Wie heißen Restaurants in Spanien?

Spanische Esskultur: Bars, Tabernas, Kosten

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Spanien ist bekannt für seine lebhafte Kultur und natürlich für seine einzigartige Gastronomie. Doch wer zum ersten Mal durch spanische Städte flaniert, mag verwirrt sein von der Vielfalt und den teils ungewohnten Bezeichnungen für Lokale. Was ist der Unterschied zwischen einer Bar und einer Taberna? Wann geht man wohin? Und wie tief muss man für ein gutes Essen in die Tasche greifen? In diesem Artikel lüften wir das Geheimnis der spanischen Esskultur und geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Arten von Lokalen und die aktuellen Kosten für ein Tagesmenü in verschiedenen Regionen.

Was ist typisches Essen von Spanien?
Die bekanntesten spanischen Gerichte, die man über die Grenzen hinaus kennt, sind Paella, Gazpacho (kalte Gemüsesuppe), Tortilla, Cocido Madrileño (Kichererbseneintopf mit Fleisch), Ibérico-Schinken, Churros (Spritzgebäck) und Tapas.

Die Vielfalt der spanischen Lokale

Die spanische Gastronomieszene ist weit komplexer als in vielen anderen Ländern. Eine "Bar" ist oft mehr als nur ein Ort für Getränke, und selbst in einem "Café" kann man problemlos ein Bier bestellen. Diese Vielseitigkeit macht die spanische Esskultur so besonders, kann aber für Besucher auch verwirrend sein. Hier sind die wichtigsten Arten von Lokalen, die Sie in Spanien finden werden:

Die omnipräsente Bar

Die Bar ist das Herzstück der spanischen Esskultur. Vergessen Sie, was Sie vielleicht über Bars aus anderen Ländern wissen – in Spanien ist eine Bar oft ein informelles Restaurant, ein Treffpunkt für jede Tageszeit. Es wird gesagt, Spanien habe die meisten Bars pro Kopf weltweit, und das fühlt sich beim Spaziergang durch jede noch so kleine Stadt oder Dorf absolut richtig an.

Wann geht man hin? Eigentlich immer! Bars öffnen oft früh, gegen 7:00 oder 8:00 Uhr, und sind bis Mitternacht geöffnet. Sie eignen sich perfekt für ein schnelles Frühstück, einen Kaffee zwischendurch, das Mittagessen, Tapas am Abend oder einfach nur auf ein Getränk. Manche schließen eine kurze Siesta-Pause zwischen etwa 17:00 und 20:30 Uhr.

Was bestellt man? Die Auswahl ist riesig. Morgens gibt es oft Toast mit Tomate und Olivenöl (Tostada con Tomate), frischen Orangensaft oder Gebäck. Mittags gibt es oft ein "Menú del Día" (Tagesmenü). Abends sind Tapas und Raciones (größere, oft zum Teilen gedachte Portionen) beliebt. Getränke reichen von Kaffee über Bier (Caña), Wein, Vermouth bis hin zu Softdrinks. Bars sind oft am besten für unkomplizierte, klassische spanische Gerichte.

Gemütliche Tabernas

Eine Taberna fühlt sich oft wie eine Zeitreise an. Stellen Sie sich holzvertäfelte Wände, Regale voller alter Flaschen, vielleicht vergilbte Familienfotos oder Werbeplakate aus vergangenen Zeiten vor. Tabernas sind in der Regel gemütlicher und traditioneller als moderne Bars und legen großen Wert auf spanische Klassiker.

Wann geht man hin? Tabernas sind wunderbar für ein traditionelles Abendessen. Sie eignen sich aber auch hervorragend für den Aperitif vor dem Mittagessen, besonders am Wochenende gegen 13:00 Uhr. In Madrid findet man oft Tabernas mit Vermouth vom Fass, der mit einer kleinen Tapa serviert wird. Im Süden sind Sherry-Weine populär, im Norden, besonders im Baskenland und Asturien, kann es auch Sidra (Apfelwein) geben.

Was bestellt man? Hier dreht sich alles um Tradition. Klassiker wie Tortilla Española und Croquetas gehören oft zum Standardrepertoire, ergänzt durch regionale Spezialitäten und eine gute Auswahl an traditionellen Tapas und Gerichten. Wenn Sie authentische spanische Hausmannskost probieren möchten, ist die Taberna die richtige Wahl.

Das klassische Restaurante

Wenn Spanier von einem Restaurante sprechen, meinen sie in der Regel ein formelleres Speiselokal. Hier finden Sie Tischdecken, eine größere Auswahl an Bestecken und Gläsern und oft eine umfangreiche Weinkarte. Die Spanne reicht vom gehobenen Mittagsrestaurant bis zum Gourmettempel mit Michelin-Sternen.

Wann geht man hin? Der eigentliche Speisesaal eines Restaurantes ist üblicherweise nur zu den klassischen Essenszeiten geöffnet: Mittagessen von etwa 13:30 bis 16:00 Uhr und Abendessen von etwa 21:00 bis 24:00 Uhr. Viele Restaurants haben jedoch einen Barbereich, der längere Öffnungszeiten hat.

Was bestellt man? Mittags gibt es oft sowohl ein "Menú del Día" als auch À-la-carte-Gerichte. Abends konzentrieren sich die meisten auf À-la-carte, wobei gehobene Restaurants auch Degustationsmenüs anbieten können. Man kann sowohl Raciones (große, zum Teilen gedachte Portionen) als auch individuelle Hauptgerichte bestellen. Manche bieten auch Media Raciones (halbe Portionen) oder Tapas an, besonders im Barbereich.

Die flexible Cafetería

Eine Cafetería liegt irgendwo zwischen einem Café und einer Bar. Sie sind sehr informell, oft den ganzen Tag geöffnet und verfügen häufig über Außenbereiche. Manche nennen sich auch "Bar-Cafetería", um ihre doppelte Funktion zu betonen.

Welcher Ort in Spanien hat das beste Essen?
San Sebastian wird oft als „Spaniens kulinarische Hauptstadt“ bezeichnet. Dieses Paradies für Feinschmecker beherbergt die weltweit höchste Konzentration an mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants und ist somit der Traum eines jeden Gourmet-Liebhabers.

Wann geht man hin? Cafeterías sind perfekt für das Frühstück am Morgen und für die Merienda, den Nachmittagssnack (zwischen 17:00 und 19:00 Uhr), der dem britischen "Tea Time" oder dem deutschen "Kaffeetrinken" ähnelt, aber oft herzhafter ausfällt. Sie sind beliebte Treffpunkte für Jung und Alt, um sich zu unterhalten, Karten zu spielen oder einfach nur zu entspannen.

Was bestellt man? Morgens gibt es eine große Auswahl an Gebäck wie Croissants, Muffins oder Donuts. Sehr beliebt sind auch Churros mit heißer Schokolade, kleine Sandwiches mit Tortilla Española oder Schinken/Käse sowie geröstetes Baguette mit Tomate und Olivenöl (ähnlich der Tostada). Dazu trinkt man oft frischen Orangensaft oder einen Café con Leche.

Späte Nächte in der Bar de Copas

Eine Bar de Copas ist, einfach ausgedrückt, eine Cocktailbar. Im Gegensatz zu anderen Lokalen steht hier das Trinken im Vordergrund, Speisen werden in der Regel nicht serviert. Die Atmosphäre kann von einer einfachen Nachbarschaftsbar bis zur eleganten Dachterrassenbar variieren.

Wann geht man hin? Gehen Sie nicht zu früh! Bares de Copas öffnen meist erst gegen 22:00 Uhr und füllen sich erst später, oft gegen Mitternacht, wenn Restaurants und Bars schließen. Sie sind oft bis 3:00 Uhr morgens geöffnet und der ideale Ort, um den Abend ausklingen zu lassen oder in die Nacht zu starten.

Was bestellt man? Das Angebot umfasst Cocktails, Longdrinks und Spirituosen. Ein wichtiger Tipp: Bestellen Sie bei Longdrinks die Marke des Alkohols, z. B. "ein Gin Tonic mit Beefeater" statt nur "ein Gin Tonic".

Was kostet Essen gehen in Spanien?

Nachdem wir die verschiedenen Arten von Lokalen kennengelernt haben, stellt sich die Frage: Wie teuer ist es, in Spanien auswärts zu essen? Eine aktuelle Studie des spanischen Hotel- und Gaststättenverbandes gibt Aufschluss, insbesondere über die Kosten des beliebten "Menú del Día".

Das Menú del Día ist ein Mittagsangebot, das typischerweise aus einer Vorspeise, einem Hauptgang, Dessert oder Kaffee sowie einem Getränk besteht. Es ist oft die günstigste und praktischste Option für eine warme Mahlzeit zur Mittagszeit.

Preise für das Menú del Día (Durchschnitt)

Region/StadtDurchschnittspreis (ca.)Veränderung zu 2023Veränderung zu 2016
Balearen (Mallorca etc.)16,00 €+15%+23,1%
Spanien (Durchschnitt)14,00 €
Baskenland15,80 €
Kanarische Inseln12,70 €+12,5%
Bilbao15,50 €
Palma14,20 €
Las Palmas de Gran Canaria13,00 €

Wie die Tabelle zeigt, gibt es deutliche regionale Unterschiede. Die Balearen sind derzeit die teuerste Region für das Tagesmenü, gefolgt vom Baskenland. Die Kanarischen Inseln sind am günstigsten.

Interessant ist auch der Blick auf die Preisentwicklung. Besonders auf den Balearen sind die Preise seit 2016 stark gestiegen, was laut Verband auch mit einem Strategiewechsel hin zu höherwertigem Tourismus zusammenhängen könnte. Es ist wichtig zu beachten, dass dies Durchschnittspreise sind. In sehr touristischen Gegenden oder gehobenen Restaurants können die Preise natürlich höher sein, während Sie in kleineren Bars oder außerhalb der Haupttouristengebiete günstigere Angebote finden können.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es in Spanien Trinkgeld-Etikette?
Trinkgeld ist in Spanien weniger streng geregelt als z.B. in den USA. Es ist üblich, ein kleines Trinkgeld (etwa 5-10% bei gutem Service) zu geben, aber es ist nicht zwingend erforderlich und hängt vom Service und der Art des Lokals ab. Oft lässt man einfach das Wechselgeld liegen.
Wann essen Spanier zu Mittag und zu Abend?
Die Essenszeiten sind später als in vielen anderen Ländern. Mittagessen (Comida) ist oft zwischen 14:00 und 16:00 Uhr. Abendessen (Cena) ist meist nicht vor 21:00 Uhr, oft sogar erst ab 22:00 Uhr.
Kann man in Spanien überall Tapas essen?
Tapas sind sehr verbreitet, besonders in Bars und Tabernas. In Restaurants kann man Tapas oft im Barbereich finden oder als Vorspeise bestellen, aber nicht immer im Speisesaal. Die "Tapa"-Kultur, bei der ein kleines Gericht kostenlos zum Getränk serviert wird, ist regional unterschiedlich stark ausgeprägt.
Was ist eine "Caña"?
Eine Caña ist ein kleines Glas Bier vom Fass, typischerweise 0,2 Liter oder weniger. Es ist die gebräuchlichste Art, Bier in Spanien zu bestellen, da es so frisch bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Ración und Tapa?
Eine Tapa ist eine sehr kleine Portion, oft nur ein oder zwei Bissen, manchmal kostenlos zum Getränk. Eine Ración ist eine größere Portion, die man bestellt und die zum Teilen gedacht ist. Eine Media Ración ist eine halbe Ración.

Die spanische Gastronomielandschaft ist reich und vielfältig. Ob Sie auf der Suche nach einem schnellen Kaffee, einem traditionellen Mittagessen, authentischen Tapas oder einem eleganten Abendessen sind, Spanien hat für jeden Geschmack und jede Situation das passende Lokal. Ein Verständnis der Unterschiede zwischen Bar, Taberna, Restaurante und Cafetería wird Ihre kulinarische Reise durch Spanien bereichern und Ihnen helfen, das Beste aus Ihrer Erfahrung zu machen. ¡Buen provecho!

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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