Franziska: Panoramablick & Moderne Küche

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Der Henninger Turm war lange Zeit mehr als nur ein Gebäude. Er war ein Wahrzeichen, ein fester Bestandteil der Silhouette Frankfurts. Auch nach seinem Abriss im Jahr 2013 hinterließ er eine Lücke, die erst der neue Henninger Turm schließen konnte. Dieser ist zwar höher und breiter als sein legendärer Vorgänger, trägt aber noch immer jene unverkennbare Silhouette, die ihn so berühmt machte. Und natürlich thront auch wieder das markante Fass majestätisch an seiner Spitze. Doch der neue Turm bietet auch etwas Neues, etwas, das es so noch nie gab: Ein spektakuläres Restaurant mit einem Panoramablick, der seinesgleichen sucht.

Warum wurde der Henninger Turm abgerissen?
Jetzt kommt der Turm weg, weil er marode war und veraltet, weil er voller Asbest steckte und nicht für neue Zwecke nutzbar war. Bei der Eröffnung im Frühjahr 1961 war der Henninger Turm nicht nur das höchste Gebäude Frankfurts, sondern auch das höchste Getreidesilo der Welt mit Aussichtsrestaurant.

Das "Franziska" im Herzen des neuen Henninger Turms

An der Spitze dieses beeindruckenden Zylinders, dort, wo einst ebenfalls ein Restaurant beheimatet war, hat heute das „Franziska“ seinen Platz gefunden. Dieses Restaurant ist nicht nur wegen seiner Lage in schwindelerregender Höhe bemerkenswert, sondern auch wegen seiner einzigartigen Ausstattung und seines Konzepts. Die raumhohen, verglasten Panoramafenster ermöglichen den Gästen einen unvergleichlichen Panoramablick. Es ist eine 360-Grad-Rundumsicht, die die gesamte Umgebung Frankfurts sowie die beeindruckende Skyline umfasst – eine Perspektive auf die Stadt, die man so bisher noch nie erleben konnte.

Doch das „Franziska“ bietet mehr als nur eine Aussicht. Ein weiteres Highlight ist die komplett offene Showküche mit einem integrierten Küchentresen. Hier wird Kochen zum Erlebnis, und die Gäste können den Köchen bei ihrer Arbeit zusehen. Das imposante Panorama-Restaurant verbindet so zwei der aktuell populärsten gastronomischen Trends weltweit: erstens den Chef's Table Counter, bei dem die Gäste direkt am Geschehen sitzen, und zweitens das „Rooftop Dining“, das Essen mit spektakulärem Blick über die Stadt.

Eine Küche mit Seele: Inspiriert von Großtante Franziska

Die kulinarische Ausrichtung des „Franziska“ ist zutiefst persönlich und von einer besonderen Geschichte geprägt. Sie ist inspiriert von den Rezepten und der Philosophie von Christian Mooks Großtante Franziska. Christian Mook ist der Gründer der Mook Group, zu der auch das Restaurant gehört. Seine geliebte Tante war nicht nur eine äußerst liberale und resolute „Grande Dame“, sondern auch eine begnadete und innovative Köchin. Sie beherrschte die Kochkunst in all ihren Facetten meisterhaft.

Schon zu ihrer Zeit, die kulinarisch oft als weniger experimentierfreudig gilt, war ihre Art zu kochen sehr modern und fortschrittlich. Ihr war es wichtig, so ethisch, ökologisch und regional wie möglich zu kochen. Sie baute eigenes Gemüse an, erntete ihr eigenes Obst und hielt sogar Hühner im Garten. Ihre Küche war das soziale und kulinarische Epizentrum der Familie. Fast täglich fanden die meisten Familienmitglieder den Weg zu ihrem gemütlichen Küchentisch, wo viel über Kunst, Kultur und natürlich Essen philosophiert wurde. Es wurde gelacht, gestritten und nach Herzenslust gegessen.

Klassiker und kulinarische Experimente

Auf ihrem Tisch fanden sich klassische deutsche Gerichte wie „Königsberger Klopse“ oder „Falscher Hase“. Doch ihr kulinarisches Spektrum war keineswegs auf die gutbürgerliche Küche beschränkt. Schon damals, in einer Zeit, als es in Frankfurt noch keinen einzigen Asia-Markt gab, experimentierte sie mit orientalischen und asiatischen Aromen und Gerichten. Sie war eine echte Pionierin der Fusionsküche. Ein Beispiel für ihren unkonventionellen Ansatz war, dass sie „Ahle Worscht“ auf Pizza legte oder hausgemachte Ravioli mit einer „Handkäse“-Füllung servierte. Solche Kreationen waren damals absolut revolutionär und zeugten von großer Kreativität und Offenheit.

Interessanterweise stand das Haus von Tante Franziska genau am Fuße des alten Henninger Turms. Die Idee, das Restaurant im neuen Henninger Turm nach Christian Mooks Großtante zu benennen, war daher in vielerlei Hinsicht naheliegend und eine schöne Hommage an diese besondere Frau und ihre kulinarische Welt.

Kann man den Henninger Turm besichtigen?
Der Henninger-Turm verfügt über eine öffentlich zugängliche Besucherterrasse und ein Restaurant ganz oben im Turm.

Die Umsetzung heute: Mathis Thünemann und das Team

Heute ist Mathis Thünemann der Küchenchef im „Franziska“ im Henninger Turm. Er und sein Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Esprit und den kulinarischen Geist von Großtante Franziska wiederzubeleben. Das bedeutet, die Prinzipien des ethischen, ökologischen und regionalen Kochens zu berücksichtigen und gleichzeitig ihre Experimentierfreude und ihren unkonventionellen Ansatz aufzugreifen. Die Küche im „Franziska“ präsentiert sich daher als aufregende Moderne deutsche Küche mit einem Twist – eine Küche, die sich nicht von Konventionen, Zutaten oder Techniken einschränken lässt.

Das Team um Mathis Thünemann interpretiert klassische deutsche Gerichte neu und kombiniert sie mit globalen Einflüssen, ganz im Sinne der Fusionsküche, die Tante Franziska so liebte. Dabei wird großer Wert auf die Qualität der Produkte gelegt, die, wo immer möglich, aus der Region stammen. Das offene Küchenkonzept erlaubt den Gästen, nicht nur den Köchen bei der Zubereitung zuzusehen, sondern auch die Leidenschaft und Präzision zu spüren, mit der hier gearbeitet wird. Der Küchentresen bietet eine intime Möglichkeit, dem Küchenteam nahe zu sein und vielleicht sogar direkt mit Mathis Thünemann oder seinen Kollegen ins Gespräch zu kommen.

Das Erlebnis im „Franziska“ ist somit eine Gesamtheit aus atemberaubendem Ausblick, innovativem Gastronomiekonzept und einer Küche, die Tradition und Moderne auf spannende Weise verbindet. Es ist eine Hommage an die Vergangenheit und gleichzeitig ein Blick in die Zukunft der deutschen Gastronomie.

Vergleich: Alter vs. Neuer Henninger Turm (Restaurant-Aspekt)

Um die Entwicklung und die Besonderheit des neuen „Franziska“ zu verdeutlichen, lohnt sich ein Blick auf die Unterschiede zum gastronomischen Angebot im alten Turm:

MerkmalGastronomie im Alten Henninger TurmRestaurant "Franziska" im Neuen Henninger Turm
LageEbenfalls in der SpitzeAn der Spitze im Fass
BaujahrBis 2013Ab 2015
AussichtVorhanden, aber baulich eingeschränkt360°-Panoramablick durch raumhohe Verglasung
KüchenkonzeptKlassischeres KonzeptOffene Showküche, Chef's Table Counter
Kulinarische InspirationUnbekannt / nicht thematisiertGroßtante Franziska (persönliche Geschichte)
KüchenstilVermutlich eher traditionellModerne deutsche Küche mit Fusion-Elementen

Dieser Vergleich zeigt deutlich, dass das „Franziska“ im neuen Henninger Turm nicht einfach eine Wiederbelebung des alten Konzepts ist, sondern eine Weiterentwicklung, die moderne Trends aufgreift und eine tiefere, persönlichere Geschichte erzählt.

Häufig gestellte Fragen zum Restaurant "Franziska"

Häufig gestellte Fragen zum Restaurant "Franziska"

  • Wo befindet sich das Restaurant "Franziska"?
    Das Restaurant "Franziska" befindet sich an der Spitze des neuen Henninger Turms in Frankfurt am Main. Es ist in dem markanten Fass untergebracht, das den oberen Abschluss des Turms bildet.
  • Wer hat das Restaurant gegründet?
    Das Restaurant ist Teil der Mook Group, die von Christian Mook gegründet wurde. Er ist auch die Person, deren Großtante die Inspiration für das Restaurant lieferte.
  • Wer ist der Küchenchef im "Franziska"?
    Der Küchenchef, der die kulinarische Vision umsetzt, ist Mathis Thünemann. Er leitet das Küchenteam und interpretiert die Rezepte und Ideen von Großtante Franziska auf moderne Weise.
  • Welche Art von Küche wird im "Franziska" angeboten?
    Es wird eine moderne deutsche Küche serviert, die stark von den Rezepten, der Philosophie und der Experimentierfreudigkeit von Christian Mooks Großtante Franziska inspiriert ist. Sie zeichnet sich durch regionale Produkte, ethische und ökologische Ansätze sowie spannende Fusion-Elemente aus.
  • Was sind die Besonderheiten des Restaurants?
    Zu den herausragenden Merkmalen gehören der einzigartige 360°-Panoramablick auf Frankfurt und die Umgebung, die komplett offene Showküche mit integriertem Küchentresen (Chef's Table) und das exklusive Erlebnis des "Rooftop Dining" in großer Höhe.
  • Warum heißt das Restaurant "Franziska"?
    Das Restaurant ist nach Christian Mooks Großtante Franziska benannt. Sie war eine außergewöhnliche und innovative Köchin, deren Haus einst am Fuße des alten Henninger Turms stand. Der Name ist eine Hommage an ihre kulinarische Kunst und ihren Geist.
  • Kann man im "Franziska" klassische deutsche Gerichte finden?
    Ja, das Team um Mathis Thünemann lässt sich von den Klassikern inspirieren, die Großtante Franziska kochte, wie z. B. "Königsberger Klopse" oder "Falscher Hase". Diese werden jedoch oft modern interpretiert und mit neuen Akzenten versehen.
  • Wird im "Franziska" auch Fusionsküche angeboten?
    Absolut. Großtante Franziska war eine Pionierin der Fusionsküche, und dieser Geist lebt im "Franziska" weiter. Das Team experimentiert mit der Kombination deutscher Traditionen und globalen Einflüssen, ganz im Sinne ihrer Inspiration.

Ein Besuch im „Franziska“ im Henninger Turm ist somit weit mehr als nur ein Essen. Es ist eine Reise durch die Geschichte Frankfurts, ein Erlebnis für die Sinne mit unvergleichlicher Aussicht und eine Entdeckungstour durch eine innovative deutsche Küche, die ihre Wurzeln in einer sehr persönlichen und inspirierenden Familiengeschichte hat. Das Team um Küchenchef Mathis Thünemann lädt dazu ein, diesen einzigartigen Ort und seine besondere Kulinarik zu erleben.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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