Halde Hoheward: Vom Bergwerk zum Ausflugsziel

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Die Halde Hoheward, majestätisch aufragend in der Landschaft des Ruhrgebiets, ist weit mehr als nur ein Berg aus Bergbauabraum. Sie ist ein beeindruckendes Beispiel für den Wandel der Region, eine Verwandlung von einem industriellen Relikt zu einem lebendigen, öffentlich zugänglichen Freizeit- und Kulturort. Mit einer Höhe, die man fast poetisch als 1.147 Meter über dem Alltag beschreiben könnte – das südliche Plateau liegt auf etwa 140 Metern über Normalnull – bietet die Halde ihren Besuchern einzigartige Perspektiven und vielfältige Attraktionen. Hier oben, wo einst die Arbeit des Bergbaus dominierte, spürt man heute eine besondere Atmosphäre der Geborgenheit und Freiheit, die von einem engagierten Team gepflegt wird.

Wem gehört die Halde?
Die Halden Hoheward und Hoppenbruch sind Teil der Route der Industriekultur und des Landschaftsparks Hoheward. Eigentümer beider Halden ist der Regionalverband Ruhr, der die Flächen von der Deutschen Steinkohle AG übernommen hat.

Ein Blick zurück: Die Geschichte der Halde

Die Geschichte der Halde Hoheward ist eng mit der Bergbaugeschichte des Ruhrgebiets verbunden. Ihre Aufschüttung begann in den 1980er Jahren und erregte damals erhebliches Aufsehen. Dieser Widerstand hatte verschiedene Gründe. Zum einen gab es ökologische Bedenken: Man befürchtete, dass eine so massive Erhebung die natürlichen Luftströmungen in der Umgebung verändern könnte. Gravierender waren jedoch die sozialen Auswirkungen. Direkt im Bereich der geplanten Aufschüttung, entlang der Hohewardstraße, die Herten-Süd mit einem Industriegebiet verband, hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein informelles Wohngebiet entwickelt. Was als Notunterkünfte und Gartenhäuschen begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer Siedlung mit illegal ausgebauten Ein- und Mehrfamilienhäusern. Es entstand eine echte Siedlergemeinschaft mit eigener Infrastruktur, sogar einer Gastwirtschaft namens „Rosengarten“.

Parallel zur Hohewardstraße verlief damals schon die Zechenbahn der RBH Logistics. Die geplante Halde machte eine Umsiedlung der Bewohner unumgänglich. Nach langwierigen Auseinandersetzungen wurde für alle Siedler im Reitkamp eine neue Siedlung gebaut, inklusive eines neuen Restaurants „Rosengarten“. Nach Fertigstellung zog die gesamte Gemeinschaft dorthin um. Auch die Zechenbahn musste verlegt werden. Hier entstand eine bauliche Besonderheit: Der Tunnel für die Bahn wurde nicht, wie üblich, nachträglich unter der fertigen Halde gegraben, sondern er wurde zuerst errichtet, und die Halde wurde dann darüber aufgeschüttet. Seit der Schließung der Zeche Ewald im Jahr 2000 ist die Zechenbahn nicht mehr in Betrieb, doch es gibt Pläne, den Tunnel bis 2027 als Fahrradtunnel wieder nutzbar zu machen. Diese Geschichte der Umsiedlung und der einzigartigen Tunnellösung ist ein faszinierendes Kapitel in der Entstehung der Halde Hoheward.

Erkundungstouren und Panoramablicke

Die Halde Hoheward ist heute vollständig für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet ein gut strukturiertes System von Wegen, Aufgängen und Aussichtspunkten, das den Zugang von allen Seiten ermöglicht. Der westliche Teil der Halde wurde bis 2016 fertiggestellt und modelliert, um eine harmonische Landschaft zu schaffen.

Ein zentrales Element für Besucher ist die Balkonpromenade. Sie umrundet die Halde auf einer Höhe und bietet auf einer Länge von rund 6,4 Kilometern beeindruckende Ausblicke in jede Himmelsrichtung. Entlang dieser Promenade sind zehn Aussichts-Balkone positioniert, die jeweils mit informativen Panorama-Tafeln ausgestattet sind. Diese Tafeln helfen dem Besucher, die umliegende Landschaft – Städte, Industrieanlagen, andere Landmarken – zu identifizieren und zu verstehen. Der Spaziergang auf der Balkonpromenade ist ein Erlebnis für sich, das sowohl sportliche Betätigung als auch kulturelle und visuelle Eindrücke verbindet.

Um den Zugang zur Promenade zu erleichtern und das historische Zufahrtsareal zu überbrücken, wurde die Promenadenbrücke gebaut. Sie überspannt elegant die ehemalige Zufahrtsstraße, auf der einst die schweren Lastwagen das Bergematerial transportierten. Diese Brücke ist nicht nur funktional, sondern auch ein architektonisches Element, das die Vergangenheit und die Gegenwart der Halde verbindet.

Im nordwestlichen Bereich der Halde, oberhalb des Aussichts-Balkons 1, befindet sich die Ewald-Empore. Dieser stählerne Aussichtsturm bietet einen besonders guten Blick auf das ehemalige Zechengelände der Zeche Ewald und das Stadtzentrum von Herten. Die Empore ist ein beliebter Punkt für Fotografen und alle, die eine erhöhte Perspektive auf die Umgebung suchen.

Astronomie, Zeitmessung und architektonische Visionen

Zwei der markantesten und ambitioniertesten Bauwerke auf der Halde Hoheward sind das Horizontobservatorium und die Horizontalsonnenuhr. Beide zeugen von einer Vision, die Halde nicht nur als Aussichtspunkt, sondern auch als Ort der Wissenschaft und der Verbindung zum Kosmos zu nutzen.

Das Horizontobservatorium: Eine moderne Sternwarte

Auf dem nördlichen Gipfelplateau wurde im Jahr 2008 das Horizontobservatorium errichtet. Gedacht als eine moderne Interpretation prähistorischer Bauwerke wie Stonehenge, sollte es die Möglichkeit bieten, astronomische Phänomene zu beobachten. Das Bauwerk besteht aus einer kreisrunden, ebenen Fläche mit 88 Metern Durchmesser. In der Mitte befindet sich ein um 1,50 Meter abgesenktes Forum von 35 Metern Durchmesser. Über diesen Platz spannen sich zwei imposante Bögen mit einem Radius von etwa 45 Metern, die die Himmelsrichtungen und den Himmelsäquator symbolisieren.

Die Idee hinter dem Observatorium, entwickelt vom Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet e.V., ist faszinierend: Stellt sich der Beobachter genau in die abgesenkte Mitte des Forums, bildet das Plateau der Halde einen künstlichen Horizont. Mit Hilfe spezieller Peilmarken können dann wichtige astronomische Ereignisse beobachtet werden, etwa der Auf- und Untergang der Sonne zu den Sonnenwenden (Sommersonnenwende, Wintersonnenwende) und Tagundnachtgleichen (Äquinoktien). Weitere Peilmarken ermöglichen sogar die Beobachtung von Mondwenden und die Präzessionsbewegung der Erdachse anhand von Fixsternen. Die überspannenden Bögen dienen tagsüber als Sonnenkalender und nachts, dank einer selbstleuchtenden Skala, als Orientierungshilfe am Sternenhimmel.

Wie hoch liegt die Halde?
Die Halde liegt 1.147 Meter hoch über dem Alltag. Hier auf dem Berg kümmern sich die Menschen aufmerksam und lassen Sie den größten Luxus dieses Ortes spüren: sich geborgen fühlen und dennoch frei.

Leider war die Geschichte des Horizontobservatoriums von Anfang an von Problemen überschattet. Schon kurz nach der Eröffnung am 20. Dezember 2008 wurden Risse im Äquatorbogen festgestellt. Aus Sicherheitsgründen musste die Anlage bereits am 6. Januar 2009 gesperrt werden. Der Bogen wurde provisorisch abgestützt. Seitdem gab es einen langwierigen Rechtsstreit zwischen dem Eigentümer (vermutlich dem Regionalverband Ruhr, RVR, der auch im Vergleich genannt wird) und der Stahlbaufirma Maurer Söhne über die Schuldfrage und die Beseitigung der Mängel. Das Landgericht Bochum beauftragte Gutachter, deren Arbeit sich über Jahre hinzog und Aufsehen erregte. Die Baukosten des Observatoriums beliefen sich auf rund 2 Millionen Euro, während die Gutachterkosten bis 2015 bereits fast die Millionengrenze erreichten (rund 970.000 Euro). Ein Gutachten von 2015 bestätigte, dass die Bauwerkschwingung Ursache für die Risse war und der Schaden größer als angenommen. Die geschätzten Reparaturkosten lagen zwischen 1,9 und 5 Millionen Euro, was sogar einen Abriss als Möglichkeit erscheinen ließ. Das Satire-Magazin extra 3 griff die Problematik 2015 in seiner Rubrik „Der reale Irrsinn“ auf.

Erst im November 2024 gab es positive Nachrichten: Der RVR akzeptierte einen Vergleichsvorschlag des Landgerichts Bochum zur Sanierung der Anlage. Im Februar 2025 wurde das Zustandekommen des Vergleichs offiziell bestätigt. Fünf Beklagtenparteien, darunter ein Windgutachter, ein Architekt und die Stahlbaufirma, zahlen insgesamt rund 4,1 Millionen Euro an den RVR. Dies lässt nun eine Wiedereröffnung des Observatoriums in absehbarer Zukunft erwarten, was ein wichtiger Schritt für die Nutzung dieses einzigartigen Bauwerks wäre.

Die Horizontalsonnenuhr: Präzise Zeitmessung

Auf dem südlichen Plateau der Halde, auf etwa 140 Metern Höhe, befindet sich ein weiteres beeindruckendes astronomisches Bauwerk: die Horizontalsonnenuhr mit Obelisk. Diese riesige Sonnenuhr erstreckt sich über eine Fläche von rund 3.000 Quadratmetmetern. Als Zeiger dient ein exzentrisch platzierter, 8,50 Meter hoher Obelisk aus Edelstahl. Sein Schatten fällt auf die kreisrunde Fläche mit einem Durchmesser von 62 Metern, die aus hellen und schwarzen Pflastersteinen geformt ist.

Das Design der Sonnenuhr orientiert sich am Solarium des römischen Kaisers Augustus. Die Kombination aus hellen und den 20 Zentimeter breiten schwarzen Bahnen ermöglicht bei geeigneter Witterung eine sehr präzise Ablesung der Wahren Ortszeit und des Datums. Zahlreiche Erläuterungen sind in die Fläche eingelassen und helfen den Besuchern bei der Interpretation. Eine technische Besonderheit ist die absolut ebene Ausführung der Fläche. Um Pfützenbildung zu vermeiden, wurde poröses Pflaster verwendet, durch das das Wasser direkt in den Untergrund abfließen kann. Die Sonnenuhr ist nicht nur ein faszinierendes Instrument zur Zeitmessung, sondern auch eine beliebte Kulisse für Veranstaltungen und Aufnahmen, wie die FAZ-Kampagne „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ im Sommer 2023 zeigte.

Einzigartige Bauwerke: Die Drachenbrücke

Neben den astronomischen Bauwerken beherbergt die Halde Hoheward auch ein bemerkenswertes architektonisches Kunstwerk, das zu einem Wahrzeichen der Region geworden ist: die Drachenbrücke. Seit Anfang 2008 verbindet diese Brücke den Stadtteilpark Hochlarmark (auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Recklinghausen II) und die dahinter liegende Dreieck-Siedlung mit der Halde Hoheward. Sie wurde von Ralf Wörzberger entworfen und besticht durch ihr außergewöhnliches Design.

Die Brücke ermöglicht Fußgängern und Radfahrern einen geschwungenen Übergang über die vielbefahrene Cranger Straße. Ihre Form ist dem Skelett eines Drachens nachempfunden. Die Rippen des Drachens dienen als Halterungen für das Geländer, was der Brücke eine einzigartige ästhetik verleiht. Drachenhals und -kopf sind so positioniert, als würde der Drache zurückblicken und seine Besucher begrüßen oder beobachten. Die Pylonen über der Fahrbahn der Cranger Straße sind 18 Meter hoch, und die Fahrbahnträger haben eine Breite von 3,5 Metern. Obwohl das Design eine leichte Konstruktion suggeriert, ist die Brücke mit einer Gesamtmasse von 198 Tonnen ein stattliches Bauwerk. Ohne den Drachenkopf misst die Brücke 165 Meter in der Länge.

Die Eröffnung der 1,5 Millionen Euro teuren Brücke verzögerte sich seinerzeit mehrfach. Gründe hierfür waren unter anderem planerische Mängel sowie gestiegene Baukosten, bedingt durch den erhöhten Weltmarktpreis für Stahl. Leider ist die Drachenbrücke auch immer wieder von Vandalismus betroffen. Graffiti-Schmierereien und das Anbringen von Liebesschlössern erfordern regelmäßige Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten, um das Erscheinungsbild des Bauwerks zu erhalten.

Zugang und vielfältige Aufstiege

Die Halde Hoheward ist darauf ausgelegt, von allen Seiten zugänglich zu sein. Neben der Balkonpromenade im unteren Bereich gibt es verschiedene Wege und Stiegen, die auf die Gipfelplateaus führen. Ein besonders markanter Aufstieg ist die sogenannte Himmelsstiege. Vom Salentinplatz aus überwindet man über diese Treppen- und Stiegenkonstruktion mit insgesamt 529 Stufen einen Höhenunterschied von etwa 110 Metern, um das Plateau mit dem Horizontobservatorium zu erreichen. Dieser Aufstieg ist eine sportliche Herausforderung und belohnt mit ständig wechselnden Ausblicken während des Erklimmens.

Im Endausbau ist geplant, die Halde noch besser in die umliegenden Stadtteile zu integrieren. Es sollen insgesamt zwölf Aufgänge rund um die Halde entstehen, ähnlich den Ziffern eines Uhrblatts, die sternförmig auf das Observatorium zulaufen. Dieses Konzept soll den Bewohnern der angrenzenden Gebiete den Zugang erleichtern und die Halde noch stärker als zentralen Anlaufpunkt etablieren.

Wem gehört die Halde?
Die Halden Hoheward und Hoppenbruch sind Teil der Route der Industriekultur und des Landschaftsparks Hoheward. Eigentümer beider Halden ist der Regionalverband Ruhr, der die Flächen von der Deutschen Steinkohle AG übernommen hat.

Vergleich der astronomischen Bauwerke

Obwohl sowohl das Horizontobservatorium als auch die Horizontalsonnenuhr astronomische Funktionen haben und sich auf den Gipfelplateaus befinden, gibt es signifikante Unterschiede:

MerkmalHorizontobservatoriumHorizontalsonnenuhr
StandortNördliches GipfelplateauSüdliches Gipfelplateau
FunktionBeobachtung von Sonnenwenden, Äquinoktien, Mondwenden, Präzession; Orientierung am SternenhimmelPräzise Ablesung der Wahren Ortszeit und des Datums
FormKreisfläche mit abgesenktem Forum und zwei überspannenden BögenKreisfläche mit zentralem Obelisken (exzentrisch platziert)
Material / ElementeStahlbögen, gepflasterte Flächen, PeilmarkenEdelstahl-Obelisk, helle und schwarze Pflastersteine, eingelassene Erläuterungen
Fläche88 m Durchmesser (gesamt), 35 m Durchmesser (Forum)62 m Durchmesser (Kreisfläche), ca. 3.000 m² (gesamt)
Aktueller StatusWar lange gesperrt (Risse, Rechtsstreit), Sanierung durch Vergleich absehbarFunktionsfähig und öffentlich zugänglich
BaukostenCa. 2 Millionen Euro (ursprünglich)(Information nicht im Text)

Beide Bauwerke sind einzigartig in ihrer Konzeption und tragen maßgeblich zur Attraktivität der Halde Hoheward bei, auch wenn das Observatorium eine schwierigere Baugeschichte durchlaufen hat.

Häufig gestellte Fragen zur Halde Hoheward

Wem gehört die Halde Hoheward?

Die Halde Hoheward ist inzwischen komplett für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Verwaltung und Entwicklung solcher Landmarken liegt oft in der Hand von Regionalverbänden wie dem Regionalverband Ruhr (RVR), der auch im Zusammenhang mit dem Horizontobservatorium als Eigentümer im Rechtsstreit genannt wird. Sie ist somit ein öffentlich zugängliches Gelände.

Ist die Halde Hoheward öffentlich zugänglich?

Ja, die Halde ist vollständig und jederzeit für die Öffentlichkeit zugänglich. Es gibt keine Eintrittspreise oder Beschränkungen der Besuchszeiten für die Wege und Aussichtspunkte.

Was gibt es auf der Halde Hoheward zu sehen?

Die Halde bietet eine Vielzahl von Attraktionen, darunter die 6,4 km lange Balkonpromenade mit 10 Aussichtsbalkonen und Panoramatafeln, die Promenadenbrücke, die Ewald-Empore (ein stählerner Aussichtsturm), das Horizontobservatorium (aktuell in Sanierung, aber beeindruckendes Bauwerk), die riesige Horizontalsonnenuhr mit Obelisk, die Drachenbrücke und verschiedene Aufstiege wie die Himmelsstiege.

Gibt es Probleme mit dem Horizontobservatorium?

Ja, das Horizontobservatorium hatte seit seiner Eröffnung Probleme mit Rissen im Äquatorbogen und war lange Zeit aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein langwieriger Rechtsstreit um die Schuldfrage und Sanierung lief über viele Jahre. Ein Vergleich zur Sanierung wurde Ende 2024 erzielt und Anfang 2025 gerichtlich bestätigt, sodass eine Wiedereröffnung in Zukunft erwartet wird.

Wie kommt man auf die Halde Hoheward?

Es gibt verschiedene Wege und Aufgänge, die auf die Halde führen. Ein bekannter Aufstieg ist die Himmelsstiege vom Salentinplatz aus mit 529 Stufen. Im Endausbau sind insgesamt zwölf Aufgänge aus den umliegenden Stadtteilen geplant, um den Zugang noch weiter zu verbessern. Man kann die Halde auch über flachere Wege erreichen.

Wie hoch ist die Halde Hoheward?

Das südliche Plateau der Halde, auf dem sich die Sonnenuhr befindet, liegt auf etwa 140 Metern über Normalnull (ü. NHN). Die poetische Beschreibung, dass die Halde 1.147 Meter hoch über dem Alltag liegt, bezieht sich eher auf das Gefühl der Erhabenheit und Freiheit, das man dort oben empfindet, als auf die tatsächliche geographische Höhe.

Fazit: Ein Berg im Wandel

Die Halde Hoheward ist ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Nachnutzung ehemaliger Bergbauflächen im Ruhrgebiet. Sie hat sich von einer reinen Abraumhalde zu einem vielseitigen Ort entwickelt, der Geschichte, Technik, Wissenschaft, Kunst und Natur miteinander verbindet. Ob man die beeindruckenden Panoramablicke von der Balkonpromenade genießt, die einzigartige Architektur der Drachenbrücke bewundert, die Präzision der Sonnenuhr studiert oder auf die Wiedereröffnung des Horizontobservatoriums wartet – die Halde bietet für jeden Besucher etwas. Die Geschichte der Umsiedlung und des Tunnelbaus erinnert an die industrielle Vergangenheit, während die modernen Bauwerke den Blick in die Zukunft und in den Kosmos richten. Die Halde Hoheward ist nicht nur ein Berg, sondern ein lebendiges Symbol für den Strukturwandel und ein beliebter Treffpunkt für die Menschen der Region und darüber hinaus. Wie das Halde-Team um Lucia und Martin Hegar es ausdrückt: Hier oben fühlt man sich geborgen und dennoch frei. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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