Gibt es in Restaurants Hauswein?

Hauswein im Restaurant: Ein Leitfaden

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Die Frage, ob es in Restaurants Hauswein gibt, lässt sich eindeutig mit Ja beantworten. Hauswein ist ein fester Bestandteil vieler Gastronomiebetriebe, von der gemütlichen Kneipe bis zum gehobenen Restaurant. Er repräsentiert oft die günstigste Weinauswahl auf der Karte und ist für viele Gäste die erste Wahl, wenn sie einfach ein gutes Glas Wein zum Essen oder zum Genießen suchen, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen oder sich durch eine lange Weinkarte arbeiten zu wollen. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff 'Hauswein' und welche Bedeutung hat er für Gäste und Betreiber?

Was ist Hauswein wirklich?

Im Kern ist Hauswein ein erschwinglicher, konstant verfügbarer Wein, der vom Restaurant, der Bar oder einem anderen Ausschankbetrieb ausgewählt wird, um ihn zu einem attraktiven Preis anzubieten. Die Idee dahinter ist simpel: den Gästen eine köstliche und zugängliche Option zu bieten, deren Preis das Budget nicht sprengt. Er dient als Standardangebot, das immer verfügbar ist, oft glasweise verkauft wird und eine einfache Wahl darstellt.

Wie heißt der Weinexperte in einem Restaurant?
Sommelier (ausgesprochen /sɔməˈlje/ oder suh-mal-'yAy) In Zusammenarbeit mit dem Küchenteam empfehlen sie Weine, die die einzelnen Gerichte optimal ergänzen. Die Rolle eines Sommeliers in der gehobenen Gastronomie ist heute strategisch mit der des Chefkochs oder Küchenchefs vergleichbar.

Der Hauptunterschied zu anderen Weinangeboten oder speziellen Happy-Hour-Preisen liegt in der Beständigkeit. Der Preis für Hauswein ändert sich in der Regel nicht. Dies ermöglicht es den Gästen, sich auf ein festes Angebot zu verlassen. Für das Restaurant rechnet sich dies durch das hohe Verkaufsvolumen, das potenzielle Einbußen durch den geringeren Einzelpreis ausgleicht.

Hauswein: Mehr als nur billig?

Wenn man an Hauswein denkt, assoziiert man ihn schnell mit 'billigem Wein'. Diese Assoziation kann zwei Bedeutungen haben:

  • Wein, der von geringer Qualität ist und vielleicht nur vage nach Fruchtsaft schmeckt.
  • Wein, der trotz guter Qualität zu einem budgetfreundlichen Preis angeboten wird.

Hausweine können in beide Kategorien fallen. Es hängt stark vom jeweiligen Lokal ab. Während mancherorts wirklich nur sehr einfacher Wein als Hauswein serviert wird, findet man an anderen Orten überraschend hochwertige Tropfen zu einem sehr fairen Preis. Für Gastronomen, die Wein verkaufen, besteht die Kunst darin, die Balance zwischen 'billig gemacht' und 'günstig im Preis' zu finden und einen Hauswein anzubieten, der den Gästen schmeckt und zum Ruf des Hauses passt.

Ein guter Hauswein muss trotz seines Preises eine gewisse Qualität aufweisen. Er sollte nicht einfach nur ein beliebiger Billigwein aus dem Supermarkt sein. Vielmehr sollte er so ausgewählt werden, dass er gut zu gängigen Gerichten passt, sei es ein Lammgericht, ein Steak oder ein Hähnchen. Die Auswahl des Hausweins ist also durchaus eine bewusste Entscheidung des Betriebs.

Warum bieten Restaurants Hauswein an?

Die Gründe für das Angebot von Hauswein sind vielfältig und sowohl auf die Bedürfnisse der Gäste als auch auf die wirtschaftlichen Interessen des Restaurants ausgerichtet:

  • Zugänglichkeit und Preis: Nicht jeder Gast möchte oder kann sich teure Weine leisten. Hauswein bietet eine einfache, preiswerte Option.
  • Einfache Wahl: Angesichts oft umfangreicher Weinkarten kann die Entscheidung für ein Glas Hauswein den Bestellprozess vereinfachen.
  • Konsistenz: Gäste wissen, was sie erwarten können – sowohl preislich als auch geschmacklich (im Idealfall).
  • Wirtschaftlichkeit für den Betrieb: Durch das Volumen und oft geringere Einkaufspreise kann Hauswein eine solide und kalkulierbare Einnahmequelle darstellen.
  • Grundlage für glasweisen Verkauf: Hauswein ist prädestiniert für den glasweisen Verkauf, was für Gäste flexibler ist als der Kauf einer ganzen Flasche.

Beispiele für Weine, die oft als Hauswein dienen

Die Auswahl des Hausweins variiert stark je nach Restaurant, Region und Zielgruppe. Dennoch gibt es bestimmte Marken und Rebsorten, die aufgrund ihrer Qualität, Konsistenz und ihres Preises häufig in Betracht gezogen oder als Hauswein angeboten werden. Hier sind einige Beispiele für Weine, die oft gut für diese Rolle geeignet sind oder in den USA häufig in diesem Kontext genannt werden:

  1. Dark Horse: Bekannt für zuverlässige Qualität zu erschwinglichen Preisen. Bietet verschiedene Sorten, was die Auswahl für unterschiedliche Hausweine ermöglicht.
  2. Bogle Vineyards: Ein weiterer bekannter Name, der Weine für verschiedene Geschmäcker anbietet. Oft überraschend hochwertig für ihren Preis.
  3. Kendall-Jackson: Seit Langem eine beliebte Wahl für preiswerten, aber dennoch ansprechenden Wein, der auch zu einem netten Abendessen passt.
  4. Pine Ridge Vineyards: Ihre Chenin Blanc + Viognier Cuvée wird als einzigartig und erschwinglich beschrieben, eine interessante Option für einen besonderen Hausweißwein.
  5. Robert Mondavi: Ein Name mit Gewicht in der Weinwelt, bekannt für gute Qualität zu zugänglichen Preisen. Bietet eine breite Palette.
  6. A to Z Wineworks: Bringt Weine aus Oregon auf den Tisch, die oft eine Mischung aus einfacher Zugänglichkeit und Komplexität bieten.
  7. J Vineyards & Winery: Oft für ihr Design gelobt, bieten sie auch erschwingliche und schmackhafte Weine, die als Hauswein in Frage kommen.
  8. Cupcake Vineyards: Besonders bekannt für Schaumweine, was sie zu einer guten Wahl für Lokale macht, die Brunch oder Cafés anbieten.
  9. Josh Cellars: Bietet eine ganze Linie von Weinen, die für verschiedene Hauswein-Bedürfnisse geeignet sind, oft gelobt für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis und ihre Vielseitigkeit bei Essenspaarungen.
  10. Beringer: Eine der ältesten und bekanntesten Kellereien, die seit Langem für konstant gute Qualität zu fairen Preisen steht. Ein klassischer Name für eine Hausweinliste.

Diese Liste zeigt, dass hinter dem Hauswein oft etablierte Namen stehen, die darauf bedacht sind, zuverlässige Weine für den Massenmarkt zu produzieren. Die Auswahl des *richtigen* Hausweins ist entscheidend für das Restaurant, um die Erwartungen der Gäste zu erfüllen.

Wein im Restaurant richtig serviert: Der Standard-Ausschank

Neben der Auswahl des Weins spielt auch der Ausschank eine wichtige Rolle. Der sogenannte Standard-Ausschank bezeichnet die typische Menge, die Restaurants und Bars ihren Gästen servieren, wenn alkoholische Getränke bestellt werden. Die Einhaltung eines Standards ist aus mehreren Gründen entscheidend:

  • Wirtschaftlichkeit: Übermäßiges Einschenken (Overpouring) führt zu Verlusten, da aus einer Flasche weniger Gläser verkauft werden können.
  • Kundenzufriedenheit: Zu geringe Mengen (Underpouring) können Gäste verärgern und den Eindruck erwecken, dass am Service gespart wird. Ein Standard gibt dem Gast Sicherheit und Erwartung.
  • Bestandsmanagement: Einheitliche Ausschankmengen erleichtern die Inventur und die Nachbestellung, da man genau kalkulieren kann, wie viele Portionen aus einer Flasche gewonnen werden.

Der Standard-Ausschank ist jedoch keine Einheitslösung, sondern hängt von der Art des Getränks ab.

Ausschankmengen im Detail

Hier sind die gängigen Standardmengen für verschiedene Getränkekategorien:

GetränkStandard-AusschankMenge pro 750 ml FlascheHinweise
Stiller Wein (Rot oder Weiß)5 Unzen (ca. 150 ml)5 GläserGängige Menge für ein Glas Wein zum Essen.
Dessertwein2 Unzen (ca. 60 ml)Ca. 12 GläserWird in kleineren Mengen genossen.
Aufgespriteter Wein (z.B. Sherry, Portwein)3 Unzen (ca. 90 ml)Ca. 8 GläserHöherer Alkoholgehalt.
Weinprobe2-3 Unzen (ca. 60-90 ml)Variiert starkDient zum Probieren, nicht zum Genießen einer vollen Portion.
Likör (80 Proof, Shot/Mixgetränk)1,5 Unzen (ca. 45 ml)Ca. 17 ShotsStandard für Shots und einfache Mixgetränke.
Likör (On the rocks / pur)2 Unzen (ca. 60 ml)Ca. 12 ShotsGrößere Menge, da weniger Verdünnung.
Champagner4 Unzen (ca. 120 ml)6 GläserEtwas weniger als Wein, da kohlensäurehaltig.

Wie misst man den Standard-Ausschank?

Um diese Mengen einzuhalten, gibt es verschiedene Hilfsmittel und Techniken:

  • Jigger: Für Liköre sind Jigger (Messbecher) ein präzises Werkzeug, oft in 1,5 Unzen gefertigt.
  • Gläser testen: Die Kapazität von Weingläsern variiert stark (von 12 bis über 22 Unzen). Das Testen der Gläser im Voraus (z.B. mit Wasser und einem Messbecher) hilft, die richtige Füllhöhe für 5 Unzen zu kennen.
  • Visuelle Orientierung: Bei Weingläsern entspricht die breiteste Stelle des Glases oft etwa 5-6 Unzen. Dies kann als visuelle Orientierung dienen.
  • Füllhöhe bei Champagner: Eine Champagnerflöte (oft 6 Unzen) wird für einen 4-Unzen-Ausschank etwa zu zwei Dritteln gefüllt.
  • Wein-Ausgießer mit Markierung: Es gibt auch spezielle Ausgießer oder Gläser mit Fülllinien, die helfen können, die Menge zu kontrollieren, auch wenn freies Einschenken (Free Pour) in der Praxis weit verbreitet ist.

Die Schulung des Personals in diesen Techniken ist entscheidend, um Konsistenz zu gewährleisten.

Der Weinexperte im Restaurant: Der Sommelier

In gehobeneren Restaurants spielt oft ein Sommelier eine zentrale Rolle. Ein Sommelier (ausgesprochen: So-ma-ljé) ist ein ausgebildeter und sachkundiger Weinprofi, der sich auf alle Aspekte des Getränkeservices spezialisiert hat.

Was ist ein Restaurant-Weinausschank?
Hier sehen wir uns die Standardmengen für die gängigsten Getränkekategorien an. Eine Standardmenge für ein Glas Rot- oder Weißwein beträgt 5 Unzen oder etwa 150 ml . Das bedeutet, dass eine Standardflasche Wein (750 ml) genau fünf Gläser ergibt.

Zu den Hauptaufgaben eines Sommeliers gehören:

  • Weinbeschaffung: Auswahl und Einkauf von Weinen.
  • Lagerung und Kellerrotation: Sicherstellung der richtigen Lagerbedingungen und Verwaltung des Weinbestands.
  • Entwicklung der Weinkarte: Zusammenstellung einer durchdachten und passenden Auswahl für das Restaurant.
  • Weinservice: Fachgerechtes Servieren von Wein am Tisch des Gastes.
  • Mitarbeiterschulung: Weitergabe von Weinwissen an das Servicepersonal.
  • Speisen-Wein-Pairing: Beratung der Gäste und Zusammenarbeit mit der Küche, um passende Weine zu den Gerichten zu empfehlen.

Ein professioneller Sommelier arbeitet direkt mit den Gästen im Restaurantbereich zusammen. Er berät sie nicht nur bei der Weinauswahl, sondern berücksichtigt dabei stets die geschmacklichen Vorlieben und das Budget des Gastes. Die Rolle des Sommeliers geht heute über reinen Wein hinaus und kann auch Bier, Spirituosen, Cocktails und alkoholfreie Getränke umfassen.

Beliebte Rotweine in Restaurants

Während Hausweine oft eine einfache, zugängliche Wahl sind, bieten Restaurants auch eine Vielzahl anderer Weine an. Insbesondere bei Rotweinen gibt es einige Sorten, die aufgrund ihrer Beliebtheit und Vielseitigkeit häufig auf Weinkarten zu finden sind:

  • Merlot: Vielseitig und leicht zu trinken. Oft mit Aromen dunkler Früchte wie Schwarzkirsche und Pflaume, dazu Noten von Vanille. Passt gut zu Rind, Lamm und Schwein sowie Pilzen und reifem Käse.
  • Pinot Noir: Ein mittelschwerer, trockener Rotwein mit würzigen Noten. Die besten kommen oft aus Frankreich (Burgund). Passt hervorragend zu Ente und Lachs.
  • Cabernet Sauvignon: Einer der beliebtesten Rotweine. Vollmundig und trocken mit mittlerer Säure und hohem Tanningehalt. Reich an Aromen von schwarzer Johannisbeere, Kirsche, Tabak und Vanille, manchmal rauchig. Ideal zu Steaks, Käseplatten und Portobello-Pilzen.
  • Zinfandel: Kräftig und fruchtig (Cranberry, Erdbeere, Brombeere) mit einem Hauch von Pfeffer und Zimt. Trocken und mittelschwer. Wunderbar zu gegrillten Fleisch- und Gemüsegerichten sowie Wurst- und Käseplatten mit würzigen Komponenten.
  • Malbec: Kann weich und fruchtig (aus Argentinien) oder herzhafter und säuerlicher (aus Frankreich) sein. Passt sehr gut zu rotem Fleisch und würzigen Gerichten.
  • Syrah (Shiraz): Ein kräftiger Rotwein mit Aromen von Blaubeere, Brombeere, schwarzem Pfeffer und Lakritz, oft mit rauchigen oder floralen Noten. Vollmundiger als Merlot oder Cabernet Sauvignon. Passt gut zu gegrilltem Fleisch und gebratenem Lamm.
  • Nebbiolo: Ein floraler, vollmundiger Wein mit hoher Säure und kräftigen Tanninen. Benötigt oft Zeit zum Dekantieren. Passt gut zu fettreichen Fleischgerichten, buttrigen Saucen oder würzigen Speisen.
  • Grenache: Oft mit Beerenaromen, Zimt und Sternanis. Ältere Jahrgänge können pfeffrige Noten entwickeln. Passt gut zu langsam gekochten Fleischgerichten und Eintöpfen.

Diese Vielfalt zeigt, dass Rotwein nicht gleich Rotwein ist und für nahezu jedes Gericht im Restaurant eine passende Sorte gefunden werden kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Hauswein

Was bedeutet Hauswein?
Hauswein bezeichnet den Standardwein, der in einem Restaurant, einer Bar oder einem ähnlichen Betrieb zu einem günstigeren Preis als andere Weine angeboten wird. Er wird vom 'Haus', also vom Betrieb, ausgewählt und ist in der Regel immer verfügbar, oft auch glasweise.

Ist Hauswein immer der billigste?
Typischerweise ist Hauswein der günstigste Wein auf der Karte. Sein Zweck ist es, den Gästen eine preiswerte und unkomplizierte Weinoption zu bieten. Auch wenn es manchmal andere günstige Weine gibt, ist der Hauswein in der Regel die preiswerteste Wahl.

Warum heißt es Hauswein?
Der Name 'Hauswein' kommt daher, dass er vom 'Haus' (dem Restaurant oder Betrieb) bestimmt wird. Ähnlich wie beim 'Haus' in einem Casino trifft der Betrieb die Entscheidungen bezüglich der Auswahl, des Preises und der Verfügbarkeit dieses speziellen Weins.

Hausweine sind eine großartige Option für Restaurants und Bars, um allen Gästegruppen gerecht zu werden und kontinuierlich gute Gewinne zu erzielen. Während besondere Anlässe oft nach teureren Weinen verlangen, gibt es immer eine Nachfrage nach qualitativ guten Weinen zu fairen Preisen. Das Konzept des Hausweins wird also voraussichtlich nie aus der Mode kommen.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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