Ist Köln HBF dasselbe wie Köln Hauptbahnhof?

Köln Hbf: Anlaufpunkt für Reisende & Genießer

Rating: 4.01 (8387 votes)

Die Frage, ob „Köln HBF“ und „Köln Hauptbahnhof“ dasselbe sind, lässt sich schnell beantworten: Ja, es handelt sich um ein und denselben zentralen Verkehrsknotenpunkt in der Rheinmetropole. Der Kölner Hauptbahnhof, oft abgekürzt als Köln Hbf, ist weit mehr als nur ein Ort, an dem Züge ankommen und abfahren. Er ist ein lebendiges Herzstück der Stadt, ein historisch bedeutsamer Ort und ein Anlaufpunkt, der nicht nur Reisenden dient, sondern mit seinen vielfältigen Angeboten auch Einheimische anzieht. Direkt im Schatten des berühmten Kölner Doms gelegen, bietet der Bahnhof eine beeindruckende Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, von funktionaler Infrastruktur und städtischem Leben, inklusive verschiedener Möglichkeiten zur Einkehr und zum Genuss.

Gibt es Restaurants in den Zügen?
Ja, die meisten Züge bieten eine oder mehrere Speisemöglichkeiten, vom zwanglosen Essen bis hin zu kompletten Mahlzeiten am Tisch .

Die historische Entwicklung eines zentralen Verkehrsknotens

Die Geschichte des Kölner Hauptbahnhofs ist eng mit der Entwicklung des Eisenbahnwesens in Deutschland verbunden. Um 1850 gab es in Köln nicht einen, sondern fünf verschiedene Bahnhöfe, betrieben von unterschiedlichen Eisenbahngesellschaften. Am linken Rheinufer operierten die Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft (BCE), die Cöln-Crefelder Eisenbahn-Gesellschaft (CCE) und die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE). Am rechten Rheinufer waren es die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME) und die Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME). Diese Zersplitterung war verkehrstechnisch ineffizient und machte die Notwendigkeit eines zentralen Bahnhofs deutlich.

Im Jahr 1854 wurde eine richtungsweisende, aber auch kontroverse Entscheidung getroffen: Eine neue Eisenbahn- und Straßenbrücke sollte direkt neben dem Kölner Dom entstehen. Ursprünglich gab es andere Vorschläge, wie die Anbindung an einen bestehenden Güterbahnhof und einen provisorischen Personenbahnhof am Rheinufer (Rheinischer Bahnhof) an der Trankgasse. Es wurde sogar erwogen, Kutschen per Aufzug zum Bahnhof Trankgasse abzusenken, aber schnell wurde klar, dass die einzige effektive Verbindung der linken und rechten Rheinuferstrecken die Schaffung eines zentralen Bahnhofs war. Die Stadt stimmte dem Vorschlag im Jahr 1857 zu und stellte das Gelände des ehemaligen Botanischen Gartens nördlich des Doms sowie Teile des Geländes der alten Universität Köln, die 1798 von den Franzosen aufgelöst worden war, zur Verfügung.

Der Bau des ursprünglichen „Centralbahnhofs“ begann im Jahr 1857 nach den Plänen von Hermann Otto Pflaume im Auftrag der RhE, die im selben Jahr die BCE übernommen hatte. Der Bahnhof wurde am 5. Dezember 1859 zusammen mit der Dombrücke, dem Vorläufer der heutigen Hohenzollernbrücke, eröffnet. Dieser erste Centralbahnhof war eine Kombination aus Kopf- und Durchgangsbahnhof. Er verfügte über vier Kopfbahnsteige für die RhE, die nach Westen führten, während die CME zwei Durchgangsgleise hatte, die über die Dombrücke mit ihrer Strecke auf der östlichen Rheinseite verbunden waren.

Die Kapazität des Bahnhofs war schnell erschöpft, doch die RhE als Betreiber zeigte nur begrenztes Interesse am Ausbau, da dies vor allem den konkurrierenden Gesellschaften zugutegekommen wäre. Ernsthafte Planungen für einen vergrößerten Bahnhof wurden daher erst nach der Verstaatlichung der Eisenbahnen in Preußen in den 1880er Jahren aufgenommen.

Für die Planung des neuen Centralbahnhofs wurden zwei Optionen in Betracht gezogen: Der Bau eines neuen großen Bahnhofs in einem offenen Gebiet nördlich der Venloer Straße, wobei der ursprüngliche Bahnhof zu einem kleineren umklassifiziert worden wäre, oder der Ersatz des Centralbahnhofs durch einen Neubau an gleicher Stelle mit einer Erhöhung der Bahnsteige und dem Bau von zwei Sekundärbahnhöfen (Köln West und Köln Süd) an der Stadtbahn nach dem Vorbild der Berliner Stadtbahn sowie einer Umgehungsbahn für den Güterverkehr. Während die preußische Regierung die zweite Option befürwortete, war die Meinung in Köln geteilt. Am 9. Januar 1883 entschied sich der Kölner Stadtrat schließlich mit nur einer Stimme Mehrheit für die zweite Option nach einem Plan des Berliner Ingenieurs E. Grüttefien. Der Bau begann im Jahr 1889.

Die Gleise wurden um sechs Meter angehoben, wobei die Hälfte des dadurch geschaffenen Raumes unter den Gleisen mit Erde aufgefüllt wurde. Ein neues Eingangsgebäude wurde nach dem Entwurf von Georg Frentzen, einem Architekten aus Aachen, errichtet. Der Grundstein wurde am 7. Mai 1892 gelegt.

Im Jahr 1894 wurde die große dreischiffige Bahnsteighalle fertiggestellt. Die Mittelhalle hatte eine Spannweite von 64 Metern und überspannte die heutigen Bahnsteige 2 bis 7, während außen zwei 13 Meter breite Seitenschiffe für die Bahnsteige 1 und 8 lagen. Die 255 Meter lange Halle beinhaltete ein zweistöckiges Wartesaalgebäude mit einfachem Zugang zu allen Bahnsteigen. Der Bahnhof umfasste vier Kopfbahnsteige in Richtung Osten und vier in Richtung Westen zu beiden Seiten der Wartesäle sowie je einen Durchgangsbahnsteig auf der Nordost- und der Südwestseite.

Während der Umstrukturierung der Gleisanlagen im Kölner Raum um 1905–1911, die vor allem durch den Bau der neuen Südbrücke und der viergleisigen Hohenzollernbrücke geprägt war, wurde das Wartesaalgebäude entfernt und alle Bahnsteige wurden zu Durchgangsbahnsteigen umgebaut. Dabei wurde der bisher ungenutzte Raum unter den Gleisen genutzt. Nur die Wartesäle erster und zweiter Klasse in der Trankgasse und Johannisstraße überlebten den Zweiten Weltkrieg und spätere Umbauten und dienen heute als Restaurant und Veranstaltungszentrum, bekannt als der Alter Wartesaal.

Nachkriegszeit und moderne Entwicklungen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mehrere Jahre lang darüber diskutiert, ob der Hauptbahnhof auf dem Gelände des Güterbahnhofs Gereon – dem heutigen MediaPark – neu aufgebaut werden sollte. Daher war der Wiederaufbau des Hauptbahnhofs ein langsamer Prozess, und über ein Jahrzehnt lang bestand der Kölner Bahnhof aus provisorischen Strukturen.

Die ersten Baumaßnahmen begannen 1953 mit dem Abriss des langen Gebäudes auf der Westseite, das durch ein modernes Gebäude mit Gepäckabfertigungsanlagen und einem Hotel ersetzt wurde. Das alte Bahnhofsgebäude, das im Krieg nur leicht beschädigt und provisorisch repariert worden war, wurde 1955 abgerissen. Am 23. September 1957 wurde die neue Bahnhofshalle mit ihrem schalenförmigen Dach nach dem Entwurf der Architekten Schmitt und Schneider eröffnet. Das Hauptbahnhofsgebäude wurde auf der Nordseite des Bahnhofs errichtet, nachdem ein ursprünglich bebautes Gebiet zwischen den Straßen Maximinenstraße, Domstraße, Hofergasse und Hermannstraße abgerissen und die Goldgasse verlegt worden war, um den Breslauer Platz als zweiten Eingangsplatz zu schaffen.

Im Zuge des S-Bahn-Baus bis 1991 wurden die gesamte Eisenbahnstrecke, der Bahnhof und die Hohenzollernbrücke um zwei unabhängige S-Bahn-Gleise ergänzt. Zuerst wurden 1975 zwei zusätzliche Bahnsteige (10 und 11) gebaut und dann die zusätzlichen Gleise für die S-Bahn auf der Hohenzollernbrücke verlegt.

Einkaufen, Reisen und Genießen: Die Vielfalt am Hbf

Der moderne Kölner Hauptbahnhof ist nicht nur ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für den nationalen und internationalen Fernverkehr sowie den regionalen und lokalen Nahverkehr, sondern auch ein Ort des städtischen Lebens mit umfangreichen Service- und Einkaufsangeboten. Die direkte Nähe zum Kölner Dom und zur Innenstadt macht ihn zu einem idealen Ausgangspunkt für Touristen und einem frequentierten Treffpunkt.

Im Jahr 2000 wurde auf der Eingangsebene ein Einkaufszentrum eröffnet – einschließlich des Bereichs unter den S-Bahn-Gleisen. Die sogenannten Kolonnaden umfassen 70 Geschäfte und Restaurants mit über 11.500 Quadratmetern Einzelhandelsfläche und 700 Mitarbeitern. Dieses umfangreiche Angebot an Geschäften und Gastronomie macht den Hauptbahnhof zu einem Ort, an dem Reisende und Besucher alles finden, was sie benötigen, sei es für die Reise oder für eine Pause. Von Schnellrestaurants und Cafés für den schnellen Imbiss zwischendurch bis hin zu anderen gastronomischen Angeboten in den Kolonnaden ist für viele Bedürfnisse etwas dabei. Der bereits erwähnte Alter Wartesaal, der in den historischen Räumlichkeiten der ehemaligen Wartesäle untergebracht ist, bietet zudem eine stilvollere Möglichkeit zur Einkehr oder ist ein beliebter Veranstaltungsort, der die Geschichte des Bahnhofs auf besondere Weise lebendig hält. Diese Integration von Einzelhandel und Gastronomie in die Bahnhofsinfrastruktur spiegelt den modernen Anspruch wider, Bahnhöfe nicht nur als funktionale Umsteigepunkte zu sehen, sondern als lebendige Orte mit Aufenthaltsqualität.

Die wichtige Verbindung nach Deutz

Ein weiterer wichtiger Bahnhof in Köln ist der Bahnhof Köln Messe/Deutz, der sich auf der anderen Rheinseite befindet, nur etwa 400 Meter vom Kölner Hauptbahnhof entfernt. Die beiden Bahnhöfe sind durch die Hohenzollernbrücke verbunden, eine sechsgleisige Eisenbahnbrücke mit Fußgänger- und Radwegen auf beiden Seiten. Häufig verkehrende Nahverkehrszüge verbinden die beiden Stationen, was den Umstieg zwischen Zügen, die am Hauptbahnhof enden, und solchen, die in Deutz weiterfahren, erleichtert. Diese Brücke ist ein markantes Wahrzeichen Kölns, bekannt für die unzähligen Liebesschlösser, die Paare an ihrem Geländer befestigen.

Zukunftspläne

Die Entwicklung des Kölner Hauptbahnhofs steht nicht still. Bei einem Gipfel der Deutschen Bahn, des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen am 31. März 2010 in Düsseldorf wurde beschlossen, den Bahnhof bis 2019 mit einem S-Bahn-Bahnsteig mit zwei S-Bahn-Gleisen am Breslauer Platz zu erweitern. Die geschätzten Kosten beliefen sich auf 60 Millionen Euro. Zudem ist geplant, den Bahnsteig für Gleis 1 zu verlängern, um einen gesicherten Bereich für die Passagier- und Gepäckkontrolle zu schaffen. Dies soll zukünftig ICE-Zügen die Fahrt nach London-St Pancras ermöglichen. Operativ wird es jedoch eine Herausforderung darstellen, dass ausfahrende Züge in Richtung London alle westlichen Zufahrtsgleise kreuzen müssen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kölner Hauptbahnhof – oder Köln Hbf – weit mehr ist als nur ein Bahnhof. Er ist ein komplexes Bauwerk mit einer reichen Geschichte, ein zentraler Verkehrsknotenpunkt von nationaler Bedeutung und ein Ort, der mit seinen Geschäften und Restaurants wie den Kolonnaden und dem historischen Alter Wartesaal eine wichtige Rolle im städtischen Leben spielt und Reisenden sowie Einheimischen vielfältige Möglichkeiten bietet.

Häufig gestellte Fragen zum Kölner Hauptbahnhof

Ist Köln HBF dasselbe wie Köln Hauptbahnhof?
Ja, Köln HBF ist einfach die gebräuchliche Abkürzung für Köln Hauptbahnhof. Es handelt sich um denselben Bahnhof.

Wie ist der Kölner Hauptbahnhof mit dem Bahnhof Köln Messe/Deutz verbunden?
Die Bahnhöfe sind durch die Hohenzollernbrücke verbunden. Es gibt häufige Nahverkehrsverbindungen, die die kurze Strecke über den Rhein zurücklegen.

Gibt es Restaurants im Kölner Hauptbahnhof?
Ja, im Bahnhof gibt es verschiedene gastronomische Angebote. In den Kolonnaden, einem Einkaufsbereich, der im Jahr 2000 eröffnet wurde, befinden sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Außerdem gibt es den historischen Alter Wartesaal, der heute als Restaurant und Veranstaltungszentrum genutzt wird und ein Überbleibsel der ursprünglichen Wartesäle ist.

Wann wurde der Kölner Hauptbahnhof an seinem heutigen Standort eröffnet?
Der ursprüngliche Centralbahnhof wurde am 5. Dezember 1859 eröffnet. Der heutige Bahnhofsbau wurde in mehreren Phasen errichtet, beginnend Ende des 19. Jahrhunderts, und die moderne Bahnhofshalle wurde nach dem Wiederaufbau am 23. September 1957 eröffnet.

Woher kommt der Name „Alter Wartesaal“?
Der Alter Wartesaal befindet sich in den Räumlichkeiten der ehemaligen Wartesäle erster und zweiter Klasse des ursprünglichen Bahnhofs, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Hat dich der Artikel Köln Hbf: Anlaufpunkt für Reisende & Genießer interessiert? Schau auch in die Kategorie Gastronomie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar-Foto

Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

Go up