Wie viele Einwohner hat Main-Taunus-Kreis?

MTZ: Eigentümer, Geschichte und Entwicklung

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Das Main-Taunus-Zentrum, vielen besser bekannt als MTZ, ist weit mehr als nur ein Ort zum Einkaufen. Es ist ein Stück deutscher Einzelhandelsgeschichte, ein Pionierprojekt und bis heute eines der größten und erfolgreichsten Einkaufszentren des Landes. Gelegen hauptsächlich in der Gemeinde Sulzbach (Taunus) im Main-Taunus-Kreis, mit einem kleineren Teil auf Frankfurter Stadtgebiet, prägt es seit Jahrzehnten das Bild des westlichen Rhein-Main-Gebiets. Mit seiner beeindruckenden Größe von rund 91.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und einer Vielzahl an Mietern zieht es täglich tausende Besucher an. Doch wer steckt hinter diesem Shopping-Riesen, wie hat er sich entwickelt und was macht ihn so besonders?

Die Anfänge: Ein Pionier auf der grünen Wiese

Die Geschichte des Main-Taunus-Zentrums beginnt im Jahr 1964. Zu dieser Zeit war die Idee eines in sich abgeschlossenen Einkaufszentrums, wie sie in den USA bereits verbreitet war, in Westdeutschland noch weitgehend unbekannt. Das MTZ war das erste Objekt dieser Art in der Bundesrepublik und bei seiner Eröffnung sogar das größte Einkaufszentrum in Europa. Es markierte einen radikalen Bruch mit der traditionellen Stadtplanung, indem Geschäfte und Kaufhäuser nicht in gewachsenen Innenstädten angesiedelt wurden, sondern gezielt auf einer eigens dafür neugeschaffenen Fläche „auf der grünen Wiese“ konzentriert wurden. Dieses Konzept erforderte eine Investition von 60 Millionen DM, was heute einer Kaufkraft von rund 150 Millionen Euro entspricht. Auf einer Gesamtfläche von 260.000 Quadratmetern entstanden zunächst 73 Geschäfte mit 40.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Zu den prominenten Mietern der ersten Stunde gehörten die großen Warenhäuser Horten und Hertie, die heute Teil von Galeria Karstadt Kaufhof sind. Betrieben wurde das zukunftsweisende Projekt von der Schweizer Intershopgruppe, die das Objekt von einem kanadischen Unternehmer übernommen hatte.

Welche Orte gehören zum Main-Taunus-Kreis?
DIE ZWÖLF STÄDTE UND KOMMUNEN DES MAIN-TAUNUS-KREISES SIND EINE STARKE GEMEINSCHAFT UND LEBENDIGE GRÖSSE IM WIRTSCHAFTSRAUM FRANKFURTRHEINMAIN:Bad Soden.Eppstein.Eschborn.Flörsheim.Hattersheim.Hochheim.Hofheim.Kelkheim.

Schneller Erfolg und starke Kaufkraft

Das Konzept des Main-Taunus-Zentrums erwies sich schnell als durchschlagender Erfolg. Die Abkehr von der Innenstadt und die Konzentration des Angebots an einem zentralen, gut erreichbaren Ort, insbesondere mit ausreichend Parkmöglichkeiten (was damals eine Neuheit war), traf genau den Nerv der Zeit. Bereits im Eröffnungsjahr 1964 wurden Umsätze von 85 Millionen DM erzielt. Bis 1975, nur elf Jahre später, hatte sich dieser Wert auf über 300 Millionen DM mehr als verdreifacht. Dieser Erfolg wurde maßgeblich durch das Einzugsgebiet des MTZ begünstigt, das von jeher eine deutlich überdurchschnittliche Kaufkraft aufwies. Eine Umfrage aus dem Jahr 1975 verdeutlichte dies eindrucksvoll: 20 Prozent der Besucher gaben an, ein Nettoeinkommen von über 2.500 DM zu haben. Weitere 17 Prozent lagen zwischen 2.000 und 2.500 DM, 20 Prozent zwischen 1.500 und 2.000 DM und ebenfalls 20 Prozent zwischen 1.000 und 1.500 DM. Nur eine kleine Minderheit von 9 Prozent verdiente weniger als 1.000 DM im Monat. Diese hohe Kaufkraft spiegelte sich direkt in der Bereitschaft der Besucher wider, Geld auszugeben. Im Jahr 1975 betrug die durchschnittliche Ausgabe pro Person und Besuch im MTZ 118 DM, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 73 DM im Jahr 1969.

Der Wandel der Eigentumsverhältnisse

Im Laufe seiner Geschichte hat das Main-Taunus-Zentrum mehrere Wechsel in den Eigentumsverhältnissen erlebt. Dies ist bei großen Immobilienprojekten über Jahrzehnte hinweg nicht ungewöhnlich. Die Entwicklung lässt sich wie folgt zusammenfassen:

ZeitraumEigentümer / Mehrheitseigentümer
1964 - 1998Schweizer Intershopgruppe / Zürcher Intershop Holding
1998 - ca. 2010Geschlossener Immobilienfonds der DWS (Investmentgesellschaft der Deutschen Bank)
Seit Ende 2010Deutsche EuroShop AG (Mehrheitseigentümer)

Parallel zu den Eigentümerwechseln gab es auch eine Konstante beim Management. Seit 1998 wird das Main-Taunus-Zentrum von der ECE Projektmanagement GmbH betrieben. Die ECE ist ein auf Einkaufszentren spezialisiertes Unternehmen und für das operative Geschäft, das Centermanagement und die Weiterentwicklung zuständig.

Kontinuierliche Entwicklung und Expansionen

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und den sich ändernden Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, wurde das Main-Taunus-Zentrum mehrfach modernisiert und erweitert. Eine erste umfassende Modernisierung und Erweiterung fand von 2001 bis 2005 statt. Doch das war nur der Anfang einer noch größeren Veränderung.

Seit Ende 2005 wurden Pläne für eine weitere massive Expansion verfolgt, die das Zentrum auf seine heutige Größe von 91.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, rund 170 Geschäfte und 4500 Parkplätze bringen sollte. Dieses Vorhaben stieß jedoch zunächst auf rechtliche Hürden. Da das MTZ zu einem kleinen Teil auf Frankfurter Stadtgebiet liegt, hatte die Stadt Frankfurt Bedenken und warf die Frage ihrer Beteiligung an der Planung auf. Die 8. Kammer des Verwaltungsgerichts Frankfurt stoppte das Projekt Mitte Dezember 2007 vorübergehend. Eine weitere Begründung für den Stopp war die mangelnde Bestimmtheit des Bauvorhabens im Bauvorbescheid; es war unklar, welche Warengruppen genau angesiedelt werden sollten und wie groß die einzelnen Ladenflächen sein würden. Da für das Gelände kein Bebauungsplan existierte, musste sich die Bebauung eigentlich an der Nachbarschaftsbebauung orientieren.

Dieses Urteil hatte in der zweiten Instanz jedoch keinen Bestand, und so konnte im November 2009 mit dem Ausbau begonnen werden. Die Erweiterung umfasste den Bau einer zweiten Ladenstraße parallel zur bereits bestehenden sowie die Errichtung eines neuen Parkhauses auf dem Gelände eines bisherigen Parkplatzes. Die Wiedereröffnung des erweiterten MTZ erfolgte am 17. November 2011. Diese Erweiterung führte laut Angaben zu 540 zusätzlichen Arbeitsplätzen, zog aber auch Kritik der Gewerkschaft Verdi bezüglich der Arbeitszeiten der Mitarbeiter nach sich.

Die jüngste bedeutende Ergänzung wurde am 10. April 2025 vom Mehrheitseigentümer Deutsche EuroShop AG präsentiert: die erfolgreiche Erweiterung um den „Food Garden“. Dieses eigens für das MTZ entwickelte, parkähnliche Gastronomieareal erstreckt sich über 9000 Quadratmeter und beherbergt acht Restaurants, darunter bekannte Namen wie The ASH, L’Osteria und ALEX. Diese Erweiterung unterstreicht die Entwicklung von reinen Shopping-Centern hin zu Erlebnisparks, die auch hohe Aufenthaltsqualität und vielfältige Gastronomie bieten.

Das MTZ heute

Heute präsentiert sich das Main-Taunus-Zentrum als modernes und umfassendes Shopping-Erlebnis. Mit rund 91.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und etwa 170 Mietern, die Einzelhandel und Systemgastronomie abdecken, gehört es weiterhin zu den größten Einkaufszentren in Deutschland. Die Kombination aus einer breiten Palette an Geschäften, Gastronomieangeboten, guter Erreichbarkeit und ausreichend Parkplätzen macht es zu einem wichtigen Anziehungspunkt für Kunden aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus. Die kontinuierlichen Investitionen und Erweiterungen, zuletzt der „Food Garden“, zeigen, dass das MTZ bestrebt ist, seine führende Position im Markt zu behaupten und sich den wandelnden Kundenbedürfnissen anzupassen.

Wem gehört Main-Taunus-Zentrum?
Die Deutsche EuroShop AG ist seit Ende 2010 dessen Mehrheitseigentümer. Betrieben wird das Main-Taunus-Zentrum seit 1998 von der ECE Projektmanagement GmbH.

Jüngste Ereignisse

Wie bei großen öffentlichen Orten kann es auch im MTZ zu unvorhergesehenen Ereignissen kommen. In jüngerer Vergangenheit gab es Berichte über einen Brand im Main-Taunus-Zentrum, was die Bedeutung von Sicherheitsmaßnahmen und schnellen Einsatzkräften in einem so großen und belebten Komplex unterstreicht.

Häufig gestellte Fragen zum Main-Taunus-Zentrum

Wem gehört das Main-Taunus-Zentrum heute?

Die Mehrheit der Anteile am Main-Taunus-Zentrum gehört seit Ende 2010 der Deutsche EuroShop AG, einer deutschen Immobiliengesellschaft, die auf Einkaufszentren spezialisiert ist.

Wann wurde das MTZ eröffnet?

Das Main-Taunus-Zentrum wurde am 7. August 1964 eröffnet und war damit das erste Einkaufszentrum nach US-amerikanischem Vorbild in Westdeutschland.

Wie groß ist das MTZ?

Das MTZ verfügt über eine Verkaufsfläche von rund 91.000 Quadratmeter.

Wie viele Geschäfte gibt es im MTZ?

Im Main-Taunus-Zentrum sind etwa 170 Unternehmen aus Einzelhandel und Systemgastronomie ansässig.

Wer betreibt das Main-Taunus-Zentrum?

Das Management und der Betrieb des MTZ werden seit 1998 von der ECE Projektmanagement GmbH durchgeführt.

Wo genau liegt das MTZ?

Das Main-Taunus-Zentrum liegt größtenteils in der Gemeinde Sulzbach (Taunus) im Main-Taunus-Kreis. Ein kleinerer Teil befindet sich im Westen von Frankfurt am Main.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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