Was sollte man am Starnberger See gesehen haben?

Starnberger See: Juwel südlich von München

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Der Starnberger See, oft liebevoll als die „Badewanne Münchens“ bezeichnet, ist weit mehr als nur ein großes Gewässer südwestlich der bayerischen Landeshauptstadt. Er ist ein Ort voller Geschichte, Natur und Kontraste, der Besucher aus Nah und Fern anzieht. Ob Sie auf der Suche nach Entspannung, sportlicher Betätigung, kulturellen Highlights oder einfach nur einem malerischen Ausflugsziel sind, der Starnberger See hält für jeden etwas bereit. Doch was macht diesen See so besonders, und welcher seiner Orte ist der schönste?

Fakten und Zahlen: Das Gewässer im Detail

So bekannt und beliebt der Starnberger See auch ist, in Bayern muss er sich in puncto Größe dem Chiemsee geschlagen geben und landet damit auf Platz 2. Dennoch sichert ihm seine Fläche einen festen Platz unter den Top 10 der größten Seen in Deutschland. Gelegen 584 Meter über dem Meeresspiegel, erstreckt sich der See über mehr als 56 Quadratkilometer. Seine Länge beträgt über 19 Kilometer, während er an seiner breitesten Stelle 4,68 Kilometer misst.

Welcher Promi lebt am Starnberger See?
Der Starnberger See: Ein Paradies für Jedermann vor den Toren Münchens. Helene Fischer, Peter Maffay und der König von Thailand haben eine Gemeinsamkeit. Sie alle haben ein Haus am Starnberger See, von den Bayern auch liebevoll als „Badewanne Münchens“ bezeichnet.

Die Tiefe des Starnberger Sees ist beachtlich und beeinflusst unter anderem seine Wassertemperatur. Die tiefste Stelle liegt bei fast 128 Metern, die durchschnittliche Tiefe beträgt immerhin noch etwas über 53 Meter. Dieses enorme Volumen von etwa drei Milliarden Kubikmetern Wasser sorgt dafür, dass der See nur langsam abkühlt, sich aber auch dementsprechend langsam erwärmt. Ein milder Winter reicht oft schon aus, damit der See gar nicht erst zufriert.

Die Geschichte des Namens

Blickt man in die Geschichtsbücher, findet sich eine erste Erwähnung des Sees bereits im Jahr 818. Damals trug er noch den Namen Würmsee, abgeleitet vom Fluss Würm, der den See entwässert. Seinen heutigen Namen, Starnberger See, erhielt das Gewässer erst im Jahr 1962. Bei Einheimischen und Münchnern ist er bis heute auch als „Fürstensee“ bekannt.

Anreise zum Starnberger See

Der See ist als beliebtes Erholungsgebiet hervorragend angebunden. Mit dem Auto erreicht man ihn bequem über die Autobahnen A 95 und A952. Wer lieber öffentliche Verkehrsmittel nutzt, steigt in München einfach in die S-Bahn-Linie S6 und fährt bis zum Bahnhof Starnberg. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Ufer.

Aktivitäten am und auf dem Wasser

Langeweile kommt am Starnberger See garantiert nicht auf. Die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind vielfältig und reichen von Wassersport bis zu entspannten Stunden am Ufer.

  • Wassersport: Surfen, Segeln, Angeln oder eine gemütliche Fahrt mit dem Ruderboot – für jeden Geschmack gibt es das passende Angebot. Zahlreiche Bootsverleihe entlang des Sees ermöglichen es, die „Badewanne Münchens“ auf eigene Faust zu erkunden.
  • Schifffahrt: Besonders in den warmen Monaten im Frühjahr und Sommer locken Ausflugsschiffe zu entspannten Rundfahrten über den See. Der Start- und Haltepunkt in Starnberg ist dabei zentral gelegen.
  • Baden & Entspannen: An warmen Sommertagen laden die Kiesstrände zum Sonnenbaden und Erfrischen ein. Die Wasserqualität des Sees ist ausgezeichnet.
  • Golf: Auch Golfer kommen auf ihre Kosten. Entlang der Ufer gibt es einige Golfplätze, die nicht nur sportliche Herausforderung bieten, sondern auch einen wunderbaren Blick auf den See ermöglichen.

Wassertemperaturen im Jahresverlauf

Dank seiner Tiefe erwärmt sich der Starnberger See langsam, speichert die Wärme aber auch lange. Hier ein Überblick über die ungefähren Wassertemperaturen:

MonatDurchschnittliche Temperatur (°C)Maximale Temperatur (°C)
Januarca. 3ca. 4
Februarca. 4ca. 5
Märzca. 4ca. 5
Aprilca. 7ca. 9
Maica. 10ca. 12
Junica. 18ca. 20
Julica. 20ca. 22
Augustca. 22bis zu 24
Septemberca. 20bis zu 23
Oktoberca. 14bis zu 17
Novemberca. 9bis zu 12
Dezemberca. 4ca. 5

Die besten Badebedingungen herrschen in der Regel von Juli bis September, wenn die Temperaturen angenehme zweistellige Werte erreichen und im August ihren Höhepunkt finden. Selbst im Frühherbst kann das Wasser noch überraschend warm sein.

Die Orte am See: Jeder mit eigenem Charakter

Rund um den Starnberger See finden sich zahlreiche Ortschaften, jede mit ihrem ganz eigenen Flair. Von der lebhaften Stadt bis zum verträumten Dorf ist alles dabei.

Starnberg: Die Stadt am See

Die Stadt Starnberg ist der größte Ort direkt am See und unterscheidet sich deutlich von den kleineren Gemeinden. Hier pulsiert das Leben. Wer Shopping liebt, findet in großen Einkaufszentren und auf Shoppingmeilen sein Glück. Auch das Nachtleben und die Kultur kommen nicht zu kurz. Das Museum Starnberger See erzählt die spannende Geschichte der Stadt vom Fischerdörfchen zur modernen Metropole. Starnberg ist zudem der wichtigste Anlegepunkt für die Schiffe der Bayerischen Seenschifffahrt.

Berg: Auf den Spuren des Märchenkönigs

Deutlich ruhiger geht es in der Gemeinde Berg zu. Dieser malerische Ort ist eng mit der mysteriösen Geschichte von König Ludwig II verbunden, der hier im Starnberger See ums Leben kam. Ein Gedenkkreuz im See markiert die Fundstelle. Die ruhige Natur von Berg zieht seit jeher kreative Köpfe an, die hier Inspiration suchen.

Bernried: Ein Dornröschenschlaf am See?

Viele bezeichnen Bernried als die vielleicht schönste Stelle am Starnberger See. Allein der Anblick der uralten Eichen und Buchen entlang der Wege ist beeindruckend. Das Kloster Bernried thront über dem Ort und ist schon von Weitem sichtbar. Bernried strahlt eine zeitlose Ruhe aus, fast so, als befände es sich im Dornröschenschlaf. Hier kann man Geschichte nicht nur sehen, sondern spüren.

Münsing: Wo die Uhren langsamer gehen

Münsing ist der ideale Ort für eine Auszeit vom Alltag. Obwohl München nur wenige Kilometer entfernt liegt, fühlt man sich hier in einer anderen Welt. Die Uhren scheinen langsamer zu gehen, was mehr Zeit lässt, um die wunderbaren Ausblicke auf die bayerischen Alpen und die saftigen Wiesen zu genießen. Münsing übt eine besondere Anziehungskraft auf Schriftsteller und Künstler aus, die hier Ruhe und Inspiration finden.

Welcher Ort ist am schönsten am Starnberger See?
Wenn es eine Stadt am Starnberger See gibt, das guten Gewissens als schönster Ort weit und breit bezeichnet werden kann, muss von Bernried die Rede sein. Die Heimat des heute als Kloster genutzten Schlosses Bernried lockt mit einem sagenhaften Bestand uralter Buchen und Eichen, die die Wege des Städtchens säumen.

Sehenswürdigkeiten und historische Stätten

Rund um den Starnberger See gibt es zahlreiche sehenswerte Orte und historische Stätten, die einen Besuch lohnen.

Die Roseninsel: Ein autofreies Paradies

Die Roseninsel ist die einzige Insel im Starnberger See und steht unter besonderem Schutz. Sie ist nur wenige Fahrminuten mit einer kleinen Personenfähre vom Ufer bei Feldafing entfernt. Archäologische Funde zeugen von einer Besiedlung bereits um 3.700 vor Christus, weshalb die Insel zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Inmitten der Insel befindet sich das Sommerhaus von König Maximilian II. mit einem prächtigen Rosengarten, der bis heute gepflegt wird. Die Insel ist ganzjährig zugänglich, das Sommerhaus und der Rosengarten jedoch nur von Mai bis Oktober.

Das Kloster Andechs: Beten und Bier

Auch wenn es nicht direkt am See liegt, ist das Kloster Andechs ein absolutes Muss bei einem Besuch der Region. Als ältester Wallfahrtsort Bayerns zieht es Menschen aus aller Welt an. Neben der beeindruckenden Geschichte und der spirituellen Atmosphäre lockt vor allem das berühmte Braustüberl, in dem das von den Mönchen gebraute Bier sowie köstliche bayerische Spezialitäten serviert werden. Auch für Nicht-Bier-Trinker und Kinder gibt es ein breites Angebot.

Die Ilka-Höhe: Aussichtspunkt mit Geschichte

Die Ilka-Höhe bei Tutzing bietet auf 726 Metern Höhe einen fantastischen Blick über den Starnberger See und bei gutem Wetter sogar bis zur Zugspitze und der bayerischen Alpenkette. Die Höhe ist ein Relikt der letzten Eiszeit und heute ein beliebtes Ziel für Wanderer. Das Forsthaus mit seinem Biergarten lädt nach dem Aufstieg zur Einkehr mit bayerischen Schmankerln ein.

Schloss Possenhofen: Sissis Sommerresidenz

In Schloss Possenhofen verbrachte die berühmte Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi, ihre Jugend in den Sommermonaten. Die Anlage mit Neuem und Altem Schloss sowie der verbindenden Kapelle ist gut erhalten, befindet sich aber in Privatbesitz und kann nicht von innen besichtigt werden. Der ehemalige Schlosspark ist jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet Liegewiesen, Grillplätze, einen Kinderspielplatz und ein großes Badegelände direkt am See.

Der mysteriöse Tod König Ludwigs II.

Der Starnberger See ist untrennbar mit dem tragischen Tod König Ludwigs II. am 13. Juni 1886 verbunden. Die genauen Umstände seines Todes sind bis heute ungeklärt und geben Anlass zu Spekulationen. Ein Kreuz im See nahe Berg erinnert an diese historische Begebenheit.

Der schwebende Steg

Eine weitere Attraktion, die einen Besuch wert ist, ist ein Steg, der 12 Meter über dem See schwebt und an schönen Tagen einen herrlichen Ausblick bietet.

Wandern und Radfahren rund um den See

Für Aktivurlauber bietet die Region fantastische Möglichkeiten. Der 46 Kilometer lange Seerundweg ist ideal für eine ausgedehnte Radtour oder eine mehrtägige Wanderung.

Ein besonderes Highlight ist ein Abstecher in das nahegelegene Naturschutzgebiet der Osterseen. Dieses Hochmoor besteht aus 19 kleinen Gewässern, die auch als „Tränen des Starnberger Sees“ bezeichnet werden, und bietet eine einzigartige Landschaft zum Erkunden.

Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, kann einen Teil des 130 Kilometer langen König-Ludwig-Wegs wandern. Dieser Weg führt an zahlreichen historischen Stätten und Sehenswürdigkeiten vorbei, darunter das Marienmünster am Ammersee, das Kloster Andechs und sogar die weltberühmten Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein, und verbindet Naturerlebnis mit bayerischer Geschichte.

Welcher Ort ist am schönsten am Starnberger See?
Wenn es eine Stadt am Starnberger See gibt, das guten Gewissens als schönster Ort weit und breit bezeichnet werden kann, muss von Bernried die Rede sein. Die Heimat des heute als Kloster genutzten Schlosses Bernried lockt mit einem sagenhaften Bestand uralter Buchen und Eichen, die die Wege des Städtchens säumen.

Prominenz am Starnberger See

Der Starnberger See ist seit jeher ein Anziehungspunkt für berühmte Persönlichkeiten. Schon König Ludwig II. wusste die Sommerfrische hier zu schätzen. Auch heute haben sich zahlreiche Stars und Sternchen am See niedergelassen.

Zu den bekannten Bewohnern zählen unter anderem Helene Fischer und Peter Maffay. Einer der wohlhabendsten Menschen der Welt, der König von Thailand, Rama X., erwarb 2016 ein Anwesen in Berg. Viele Prominente schätzen die Ruhe und Abgeschiedenheit, die der See trotz seiner Nähe zu München bietet. Historisch lebten oder arbeiteten hier auch Persönlichkeiten wie Johannes Brahms, Carl Spitzweg und Oskar Maria Graf. Heute sind unter anderem Jens Lehmann und Michael Ballack am See beheimatet.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Starnberger See

F: Welcher Ort ist am schönsten am Starnberger See?
A: Die Antwort auf diese Frage ist sehr subjektiv, da jeder Ort seinen eigenen Reiz hat. Starnberg ist lebhaft mit Shopping und Kultur, während Berg und Münsing für ihre Ruhe und Natur geschätzt werden. Bernried wird von vielen wegen seines historischen Flairs und der malerischen Umgebung als besonders schön empfunden. Es kommt ganz darauf an, was Sie suchen.

F: Kann man im Starnberger See schwimmen?
A: Ja, der Starnberger See ist ein beliebter Badesee mit ausgezeichneter Wasserqualität. Die Wassertemperaturen sind von Juli bis September am angenehmsten, aber auch im Mai und Juni wagen sich viele ins Wasser.

F: Wie tief ist der Starnberger See?
A: Die tiefste Stelle des Starnberger Sees beträgt knapp 128 Meter. Die durchschnittliche Tiefe liegt bei etwas über 53 Metern.

F: Welche Prominenten leben am Starnberger See?
A: Am Starnberger See leben oder lebten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, darunter Helene Fischer, Peter Maffay, der König von Thailand (Rama X.), Jens Lehmann und Michael Ballack.

F: Gibt es eine Insel im Starnberger See?
A: Ja, die Roseninsel ist die einzige Insel im Starnberger See. Sie ist per Fähre erreichbar und bekannt für ihr Sommerhaus und den Rosengarten.

F: Wo ist König Ludwig II. gestorben?
A: König Ludwig II. starb am 13. Juni 1886 im Starnberger See nahe der Gemeinde Berg. Die genauen Umstände seines Todes sind bis heute ungeklärt.

Fazit: Ein vielseitiges Paradies vor den Toren Münchens

Der Starnberger See bietet eine einzigartige Mischung aus Natur, Kultur, Geschichte und Erholung. Ob Sie die lebhafte Atmosphäre der Stadt Starnberg bevorzugen, die Ruhe der kleineren Orte genießen oder die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Aktivitätsmöglichkeiten nutzen möchten – der See und seine Umgebung haben für jeden etwas zu bieten. Die Kombination aus malerischer Landschaft, historischer Bedeutung und der Nähe zu München macht den Starnberger See zu einem der attraktivsten Ausflugsziele Bayerns.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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