Wie hoch ist der Goetheturm Essen?

Goetheturm Frankfurt: Schließung und Geschichte

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Der Goetheturm, ein markantes Holzbauwerk und beliebtes Wahrzeichen im Frankfurter Stadtwald, ist für Besucher und Besucherinnen ab einem bestimmten Zeitpunkt im späten Herbst oder Winter geschlossen. Diese jährliche Schließung dient der Sicherheit aller, die den rund 43 Meter hohen Aussichtsturm besteigen möchten. Die Gründe hierfür sind unmittelbar mit den saisonalen Wetterbedingungen verbunden, die in dieser Zeit vorherrschen.

Warum ist der Goetheturm in Frankfurt geschlossen?
Die Stadt schließt den Aussichtsturm jährlich wegen der Glätte- und Rutschgefahr im späten Herbst und Winter. Der Goetheturm gilt als Frankfurter Wahrzeichen und ist aus Holz. Am 1. April öffnet der rund 43 Meter hohe Turm im Stadtwald wieder.

Die Entscheidung, den Turm im Winterhalbjahr zu schließen, wird von der Stadt Frankfurt getroffen und basiert auf einer sorgfältigen Abwägung der Risiken. Im späten Herbst und Winter können die Holztreppen und Plattformen des Turms durch Feuchtigkeit, Frost und fallendes Laub sehr rutschig werden. Die Gefahr, auszurutschen und sich zu verletzen, ist bei diesen Bedingungen deutlich erhöht. Um dieser Glätte- und Rutschgefahr entgegenzuwirken und die Sicherheit der zahlreichen Besucher zu gewährleisten, wird der Turm temporär für den Publikumsverkehr gesperrt.

Diese Vorsichtsmaßnahme ist notwendig, da der Turm fast vollständig aus Holz gefertigt ist, einem Material, das bei Nässe und Frost besondere Eigenschaften aufweist. Die Treppenstufen und Geländer können bei entsprechender Witterung spiegelglatt werden. Eine Begehung des Turms wäre unter solchen Umständen mit einem inakzeptablen Sicherheitsrisiko verbunden. Daher wird die Schließung als präventive Maßnahme betrachtet, um Unfälle zu vermeiden.

Die gute Nachricht für alle Liebhaber des Goetheturms und des Panoramablicks über Frankfurt ist, dass diese Schließung nur saisonal bedingt ist. Mit dem Einzug des Frühlings und besseren Wetterbedingungen öffnet der Turm seine Pforten wieder. Traditionell ist der 1. April der Tag, an dem der Goetheturm im Stadtwald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und Besucher erneut die Aussicht von seiner Spitze genießen können.

Eine reiche Geschichte: Mehr als nur ein Aussichtsturm

Der Goetheturm in Frankfurt ist nicht nur ein Ort mit schöner Aussicht, sondern blickt auch auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Die Geschichte des Aussichtspunkts an dieser Stelle reicht viel weiter zurück als der heutige Turm.

Bereits seit 1870 stand etwa 80 Meter nördlich des heutigen Standorts ein erster Aussichtstempel. Dieser bescheidene Bau war der Vorläufer der späteren Türme. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1877, wurde dieser Tempel durch einen 22 Meter hohen Holzturm ersetzt. Dieser Turm befand sich auf einem kleinen Hügel und trug den Namen Goetheruhe.

Beide frühen Bauwerke, sowohl der Aussichtstempel von 1870 als auch der Holzturm von 1877, wurden vom Verschönerungsverein Frankfurt e. V. geschaffen. Dieser Verein widmete sich der Verschönerung und Zugänglichmachung von Parks und Grünflächen in und um Frankfurt. Die umgebenden Grünanlagen der Goetheruhe wurden ebenfalls im Jahr 1877 nach einem Plan des bekannten Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer angelegt. Unweit dieser Goetheruhe befand sich am Wendelsweg ein großes und beliebtes Ausflugsrestaurant, das ebenfalls den Namen Goetheruhe trug und ein beliebtes Ziel für Frankfurter und ihre Gäste war.

Der 1877 errichtete Holzturm hatte eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten, musste aber nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund von Baufälligkeit abgerissen werden. Das Material Holz, obwohl für seine natürliche Schönheit geschätzt, erfordert regelmäßige Pflege und ist Witterungseinflüssen stärker ausgesetzt als andere Baustoffe.

Der heutige Goetheturm wurde im Jahr 1931 an einem etwas weiter nördlich gelegenen Standort errichtet. Der Bau dieses neuen Turms wurde maßgeblich durch eine großzügige Spende ermöglicht: Der Kaufmann und Kommerzienrat Gustav Gerst stiftete die beachtliche Summe von 28.000 Reichsmark für das Projekt. Die Stadt Frankfurt unterstützte den Bau, indem sie das benötigte Bauholz zur Verfügung stellte. Hierfür wurden etwa 340 Kubikmeter Kiefern-, Buchen- und Eichenholz verwendet, sorgfältig ausgewählt vom damaligen Oberforstmeister Jacobi.

Die feierliche Eröffnung des neuen Goetheturms fand im November 1931 statt. Dieser Zeitpunkt war bewusst gewählt, da er kurz vor Beginn des Goethejahres 1932 lag. Im Jahr 1932 wurde der 100. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe begangen, und der neue Turm sollte als Hommage an den berühmten Dichter und Namensgeber dienen.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Turm mehrmals saniert und renoviert, um seine Struktur zu erhalten und die Sicherheit zu gewährleisten. Eine aufwendige Renovierung fand von 1981 bis 1982 statt. Zur Wiedereröffnung am Samstag, dem 8. Mai 1982, wurde ein großes Fest am Fuße des Turms ausgerichtet. Dieses Fest entwickelte sich zu einer Tradition: Von da an fand jährlich am ersten Samstag im Mai das Goetheturmfest statt, organisiert vom Vereinsring Sachsenhausen und den ihm angeschlossenen Vereinen.

Warum ist der Goetheturm in Frankfurt geschlossen?
Die Stadt schließt den Aussichtsturm jährlich wegen der Glätte- und Rutschgefahr im späten Herbst und Winter. Der Goetheturm gilt als Frankfurter Wahrzeichen und ist aus Holz. Am 1. April öffnet der rund 43 Meter hohe Turm im Stadtwald wieder.

Eine interessante Ergänzung in der Nähe des Turmstandorts ist eine nachgebildete dorische Säule, die seit dem Jahr 2000 dort steht. Dieses Kunstwerk des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay trägt die Inschrift „Arkadien, ein Königreich in Spartas Nachbarschaft“ und entstand im Rahmen des „Verschönerungsprojektes Goetheturm“, das darauf abzielte, die Umgebung des Wahrzeichens aufzuwerten.

Eine weitere Grundsanierung des Turms wurde von 2010 bis 2014 durchgeführt. Nach Abschluss dieser Arbeiten war der Goetheturm ab dem 11. April 2014 wieder öffentlich zugänglich und erfreute sich weiterhin großer Beliebtheit.

Der schockierende Brand und der bemerkenswerte Wiederaufbau

Ein dunkler Tag in der Geschichte des Goetheturms war der 12. Oktober 2017. Gegen 03:10 Uhr gingen bei Feuerwehr und Polizei Meldungen ein, dass der Turm in Flammen stehe. Als die Einsatzkräfte wenige Minuten später am Brandort eintrafen, stand der Turm bereits im VollBrand. Die Situation war so kritisch, dass die Feuerwehr angesichts des fortgeschrittenen Brandes die Entscheidung traf, den Turm kontrolliert abbrennen zu lassen. Der Fokus der Löscharbeiten lag darauf, die Umgebung und den angrenzenden Wald vor den Flammen zu schützen.

Gegen vier Uhr morgens brach der Turm, gezeichnet von den zerstörerischen Flammen, in sich zusammen. Die Zerstörung des beliebten Wahrzeichens sorgte für Bestürzung in Frankfurt und darüber hinaus. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden aufgenommen, wobei wegen Brandstiftung ermittelt wurde.

Unmittelbar nach seiner Zerstörung erhob sich eine starke öffentliche Forderung nach dem Wiederaufbau des Goetheturms. Viele Frankfurter wünschten sich, ihr Wahrzeichen zurückzuerhalten. Bei einer Befragung sprachen sich 78 Prozent der Teilnehmer für eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion des Turms aus, anstatt einen modernen Neubau zu errichten. Dieser Wunsch nach Authentizität spiegelte die tiefe Verbundenheit der Menschen mit dem historischen Bauwerk wider.

Die Planungen für den Wiederaufbau begannen, und es wurden Schätzungen für die Baukosten erstellt. Diese beliefen sich auf veranschlagte 2,4 Millionen Euro. Glücklicherweise wurde ein Großteil dieser Kosten durch die Versicherung abgedeckt, nämlich 2,1 Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt übernahm die Kosten für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen während der Bauphase sowie für die Neugestaltung des Geländes rund um den Turm. Zusätzlich zeigten sich viele Bürger und Unternehmen spendenbereit. Knapp 200.000 Euro an Spenden kamen zusammen, die für die Gestaltung der Außenanlagen, einschließlich Baumpflanzungen, eingesetzt werden sollten.

Mit dem Wiederaufbau des Goetheturms wurde schließlich Anfang November 2019 begonnen. Die Bauarbeiten schritten zügig voran, und bereits Ende Juli 2020 stand der neue Turm wieder an seinem angestammten Platz. Die Eröffnung für die Öffentlichkeit war ursprünglich für das Frühjahr 2021 geplant.

Der neue Goetheturm unterscheidet sich optisch nur geringfügig von seinem Vorgänger. Der auffälligste Unterschied ist die hellere Farbe des Holzes, das im Laufe der Zeit nachdunkeln wird. Auch der Neubau besteht größtenteils aus Holz und wurde von der erfahrenen Firma Holzbau Amann errichtet, die auf solche Konstruktionen spezialisiert ist.

Am 6. April 2021 konnte der neue Goetheturm schließlich für das Publikum geöffnet werden. Die Freude über die Wiedereröffnung war groß. Doch schon einen Tag später, am 7. April, musste der Turm erneut gesperrt werden. Der Grund waren lose Schrauben an den Holztreppenstufen, die ein Sicherheitsrisiko darstellten. Dieser kleine Rückschlag konnte jedoch schnell behoben werden. Nach Behebung der Mängel und einer Überprüfung ist der Turm seit dem 10. April 2021 wieder dauerhaft zugänglich und erfreut sich seitdem wieder großer Beliebtheit als Aussichtspunkt und Wahrzeichen Frankfurts.

Häufig gestellte Fragen zum Goetheturm

Um die wichtigsten Fragen rund um den Goetheturm in Frankfurt zu beantworten, haben wir hier einige der am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt:

FrageAntwort
Warum ist der Goetheturm in Frankfurt geschlossen?Der Turm wird jährlich im späten Herbst und Winter geschlossen, um die Glätte- und Rutschgefahr auf den Holztreppen bei Frost und Nässe zu minimieren und die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.
Wann öffnet der Goetheturm wieder für Besucher?Der Goetheturm öffnet traditionell am 1. April wieder für den Publikumsverkehr, sobald die Witterungsbedingungen dies zulassen.
Wie hoch ist der Goetheturm?Der aktuelle Goetheturm ist rund 43 Meter hoch und bietet eine hervorragende Aussicht über den Stadtwald und Teile Frankfurts.
Was ist 2017 mit dem Goetheturm passiert?Der Goetheturm ist am 12. Oktober 2017 bei einem Brand vollständig zerstört worden. Es wurde wegen Brandstiftung ermittelt.
Wurde der abgebrannte Turm wieder aufgebaut?Ja, nach dem Brand wurde der Goetheturm originalgetreu wieder aufgebaut und im Frühjahr 2021 neu eröffnet.
Sieht der neue Goetheturm aus wie der alte?Der neue Turm ist dem abgebrannten Vorgänger sehr ähnlich und ebenfalls ein Holzbauwerk. Er unterscheidet sich hauptsächlich durch die anfänglich hellere Farbe des Holzes.
Gibt es einen Goetheturm in Essen?Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf den bekannten Goetheturm im Stadtwald von Frankfurt am Main. Informationen über mögliche andere Türme gleichen Namens liegen uns hier nicht vor.

Der Goetheturm bleibt ein unverzichtbares Wahrzeichen Frankfurts und ein beliebtes Ziel für Ausflügler. Seine Geschichte, die von früheren Bauten, großzügigen Spenden, traditionellen Festen, einem verheerenden Brand und einem beeindruckenden Wiederaufbau geprägt ist, macht ihn zu einem besonderen Ort. Die jährliche Schließung im Winter ist lediglich eine Pause, die der Sicherheit dient, bevor der Turm im Frühjahr wieder allen offensteht, um die Aussicht auf die Stadt und die Natur zu genießen.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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