Wer kocht jetzt auf dem Süllberg?

Süllberg: Neue Ära nach Karlheinz Hauser

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Der Süllberg in Hamburg-Blankenese, eine der markantesten Erhebungen der Hansestadt, ist seit jeher ein Ort mit besonderer Anziehungskraft. Bekannt für seinen atemberaubenden Elbblick und seine reiche Geschichte, beherbergt er seit über einem Jahrhundert Gastronomiebetriebe. Über zwei Jahrzehnte prägte Sternekoch Karlheinz Hauser das kulinarische Geschehen auf dem Gipfel, doch Ende 2021 verließ er den Standort. Seitdem herrschte gespannte Erwartung: Wer würde die Nachfolge antreten und wie würde die Zukunft dieses Traditionshauses aussehen? Nun steht fest: Die Gastronomie auf dem Süllberg schlägt ein neues Kapitel auf, geführt von der Familie Vazzano.

Wer hat den Süllberg gekauft?
Als Blankeneser fühlte er sich dem Ort besonders verbunden. Eigentümerin war die von ihm gegründete Holding. Das Restaurant wurde von dem Sternekoch Karlheinz Hauser bis Ende 2021 betrieben. Im November 2021 hat die Agrar Terminal Peter Rothe AG die Immobilie übernommen.

Wer führt jetzt die Gastronomie auf dem Süllberg?

Nach monatelangem Stillstand ist die Frage beantwortet: Die Verantwortung für den Betrieb auf dem Süllberg liegt nun in den Händen der Familie Vazzano. Der Unternehmer Vincenzo Vazzano übernimmt das Ruder gemeinsam mit seinen Brüdern Lorenzo und Angelo. Die Brüder sind in der Gastronomieszene keine Unbekannten. Bisher lag ihr Schwerpunkt in Hannover, wo sie die „hoi!-Gruppe“ gründeten und erfolgreich verschiedene Konzepte betrieben, darunter das Restaurant „Hoi! Willkommen in Südtirol“. Mit der Übernahme auf dem Süllberg wagen sie nun den Schritt nach Hamburg, an einen der prominentesten Standorte der Stadt.

Das neue Konzept: Abschied von der Sterneküche

Unter Karlheinz Hauser war der Süllberg lange Zeit ein Synonym für gehobene Gastronomie und Sterneküche. Die Vazzano-Brüder verfolgen jedoch einen anderen Ansatz. Das Konzept für das Restaurant auf dem Süllberg wurde vollständig überarbeitet. In Zukunft wird es keine Sterneküche mehr geben. Stattdessen soll der Schwerpunkt auf Familien- und Unternehmensfeiern liegen. Dies markiert eine deutliche Neuausrichtung des Angebots und zielt darauf ab, ein breiteres Publikum anzusprechen und den Süllberg als vielseitigen Veranstaltungsort zu etablieren. Die Brüder arbeiten derzeit intensiv an der finalen Ausgestaltung des neuen Konzepts und streben eine baldige Wiedereröffnung an.

Erste Schritte zur Umsetzung des neuen Konzepts wurden bereits im Frühjahr unternommen. Das Hauptrestaurant und der Festsaal wurden saniert und modernisiert. Auch die Terrasse, die einen unvergleichlichen Blick über die Elbe bietet, wurde neu hergerichtet. Diese Investitionen sollen sicherstellen, dass die Räumlichkeiten den Anforderungen für Feiern und Veranstaltungen jeder Art gerecht werden und den Gästen ein ansprechendes Ambiente bieten.

Der Süllberg: Ein Ort mit reicher Geschichte

Der Süllberg, auch historisch als „Sollenberge“ bekannt, ist mit 74,6 Metern über Normalhöhennull eine der höchsten Erhebungen Hamburgs und prägt maßgeblich die Silhouette von Blankenese. Seine markante Lage, nur rund 250 Meter nördlich des Elbstrands, und der Panoramablick machen ihn zu einem beliebten Ausflugsziel. Verbunden ist das Gipfelplateau mit dem Elbstrand durch das berühmte Treppenviertel, ein Labyrinth aus fast 5000 Stufen, gesäumt von malerischen Häusern unterschiedlicher Stilepochen.

Die Geschichte des Süllbergs reicht weit zurück. Im 11. Jahrhundert ließ Erzbischof Adalbert I. hier eine Burg zur Sicherung der Elbfähre errichten, die jedoch bald zerstört wurde. Eine zweite Burg, 1258 von den Grafen von Schauenburg und Holstein erbaut, teilte ein ähnliches Schicksal und wurde bereits 1262 wieder abgerissen. Das umliegende Treppenviertel gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten Hamburgs, mit erhaltenen Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert, darunter traditionelle Backsteinfachwerkbauten mit Reetdach, die sogenannten „Tweehuus“ und „Dreehuus“.

Vom Milchausschank zum Hotel mit Gastronomie

Die gastronomische Tradition auf dem Süllberg begann vergleichsweise bescheiden. Seit 1837 befand sich auf dem Gipfelplateau ein Ausflugslokal, das zunächst nur einen Milchausschank bot. Um 1840 wurde das Angebot erweitert und ein Restaurant eröffnet. Ein hölzerner Aussichtsturm kam 1850 hinzu. Die heute noch bestehenden Bauten, darunter der 20 Meter hohe steinerne Aussichtsturm und die Gästeterrassen, wurden ab 1887 errichtet. Um 1900 entstand schließlich ein Hotel mit zehn Doppelzimmern, was die Entwicklung des Standorts als umfassendes Ausflugsziel und Beherbergungsbetrieb vorantrieb.

Wechselvolle Zeiten und Eigentümer

Die jüngere Geschichte des Süllbergs war von bedeutenden Veränderungen geprägt. Im Jahr 1990 verkaufte die Familie, die das Gipfelplateau über Generationen besessen hatte, das Anwesen an den Projektentwickler Roland Ernst. Dessen Pläne, den Gastronomiebetrieb abzureißen und zunächst ein Kongresshotel, später Luxuswohnungen zu errichten, stießen auf heftigen Widerstand. Eine engagierte Bürgerinitiative sammelte über 25.000 Unterschriften und organisierte Demonstrationen, um die Umgestaltung zu verhindern. Dieser Widerstand war erfolgreich.

1998 verkaufte Ernst das Projekt an einen Immobilienfonds, der die Wiederbelebung des Süllberg-Plateaus vorantrieb. Nach mehrjährigen Sanierungsarbeiten konnte 2002 ein Hotel mit Restaurant wiedereröffnet werden. 2010 übernahm der Hamburger Unternehmer und frühere Präses der Handelskammer Hamburg, Peter Möhrle, das denkmalgeschützte Gebäude-Ensemble. Als Blankeneser fühlte er sich dem Ort besonders verbunden. Das Restaurant wurde fortan von Karlheinz Hauser betrieben.

Ende 2021 endete die Ära Hauser. Im November 2021 übernahm die Agrar Terminal Peter Rothe AG die Immobilie. Pächter der Gastronomie ist nunmehr Vincenzo Vazzano. Dies markiert den jüngsten Eigentümer- und Pächterwechsel in der langen Geschichte des Süllbergs und leitet die neue Phase unter der Führung der Familie Vazzano ein.

Die Geschichte des Süllbergs in Stichpunkten

Um die wechselvolle Geschichte des Süllbergs besser zu überblicken, hier einige wichtige Daten:

Jahr/ZeitraumEreignis/Betreiber/Eigentümer
11. Jh.Erste Burg (Erzbischof Adalbert I.)
1258-1262Zweite Burg (Grafen von Schauenburg und Holstein)
Seit 1837Ausflugslokal (beginnend mit Milchausschank)
Ca. 1840Restaurant eröffnet
Ab 1887Bau des steinernen Aussichtsturms und Terrassen
Ca. 1900Hotel mit zehn Doppelzimmern entsteht
1990Verkauf an Roland Ernst
1994Gastronomiebetrieb geschlossen, Abrisspläne
1998Verkauf an Immobilienfonds
2002Wiedereröffnung nach Sanierung
2010Übernahme durch Peter Möhrle
Bis Ende 2021Gastronomie unter Karlheinz Hauser
November 2021Immobilie übernommen von Agrar Terminal Peter Rothe AG
AktuellPächter der Gastronomie: Vincenzo Vazzano und Brüder

Blankenese: Mehr als nur das Treppenviertel

Der Süllberg ist untrennbar mit dem Stadtteil Blankenese verbunden. Dieser Elbvorort im Westen Hamburgs unterscheidet sich landschaftlich deutlich vom Rest der Stadt. Mit Erhebungen wie dem Süllberg und dem Baursberg (87 m / 91,6 m) ist er alles andere als flach. Das Herzstück bildet das Treppenviertel, ein autofreier Bereich mit rund 5000 Stufen, der sich über den Hang erstreckt und einen mediterranen Charme versprüht, geprägt von weißen Villen und alten Fischerhäusern.

Neben dem Süllberg und dem Treppenviertel bietet Blankenese zahlreiche weitere Attraktionen. Das Falkensteiner Ufer mit seinem Leuchtturm und dem Elbstrand lädt zu Spaziergängen ein. Bei Ebbe werden hier Schiffswracks wie die „Uwe“ sichtbar. Parks wie der Römische Garten, Goßlers Park oder der Hessepark bieten viel Grün und weitere schöne Ausblicke. Die Architektur reicht von reetgedeckten Fachwerkhäusern bis zu großbürgerlichen Villen, was den Wohlstand des Stadtteils widerspiegelt.

Auch verkehrstechnisch ist Blankenese besonders. In den engen, verwinkelten Gassen sind oft nur kleine, gelenkige Busse unterwegs, liebevoll „Bergziegen“ genannt. Die Geschichte des Stadtteils, der vom Fischerdorf zum wohlhabenden Villenviertel aufstieg, ist ebenfalls faszinierend und spiegelt sich in den erhaltenen Baudenkmälern und der gewachsenen Gemeinschaft wider.

Häufig gestellte Fragen zur Süllberg-Gastronomie

Wer ist der neue Betreiber der Gastronomie auf dem Süllberg?

Die Gastronomie auf dem Süllberg wird von den Brüdern Vincenzo, Lorenzo und Angelo Vazzano geführt. Sie haben die Pacht übernommen und entwickeln ein neues Konzept.

Was ist das neue Konzept für das Restaurant auf dem Süllberg?

Das neue Konzept sieht einen Abschied von der bisherigen Sterneküche vor. Der Fokus wird zukünftig auf Familien- und Unternehmensfeiern sowie Veranstaltungen liegen.

Was ist mit Karlheinz Hauser passiert?

Sternekoch Karlheinz Hauser hat den Süllberg Ende 2021 verlassen und ist in das Formel-1-Catering gewechselt. Er ist nicht mehr für die Gastronomie auf dem Süllberg verantwortlich.

Wurde der Süllberg verkauft? Wer ist der Eigentümer der Immobilie?

Ja, die Immobilie auf dem Süllberg hat seit 2010 (Übernahme durch Peter Möhrle) erneut den Eigentümer gewechselt. Im November 2021 hat die Agrar Terminal Peter Rothe AG die Immobilie übernommen. Die Familie Vazzano ist der Pächter des Gastronomiebetriebs.

Wie hoch ist der Süllberg?

Der Süllberg in Hamburg-Blankenese ist 74,6 Meter (bzw. laut anderer Quelle 74,4 Meter) über Normalhöhennull hoch.

Was ist das Treppenviertel?

Das Treppenviertel ist ein einzigartiger Teil von Blankenese, der sich am Elbhang rund um den Süllberg erstreckt. Es besteht aus fast 5000 Stufen und ist für Autos nicht zugänglich. Hier stehen viele historische und malerische Häuser.

Ein neues Kapitel für den Süllberg

Mit der Familie Vazzano beginnt eine neue Ära für die Gastronomie auf dem Süllberg. Nach der prägenden Zeit unter Karlheinz Hauser wird der Fokus neu ausgerichtet, um den Süllberg als attraktiven Ort für Feiern und Veranstaltungen aller Art zu positionieren. Während die Sterneküche der Vergangenheit angehört, bleibt der Süllberg mit seiner einzigartigen Lage, dem historischen Ambiente und dem unvergleichlichen Blick über die Elbe ein besonderer Anziehungspunkt in Hamburg. Die Sanierungsarbeiten sind ein klares Zeichen für den Aufbruch, und man darf gespannt sein, wie sich das neue Konzept unter der Führung der Vazzano-Brüder entwickeln wird.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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