmen, werfen wir einen Blick auf die Vielfalt und Geschichte des Krautsalats. Krautsalat, im englischsprachigen Raum oft als Coleslaw bekannt, hat eine lange Tradition und wird in verschiedenen Kulturen unterschiedlich zubereitet.

Was ist in einem Zeus-Krautsalat enthalten?
Zeus Krautsalat. Unser neuer Zeus Krautsalat ist mit geriebenem Halloumi und knusprigem Mais bedeckt! Vermischt mit Johannisbeeren, frischem Kohl und Knoblauch-Aioli für viel Textur und Geschmack.

Verschiedene Zubereitungsarten und Varianten

Krautsalat ist nicht gleich Krautsalat. Es gibt eine beeindruckende Bandbreite an Zubereitungsarten:

  • Warme Krautsalate: Hierbei wird das fein geschnittene Kraut oft kurz überbrüht oder gedünstet und anschließend mit einer warmen Marinade aus Essig, Öl oder sogar heißem Speckfett angemacht. Dies macht das Kraut weicher und bekömmlicher.
  • Kalte Krautsalate: Die bekannteste Form. Das rohe, fein geschnittene Kraut wird mit Dressing angemacht. Die Marinade zieht über eine gewisse Zeit ein und macht das Kraut ebenfalls weicher, behält aber oft mehr Biss als warme Varianten. Typische Zutaten sind Essig, Öl, Salz und Kümmel. Bei Rotkohlsalat werden oft Äpfel und Zitrone verwendet.
  • Griechischer Krautsalat: Eine sehr beliebte Variante, die sich durch ihre Milde auszeichnet. Das Weißkraut wird kleingeschnitten, oft kurz blanchiert und dann mit Olivenöl, Essig, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Gewürzen wie Kümmel vermengt. Karotten- und Zwiebelstreifen sind häufige Ergänzungen.
  • Coleslaw: Vor allem in englischsprachigen Ländern verbreitet. Coleslaw basiert oft auf einer cremigen Sauce mit Mayonnaise und enthält häufig geriebene Karotten. Er ist eine klassische Beilage zu Barbecue oder Fish and Chips. Der Name stammt übrigens vom niederländischen Wort „Koolsla“ ab.
  • Sauerkrautsalat: Eine schnellere Variante, die fertiges Sauerkraut verwendet. Dieses wird kleingeschnitten und mit Essig und Öl angemacht, manchmal mit weiteren Zutaten wie Tomaten oder Essiggurken.

Die Vielfalt zeigt, wie anpassungsfähig Krautsalat ist und wie er je nach regionaler Vorliebe oder gewünschter Konsistenz zubereitet werden kann.

Der große Supermarkt-Krautsalat-Test

Zurück zu den Fertigprodukten. Wir haben fünf verschiedene Krautsalate aus dem Supermarkt ausgewählt und von unseren Experten blind verkosten lassen:

  • Rewe Beste Wahl, Krautsalat mit Paprika
  • Nadler, Knackiger Krautsalat mit Paprika
  • Merl, Delikatess Krautsalat mit weißem Pfeffer und Paprika
  • Feinkost Popp, Walter Popps Krautsalat „Griechische Art“
  • Kühlmann, Omas Krautsalat mit frischer Paprika

Die Tester waren Harun Yaman (Chef vom Imbiss „My Kebab“), Anja Tanas (Ernährungswissenschaftlerin und Food-Expertin) und Nico Gaude (Geschäftsführer eines Großhandels für Obst und Gemüse). Die Verkostung erfolgte blind, um unvoreingenommene Ergebnisse zu erzielen.

Die Testergebnisse im Detail

Jeder Salat wurde genau unter die Lupe genommen. Hier sind die Bewertungen:

Rewe Beste Wahl, Krautsalat mit Paprika

Optisch überzeugte dieser Salat die Tester nicht. Anja Tanas bemängelte das „wilde Durcheinander“ beim Schnitt – eine Mischung aus kleinen, großen, dünnen und dicken Stückchen. Nico Gaude stimmte zu, dass „schöne Streifen da gar nicht zu sehen“ seien. Immerhin wurde die Frische und Knackigkeit gelobt. Geschmacklich fanden alle Tester den Salat aber zu fade abgeschmeckt.

Nadler, Knackiger Krautsalat mit Paprika

Auch bei Nadler fielen „dicke Scheiben“ auf, was Harun Yaman bei Krautsalat gerne vermeiden würde. Optisch war er für ihn ein kompletter Reinfall. Umso überraschender war das positive Geschmackserlebnis. „Sieht nicht gut aus, schmeckt aber gut. Hammer“, urteilte Harun Yaman. Nico Gaude lobte ebenfalls: „Saftig, knackig, finde ich gut abgeschmeckt hat eine schöne Süße“. Anja Tanas fand die Süße allerdings zu dominant, da sie den typischen Krautsalat-Charakter überdecke. Nico Gaude sah gerade in der Kombination aus Süße und leichter Säure einen guten Gegenspieler zu einem herzhaften Steak.

Warum wird Mineralwasser in Krautsalat verwendet?
Der griechische Geheim-Tipp: Vor allem das kohlensäurehaltige Mineralwasser sorgt für Weichheit im Kraut beim Krautsalat selber machen. Ähnlich wie beim Backen mit Backpulver wirkt auch die Kohlensäure, sie macht die Zellstruktur des Weißkohls weicher.10. Juli 2023

Merl, Delikatess Krautsalat mit weißem Pfeffer und Paprika

Dieser Salat konnte die Tester zum ersten Mal mit seiner Konsistenz und dem Schnitt überzeugen. Hier stimmte die Optik. Geschmacklich gab es jedoch geteilte Meinungen. Harun Yaman vermisste entscheidende Gewürze, insbesondere Dill, der für ihn den aromatischen Geschmack ausmacht. Anja Tanas war dagegen begeistert von der Säure. „Im Hals, da britzelt es von der Säure. Super. Da könnte ich glatt mehr von essen“, freute sie sich.

Feinkost Popp, Walter Popps Krautsalat „Griechische Art“

Auch dieser Salat wies einen sehr ungleichmäßigen Schnitt auf. Harun Yaman vermisste erneut die Gewürze, die seiner Meinung nach einen zusätzlichen „Kick“ geben. Geschmacklich konnte dieser Salat die Tester nicht überzeugen. Anja Tanas beschrieb den Geschmack als „so ein bisschen nach nix“.

Kühlmann, Omas Krautsalat mit frischer Paprika

Harun Yaman empfand diesen Salat als matschig, was er auf den sehr kleinen Schnitt zurückführte. Auch hier fehlte ihm der Dill. Anja Tanas kritisierte die mangelnde Knackigkeit. Geschmacklich dominierte für sie der Zucker, ein klares „No go“. Die Tester waren sich einig, dass dieser Salat nicht überzeugen konnte.

Zusammenfassung der Testergebnisse

Um die Ergebnisse besser vergleichen zu können, fassen wir die wichtigsten Punkte in einer Tabelle zusammen:

ProduktSchnitt/KonsistenzGeschmackBesondere Anmerkungen
Rewe Beste WahlUneinheitlich, wildes DurcheinanderFade abgeschmecktFrisch und knackig (Anja Tanas)
NadlerDicke Scheiben, optisch durchgefallen (Harun Yaman)Gut, saftig, knackig, schöne Süße (Harun Yaman, Nico Gaude); Süße überdeckt Charakter (Anja Tanas)Guter Gegenspieler zu Steak (Nico Gaude)
MerlGute Konsistenz und SchnittUngewürzt (Harun Yaman); Spannende Säure (Anja Tanas)Fehlende Gewürze (Dill)
Feinkost PoppSehr ungleichmäßig geschnittenSchmeckt nach nixFehlende Gewürze
KühlmannMatschig, sehr klein geschnittenZucker überwiegt, kein DillNicht knackig genug

Der Testsieger

Nach der Blindverkostung stand der Sieger fest. Mit den Stimmen von Harun Yaman und Nico Gaude ging der Sieg an den Krautsalat von Nadler. Das Zusammenspiel von Süße und Säure wurde gelobt, der Salat sei gut gewürzt und passe hervorragend zum gegrillten Steak. Für Anja Tanas lag der Krautsalat von Merl vorne, vor allem wegen seiner „spannenden Säurenote“. Die Mehrheit entschied sich jedoch für Nadler.

Das Geheimnis des griechischen Krautsalats

Im Test gab es auch eine Variante „Griechische Art“, die aber nicht überzeugte. Doch was macht echten griechischen Krautsalat so besonders, insbesondere in Bezug auf seine Milde und Bekömmlichkeit, wie sie aus Kreta bekannt ist?

Ein besonderes Merkmal vieler authentischer griechischer Krautsalat-Rezepte ist die Verwendung von kohlensäurehaltigem Mineralwasser im Sud, in dem das Kraut zieht. Dieses Mineralwasser spielt eine entscheidende Rolle dabei, das Kraut weich und bekömmlich zu machen, ohne dass es verkocht oder matschig wird.

Ist Krautsalat typisch griechisch?
Die griechische Küche serviert Krautsalat als Beilage zu vielen Gerichten. Bei der Zubereitung wird das Weißkraut kleingeschnitten und blanchiert. Nach dem Abtropfen wird es mit Olivenöl, Essig, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen, häufig zumindest Kümmel, vermengt.

Wie wirkt Mineralwasser auf Krautsalat?

Wenn das fein geschnittene Weißkraut zusammen mit Salz, Essig, Öl, Zucker, Pfeffer und eben kohlensäurehaltigem Mineralwasser angesetzt wird, beginnt ein Prozess, der oft mit Osmose erklärt wird. Das Salz entzieht dem Kraut Wasser, was die harte Zellstruktur aufbricht. Die Kohlensäure wirkt dabei ähnlich wie ein Triebmittel beim Backen; sie lockert die Zellstruktur zusätzlich auf und macht das Kraut zarter.

Das Kraut zieht in diesem Sud idealerweise mindestens zwölf Stunden im Kühlschrank, oft sogar länger. Während dieser Zeit gibt das Kraut Wasser ab und nimmt gleichzeitig die Aromen des Suds auf. Nach der Ruhezeit wird der Sud abgegossen. Das Ergebnis ist ein Krautsalat, der angenehm weich ist, aber trotzdem noch Biss hat. Er ist bekömmlich und wässert nicht nach, da der Großteil des überschüssigen Wassers bereits entzogen wurde.

Dieses Verfahren unterscheidet sich deutlich von der Zubereitung vieler klassischer deutscher Krautsalate, bei denen das rohe Kraut lediglich mit Dressing vermengt und eventuell geknetet wird, um es weicher zu machen.

Krautsalat selber machen: Tipps für zu Hause

Wer nun inspiriert ist, seinen eigenen Krautsalat zuzubereiten, kann von den Erfahrungen und Methoden lernen. Hier sind einige Tipps:

  • Die richtige Krautwahl: Weißkohl ist die klassische Basis. Achten Sie auf frische, feste Köpfe.
  • Fein schneiden: Je feiner das Kraut geschnitten ist, desto besser kann das Dressing oder der Sud einziehen. Ein langes, scharfes Messer oder sogar eine Küchenmaschine mit entsprechendem Aufsatz helfen dabei.
  • Kneten: Nach dem Schneiden kann es hilfreich sein, das Kraut mit Salz und eventuell etwas Zucker kurz zu kneten. Das bricht die Zellstruktur auf und lässt Wasser austreten, was das Kraut weicher macht.
  • Der Sud/Dressing: Ob klassisch mit Essig und Öl, cremig mit Mayonnaise (für Coleslaw) oder nach griechischer Art mit einem Sud – die Marinade ist entscheidend für den Geschmack und die Konsistenz. Experimentieren Sie mit Gewürzen wie Kümmel, Dill oder Pfeffer.
  • Ziehen lassen: Geben Sie dem Salat Zeit. Viele Krautsalate entfalten ihr volles Aroma und die gewünschte Weichheit erst nach einigen Stunden oder über Nacht im Kühlschrank.
  • Mineralwasser-Trick: Wenn Sie einen milden, bekömmlichen Krautsalat wie beim Griechen möchten, probieren Sie die Methode mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser im Sud.

Häufig gestellte Fragen zu Krautsalat

Ist Krautsalat typisch griechisch?

Ja, Krautsalat (oft als „Lahanosalata“ bezeichnet) ist eine sehr typische Beilage in der griechischen Küche und wird zu vielen Gerichten serviert. Die griechische Zubereitungsart, oft mit Olivenöl, Zitrone und Kräutern, unterscheidet sich von anderen Varianten wie dem deutschen oder dem amerikanischen Coleslaw.

Welcher Krautsalat ist der beste?
Der Testsieger Mit den Stimmen von Harun Yaman und Nico Gaude gewinnt der Krautsalat von Nadler. Das Zusammenspiel von Süße und Säure stimme, der Salat sei gut gewürzt und passe zum gegrilltem Steak, fassen die Tester zusammen.

Warum wird Mineralwasser in Krautsalat verwendet?

Kohlensäurehaltiges Mineralwasser wird in einigen Rezepten, insbesondere für griechischen Krautsalat, verwendet, um das Weißkraut zarter und bekömmlicher zu machen. Die Kohlensäure hilft, die Zellstruktur aufzulockern und beschleunigt den Prozess, bei dem das Kraut im Sud weicher wird, ähnlich wie ein mildes Blanchieren, aber ohne Hitze.

Was ist in einem Zeus-Krautsalat enthalten?

Ein spezifischer „Zeus Slaw“, wie er beispielsweise in bestimmten griechischen Restaurants angeboten wird, kann variieren. Ein Beispielrezept beschreibt einen Salat mit geraspeltem Halloumi, knackigem Mais, Johannisbeeren, frischem Kohl und Knoblauch-Aioli. Solche Varianten sind oft kreative Abwandlungen des klassischen Krautsalats und können zusätzliche Zutaten für Textur und Geschmack enthalten.

Fazit

Unser Test hat gezeigt: Fertiger Krautsalat aus dem Supermarkt kann eine schnelle Alternative sein, doch die Qualität variiert stark. Während einige Produkte im Schnitt oder Geschmack enttäuschten, konnte der Nadler Krautsalat die meisten Tester überzeugen und wurde Testsieger. Wer Wert auf Konsistenz legt, fand Merl gut, vermisste aber Gewürze. Der Test unterstreicht, wie subjektiv Geschmack ist und wie wichtig die Balance der Aromen ist.

Für Liebhaber von mildem und bekömmlichem Krautsalat bietet die griechische Methode mit dem Mineralwasser-Sud eine spannende Alternative zur klassischen Zubereitung. Und mit den richtigen Tipps ist Krautsalat selber machen oft die beste Wahl, um Geschmack und Konsistenz perfekt auf die eigenen Vorlieben abzustimmen. Egal ob gekauft oder selbst gemacht, Krautsalat bleibt eine wunderbar vielseitige und gesunde Beilage.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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