Was gilt als Frühstück?

Frühstücks-Spots: Von New York bis zum Kontinent

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Das Frühstück, die erste Mahlzeit des Tages, ist ein Phänomen, das Menschen weltweit verbindet und doch in unzähligen Variationen daherkommt. Während die Notwendigkeit, nach der Nachtruhe wieder Energie aufzunehmen, universell ist, unterscheiden sich die Art der Speisen, die Rituale und der Zeitpunkt des Frühstücks oft erheblich von Kulturkreis zu Kulturkreis. Tauchen wir ein in die facettenreiche Welt des Frühstücks, von seiner Bedeutung über regionale Besonderheiten bis hin zu konkreten Empfehlungen für Frühstücksliebhaber.

Was ist ein typisches amerikanisches Frühstück?
American Breakfast (Englisch für Amerikanisches Frühstück) ist ein üppiges Frühstück mit beispielsweise Bacon, kleinen Würstchen, Eierspeisen, Hash Browns oder anderen Kartoffelgerichten, Pancakes mit Ahornsirup und Frühstücksflocken, Toast, Biscuits, Sausage gravy, Butter, Marmelade, Früchten, dazu Kaffee, Fruchtsaft ...

Was bedeutet eigentlich „Frühstück“?

Die Bezeichnung für die erste Mahlzeit des Tages ist in den verschiedenen Sprachen oft tief in der Geschichte oder in der Funktion der Mahlzeit verwurzelt. Das deutsche Wort „Frühstück“ geht etymologisch bis ins 15. Jahrhundert zurück und bedeutete ursprünglich schlicht das frühmorgens gegessene Stück Brot. Es löste den älteren mittelhochdeutschen Ausdruck „morgenbrōt“ ab und bezieht sich somit direkt auf die Tageszeit.

Im Gegensatz dazu steht das Benennungsmotiv des „Fastenbrechens“, das in vielen anderen Sprachen zu finden ist. Der englische Ausdruck „breakfast“ beschreibt treffend das Beenden des Fastens der Nacht. Dasselbe Prinzip liegt dem spanischen „desayuno“ zugrunde, abgeleitet von „ayunar“ (fasten). Auch das französische „petit déjeuner“ (kleines Fastenbrechen) und das als „kleines Mittagessen“ bezeichnete portugiesische „pequeno almoço“ folgen dieser Logik. Im Italienischen wird das Frühstück „colazione“ oder „prima colazione“ (erstes Mahl) genannt, ein Begriff, der auf den kirchenlateinischen Ausdruck „collatio“ zurückgeht und ursprünglich ein mäßiges Abendessen an Fasttagen bezeichnete.

Das schwedische „frukost“ und das dänische „morgenmad“ ähneln dem deutschen Ausdruck, indem sie sich auf die Tageszeit beziehen. Das niederländische „ontbijt“ hingegen bedeutet wörtlich „Anbeißen“. Diese Vielfalt in der Benennung zeigt, wie unterschiedlich die erste Mahlzeit in verschiedenen Kulturen wahrgenommen wird.

Das Amerikanische Frühstück: Mehr als nur Eier und Speck

Wenn man an ein üppiges Frühstück denkt, kommt vielen sofort das American Breakfast in den Sinn. Es ist bekannt für seine warme und reichhaltige Auswahl, die weit über Brot und Marmelade hinausgeht. Typische Bestandteile sind Bacon, kleine Würstchen, verschiedene Eierspeisen, Hash Browns oder andere Kartoffelgerichte sowie Pancakes, oft großzügig mit Ahornsirup beträufelt. Dazu kommen Frühstücksflocken, Toast, Biscuits, Sausage Gravy, Butter, Marmelade, frische Früchte und natürlich reichlich Kaffee und Fruchtsaft.

Wie nennt man ein Restaurant, das Frühstück serviert?
Cafés und Restaurants Viele Cafés sind zur Frühstückszeit geöffnet und servieren den ganzen Tag über ein komplettes warmes Frühstück. In manchen Gegenden bieten Cafés Sitzgelegenheiten im Freien. Das Wort stammt vom französischen Café.

Besonders die Zubereitung der Eier ist im amerikanischen Diner eine Kunstform für sich. Eier werden meist als Rührei (scrambled) oder Spiegelei (fried) serviert. Bei Spiegeleiern kann man zwischen verschiedenen Garstufen wählen: „sunny side up“ (nicht umgedreht), „over easy“ (einmal kurz umgedreht, Dotter flüssig) oder „over medium“ (längere Zeit auf der Dotterseite gebraten, Dotter fester). Verlorene Eier sind oft als Eggs Benedict auf der Speisekarte zu finden. Gekochte Eier sind hingegen weniger verbreitet. Interessanterweise geht die Kombination von Ham and Eggs als fester Bestandteil des American Breakfast auf eine Kampagne von Edward Bernays, dem Vater der Public Relations, zurück.

Im Unterschied zu einem in Mitteleuropa üblichen Frühstücksbuffet, das auch kalte Speisen umfasst, sind warme Gerichte ein integraler Bestandteil des amerikanischen Angebots. Das Gegenstück dazu ist das Europäische Frühstück, besser bekannt als Continental Breakfast.

Frühstück in New York City: Ein kulinarisches Abenteuer

New York City bietet eine schier endlose Vielfalt an Frühstücksmöglichkeiten, von schnellen Optionen für Pendler bis hin zu ausgedehnten Brunch-Erlebnissen. Echte New Yorker frühstücken oft unterwegs, indem sie sich an den zahlreichen Essensständen und Imbisswägen bedienen, die vor allem an belebten Kreuzungen, U-Bahn-Stationen und in der Nähe von Büros zu finden sind. Diese Stände sind eine preiswerte und typische Art, den Tag zu beginnen. Man findet dort Bagels, Croissants, Muffins, Kuchen und Obst. Wagen mit Grill bieten zusätzlich warme Sandwiches wie „Egg on a roll“, oft mit Käse und Speck, für nur 2 bis 3 Dollar. Ein Kaffee kostet hier zwischen 1,50 und 2 Dollar. Ein kleiner Tipp: Wenn Sie Kaffee bestellen, bitten Sie um „black coffee“ oder „no milk“, da sonst oft fettarme Milch verwendet wird, die den Geschmack verändern kann.

Ein entspannteres und oft als ultimatives amerikanisches Erlebnis geltendes Frühstück findet man in einem der vielen Diner der Stadt. Diese sind nicht nur für ihr leckeres Essen bekannt, sondern auch für ihre oft günstige Preisgestaltung und die authentische Atmosphäre. Ein typisches Diner-Frühstück mit zwei Spiegeleiern, Toast, Bratkartoffeln, Speck, Kaffee und Saft kostet in der Regel nicht mehr als 10 Dollar. Ein wichtiger Aspekt der Diner-Kultur ist das Trinkgeld. Als Faustregel gilt: Verdoppeln Sie die auf der Rechnung ausgewiesenen Steuern, was in etwa 15 bis 20% des Gesamtbetrages (ohne Steuern) entspricht. Achten Sie immer darauf, ob das Trinkgeld bereits auf der Rechnung enthalten ist.

Bekannte Frühstücks-Spots in New York City

New Yorks Frühstücksszene ist legendär. Hier sind einige der im Text erwähnten Orte, die jeweils ihren eigenen Charme haben:

  • Ellen’s Stardust Diner: Nahe dem Times Square gelegen, bekannt für seine singenden Kellnerinnen und Kellner, die oft auf dem Sprung zum Broadway sind. Ein unterhaltsames, wenn auch touristisches und etwas teureres Erlebnis. Am besten früh (gegen 8 Uhr) besuchen, bevor es zu voll wird.
  • Westway Diner: Ein typisches Diner aus dem Jahr 1988, das einfaches, schnelles Essen serviert. Ideal für ein schnelles Frühstück, besonders die günstigen Menüs (Montag bis Freitag). Die Kellner sind bekannt dafür, in Eile zu sein.
  • Hector’s Cafe & Diner: Ein seltenes „Old School“ Diner im Meatpacking District. Authentisch, preiswert und bekannt als Drehort für Filme wie „Taxi Driver“. Ein Rohdiamant, der von Einheimischen geschätzt wird.
  • La Bonbonniere: Im West Village gelegen, ein echtes New Yorker Diner, trotz des französischen Namens. Bietet billiges und schnelles Frühstück, mit der Möglichkeit, bei gutem Wetter draußen zu sitzen. Bekannt für Pancakes, Burger und Sandwiches.
  • Bubby’s: In TriBeCa, ein sehr bekanntes und fotogenes Restaurant, das seit den 1990er Jahren für sein amerikanisches Frühstück und Brunch mit frischen Zutaten bekannt ist. Eher touristisch, aber beliebt für spezielle Pancakes und Mimosa Flights.
  • Tom’s Restaurant: Ein familiengeführtes Diner in Morningside Heights, das seit den 1940er Jahren existiert. Ein lokaler Treffpunkt und bekannt durch die Fernsehserie „Seinfeld“. Die Würstchen werden besonders empfohlen.
  • USA Brooklyn Deli: Direkt am Times Square gelegen, ideal für Touristen. Bietet ein „prix fixe“ Frühstücksangebot, bei dem Steuern und Trinkgeld bereits enthalten sind. Ein ikonisches amerikanisches Diner-Erlebnis.
  • La Parisienne: Ein gemütliches Restaurant im französischen Stil im Financial District. Ideal für ein Frühstück ab 8 Uhr, mit Optionen wie Avocado Toast oder Croissants.
  • Buvette: Ein kleines, lebhaftes Bistro im Pariser Stil im Greenwich Village. Bekannt für sein leckeres Frühstück und Brunch in authentischer Atmosphäre. Man kann nicht reservieren, daher kann es voll werden. Ein besonderes Detail ist die herrlich duftende Seife auf der Toilette.

Diese Orte zeigen die Bandbreite der Frühstückskultur in New York, von der schnellen Mahlzeit am Stand bis zum ausgedehnten Diner-Besuch.

Was kostet ein amerikanisches Frühstück?
Frühstück im Diner. Frühstück im Diner ist billig. Zwei Spiegeleier mit Toast, Bratkartoffeln, Speck, Kaffee und Saft kosten in der Regel nicht mehr als 10 Dollar. Vergessen Sie nicht, Trinkgeld im Diner zu geben.

Frühstückskategorien in Hotels: Standards im deutschsprachigen Raum

Auch in Beherbergungsbetrieben gibt es klare Definitionen für das Frühstücksangebot. Im deutschsprachigen Raum orientieren sich die Hotel- und Gaststättenverbände (DEHOGA, Hotelleriesuisse, Wirtschaftskammer Österreich) an der DIN EN ISO 18513 und unterscheiden typischerweise folgende Kategorien:

KategorieMindestanforderungen (Basis)Besonderheiten (AT/CH/DEHOGA)
Einfaches Frühstück (Continental Breakfast)Brot, Butter, Marmelade/Konfitüre, heißes Getränk. Umfasst auch Croissant-Frühstück und Vollkorn-Gebäcke.Keine spezifischen regionalen Abweichungen genannt.
Erweitertes FrühstückHeißgetränk, Fruchtsaft, Obstsalat/Obst, Auswahl an Brot/Brötchen, Butter, Marmelade, Wurst, Käse.Österreich (WKO): Zusätzlich Ei/Eierspeisen und Müsli gefordert.
FrühstücksbuffetGrößerer Umfang als erweitertes Frühstück.Deutschland (DEHOGA): Ei/Eierspeisen und Müsli gefordert. Schweiz (Hotelleriesuisse): Kalte Getränke gefordert.
Etagenfrühstück (Room Service)Einfaches oder erweitertes Frühstück, auf dem Zimmer serviert.Verfügbarkeit des einfachen oder erweiterten Angebots.

Diese Standards helfen Gästen bei der Orientierung, was sie von einem Frühstück in einem Hotel erwarten können. Eine interessante Ergänzung aus Deutschland ist die Sichtweise des Bundesfinanzhofs von 2019, der bestätigte, dass nach allgemeiner Auffassung Wurst, Käse und mindestens ein Brotaufstrich integrale Bestandteile eines Frühstücks sind. Lediglich unbelegte Brötchen mit Kaffee gelten demnach nicht als vollständiges Frühstück.

Frühstück und Gesundheit: Ein verbreiteter Mythos

Die Volksweisheit „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettelmann“ ist weit verbreitet. Lange wurde angenommen, dass ein üppiges Frühstück beim Abnehmen helfen könne, da es angeblich lange sättigt und so die Energieaufnahme bei späteren Mahlzeiten reduziert. Aktuelle Untersuchungen widerlegen diese Annahme jedoch. Sie deuten darauf hin, dass ein sehr reichhaltiges Frühstück die tägliche Kalorienbilanz eher erhöht, da die zusätzlich aufgenommenen Kalorien im Laufe des Tages oft nicht eingespart werden. Entscheidend für das Gewichtsmanagement ist demnach nicht der Zeitpunkt oder die Größe der einzelnen Mahlzeiten, sondern die Kalorienbilanz über den gesamten Tag. Ob die Hauptmahlzeit morgens, mittags oder abends eingenommen wird, ist prinzipiell gleichgültig.

Das Zweite Frühstück und andere Rituale

In vielen Regionen und Arbeitswelten ist neben dem ersten Frühstück am Morgen eine weitere Mahlzeit im Laufe des Vormittags üblich, das sogenannte „Zweite Frühstück“. Diese Zwischenmahlzeit, die regional unterschiedliche Namen trägt, findet oft gemeinsam im Kollegenkreis statt. Daraus leitet sich scherzhaft der Begriff „Frühstücksdirektor“ ab, der eine Führungskraft bezeichnet, die wenig Verantwortung trägt und hauptsächlich bei repräsentativen Anlässen oder eben beim gemeinsamen Frühstück anwesend ist.

Das Frühstück ist also weit mehr als nur die erste Nahrungsaufnahme des Tages. Es ist ein kulturelles Phänomen mit tiefen Wurzeln, regionalen Eigenheiten und einer beeindruckenden Vielfalt, die von einem schnellen Happen unterwegs bis hin zu einem ausgedehnten, warmen Mahl reicht. Ob Sie nun ein klassisches Continental Breakfast bevorzugen oder sich von einem üppigen American Breakfast verwöhnen lassen möchten, die Welt des Frühstücks hält für jeden Geschmack das Richtige bereit.

Häufig gestellte Fragen zum Frühstück

Was ist ein typisches amerikanisches Frühstück?
Ein typisches amerikanisches Frühstück ist sehr reichhaltig und warm. Es besteht oft aus Bacon, kleinen Würstchen, Eiern (Rührei oder Spiegelei in verschiedenen Varianten), Hash Browns oder Kartoffeln, Pancakes mit Ahornsirup, Toast, Biscuits, Sausage Gravy, Frühstücksflocken, Obst sowie Kaffee und Saft.

Wie nennt man ein Restaurant, das Frühstück serviert?
Cafés und Restaurants Viele Cafés sind zur Frühstückszeit geöffnet und servieren den ganzen Tag über ein komplettes warmes Frühstück. In manchen Gegenden bieten Cafés Sitzgelegenheiten im Freien. Das Wort stammt vom französischen Café.

Wo kann ich in New York gut frühstücken?
New York bietet viele Optionen. Für ein authentisches und preiswertes Erlebnis sind Diner sehr beliebt, wie das Westway Diner oder Hector's Cafe & Diner. Für etwas Besonderes gibt es Orte wie Ellen’s Stardust Diner mit singenden Kellnern oder Buvette für ein französisches Bistro-Erlebnis. Schnelle und günstige Optionen finden Sie an den zahlreichen Essensständen auf der Straße.

Wie viel kostet Frühstück in New York?
Das hängt stark vom Ort ab. An Essensständen bekommen Sie Kaffee und ein warmes Sandwich schon für 4-5 Dollar. In typischen Diners kostet ein reichhaltiges Frühstück oft um die 10 Dollar (zzgl. Trinkgeld). Touristische oder besondere Orte wie Ellen’s Stardust Diner oder Bubby's können deutlich teurer sein.

Was bedeutet „Continental Breakfast“?
Das Continental Breakfast ist ein einfaches Frühstück, wie es oft in Hotels angeboten wird, besonders in Europa. Es beinhaltet in der Regel Brot, Butter, Marmelade oder Konfitüre und ein heißes Getränk wie Kaffee oder Tee. Manchmal sind auch Croissants oder Vollkorngebäck enthalten, aber warme Speisen wie Eier oder Speck gehören typischerweise nicht dazu.

Hilft Frühstücken beim Abnehmen?
Die Annahme, dass ein üppiges Frühstück beim Abnehmen hilft, ist laut neueren Studien ein Mythos. Entscheidend für das Gewichtsmanagement ist die gesamte Kalorienaufnahme über den Tag verteilt, nicht unbedingt die Größe oder der Zeitpunkt der einzelnen Mahlzeiten.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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