Die deutsche Sprache ist bekannt für ihre reiche Grammatik, und die Bildung der Mehrzahl, des sogenannten Plurals, gehört zweifellos zu den Bereichen, die Lernenden oft Kopfzerbrechen bereiten. Nehmen wir zum Beispiel das Wort „Restaurant“. Wie lautet dessen Mehrzahl? Und warum folgt es vielleicht nicht den Regeln, die man für andere deutsche Wörter gelernt hat? Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch die faszinierende Welt der deutschen Pluralbildung, beginnend mit der einfachen Frage nach dem Plural von „Restaurant“ und endend bei komplexeren grammatischen Phänomenen.

Das Wort „Restaurant“ bezeichnet einen Ort, an dem man Mahlzeiten kaufen und essen kann. Es ist ein Lehnwort aus dem Französischen und wie viele Fremdwörter im Deutschen bildet es seinen Plural auf eine Weise, die sich von vielen heimischen Wörtern unterscheidet. Doch bevor wir uns spezifisch dem Restaurant widmen, wollen wir uns den Begriff Plural selbst genauer ansehen.
Was ist der Plural?
Der Plural ist der grammatische Fachbegriff für die Mehrzahl. Er steht im Gegensatz zum Singular, der Einzahl. Während der Singular typischerweise eine einzelne Person oder Sache bezeichnet, steht der Plural für eine Menge von Gegenständen oder Individuen, die größer als eins ist. Im Deutschen gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Plural eines Substantivs zu bilden, was oft nicht eindeutig aus der Singularform ableitbar ist. Die Mehrzahl ist also nicht nur eine quantitative Unterscheidung, sondern auch eine grammatische Kategorie mit eigenen Regeln.
Interessanterweise hat auch das Wort „Plural“ selbst eine Mehrzahl. Die Flexion des Wortes „Plural“ (das Maskulinum „der Plural“) sieht in den verschiedenen Fällen so aus:
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Plural | die Plurale |
| Genitiv | des Plurals | der Plurale |
| Dativ | dem Plural | den Pluralen |
| Akkusativ | den Plural | die Plurale |
Wie die Tabelle zeigt, lautet der Nominativ-Plural von „Plural“ also „die Plurale“. Dies ist ein Beispiel für die Pluralbildung mit der Endung -e, einer der häufigsten Pluralformen im Deutschen.
Die Vielfalt der deutschen Pluralbildung
Die Bildung der Mehrzahl im Deutschen ist komplex und folgt nicht immer klaren Mustern, die allein vom Aussehen des Wortes im Singular abhängen. Es gibt verschiedene Methoden, um den Plural zu bilden, oft kombiniert:
- Hinzufügen einer Endung (-e, -er, -(e)n, -s)
- Veränderung des Stammvokals (Umlaut)
- Keine Veränderung der Form (Nullplural)
- Kombination aus Endung und Umlaut
Diese Vielfalt bedeutet, dass man den Plural eines neuen Wortes nicht immer sicher vorhersagen kann. Es gibt zwar Tendenzen, abhängig vom Genus und der Endung des Singulars, aber keine allgemeingültigen Regeln ohne Ausnahmen.
Das Geheimnis des 'Restaurants': Der s-Plural
Kehren wir zurück zu unserem Ausgangswort: „Restaurant“. Da es sich um ein Fremdwort handelt, das im 17./18. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche übernommen wurde, folgt es oft nicht den älteren deutschen Pluralregeln. Viele neuere Fremdwörter, aber auch einige heimische Wörter, die auf Vokale enden (außer abgeschwächtem -e), bilden ihren Plural mit der Endung -s.

So lautet der Plural von „das Restaurant“: die Restaurants.
Diese Pluralbildung mit -s ist im Deutschen relativ jung, aber sehr produktiv, besonders bei Fremdwörtern und Wörtern, die auf Vokale enden. Beispiele sind:
- die CD – die CDs
- der Pkw – die Pkws
- der Akku – die Akkus
- der Job – die Jobs
- das Handy – die Handys
- die Oma – die Omas
- der Opa – die Opas
- das Kino – die Kinos
- das Café – die Cafés
Auch viele Familiennamen bilden ihren Plural auf -s, um mehrere Mitglieder der Familie zu bezeichnen (die Müllers, die Meiers), im Unterschied zur Berufsbezeichnung (der Müller – die Müller).
Die klassischen Pluralendungen: -e, -er, -(e)n
Neben dem s-Plural gibt es die traditionellen Endungen, die den Großteil des deutschen Wortschatzes abdecken:
Der e-Plural
Dies ist eine sehr verbreitete Pluralform. Sie kann mit oder ohne Umlaut des Stammvokals auftreten. Bei Feminina, die diesen Plural bilden, tritt meist Umlaut auf (die Hand – die Hände), während er bei Maskulina und Neutra unregelmäßig ist (der Hund – die Hunde vs. der Ball – die Bälle; das Jahr – die Jahre vs. das Floß – die Flöße). Feminina auf -nis bilden den Plural immer auf -nisse (die Kenntnis – die Kenntnisse).
Der n-Plural (oder -en-Plural)
Dieser Plural ist besonders typisch für Feminina, vor allem jene, die im Singular auf -e, -el oder -er enden (die Erbse – die Erbsen, die Leiter – die Leitern, die Partikel – die Partikeln). Feminina, die im Singular keine solche Endung haben, bilden den Plural auf -en (die Frau – die Frauen, die Tat – die Taten). Personenbezeichnungen auf -in bilden den Plural auf -innen (die Fahrerin – die Fahrerinnen). Auch einige Maskulina und neutrale Fremdwörter bilden diesen Plural (der Mensch – die Menschen, der Herr – die Herren, das Museum – die Museen).
Der er-Plural
Dieser Plural betrifft hauptsächlich Neutra und einige Maskulina. Er tritt fast immer zusammen mit Umlaut auf, wo dieser möglich ist. Beispiele sind das Kind – die Kinder, das Buch – die Bücher, der Mann – die Männer, der Wald – die Wälder. Feminina bilden diesen Plural im Standarddeutschen nicht.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über typische Endungen und Genus-Verhältnisse, auch wenn sie nicht alle Ausnahmen abdeckt:
| Pluralmorph | Maskulina (ohne/mit Umlaut) | Feminina (ohne/mit Umlaut) | Neutra (ohne/mit Umlaut) |
|---|---|---|---|
| -e | Hund/Turm – Hunde/Türme | Wildnis/Hand – Wildnisse/Hände | Jahr/Floß – Jahre/Flöße |
| -er | Geist/Wurm – Geister/Würmer | -/- | Ei/Amt – Eier/Ämter |
| -(e)n | Bauer/Mensch – Bauern/Menschen | Tafel/Werkstatt – Tafeln/Werkstätten | Ohr – Ohren |
| -s | Kakadu – Kakadus | Boa – Boas | Radio – Radios |
| -∅ (Nullplural) | Bürger/Vater – Bürger/Väter | Peperoni/Mutter – Peperoni/Mütter | Messer/Kloster – Messer/Klöster |
Wenn nichts passiert: Der Nullplural
Eine weitere wichtige Kategorie ist der Nullplural, bei dem die Form des Wortes im Singular und Plural identisch ist. Der Unterschied wird hier nur durch den Artikel oder den Kontext deutlich (der Laster – die Laster). Dieser Pluraltyp findet sich häufig bei Maskulina und Neutra, die auf -el, -en oder -er enden (der Gürtel – die Gürtel, der Kuchen – die Kuchen, das Messer – die Messer). Auch Neutra auf -e, oft Kollektiva mit ge-, gehören dazu (das Gebäude – die Gebäude). Bei einigen lateinischen Wörtern wie Kasus und Status ist die Schriftform gleich, aber die Aussprache des Endvokals unterscheidet sich.

Der Klang ändert sich: Plural mit Umlaut
Der Umlaut (die Veränderung von a, o, u zu ä, ö, ü oder au zu äu) ist ein prägendes Merkmal der deutschen Pluralbildung. Er kann entweder allein zur Pluralbildung dienen (reiner Umlautplural bei zweisilbigen Maskulina auf -el, -en und Substantiven auf -er wie der Apfel – die Äpfel, der Vater – die Väter) oder in Kombination mit einer Pluralendung (-e, -er). Bei einsilbigen Feminina mit e-Plural ist der Umlaut obligatorisch (die Kuh – die Kühe), während er bei Maskulina mit e-Plural und Neutra mit er-Plural unregelmäßig ist. In Verbindung mit dem n-Plural oder s-Plural tritt Umlaut, abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Komposita auf -statt (Werkstatt – Werkstätten), nicht auf.
Fremdwörter und ihre Tücken
Besonders bei Fremdwörtern gibt es viele Sonderfälle. Neben dem produktiven s-Plural finden sich Endungen, die an die Herkunftssprache erinnern, oder eingedeutschte Varianten.
- Einige lateinische/griechische Wörter auf -um bilden den Plural auf -en oder -a (das Museum – die Museen, das Praktikum – die Praktika).
- Wörter auf -ma bilden den Plural manchmal auf -mata, -men oder -s (das Komma – die Kommas/die Kommata, das Trauma – die Traumen/die Traumata).
- Manche Wörter behalten ihre originale Pluralform bei, oft neben einer eingedeutschten Variante (der Espresso – die Espressi/die Espressos, die Pizza – die Pizzen/die Pizzas/die Pizze).
- Einige italienische Wörter wie Spaghetti sind im Original bereits Pluralformen und werden im Deutschen oft als solche verwendet, können aber auch einen zusätzlichen s-Plural annehmen (die Spaghetti – die Spaghetti/die Spaghettis).
Das Wort „Gastronomie“, das eine Variante der Gastronomie wie ein Café in Prag beschreibt, wird im Deutschen oft als Singularetantum verwendet, das heißt, es hat typischerweise keinen Plural, wenn es den Bereich oder die Branche bezeichnet. Man spricht eher von verschiedenen „Arten der Gastronomie“ oder „gastronomischen Betrieben“ statt von „Gastronomien“.
Besonderheiten und Ausnahmen
Die deutsche Pluralbildung hält noch weitere Besonderheiten bereit:
- Doppelformen: Manche Wörter haben zwei gebräuchliche Pluralformen, oft mit Bedeutungsunterschieden (das Wort – die Wörter (grammatisch) / die Worte (als Aussage); der Park – die Parks / die Pärke (CH)).
- Plural von Komposita: Bei zusammengesetzten Substantiven bildet nur das Hinterglied den Plural (der Apfelbaum – die Apfelbäume, nicht *die Äpfelbäume).
- Dativ Plural: Im Dativ fügen die meisten Pluralformen, die nicht bereits auf -n oder -s enden, ein zusätzliches -n an (mit den Kindern, mit den Häusern, mit den Hunden, aber mit den Frauen, mit den Autos).
- Pluralbeschränkungen: Nicht alle Wörter haben einen Plural (Singularetantum wie das Weltall, die Liebe). Manche existieren nur im Plural (Pluraletantum wie die Ferien, die Kosten, die Eltern). Bei Maßeinheiten wird nach Zahlen oft der Singular verwendet (100 Gramm, 100 Euro, aber 5 Meilen).
- Bedeutungsverschiebung: Manchmal ändert sich die Bedeutung des Wortes im Plural (das Wasser (Menge) – die Wasser (Gewässer) – die Wässer (Trinkwassersorten)).
- Kollektiva: Wörter im Singular können eine unbestimmte Mehrzahl bezeichnen (das Geäst, das Gemüse, das Laub, das Personal), auch wenn für manche davon ebenfalls ein Plural existiert.
Häufig gestellte Fragen zur Pluralbildung
Was bedeutet Plural?
Plural bedeutet Mehrzahl und bezeichnet eine Anzahl, die größer als eins ist. Es ist die grammatische Kategorie, die dem Singular (Einzahl) gegenübersteht.
Wie lautet die Mehrzahl von 'Plural'?
Die Mehrzahl von 'Plural' lautet 'die Plurale'.

Was ist die Mehrzahl von 'Gastronomie'?
'Gastronomie' wird im Deutschen meist als Singularetantum verwendet, das heißt, es gibt keine regelmäßige Pluralform für den Begriff als solchen. Man spricht stattdessen von 'gastronomischen Betrieben' oder 'Arten der Gastronomie'.
Warum ist die deutsche Pluralbildung so unregelmäßig?
Die Vielfalt der Pluralformen hat historische Gründe. Verschiedene Endungen und Bildungsweisen haben sich im Laufe der Sprachentwicklung herausgebildet. Da es keine eindeutigen Regeln gibt, die allein vom Aussehen des Singulars abhängen, muss man den Plural vieler Wörter lernen.
Gibt es Wörter, die keinen Plural haben?
Ja, das sind die sogenannten Singularetantum. Beispiele sind Abstrakta wie 'Liebe' oder Stoffbezeichnungen wie 'Wasser' (in der Bedeutung einer unbestimmten Menge) oder chemische Elemente.
Gibt es Wörter, die nur im Plural existieren?
Ja, das sind die Pluraletantum. Beispiele sind 'Ferien', 'Kosten' oder 'Eltern'.
Fazit
Die Pluralbildung im Deutschen ist komplex und facettenreich. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Genus, die Endung des Wortes, seine Herkunft und historische Entwicklungen. Das Beispiel des 'Restaurants', das seinen Plural als Fremdwort auf -s bildet ('Restaurants'), ist nur eine Facette dieser Vielfalt. Während es einige typische Muster gibt, gibt es auch zahlreiche Ausnahmen, Doppelformen und Wörter ohne oder nur mit Plural. Das Erlernen der korrekten Pluralformen erfordert daher oft das Auswendiglernen oder das Nachschlagen, ist aber ein wesentlicher Schritt, um die deutsche Sprache präzise zu beherrschen.
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