Ist Benrath ein guter Stadtteil?

Benrath: Schloss, Park und Geschichte

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Willkommen in Benrath, einem lebendigen und facettenreichen Stadtteil im Süden von Düsseldorf. Bekannt für sein prächtiges Barockschloss und den weitläufigen Park, bietet Benrath weit mehr als nur historische Pracht. Es ist ein Ort, der Naturerlebnisse, kulturelle Highlights und eine interessante Vergangenheit vereint und sich zu einem attraktiven Wohn- und Lebensraum entwickelt hat.

Was kann man in Benrath machen?
AKTIVITÄTEN IN DER NÄHE VON SCHLOSS BENRATH‎Spezialmuseen. Schlosspark Benrath. ...Kirchen & Kathedralen. Pfarrkirche St Cäcilia Benrath. ...Spezialmuseen. Museum für Europäische Gartenkunst Gartenkunst. ...Gewässer. Viereckiger Weiher. ...Gewässer. Spiegelweiher. ...Spas. Lilawadee Thai-Massage. ...Fluchtspiele. Locked Room Düsseldorf. ...Spezialmuseen.

Benrath liegt malerisch am Rhein und wird zusätzlich vom kleinen Bach Itter durchflossen. Als Teil des Stadtbezirks 9 von Düsseldorf erstreckt sich Benrath über eine Fläche von etwas über 6 Quadratkilometern und beherbergt rund 16.751 Einwohner (Stand 2018). Die Nachbarstadtteile sind im Norden Reisholz und Hassels, im Westen Holthausen, und im Süden grenzt Benrath an Urdenbach, Hellerhof und Garath. Im Osten bildet die Stadt Hilden im Kreis Mettmann die Grenze.

Das Herzstück: Schloss Benrath und sein Park

Ohne Zweifel ist das Schloss Benrath das unbestrittene Wahrzeichen des Stadtteils und ein Anziehungspunkt weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus. Die barocke Dreiflügelanlage wurde im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz zwischen 1755 und 1771 nach Plänen von Nicolas de Pigage erbaut. Ursprünglich als Lust- und Jagdschloss sowie als späterer Witwensitz für seine Gemahlin Elisabeth Auguste konzipiert, ist das Schloss heute ein architektonisches Juwel.

Das Hauptgebäude, das Corps de Logis, wirkt von außen scheinbar nur zweigeschossig, verbirgt aber ein raffiniertes System von vier Geschossen mit rund 80 Räumen, Lichthöfen und Treppenhäusern. Es war als Appartement double konzipiert, um die Privat- von den Gesellschaftsräumen zu trennen. Die Innendekoration ist reichhaltig und greift Motive aus der Natur, Jagd und den schönen Künsten auf. Besondere Highlights sind das Vestibül, der Kuppelsaal und die prunkvollen Wohnbereiche des Kurfürsten und der Kurfürstin, die thematisch auf Jagd und Garten ausgerichtet sind.

Die Ausstattung des Schlosses zeugt von höchster Handwerkskunst mit Parkettböden, Marmorkaminen, farbigen Vertäfelungen und Stuckdekorationen. Viele Elemente wurden bei Restaurierungen stilgetreu erneuert oder ergänzt, darunter auch Wandbespannungen aus Seide und authentische Möbel des 18. Jahrhunderts.

Der weitläufige Schlosspark

Die Schlossanlage bildet eine untrennbare Einheit mit dem 61,2 Hektar großen Park. Dieser ist selbst ein Gesamtkunstwerk und von großer kultur- und naturgeschichtlicher Bedeutung. Er besteht aus verschiedenen Gartenbereichen, die über Jahrhunderte entstanden sind.

Wem gehörte das Schloss Benrath?
Schloss Benrath ist eine ehemalige Residenz der Kurfürsten von der Pfalz in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.
  • Der 470 Meter lange Spiegelweiher bildet die zentrale Achse und spiegelt eindrucksvoll die Schlossfassade.
  • Der Jagdpark im Westen, heute ein Naturschutzgebiet, lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein.
  • Im Osten liegt der formale Französische Barockgarten, der für die Kurfürstin angelegt war und mit Kaskaden und Blumenparterres bezaubert.
  • Der westliche Bereich des Kurfürsten wurde im 19. Jahrhundert in eine Englische Partie umgewandelt, mit geschwungenen Wegen, einem Teich und exotischen Bäumen.

Der Park ist nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und ein beliebtes Erholungsgebiet für die Menschen in und um Düsseldorf.

Museen im Schlossensemble

Die Stiftung Schloss und Park Benrath kümmert sich seit 2000 um den Erhalt und die Zugänglichkeit des Ensembles. Sie betreibt drei interessante Museen in den Flügelbauten und im Corps de Logis:

MuseumStandortFokus
Museum Corps de LogisHauptgebäudeHistorische Prunkräume, Sammlungen (Möbel, Uhren, Porzellan, etc.)
Museum für Europäische GartenkunstOstflügel2500 Jahre europäische Gartenkunstgeschichte
NaturkundemuseumWestflügelNaturgeschichte der Region Niederrhein/Niederbergisches Land

Das Museum Corps de Logis präsentiert die originalen Wohn- und Repräsentationsräume sowie wertvolle Sammlungen, darunter Frankenthaler Porzellane und historische Uhren. Das Museum für Europäische Gartenkunst ist thematisch einzigartig in Deutschland und beleuchtet die Vielfalt und Entwicklung der Gartenkunst. Das Naturkundemuseum bietet spannende Einblicke in die regionale Flora, Fauna und Geologie.

Freizeit und Leben in Benrath

Benrath bietet seinen Bewohnern und Besuchern vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Neben den ausgedehnten Spaziergängen und Erholungsmöglichkeiten im Schlosspark und am Rhein gibt es zahlreiche weitere Angebote:

  • Sport: Zahlreiche lokale Sportvereine, Fitnessstudios, Rad- und Wanderwege, der Benrather Forst für Joggingrunden. Die Sparkassen-Eissporthalle und das Karl-Hohmann-Stadion bieten weitere Möglichkeiten.
  • Kultur: Veranstaltungen im Schloss Benrath, Theateraufführungen, Angebote in der malerischen Altstadt. Das Jugendkulturzentrum Haus Spilles ist in der historischen Posthalterei untergebracht.
  • Einkaufen und Gastronomie: Die Hauptstraße ist eine belebte Fußgängerzone mit Geschäften und Restaurants.

Das ganze Jahr über finden in Benrath regelmäßige Veranstaltungen statt, die das Gemeinschaftsleben prägen. Dazu gehören das traditionelle Schützenfest, die Benrather Bierbörse, Schlossparkkonzerte, die Prummekirmes im September und die stimmungsvollen Advents- und Weihnachtsmärkte. Ein besonderes Highlight ist die jährliche Lichterprozession mit dem Gnadenbild der Schwarze Muttergottes im Oktober.

Ein Blick in die Industriegeschichte und Entwicklung

Die Geschichte Benraths reicht weit zurück. Ursprünglich als "Rode" oder "Roide" (Rodung) bekannt, entwickelte sich der Ort um die Burg der Herren van Benroide, die später in den Besitz der Grafen von Berg überging. Die heutige Pfarrkirche St. Cäcilia hat ebenfalls eine lange Geschichte, deren Anfänge möglicherweise bis ins 11. Jahrhundert reichen, auch wenn die ältesten sicheren Belege aus dem späten 13. Jahrhundert stammen.

Die entscheidende Wandlung vom Dorf zum bedeutenden Industriestandort begann Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Köln–Duisburg und des Bahnhofs Benrath im Jahr 1845. Dies zog zahlreiche Industriebetriebe an, vor allem in den Bereichen Metallverarbeitung, Maschinenbau und Chemie. Unternehmen wie Balcke & Co., Hermann August Flender, Capito & Klein (später Krupp), die Benrather Maschinenfabrik (später Demag) und Henkel siedelten sich an und erlangten teilweise Weltgeltung.

Ist Benrath ein guter Stadtteil?
Insgesamt präsentiert sich Düsseldorf Benrath als ein Stadtteil mit einer ausgewogenen Mischung aus Wohnqualität, Infrastruktur und Freizeitmöglichkeiten, was ihn zu einer attraktiven Option für vielfältige Lebensstile macht.

Die Industrialisierung führte zu einem starken Bevölkerungswachstum und prägte das Ortsbild mit Arbeiter-Siedlungen, Unternehmervillen und einem ausgebauten Ortskern. Sehenswert sind noch heute die gut erhaltenen Jugendstilgebäude rund um das historische Rathaus.

Administrativ gehörte Benrath lange Zeit zu übergeordneten Ämtern wie Monheim, erlangte aber in der napoleonischen Zeit als Hauptort einer Munizipalität im Kanton Richrath an Bedeutung. Unter preußischer Herrschaft wurde Benrath zum Sitz einer Bürgermeisterei. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand das sogenannte "Groß-Benrath" durch den Zusammenschluss mit umliegenden Gemeinden, bevor es 1929 trotz Widerstands nach Düsseldorf eingemeindet wurde. Einige Sonderrechte aus dieser Zeit, wie eine eigene Bezirksvertretung und ein eigenes Standesamt, bestehen bis heute.

Eine interessante sprachwissenschaftliche Besonderheit ist die Benrather Linie. Diese Isoglosse trennt das Niederfränkische und Niederdeutsche vom Hochdeutschen und verläuft östlich von Benrath in Richtung Berlin.

Verkehrsanbindung

Benrath ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Der Regionalbahnhof bietet Verbindungen mit Regionalexpress- und S-Bahn-Zügen (RE1, RE5, S6, S68). Die Stadtbahnlinie U72 verbindet Benrath direkt mit der Düsseldorfer Innenstadt und der Heinrich-Heine-Universität. Zahlreiche Buslinien ergänzen das Angebot im Nahverkehr und stellen Verbindungen in die umliegenden Stadtteile und nach Hilden, Wuppertal oder Monheim her. Die Autobahn A59 ist über eine eigene Anschlussstelle schnell erreichbar. Eine ganzjährig betriebene Auto- und Personenfähre in Urdenbach ermöglicht zudem die Querung des Rheins zur historischen Feste Zons.

Sehenswerte Architektur

Neben dem Schloss gibt es weitere bemerkenswerte Gebäude in Benrath:

  • Das Rathaus: Erbaut 1906 im Stil der Weserrenaissance, Zeugnis des einstigen Wunsches nach Stadtrechten.
  • Die Dankeskirche: Evangelische Kirche im neubarocken Stil (1914-1915).
  • Die St.-Cäcilia-Kirche: Katholische Kirche im neugotischen Stil (1901-1903), der dritte Sakralbau an dieser Stelle. Ein Stein im Pflaster der Hauptstraße markiert die Stelle des romanischen Vorgängerturms.
  • Haus Spilles: Die ehemalige Posthalterei aus dem 19. Jahrhundert.
  • Zahlreiche Gründerzeit- und Jugendstilbauten, besonders in den Alleen rund um das Schloss.

Fragen und Antworten zu Benrath

Ist Benrath ein attraktiver Wohnort?

Ja, Benrath gilt als attraktiver Stadtteil, der eine gute Mischung aus Natur, Kultur und urbanem Leben bietet. Die Nähe zum Rhein und zum Schlosspark, die gute Infrastruktur und die historische Bausubstanz tragen zur hohen Wohnqualität bei.

Wie viele Menschen leben in Benrath?
BenrathWappen der Landeshauptstadt Düsseldorf Benrath Stadtteil der Landeshauptstadt DüsseldorfFläche:6,02 km²Einwohner:16.751 (31. Dezember 2018)Bevölkerungsdichte:2.783 Einwohner je km²Eingemeindung:1. August 1929

Was sind die Hauptattraktionen in Benrath?

Die Hauptattraktionen sind zweifellos das Schloss Benrath mit seinem weitläufigen Park und den drei Museen (Corps de Logis, Gartenkunst, Naturkunde). Auch die historische Altstadt, die Kirchen und das Rathaus sind sehenswert.

Wem gehörte das Schloss Benrath ursprünglich?

Das heutige Barockschloss wurde im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz erbaut. Zuvor befand sich an oder in der Nähe eine ältere Burg der Herren van Benroide, die von den Grafen von Berg übernommen und später zu einem Wasserschloss umgebaut wurde.

Gibt es regelmäßige Veranstaltungen in Benrath?

Ja, Benrath hat einen lebendigen Veranstaltungskalender mit traditionellen Festen wie dem Schützenfest, der Bierbörse und der Prummekirmes sowie kulturellen Ereignissen wie Schlossparkkonzerten und der Lichterprozession.

Wie ist Benrath an den öffentlichen Nahverkehr angebunden?

Benrath verfügt über einen Regionalbahnhof mit Anbindung an das überregionale Bahnnetz und die S-Bahn. Die Stadtbahnlinie U72 verbindet den Stadtteil mit der Düsseldorfer Innenstadt. Zusätzlich gibt es ein gut ausgebautes Busnetz.

Fazit

Düsseldorf-Benrath präsentiert sich als ein Stadtteil mit reicher Geschichte, beeindruckender Architektur und hoher Lebensqualität. Das Ensemble aus Schloss Benrath und seinem Park bildet den kulturellen und landschaftlichen Mittelpunkt, während eine lebendige Gemeinschaft, vielfältige Freizeitmöglichkeiten und eine gute Infrastruktur den modernen Charakter prägen. Ob als Besucher oder Bewohner, Benrath bietet eine gelungene Mischung aus historischem Flair, Naturerlebnis und urbaner Vielfalt.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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