Manuel Neuer, eine Ikone des deutschen Fußballs und langjähriger Torhüter des FC Bayern München, hat abseits des grünen Rasens einen besonderen Ort gefunden, der ihm als privates Refugium dient: den Tegernsee. Nach dem Ende seiner Karriere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verbringt der 38-Jährige nun mehr Zeit in seiner Wahlheimat in den bayerischen Voralpen. Dieser Artikel beleuchtet Neuers Leben am malerischen Tegernsee und sein bemerkenswertes Engagement bei der Wiederbelebung eines historischen Gasthauses, des Forsthaus Valepp.

Schon Ende 2016 entschied sich Manuel Neuer für einen Umzug aus seiner Stadtwohnung im schicken Münchner Viertel Bogenhausen. Sein neues Zuhause fand er direkt in der Stadt Tegernsee, einem idyllischen Ort mit rund 3.700 Einwohnern, gelegen etwa eine dreiviertel Stunde südlich von München und dem Trainingsgelände des FC Bayern. Die Wahl fiel auf eine Hanglage am Tegernseer Leeberg. Dort bewohnt Neuer eine dreistöckige Villa im Landhausstil. Das Besondere an seinem Anwesen ist die Seeseite, die komplett verglast ist und einen freien Ausblick auf das beeindruckende bayerische Oberland bietet. Neben einer großzügigen Terrasse, ebenfalls zum See hin ausgerichtet, verfügt die Villa über eine kleine Rasenfläche. Diese Fläche wurde während der Corona-Pandemie im Mai 2020 sogar kurzerhand zum Trainingsplatz umfunktioniert, als Neuer hier mit seinem damaligen Torwarttrainer und Freund Toni Tapalovic trainierte. Ein auf Instagram geteiltes Video gab seinen zahlreichen Followern einen seltenen Einblick in seine private Umgebung.
Neuers Liebe zum Tegernsee ist tief verwurzelt. Gegenüber dem Vereinsmagazin des FC Bayern äußerte er einmal, dass man am Tegernsee fast schon gezwungen sei, sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen. Diese Leidenschaft für die Region, die Berge und die Natur teilt er mit vielen anderen prominenten Persönlichkeiten, insbesondere aus der Welt des Fußballs. Einer seiner Nachbarn ist kein Geringerer als Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern. Hoeneß lebt auf der gegenüberliegenden Seeseite im Kurort Bad Wiessee. Von Neuers Anwesen aus soll man sogar einen Blick in Hoeneß' Garten werfen können. Auch sein Freund Johannes Rabl, der in unmittelbarer Nähe – fußläufig erreichbar – das Hotel „Leeberghof“ betreibt, teilt Neuers Begeisterung für die Region. Die beiden sind oft gemeinsam mit dem Mountainbike im nahegelegenen Mangfallgebirge unterwegs.
Neben seinem privaten Rückzugsort engagiert sich Manuel Neuer auch in einem Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt: die Sanierung und Wiedereröffnung des historischen Forsthaus Valepp. Dieses Gasthaus aus dem 19. Jahrhundert, gelegen zwischen dem Spitzingsee und der österreichischen Grenze, stand lange leer und war dem Verfall preisgegeben. Manuel Neuer und Johannes Rabl haben das Anwesen mit einer gemeinsamen Gesellschaft in Erbpacht von den Bayerischen Staatsforsten übernommen. Die Erbpacht läuft über beeindruckende 99 Jahre, Eigentümer bleibt jedoch der Freistaat Bayern. Die Sanierung erfolgte unter strengen Denkmalschutzauflagen und war äußerst aufwendig. Anfangs mit vier Millionen Euro veranschlagt, stiegen die Kosten im Laufe des Projekts auf rund sechs Millionen Euro.

Es ist wichtig zu betonen, dass Manuel Neuer bei diesem Projekt eine spezifische Rolle einnimmt. Wie Wirt Johannes Rabl klarstellt, ist Neuer weder Wirt noch Betreiber des Forsthaus Valepp. Er ist Partner bei der Übernahme und Sanierung des Anwesens. Die gesamte operative Verantwortung, insbesondere die Preisgestaltung, liegt allein bei Johannes Rabl. Rabl betont, dass Neuer mit den Preisen nichts zu tun hat. Für Manuel Neuer war die Sanierung des Forsthaus Valepp ein wahres Herzensprojekt. Seine Motivation entspringt seiner tiefen Verbundenheit zur Region Tegernsee, den Bergen und der Natur, nicht primär wirtschaftlichen Interessen. Rabl äußerte, dass Neuer viele profitablere Möglichkeiten hätte, sein Geld zu investieren; das Forsthaus sei kein einfacher „Business Case“ für sie, sondern zeige Neuers Leidenschaft für die Region.
Die Sanierung des Forsthaus Valepp wurde mit großer Liebe zum Detail durchgeführt. Es war den Partnern wichtig, die Geschichte des Ortes zu bewahren und gleichzeitig moderne Elemente einzufügen. So wurden beispielsweise alte Dielen, die ursprünglich im Dachboden verlegt waren, abgebaut, aufbereitet und nun im Gasthof im Erdgeschoss wieder sichtbar verbaut. Auch die Fenster sind besonders: Sie bestehen aus mundgeblasenem, handgezogenem Glas, das ein Vielfaches teurer ist als normales Fensterglas. Über den Bauerntischen hängen Vintage-Lampen an traditionellen Ganslingen, außen matt, innen goldfarben – ein Beispiel für die Mischung aus Alt und Neu. Ziel war es, nichts „auf alt gemacht“ wirken zu lassen, sondern Neues als Neues erkennbar zu machen, während die Wertigkeit der heimischen Materialien im Vordergrund steht. Vom Bauholz über Kissen und Vorhänge bis hin zur Bepflanzung kommt alles aus der Region. Das Forsthaus soll keine oberbayerische Eventlocation oder „Disneyland“ sein, sondern seine Geschichte erzählen, sowohl architektonisch als auch gastronomisch.
Ein besonderes Anliegen war es den Betreibern auch, die gesamte Geschichte der Valepp aufzuzeigen, einschließlich der schwierigen Kapitel. Im Dritten Reich wurden in der Valepp Zwangsarbeiter für Heinrich Himmler eingesetzt, die aus dem KZ Dachau kamen und unter Bewachung der SS hart arbeiten mussten, unter anderem am Bau von Straßen. Auch dieses dunkle Kapitel, das in 500 Jahren Valepp zwar nur ein kleines ist, soll beleuchtet werden, um alle Epochen von der Holztrift bis zum Berggasthof im 21. Jahrhundert darzustellen.
Das Forsthaus Valepp hat nach der umfangreichen Sanierung wieder seine Türen geöffnet. Die offizielle Eröffnung fand am 15. August 2024 statt, mit einer Feldmesse an der Maria-Hilf-Kapelle und anschließender Live-Musik im Biergarten. Das Gasthaus ist in der Sommersaison täglich geöffnet. Der Selbstbedienungsbereich im Biergarten öffnet um 10 Uhr (warme Küche bis 19 Uhr), der Bedienbereich im Restaurant ab 11 Uhr (warme Küche bis 19 Uhr). Im Winter bleibt das Forsthaus geschlossen; in dieser Zeit steht Gästen das Jägerhäusl als Selbstversorgerunterkunft zur Verfügung. Das Forsthaus ist über die Mautstraße von Enterrottach erreichbar.

Besucher können im Forsthaus Valepp nicht nur einkehren, sondern auch übernachten. Insgesamt stehen 28 Betten zur Verfügung, wobei die Fertigstellung des Dachgeschosses noch Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Preise im Forsthaus, die wie erwähnt von Johannes Rabl festgelegt werden, standen teilweise in der Kritik. Ein halbes Hendl inklusive Kartoffel-Radieserlsalat kostet 19,50 Euro, ein Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat 29,50 Euro. Süßspeisen wie Kaiserschmarrn gibt es für 16,50 Euro, Apfel- oder Topfenstrudel für 8,50 Euro. Ein halber Liter Bier kostet 5,40 Euro. Erste Besucher zeigten sich in Bewertungen begeistert vom Ambiente, dem Essen und dem Service. Gelobt wurde die gelungene Mischung aus Moderne und Tradition. Kritik gab es vereinzelt an der Preisgestaltung und der Getränkeauswahl, wie zum Beispiel dem Fehlen von Fruchtschorlen außer Rhabarber zur Mittagszeit.
Manuel Neuers Engagement in der Region Tegernsee ist langfristig angelegt. Neben dem Forsthaus Valepp gibt es auch Pläne, das gegenüberliegende, verlassene Klausenhaus aus dem Jahr 1683 in den nächsten Jahren anzupacken. Dieses war ebenfalls Teil des Pacht-Pakets. Das Forsthaus Valepp verkörpert Neuers tiefe Verbundenheit zu seiner Wahlheimat und den Wunsch, ein Stück bayerischer Kultur und Natur für Besucher erlebbar zu machen, fernab des Rampenlichts des Profifußballs.
| Merkmal | Forsthaus Valepp |
|---|---|
| Lage | Zwischen Spitzingsee & Österreichischer Grenze |
| Eigentum | Bayerische Staatsforsten (Erbpacht Rabl/Neuer für 99 Jahre) |
| Betreiber | Johannes Rabl (alleiniger Wirt) |
| Neuer's Rolle | Partner bei Sanierung/Übernahme (Herzensprojekt), nicht bei Preisgestaltung |
| Sanierungskosten | Ca. 6 Millionen Euro |
| Saison | Geöffnet im Sommer, geschlossen im Winter |
| Angebot | Restaurant, Biergarten, Übernachtungen (28 Betten) |
| Zugang | Mautstraße von Enterrottach |
Häufig gestellte Fragen zum Forsthaus Valepp:
Gehört Manuel Neuer das Forsthaus Valepp?
Nein. Manuel Neuer ist zusammen mit Johannes Rabl Partner in einer Gesellschaft, die das Forsthaus in Erbpacht für 99 Jahre von den Bayerischen Staatsforsten übernommen und saniert hat. Alleiniger Wirt und Betreiber ist Johannes Rabl.
Warum sind die Preise im Forsthaus Valepp so hoch?
Die Preisgestaltung wird von Wirt Johannes Rabl verantwortet, nicht von Manuel Neuer. Rabl begründet dies mit den hohen Kosten der aufwendigen Sanierung unter Denkmalschutzauflagen und dem Anspruch, Wertigkeit zu bieten. Manuel Neuer ist an der Preisgestaltung nicht beteiligt.

Wann ist das Forsthaus Valepp geöffnet?
Das Forsthaus ist in der Sommersaison täglich geöffnet. Im Winter bleibt es geschlossen. Der Selbstbedienungsbereich im Biergarten ist ab 10 Uhr geöffnet (warme Küche bis 19 Uhr), das Restaurant mit Bedienung ab 11 Uhr (warme Küche bis 19 Uhr).
Kann man im Forsthaus Valepp übernachten?
Ja, das Forsthaus Valepp bietet Übernachtungsmöglichkeiten in Zimmern an. Im Winter steht stattdessen das Jägerhäusl als Selbstversorgerunterkunft zur Verfügung.
Manuel Neuers Verbindung zum Tegernsee reicht somit weit über sein privates Zuhause hinaus. Mit dem Forsthaus Valepp hat er sich einem Projekt verschrieben, das Tradition, Natur und Gastfreundschaft auf besondere Weise vereint und seine tiefe Verbundenheit zur bayerischen Region unterstreicht.
Hat dich der Artikel Neuer am Tegernsee: Haus & Forsthaus Valepp interessiert? Schau auch in die Kategorie Gastronomie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
