Der Lungau im Salzburger Land ist eine Region voller Vielfalt und Schönheit, eingebettet in eine beeindruckende Bergwelt. Viele Besucher fragen sich: Wo genau findet man den schönsten Ort in diesem bezaubernden Gau? Die Antwort ist nicht einfach, denn der Lungau bietet eine Fülle an Erlebnissen, die je nach Geschmack und Interesse variieren.

Der Lungau ist geografisch gesehen ein von hohen Bergen umschlossener Gau im Südosten des Landes Salzburg. Nur gegen Osten ist er offen, und dorthin fließt auch die Mur, die in einem seiner Seitentäler, dem Murwinkel, entspringt und dann zum Hauptfluss der Steiermark wird. Diese Abgeschlossenheit hat dem Lungau über lange Zeit fast den Charakter einer eigenen kleinen Welt verliehen.
Die Gemeinden des Lungaus
Der Lungau besteht aus insgesamt 15 Markt- und Ortsgemeinden. Die drei Marktgemeinden mit formell verliehenem Marktrecht sind Mauterndorf, Sankt Michael und Tamsweg. Tamsweg ist dabei der größte Ort der Region mit knapp 6.000 Einwohnern. Zu den weiteren Ortsgemeinden zählen Göriach, Lessach, Mariapfarr, Muhr, Ramingstein, Sankt Andrä im Lungau, Sankt Margarethen im Lungau, Thomatal, Tweng, Unternberg, Weißpriach und Zederhaus. Jede dieser Gemeinden hat ihren eigenen Charakter und ihre eigenen Reize.
Ein Blick in die reiche Geschichte: Römer und Mittelalter
Die Geschichte hat den Lungau tief geprägt. Bereits in der Antike spielte die Region eine wichtige Rolle. Als Drusus und Tiberius im Jahr 14/15 v. Chr. das Land der Taurisker unterjochten, geriet auch der Lungau unter römische Herrschaft und wurde Teil Mittel-Norikums. Seine Bedeutung wuchs, als Kaiser Septimus Severus (193-211) eine neue römische Heeresstraße anlegen ließ, die zur schnellen Beförderung der Legionen von Italien bis an die Donau diente. Der Lungau war dabei ein wichtiger Punkt für die Überquerung der Tauern. Es gab sogar eine römische Siedlung namens Immurium, was den spürbaren Einfluss Roms zeigt.
Auch wenn das Römische Reich längst Geschichte ist, zeugen noch heute Reste der alten Straßen von den kulturellen Höchstleistungen der Antike. In Sankt Margarethen im Lungau kann man beispielsweise noch einen Römischen Meilenstein finden. Noch mehr Spuren aus römischer Zeit gibt es im Schloss Moosham zu entdecken. Dort beherbergt eine Kunstsammlung zahlreiche Schätze aus dieser Epoche. Die überwältigende Anlage von Schloss Moosham selbst ist ein starker Anwärter auf den Titel des schönsten Ortes im Lungau.
Das Mittelalter war eine Blütezeit für den Lungau. Handel und Bergbau florierten. Jahrhundertelang zogen Handelskarawanen zwischen Triest und Salzburg durch die Region. Adel und Rittertum besaßen zahlreiche Burgen und Edelsitze, während Bürger und Bauern Wohlstand genossen. Obwohl diese Glanzzeit mit der Verlagerung des Handels und dem Nachlassen des Bergbausegens vorüberging und viele Burgen in Kriegen zerstört wurden, sind einige beeindruckende Zeugnisse dieser Zeit erhalten geblieben.
Burgen und Schlösser im Lungau
Wer sich für Geschichte und mittelalterliche Architektur begeistert, findet im Lungau gleich mehrere Höhepunkte. Neben dem bereits erwähnten Schloss Moosham ist die Burg Mauterndorf ein absolutes Muss. Dort, wo einst ein römisches Militärlager vermutet wird, steht heute eine imposante Burg aus dem 11. Jahrhundert. Ihre strahlend weiße Fassade und Größe machen sie zu einem Blickfang vor dem Gebirgspanorama. Ein Besuch fühlt sich wie eine Zeitreise an. Regelmäßige Veranstaltungen, wie das Mittelalterliche Spectaculum im Hochsommer, beleben die Anlage. Burg Mauterndorf ist definitiv ein Kandidat für den schönsten Ort, besonders für Familien, die hier einen erlebnisreichen Tag verbringen können.
Das Lungauer Trio mittelalterlicher Burgen wird durch die Burg Finstergrün vervollständigt. Hier werden Führungen angeboten, wechselnde Ausstellungen gezeigt und im Klettergarten kann man sich sportlich betätigen. Für eine entspannte Rast in historischer Kulisse eignen sich zudem die Burgruinen Klausegg und Thurnschall.
Einzigartige Erlebnisse und kulturelle Schätze
Der Lungau bietet auch Erlebnisse, die über die reine Besichtigung historischer Stätten hinausgehen.
Nostalgie auf Schienen: Die Taurachbahn
Ein besonderes Highlight ist eine Fahrt mit der Taurachbahn. Diese alte Dampflokomotive ist die höchstgelegene Schmalspurbahn Österreichs und versprüht pure Nostalgie. In charmanten Waggons reist man wie vor 100 Jahren durch die malerische Landschaft. Die rund 40-minütige Fahrt bietet hervorragende Ausblicke auf die Berge und führt durch fünf Gemeinden: Mauterndorf (mit dem Heimathaus Dengg), Gröbendorf, Mariapfarr, Lintsching und St. Andrä. Ein unvergessliches Erlebnis für Jung und Alt.
Mariapfarr: Der Stille Nacht-Ort
Mariapfarr ist eine Gemeinde mit großer historischer und kultureller Bedeutung. Hier verfasste Joseph Mohr, damals Hilfspriester im Ort, im Jahr 1816 den Text zu einem Gedicht, das später als "Stille Nacht, heilige Nacht" weltberühmt wurde. Die Entstehung des Gedichts wird mit dem Leid der Zeit in Verbindung gebracht, insbesondere mit den Folgen des Vulkanausbruchs des Tambora und der Koalitionskriege. Mariapfarr trägt daher den Spitznamen Stille Nacht-Ort.

Im Museum Mariapfarr gibt es eine Ausstellung, die sich dem Lied und Joseph Mohr widmet. Auch das Haus der Familie Mohr, die Scharglerkeusche, ist erhalten, auch wenn es den Vorfahren und nicht Joseph Mohr selbst gehörte. Das Museum beleuchtet außerdem die Wallfahrt und das Pilgern, und zu den beliebtesten Ausstellungsstücken gehören Schätze aus dem Besitz der Wallfahrtsbasilika Mariapfarr.
Die Basilika Mariapfarr
Die Pfarrkirche "Zu unserer Lieben Frau" in Mariapfarr wurde 2018 vom Vatikan zur Basilica minor erhoben. Dies ist eine besondere Auszeichnung, die in ganz Österreich nur 35 Kirchen zuteilwird. Die Erhebung würdigt die Bedeutung der Kirche als herausragende Pilgerstätte über viele Jahrhunderte. Die Verleihung fiel passenderweise ins Jahr 2018, fast genau 200 Jahre nach der Uraufführung des vertonten "Stille Nacht"-Gedichts im Salzburger Land im Jahr 1818. Die Melodie stammt von Conrad Franz Xaver Gruber. Die Basilika selbst ist ein prachtvolles Bauwerk und für viele Besucher ein Höhepunkt.
Naturerlebnisse im Biosphärenpark Lungau
Neben den kulturellen Schätzen ist die beeindruckende Natur des Lungaus ein Hauptgrund für einen Besuch. Die Region ist Teil des UNESCO Biosphärenparks Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten.
Fliegenfischen in Weißpriach
Für Angler ist der Lungau ein Paradies. Insbesondere die Longa in Weißpriach gilt von Juni bis Oktober als Geheimtipp für Fliegenfischer. Die Longa ist ein fünf Kilometer langer, glasklarer Gebirgsbach, der sich natürlich mäandernd durch das malerische Landschaftsschutzgebiet schlängelt. Hier kann man bei wohltuendem Plätschern und himmlischer Aussicht Bachforellen, Regenbogenforellen, Saiblinge oder Äschen fangen. Mit einer Fischerkarte dürfen bis zu vier Fische pro Tag entnommen werden. Ein wunderbarer Ort der Ruhe und Konzentration inmitten der Natur.
Wandern am Wasserweg Leisnitz
Auch für Wanderer gibt es attraktive Routen. Der Wasserweg Leisnitz in Sankt Margarethen im Lungau ist besonders beliebt. Er startet am Wasserstein und führt am Leisnitzbach entlang. Die Tour ist mit drei Kilometern relativ kurz und laut SAC-Wanderskala als leicht (T1) eingestuft, was sie auch für Familien mit Kindern geeignet macht. Obwohl es 240 Höhenmeter zu überwinden gibt, sorgen Informationstafeln mit Geschichten für Unterhaltung. Unterwegs kann man sich im Gasthof stärken. Ein besonderes Highlight am Gasthof ist der Wildpark mit Rot-, Sika- und Steinwild, schottischen Hochlandrindern und sogar Alpakas, die sich in der lungauer Bergwelt sichtlich wohlfühlen.
Der Lungau im Winter: Ein Paradies für Schneeliebhaber
Der Lungau ist nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter ein attraktives Reiseziel. Die Region ist bekannt für ihre Schneesicherheit.
Sankt Michael und der Katschberg
Sankt Michael im Lungau ist ein idealer Ausgangspunkt für den Winterurlaub. Von hier aus gelangt man mit der Gondel auf das 2.411 Meter hohe Speiereck oder auf den 1.641 Meter hohen Katschberg mit dem Skigebiet Katschberg-Aineck. Dieses Skigebiet bietet rund 70 Pistenkilometer und 16 moderne Aufstiegshilfen, mit Angeboten für Familien, Anfänger und Fortgeschrittene. Sankt Michael liegt ideal zwischen den Skigebieten Grosseck-Speiereck und Katschberg, die gut mit dem kostenlosen Skibus erreichbar sind.
Auch abseits der Pisten gibt es viel zu erleben: gut präparierte Langlaufloipen, Eisstockschießen, Eislaufen oder verschneite Spazierwege entlang der Mur. Romantische Pferdeschlittenfahrten und stimmungsvolle Hüttenzauber-Abende runden das Winterangebot ab.
Obertauern: Der Schneesichere Hotspot
Obertauern, in den Radstädter Tauern gelegen, ist der bekannteste Wintersportort der Region und weit über die Grenzen hinaus für seine extreme Schneesicherheit bekannt. Hier kann man von November bis Ende April Skifahren und zählt zu den populärsten Wintersportorten der Alpen.
Vergleich einiger Lungauer Highlights
| Ort/Gebiet | Besonderheit(en) | Geeignet für |
|---|---|---|
| Sankt Margarethen | Römischer Meilenstein, Wasserweg Leisnitz, Wildpark | Geschichtsinteressierte, Wanderer, Familien |
| Mauterndorf | Burg Mauterndorf, Taurachbahn (Startpunkt) | Geschichtsinteressierte, Familien, Nostalgiker |
| Mariapfarr | Stille Nacht Museum, Basilika, Taurachbahn (Station) | Kulturinteressierte, Pilger, Nostalgiker |
| Weißpriach | Longa (Fliegenfischen), Landschaftsschutzgebiet | Angler, Naturliebhaber, Ruhesuchende |
| Sankt Michael | Skigebiete (Katschberg/Speiereck), Winteraktivitäten | Wintersportler, Familien (Winter) |
| Schloss Moosham | Kunstsammlung (römische Schätze), mittelalterliche Anlage | Geschichtsinteressierte, Kulturinteressierte |
| Burg Finstergrün | Mittelalterliche Burg, Führungen, Klettergarten | Geschichtsinteressierte, Familien, Aktive |
Fazit: Ihr schönster Ort im Lungau wartet
Die Frage nach dem schönsten Ort im Lungau lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Region bietet eine solche Vielfalt, dass jeder Besucher seinen persönlichen Favoriten finden kann. Ob Sie sich für die reiche Geschichte mit ihren römischen Spuren und mittelalterlichen Burgen begeistern, die Stille und Schönheit der Natur beim Wandern oder Fischen suchen, die Nostalgie einer Dampfzugfahrt erleben möchten oder die schneesicheren Pisten für den Wintersport nutzen wollen – der Lungau hat für jeden etwas zu bieten.
Imposante Berggipfel, weitläufige Blicke ins Tal, historische Stätten, einzigartige kulturelle Zeugnisse wie das Stille Nacht Museum, traumhafte Bachlandschaften und die Vielfalt der Gemeinden locken Reisefreunde aus aller Welt an. Der Lungau ist das ganze Jahr über einen Besuch wert und lädt dazu ein, entdeckt zu werden. Kommen Sie vorbei und finden Sie Ihren ganz persönlichen schönsten Ort im Lungau!
Häufig gestellte Fragen zum Lungau
- Wo genau liegt der Lungau?
Der Lungau liegt im Südosten des Landes Salzburg, rings von hohen Bergen umschlossen. - Wie hoch ist St. Michael im Lungau?
St. Michael liegt auf 1.075 Metern Seehöhe. Die umliegenden Skigebiete reichen bis auf 2.411 Meter (Speiereck). - Welche sind die größten Orte im Lungau?
Tamsweg ist der größte Ort mit knapp 6.000 Einwohnern. Weitere Marktgemeinden sind Mauterndorf und Sankt Michael. - Was ist das Besondere an Mariapfarr?
Mariapfarr ist als Stille Nacht-Ort bekannt, da hier Joseph Mohr den Text zum Lied verfasste. Der Ort beherbergt ein Stille Nacht Museum und eine Wallfahrtsbasilika. - Ist der Lungau schneesicher?
Ja, insbesondere Obertauern ist weit über die Grenzen hinaus für seine Schneesicherheit von November bis Ende April bekannt. Auch Sankt Michael bietet Zugang zu schneesicheren Skigebieten.
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