Wem gehört Marche Mövenpick?

Wem gehört Marche Mövenpick wirklich?

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Marche Mövenpick ist für viele Reisende und Stadtbummler ein Begriff, der für frische, schnelle und marktplatzähnliche Gastronomie steht. Ob an belebten Flughäfen, grossen Bahnhöfen, entlang wichtiger Autobahnen oder in attraktiven Innenstädten – das Konzept, das auf Live-Zubereitung und frischen Zutaten setzt, erfreut sich grosser Beliebtheit. Doch angesichts der verschiedenen Geschäftsbereiche, die unter dem Namen Mövenpick firmieren (Hotels, Lebensmittel, Weine), taucht bei vielen Gästen immer wieder die Frage auf: Wer ist eigentlich der Eigentümer von Marche Mövenpick?

Die Antwort ist nicht ganz so einfach, wie man vielleicht vermuten würde, da sich die Eigentumsverhältnisse im Laufe der Zeit geändert haben und die Marke Mövenpick auf verschiedene Unternehmen aufgeteilt ist. In diesem Artikel gehen wir der Frage auf den Grund und klären, wer heute hinter den Marche Restaurants steht.

Wem gehört Marche Mövenpick?
Die Schweizer Mövenpick-Gruppe verkauft das Gastronomieunternehmen Marché International. Die rund 150 Betriebe, von denen auch rund 20 in Deutschland sind, gehen 2023 an die französische Reisehandels- und Gastronomiegruppe Lagardère Travel Retail, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Die Ursprünge: Die Schweizer Mövenpick Gruppe

Die Geschichte von Mövenpick begann 1948 in Zürich, Schweiz, als Ueli Prager das erste Restaurant im Hotel Piccolino eröffnete. Seine Vision war es, Qualität zu erschwinglichen Preisen anzubieten – ein Konzept, das er als „Mövenpick“ (wie ein Vogel, der sich schnell das Beste herauspickt) bezeichnete. Die ursprüngliche Mövenpick Gruppe entwickelte sich rasant und diversifizierte ihr Geschäft. Neben Restaurants kamen bald Hotels, Weinhandel und die Produktion von Lebensmitteln wie Eiscreme, Joghurt und Kaffee hinzu.

Marche war lange Zeit ein wichtiger Teil dieser ursprünglichen, breit aufgestellten Schweizer Mövenpick Gruppe. Das Konzept des Frischmarktes mit offener Küche, bei dem die Speisen direkt vor den Augen des Gastes zubereitet werden, war eine Innovation, die gut zum Qualitätsanspruch der Marke passte und international expandierte.

Ein Wendepunkt: Der Verkauf der Mehrheit an Marche International

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat die ursprüngliche Mövenpick Gruppe strategische Entscheidungen getroffen, die zur Aufteilung der verschiedenen Geschäftsbereiche unter neue Eigentümer führten. Ein entscheidender Schritt für die Restaurantsparte Marche war das Jahr 2014. In diesem Jahr verkaufte die Mövenpick Gruppe die Mehrheit ihrer Anteile an der Marche International AG, dem Betreiber der Marche Restaurants.

Dieser Verkauf markierte eine signifikante Zäsur. Marche war fortan nicht mehr mehrheitlich im Besitz der ursprünglichen Schweizer Holdinggesellschaft. Dieser Schritt ermöglichte es der Mövenpick Gruppe, sich auf andere Kernbereiche zu konzentrieren, während Marche unter einem neuen, auf Gastronomie spezialisierten Eigentümer weiterentwickelt werden konnte.

Der aktuelle Eigentümer: Ein überraschender Partner aus Deutschland

Der Käufer der Mehrheitsanteile an Marche International AG im Jahr 2014 war ein Unternehmen, das vielen ebenfalls gut bekannt ist, aber vielleicht nicht sofort mit frischer Marktgastronomie in Verbindung gebracht wird: die Nordsee GmbH. Ja, die bekannte Kette von Fischrestaurants mit Sitz in Bremerhaven, Deutschland, wurde zum Mehrheitseigentümer von Marche Mövenpick.

Nordsee selbst ist ein Unternehmen mit einer langen Geschichte in der Systemgastronomie, die ebenfalls auf Frische, wenn auch spezialisiert auf Fisch und Meeresfrüchte, setzt. Die Übernahme von Marche durch Nordsee schuf Synergien im Bereich der Systemgastronomie und des Filialmanagements.

Aber wer steht hinter Nordsee? Die Nordsee GmbH ist seit 1998 Teil der Edeka Gruppe. Edeka ist das grösste genossenschaftlich organisierte Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und ein Gigant in der Branche. Mit Tausenden von Supermärkten und einer Vielzahl von Beteiligungen ist Edeka eine der mächtigsten Handelsgruppen in Deutschland. Durch die Eigentümerschaft von Nordsee gehört somit auch Marche Mövenpick indirekt zur grossen Edeka Gruppe.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Die Mehrheit an Marche Mövenpick gehört heute der Nordsee GmbH, die wiederum eine Tochtergesellschaft der Edeka Gruppe ist.

Abgrenzung zu anderen Mövenpick Sparten

Die Eigentumsverhältnisse der verschiedenen Mövenpick-Sparten können verwirrend sein, da sie alle denselben bekannten Namen tragen. Es ist wichtig, zwischen ihnen zu unterscheiden:

  • Marche Mövenpick (Restaurants): Mehrheitseigentümer ist die Nordsee GmbH, die zur Edeka Gruppe gehört (Stand 2014 und fortführend).
  • Mövenpick Hotels & Resorts (Hotels): Diese Sparte wurde 2018 vom französischen Hotelkonzern Accor übernommen. Accor ist einer der weltweit grössten Hotelbetreiber.
  • Mövenpick Fine Foods (Lebensmittel wie Eis, Kaffee, Joghurt, Schokolade): Dieser Geschäftsbereich gehört zu Nestlé, dem weltgrössten Lebensmittelkonzern.
  • Mövenpick Wein: Dieser Bereich ist nach wie vor Teil der ursprünglichen Schweizer Mövenpick Gruppe oder eng mit ihr verbunden.

Obwohl alle den Namen Mövenpick tragen und historisch miteinander verbunden sind, operieren sie heute unter verschiedenen Eigentümern und sind rechtlich eigenständige Einheiten (mit Ausnahme der Weinsparte, die oft noch zur ursprünglichen Gruppe gehört). Wenn Sie also bei Marche Mövenpick essen, sind Sie Gast bei einem Unternehmen, das unter dem Dach von Nordsee und Edeka agiert.

Das Konzept unter neuem Eigentümer

Trotz des Eigentümerwechsels hat Marche Mövenpick das Kernkonzept, das die Marke so beliebt gemacht hat, beibehalten. Das Marktplatz-Konzept mit der Betonung auf Frische und Live-Zubereitung ist weiterhin das Herzstück der Restaurants. Gäste können an verschiedenen Ständen auswählen, von Salaten und frischen Säften über Pasta- und Pizzagerichte bis hin zu Grillstationen und Bäckereiprodukten. Die Speisen werden oft direkt vor den Augen des Gastes zubereitet, was für Transparenz und ein Gefühl von Frische sorgt.

Die Standorte sind strategisch gewählt, oft an hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkten, um Reisenden eine gesunde und schnelle Mahlzeit zu ermöglichen. Die Gestaltung der Restaurants mit viel Holz, Pflanzen und natürlichen Materialien soll eine angenehme und einladende Atmosphäre schaffen, die sich vom üblichen Fast-Food-Erlebnis abhebt.

Warum der Name Mövenpick?

Auch nach dem Verkauf der Mehrheitsanteile wird weiterhin der Name Marche Mövenpick verwendet. Dies liegt in der Regel an Lizenzvereinbarungen. Die neuen Eigentümer erwerben das Recht, die etablierte und bekannte Marke Mövenpick für ihre Restaurantbetriebe weiterhin zu nutzen. Dies sichert die Wiedererkennung bei den Kunden und profitiert vom positiven Image, das Mövenpick über Jahrzehnte aufgebaut hat. Es ist ein Zeichen für die historische Verbindung, auch wenn die operative Führung und Mehrheitseigentümerschaft gewechselt haben.

Vergleich der Mövenpick Sparten und ihrer Eigentümer

SparteFokusMehrheitseigentümer (Stand ca. 2023/2024)
Marche MövenpickFrische Marktplatz-GastronomieNordsee GmbH (Teil der Edeka Gruppe)
Mövenpick Hotels & ResortsHotellerie & GastfreundschaftAccor
Mövenpick Fine FoodsHochwertige Lebensmittel (Eis, Kaffee etc.)Nestlé
Mövenpick WeinWeinhandelTeil der ursprünglichen Mövenpick Gruppe / eng verbunden

Diese Tabelle visualisiert die Aufteilung der einst vereinten Marke unter verschiedene globale Akteure.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Gehört Marche Mövenpick noch zur ursprünglichen Schweizer Mövenpick Gruppe?

Nein, die Mehrheit an der Betreibergesellschaft Marche International AG wurde 2014 an die deutsche Nordsee GmbH verkauft.

Ist Marche im Besitz von Accor, dem Eigentümer der Mövenpick Hotels?

Nein, Accor hat die Hotelsparte übernommen. Die Restaurantsparte (Marche) gehört einem anderen Unternehmen.

Gehört Marche zu Nestlé, dem Eigentümer der Mövenpick Lebensmittel?

Nein, Nestlé ist Eigentümer von Mövenpick Fine Foods. Marche ist ein separates Unternehmen unter anderem Eigentümer.

Warum wird der Name Mövenpick weiterhin verwendet?

Die Nutzung des Namens erfolgt in der Regel über Lizenzvereinbarungen, die es dem neuen Eigentümer ermöglichen, von der bekannten Marke zu profitieren.

Was bedeutet die Zugehörigkeit zur Edeka Gruppe für Marche?

Als Teil der Edeka Gruppe profitiert Marche von der Stärke eines grossen Handelskonzerns, was Vorteile bei Einkauf, Logistik und strategischer Entwicklung mit sich bringen kann.

Wo ist der Hauptsitz von Marche International AG?

Obwohl der Mehrheitseigentümer in Deutschland sitzt (Nordsee/Edeka), ist der offizielle Sitz der Marche International AG weiterhin in der Schweiz gemeldet (Stand der Information kann variieren, ist aber historisch in der Schweiz verankert).

Fazit

Die Frage „Wem gehört Marche Mövenpick?“ führt uns auf eine Reise durch die Geschichte der Marke und zeigt, wie sich Unternehmen im Laufe der Zeit entwickeln und neu aufstellen. Während der Name die Verbindung zur ursprünglichen Schweizer Gründung aufrechterhält und für das bekannte Qualitätsversprechen steht, liegt die Mehrheitseigentümerschaft der Marche Restaurants heute bei der Nordsee GmbH, einem Unternehmen, das Teil der riesigen Edeka Gruppe ist. Dieses Arrangement ermöglicht es Marche, sein erfolgreiches Marktplatz-Konzept der Frische und Live-Zubereitung unter dem Dach eines starken deutschen Partners im Lebensmittel- und Gastronomiesektor fortzuführen und weiterzuentwickeln. Wenn Sie also das nächste Mal bei Marche einkehren, wissen Sie, dass Sie nicht direkt bei der Hotelkette oder dem Lebensmittelproduzenten zu Gast sind, sondern bei einem Unternehmen, das fest in der deutschen Handelslandschaft verankert ist.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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