Was sollte man im Spreewald essen?

Burg (Spreewald): Ein Juwel im Wasserlabyrinth

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Willkommen in Burg (Spreewald), einem Ort, der wie kaum ein anderer die Faszination der Spreewaldlandschaft verkörpert. Gelegen im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg, ist Burg seit 2005 ein staatlich anerkannter „Ort mit Heilquellenkurbetrieb“. Seine Besonderheit liegt in der einzigartigen Geografie des Binnendeltas der Spree, einem Labyrinth aus zahlreichen Fließen und Kanälen, das die traditionelle Lebensweise und den Charme des Ortes prägt.

Wie viele Einwohner hat Burg im Spreewald?
Burg (Spreewald)WappenDeutschlandkarteHöhe:57 m ü. NHNFläche:35,26 km2Einwohner:4194 (31. Dez. 2023)Bevölkerungsdichte:119 Einwohner je km2

Die Gemeinde Burg (Spreewald), niedersorbisch Bórkowy (Błota), befindet sich im Zentrum des Oberspreewaldes, eingebettet in das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald. Hier, im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben, sind Zweisprachigkeit und Tradition lebendig. Die Landschaft ist geprägt von den sogenannten Kaupen, kleinen Erhebungen, auf denen sich die Gehöfte der Streusiedlungen Burg-Kauper und Burg-Kolonie verteilen. Dies schafft den Eindruck einer weitläufigen Parklandschaft, anders als die eher dörfliche Bebauung von Burg-Dorf und Müschen.

Geografie und die Magie der Fließe

Durch das sehr geringe Gefälle hat sich die Spree in Burg zu einem beeindruckenden Binnendelta verzweigt. Über 300 Wasserläufe, liebevoll Fließe genannt, durchziehen die Region und bilden die charakteristischen Kaupen. Eines der bekanntesten und längsten Fließe ist das Große Fließ, das unter anderem den Hochwald durchquert. Dieser etwa 1000 Hektar große Wald ist landschaftlich so einzigartig, dass Teile davon von der UNESCO zur Schutzzone 1, der höchsten Schutzklasse, erklärt wurden. Diese intakte Naturlandschaft ist das Herzstück des Biosphärenreservats Spreewald und bietet eine unvergleichliche Kulisse für Erkundungen.

Ein Blick in die lange Geschichte Burgs

Die Geschichte von Burg reicht weit zurück. Älteste Spuren menschlicher Besiedlung, die auf die Jungsteinzeit und Bronzezeit datiert werden, finden sich auf dem Schlossberg. Ein herausragender Fund ist ein bronzezeitlicher Kultwagen, dessen Alter auf über 3000 Jahre geschätzt wird – ein eindrucksvoller Beleg für die frühe Besiedlung dieser Region. Nach den Germanen siedelten sich um das Jahr 600 Sorben an, deren Kultur bis heute das Bild des Spreewaldes prägt.

Die erste urkundliche Erwähnung Burgs als „villa Borgk“ stammt aus dem Jahr 1315. Zu dieser Zeit lebten etwa 300 Einwohner im Dorf. Die Urbarmachung des Niedermoorbereiches war aufgrund der Wasserverhältnisse extrem mühsam und erforderte den Einsatz von Kähnen. Häuser wurden traditionell aus Holzbohlen gebaut und mit Reet gedeckt, viele dieser bis zu 300 Jahre alten Bauten sind noch heute zu bestaunen.

Unter brandenburgischer und später preußischer Herrschaft entwickelte sich Burg weiter. Im 18. Jahrhundert siedelte Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. Soldaten an, die begannen, die Umgebung urbar zu machen. Ab 1725 entstand die Streusiedlung Burg-Kauper, gefolgt von Burg-Kolonie im Jahr 1766. Die Ansiedlung von Weberfamilien führte zur Entstehung einer Leinweberei. Die evangelische Kirche, ein frühklassizistischer Saalbau, wurde nach mehreren Vorgängerbauten im Jahr 1804 eingeweiht.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte weitere Entwicklungen: die Eröffnung der ersten Dorfschule, einer Apotheke, eines Postamtes sowie die Gründung von Vereinen wie dem Turnverein und der Freiwilligen Feuerwehr. Die Entdeckung bronzezeitlicher Artefakte auf dem Schlossberg durch Rudolf Virchow im Jahr 1880 unterstrich die historische Bedeutung des Ortes. Ab 1898 verband die Spreewaldbahn Burg mit Cottbus und Lübben, was den aufkommenden Tourismus förderte – eine Entwicklung, die maßgeblich durch die Erzählungen Theodor Fontanes und die Idee des Lehrers Paul Fahlisch, Touristen per Kahn durch die Fließe zu führen, angestoßen wurde. Fahlisch gilt als Begründer des Tourismus in Burg.

Wie hoch ist die Kurtaxe in Burg Spreewald?
Der Kurbeitrag beträgt in Burg (Spreewald)/Bórkowy (Błota) 2 Euro/Person und Tag und für Patienten der Reha-Klinik 1 Euro/Person und Tag. Zweitwohnungsinhaber*innen zahlen einen Jahresbeitrag von 56 Euro/Person.

Das 20. Jahrhundert war geprägt von Infrastrukturprojekten wie dem Bau von Wegen und Brücken, der Installation von Telefon- und Stromnetzen sowie der Verbesserung des Hochwasserschutzes nach zahlreichen Überschwemmungen. In der DDR-Zeit wurden die einzelnen Gemeindeteile Burg-Dorf, Burg-Kauper und Burg-Kolonie 1960 zur Gemeinde Burg/Spreewald zusammengelegt, was sie zum flächenmäßig größten Dorf der DDR machte. Nach der Wiedervereinigung erlebte Burg eine erneute touristische Blüte. Die Entdeckung der Thermalsole in 1350 Metern Tiefe führte 1996 zur Anerkennung als Luftkurort und 2005 als Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb, gekrönt von der Eröffnung der Spreewaldtherme.

Bevölkerungsentwicklung

Die Einwohnerzahl von Burg (Spreewald) hat sich im Laufe der Zeit verändert. Die Eingemeindung von Müschen im Jahr 2001 hatte einen deutlichen Einfluss auf die Gesamtzahl. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen zu verschiedenen Zeitpunkten:

JahrEinwohner
19643.804
19713.799
19813.482
19853.447
19903.433
19953.602
20004.138
20054.556
20104.391
20154.338
20204.262
20214.248
20224.246
20234.267

Die Zahlen spiegeln die historischen Veränderungen und die Entwicklung des Ortes wider.

Tourismus, Erholung und Aktivitäten

Burg ist ein Paradies für Naturfreunde und Erholungssuchende. Die traditionelle Kahnfahrt ist zweifellos das Highlight eines jeden Besuchs. Lautlos gleiten die flachen Boote durch das weitläufige Netz der Fließe, gestakt vom Fährmann, der oft interessante Geschichten über den Spreewald zu erzählen weiß. Diese Fahrten bieten die perfekte Gelegenheit, die einzigartige Natur des Biosphärenreservates vom Wasser aus zu erleben.

Neben den klassischen Kahnfahrten gibt es auch Themenfahrten. Viele Touren legen unterwegs Pausen in Gasthöfen und Restaurants ein, was die Möglichkeit bietet, lokale Spezialitäten direkt am Wasser zu genießen. Die Buchung von Kahnfahrten ist oft online vorab möglich, was die Planung erleichtert.

Für aktive Besucher bietet Burg ein gut ausgebautes Netz an Rad- und Inlineskaterwegen, darunter der bekannte Gurken-Radweg, der Spreeradweg und der Hofjagd-Radweg. Diese Wege folgen teilweise der Trasse der ehemaligen Spreewaldbahn und ermöglichen es, die Umgebung auf zwei Rädern zu erkunden.

Ein weiterer wichtiger Anziehungspunkt ist die Spreewaldtherme. Als staatlich anerkannter Kurort mit Heilquellen-Kurbetrieb nutzt Burg seine Thermalsole für Gesundheits- und Wellnessangebote. Die Therme bietet eine Bade- und Saunalandschaft sowie Fitness- und Wellnessbereiche und trägt maßgeblich zum Erholungsfaktor des Ortes bei.

Was kostet eine Kahnfahrt in Burg Spreewald?
Was kostet eine Kahnfahrt in Burg Spreewald?DauerErwachseneKinder bis 11 Jahre2 Stunden20,00 Euro10,00 Euro3 Stunden25,00 Euro13,00 Euro5 Stunden30,00 Euro15,00 Euro6-8 Stunden38,00 Euro19,00 Euro

Kulturelle Sehenswürdigkeiten wie die frühklassizistische Pfarrkirche, der Bismarckturm auf dem Schlossberg mit seiner Aussichtsplattform, die Weidenburg Arena Salix oder die Heimatstube in einem reetgedeckten Blockhaus geben Einblicke in die Geschichte und Traditionen der Region. Der Kur- und Sagenpark erzählt mit Skulpturen aus der sorbisch/wendischen Sagenwelt von der mystischen Seite des Spreewaldes.

Spreewälder Kulinarik: Ein Genuss für die Sinne

Die Spreewälder Küche ist bodenständig und geprägt von den Produkten der Region. Das wohl bekannteste Gericht ist Quark mit Kartoffeln und Leinöl. Dieses einfache, aber köstliche Gericht finden Sie auf vielen Speisekarten in den Restaurants und Gasthöfen in Burg und Umgebung. Das goldene Leinöl mit seinem nussigen Geschmack ist ein wichtiger Bestandteil der regionalen Identität und wird aus Leinsamen gewonnen, die hier angebaut werden.

Neben Quark und Leinöl bietet die Spreewälder Gastronomie weitere lokale Köstlichkeiten. Bei einer Kahnfahrt, die an einem Gasthof Halt macht, können Sie oft traditionelle Gerichte probieren. Dazu gehören zum Beispiel Hefeplinse, eine Art dicke Pfannkuchen, oft mit Apfelmus oder Zucker serviert, oder ein deftiger Gurkenteller mit Brotzeit. Die berühmten Spreewaldgurken in ihren vielfältigen Zubereitungen dürfen natürlich auf keiner Speisekarte fehlen – ob als Salzgurken, Gewürzgurken oder in Salaten.

Die Restaurants in Burg legen Wert auf regionale Produkte und traditionelle Rezepte. Ein Besuch in einem der Gasthöfe ermöglicht es, die authentische Küche des Spreewaldes kennenzulernen und die kulinarische Vielfalt der Region zu genießen. Die Kombination aus Naturerlebnis während einer Kahnfahrt und dem Genuss lokaler Speisen macht den Reiz eines Besuchs in Burg aus.

Wichtige Informationen für Besucher

Als staatlich anerkannter Kurort erhebt Burg (Spreewald) einen Kurbeitrag. Dieser dient der Finanzierung und Instandhaltung der Kureinrichtungen und touristischen Anlagen. Der Kurbeitrag beträgt in Burg (Spreewald) derzeit 2 Euro pro Person und Tag für Übernachtungsgäste. Für Patienten der Reha-Klinik gilt ein reduzierter Satz von 1 Euro pro Person und Tag. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schwerbehinderte mit GdB ab 80 (auch mit Begleitperson) sowie Geschäftsreisende und Personen zu Ausbildungs- oder Berufszwecken sind von der Zahlung des Kurbeitrags befreit. Übernachtungsbetriebe sind für die Einziehung und Abführung des Beitrags verantwortlich.

Die Anreise nach Burg ist über die Landesstraßen L 51 und L 54 möglich. Die Bundesautobahn A15 ist über die Anschlussstelle Vetschau schnell erreichbar. Obwohl die historische Spreewaldbahn stillgelegt wurde, erinnert der umgebaute Bahnhof an diese Ära, und es gibt sogar Pläne für einen Wiederaufbau. Der nächstgelegene aktive Bahnhof befindet sich in Vetschau und wird von Regionalzügen bedient. Innerhalb Burgs und in die Umgebung sorgen Busverbindungen, teilweise als PlusBus, für Mobilität.

Wie viele Einwohner hat Burg im Spreewald?
Burg (Spreewald)WappenDeutschlandkarteHöhe:57 m ü. NHNFläche:35,26 km2Einwohner:4194 (31. Dez. 2023)Bevölkerungsdichte:119 Einwohner je km2

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf einige häufige Fragen zu Burg (Spreewald):

Wie viele Einwohner hat Burg im Spreewald?

Die Einwohnerzahl von Burg (Spreewald) zum 31. Dezember 2023 betrug laut der bereitgestellten Daten 4.267.

Was kostet eine Kahnfahrt in Burg Spreewald?

Die genauen Kosten für eine Kahnfahrt in Burg (Spreewald) werden in den bereitgestellten Informationen nicht genannt. Es wird jedoch erwähnt, dass Themenkahnfahrten und klassische Kahnfahrten oft online vorab gebucht werden können, um Plätze zu reservieren.

Wie hoch ist die Kurtaxe in Burg Spreewald?

Der Kurbeitrag in Burg (Spreewald) beträgt 2 Euro pro Person und Tag für reguläre Übernachtungsgäste. Für Patienten der Reha-Klinik beträgt er 1 Euro pro Person und Tag. Es gibt Befreiungen für bestimmte Personengruppen, wie Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Schwerbehinderte.

Was sollte man im Spreewald essen?

Eine der bekanntesten Spezialitäten der Spreewälder Küche, die Sie unbedingt probieren sollten, ist Quark mit Kartoffeln und Leinöl. Viele Restaurants und Gasthöfe in Burg bieten dieses Gericht an. Auch andere regionale Köstlichkeiten wie Hefeplinse oder Gerichte mit den berühmten Spreewaldgurken sind sehr zu empfehlen und können oft auch während einer Kahnfahrt bei einem Stopp in einem Gasthof genossen werden.

Burg (Spreewald) bietet eine reizvolle Mischung aus einzigartiger Natur, reicher Geschichte, vielfältigen Erholungsmöglichkeiten und regionaler Kulinarik. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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