Was macht man im botanischen Garten?

Botanischer Garten Berlin: Preise, Geschichte & Vielfalt

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Der Botanische Garten Berlin ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Pflanzen. Er ist eine lebendige Bibliothek der Natur, ein Ort der Forschung, des Naturschutzes und nicht zuletzt eine wundervolle grüne Oase inmitten der pulsierenden Hauptstadt. Mit seiner beeindruckenden Größe und der schier endlosen Vielfalt an Pflanzenarten zieht er jährlich zahlreiche Besucher an, die Ruhe, Schönheit und faszinierende Einblicke in die Pflanzenwelt suchen. Doch was kostet der Besuch dieser grünen Lunge Berlins und was gibt es alles zu entdecken?

Eintrittspreise und Ticketinformationen

Ein Besuch im Botanischen Garten Berlin ist ein Erlebnis für die Sinne und bietet Erholung sowie Bildung. Die Eintrittspreise sind fair gestaltet und ermöglichen den Zugang zu den weitläufigen Außenanlagen sowie den beeindruckenden Gewächshäusern. Um Wartezeiten zu vermeiden, besonders an Wochenenden oder Feiertagen, wird dringend empfohlen, Tickets vorab online zu erwerben. Dies ist unkompliziert möglich.

Wer hat den botanischen Garten gebaut?
Der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin (BGBM) wurde von Friedrich Wilhelm, Kurfürsten von Brandenburg, im Jahre 1679 gegründet. Der BGBM zählt damit zum brandenburgisch-preußischen Urgestein und ist eine der ältesten derartigen Institutionen in Mitteleuropa.

Die regulären Eintrittspreise für den Garten sind wie folgt:

TicketkategoriePreis
Erwachsener10 Euro
Ermäßigt5 Euro

Für den ermäßigten Eintritt sind bestimmte Personengruppen berechtigt. Dazu gehören beispielsweise Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte und Empfänger bestimmter Sozialleistungen. Beim Einlass muss zusätzlich zum Online-Ticket ein entsprechender Nachweis für die Ermäßigung vorgezeigt werden. Kinder unter einer bestimmten Altersgrenze (bitte genaue Regelung vor Ort prüfen, die bereitgestellten Daten nennen nur 'Ermäßigt' und 'Frei') haben oft freien Eintritt, benötigen dann aber ebenfalls einen entsprechenden Nachweis.

Personen, die Anspruch auf freien Eintritt haben, benötigen kein Ticket im Vorverkauf. Auch hier ist es wichtig, den entsprechenden Nachweis am Eingang bereitzuhalten und vorzuzeigen. Es ist zu beachten, dass bereits erworbene Tickets grundsätzlich nicht zurückgegeben oder umgetauscht werden können.

Wer den Botanischen Garten über den regulären Eintritt hinaus unterstützen möchte, hat die Möglichkeit, sogenannte „Gartenfreunde“-Tickets zu erwerben. Diese beinhalten eine freiwillige Spende von 2 Euro oder 10 Euro zusätzlich zum Eintrittspreis und helfen dem Garten, seine vielfältigen Aufgaben in Forschung, Bildung und Artenschutz wahrzunehmen.

Das beeindruckende Große Tropenhaus

Ein absolutes Highlight des Botanischen Gartens Berlin ist zweifellos das Große Tropenhaus. Dieses architektonische Meisterwerk ist nicht nur optisch beeindruckend, sondern beherbergt auch eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen aus tropischen Regionen der Welt. Das Haus selbst ist fast 100 Jahre alt, seine Fertigstellung war um 1906. Trotz seines Alters gilt es auch heute noch als eines der imposantesten und größten freitragenden Gewächshäuser weltweit.

Die schieren Dimensionen des Großen Tropenhauses sind beeindruckend: Mit einer Länge von 60 Metern, einer Breite von 29 Metern und einer Höhe von insgesamt 25 Metern bietet es eine Grundfläche von etwa 1.750 Quadratmetern. Der Rauminhalt beträgt nahezu 40.000 Kubikmeter, was den darin enthaltenen Pflanzen ausreichend Raum zum Wachsen und Gedeihen bietet und den Besuchern das Gefühl gibt, tatsächlich in einen tropischen Regenwald einzutreten.

Was kann man im Botanischen Garten erleben?

Ein Botanischer Garten ist weit mehr als nur eine schöne Parkanlage. Er ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die Pflanzenarten aus aller Welt sammelt, erforscht und präsentiert. Die Pflanzen sind dabei nach verschiedenen Gesichtspunkten geordnet, sei es systematisch (nach Verwandtschaft), pflanzengeographisch (nach Herkunft), ökologisch (nach Lebensraum) oder wirtschaftlich.

Was kostet der Eintritt im botanischen Garten Berlin?
Erwachsener 10 Euro. Ermäßigt 5 Euro. Beim Besuch zum ermäßigten Eintritt zeigen Sie (zusätzlich zum vorab gebuchten Onlineticket) Ihren Ermäßigungsgrund beim Einlass vor. Beim Besuch mit freien Eintritt benötigen Sie kein Ticket.

Im Botanischen Garten Berlin können Besucher eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen entdecken. Dazu gehören:

  • Systematische Abteilungen: Hier sind Pflanzen nach ihrer biologischen Verwandtschaft geordnet, was Besuchern hilft, die Evolution und Klassifizierung der Pflanzen zu verstehen.
  • Pflanzengeographische Abteilungen: Diese Bereiche präsentieren Pflanzen aus bestimmten Regionen der Erde, von den Alpen bis zu asiatischen Steppen, und zeigen die Anpassung der Pflanzen an unterschiedliche Klimate und Lebensräume.
  • Spezialgärten: Dazu zählen unter anderem ein Arzneipflanzengarten (Heilkräutergarten), ein Alpinum (Alpengarten) und verschiedene Themengärten.
  • Gewächshäuser: Neben dem Großen Tropenhaus gibt es zahlreiche weitere Gewächshäuser mit spezifischen Klimazonen, die Pflanzen aus Wüsten, mediterranen Gebieten, fleischfressende Pflanzen und vieles mehr beherbergen.

Botanische Gärten haben vielfältige Aufgaben. Sie dienen vorrangig wissenschaftlichen Zwecken an Universitäten, sind aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich und bieten Bildung sowie Erholung. Weltweit gibt es fast 1800 botanische Gärten, davon rund 400 in Europa und etwa 90 in Deutschland.

Die Rolle von Botanischen Gärten: Wissenschaft, Bildung und Naturschutz

Die Bedeutung von Botanischen Gärten reicht weit über die reine Zurschaustellung von Pflanzen hinaus. Sie sind zentrale Einrichtungen für:

Wissenschaftliche Forschung und Lehre

Historisch gesehen entstanden Botanische Gärten oft aus Kloster- oder Heilkräutergärten und waren eng mit der medizinischen Forschung verbunden. Die ersten Gärten wie der in Padua (gegründet 1545) ähnelten in Struktur und Funktion den Klostergärten und dienten der Erforschung und Lehre von Heilpflanzen. Auch heute noch sind sie wichtige Anschauungsorte für das Studium der Botanik, Medizin und Phytomedizin.

Pflanzensystematik und Sammlungen

Mit der Entdeckung ferner Kontinente und ihrer Flora bauten Botanische Gärten umfangreiche Pflanzensammlungen auf. Gärten wie der in Berlin-Dahlem erlangten hohes Ansehen durch ihre herausragenden Sammlungen und die daran geknüpfte Forschung. Die Sammlungen sind oft nach systematischen oder geographischen Gesichtspunkten geordnet und dienen der wissenschaftlichen Arbeit.

Artenschutz und Biodiversität

Ein immer wichtigerer Aspekt ist der Artenschutz. Botanische Gärten leisten einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, indem sie gefährdete oder in ihrer Heimat bereits ausgestorbene Pflanzenarten in Erhaltungskulturen vermehren und bewahren. Ein bewegendes Beispiel hierfür ist die Geschichte des Toromiro-Baumes (Sophora toromiro), der einzigen einheimischen Baumart der Osterinsel. Nachdem er in seiner Heimat als ausgestorben galt, wurden Exemplare in Botanischen Gärten in Bonn und Göteborg wiederentdeckt und im Rahmen eines Projekts erfolgreich auf die Osterinsel zurückgebracht. Diese Erhaltungskulturen sind oft die letzte Rettung für bestimmte Pflanzenarten.

Internationaler Saatgutaustausch

Um ihre Sammlungen zu erweitern und genetisches Material für Forschung und Artenschutz zugänglich zu machen, betreiben Botanische Gärten weltweit einen kostenfreien Saatgutaustausch. Sie erstellen jährlich Kataloge ihrer Samenangebote, sogenannte „Index Seminum“, und tauschen diese untereinander aus. An diesem System sind über 700 Gärten beteiligt. Es ist die wichtigste Quelle für den Erhalt und Ausbau der Pflanzensammlungen. Das Material wird ausschließlich für nicht-kommerzielle Zwecke in Forschung, Bildung oder Naturschutz weitergegeben. Die Geschichte des Index Seminum reicht weit zurück; der älteste bekannte Katalog stammt aus dem Jahr 1591 aus Padua.

Die reiche Geschichte des Botanischen Gartens Berlin

Die Geschichte des Botanischen Gartens Berlin ist eng mit der Entwicklung Brandenburgs und Preußens verbunden und reicht über 330 Jahre zurück. Er wurde im Jahr 1679 von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg gegründet. Ursprünglich war er als Erweiterung des Schöneberger Küchengartens gedacht und sollte als kurfürstlicher Mustergarten dienen.

Im Jahr 1718 wurde der Garten vom sparsamen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. der Preußischen Akademie der Wissenschaften unterstellt, da er ihm zu teuer geworden war. Dies markierte einen Schritt hin zur wissenschaftlichen Nutzung.

Wie alt sind die Gewächshäuser im botanischen Garten Berlin?
Das Große Tropenhaus wurde in den Jahren 1905 bis 1907 nach Plänen des Königlichen Baurates Alfred Koerner (1849 - 1926) erbaut. Seine Fertigstellung setzte damals den Schlusspunkt des Umzuges des Königlich Botanischen Gartens aus Berlin-Schöneberg (Gelände des heutigen Kleistparks) vor die Tore Berlins nach Dahlem.

Um 1819 entstand aus den umfangreichen botanischen Arbeiten von C.L. Willdenow das königliche Herbar, eine Sammlung getrockneter Pflanzen. Dieses wurde 1879 zum königlichen Botanischen Museum erweitert, wo die ständig wachsende Pflanzensammlung wissenschaftlich bearbeitet wurde.

Die Anlage in Schöneberg wurde mit der Zeit zu klein für die wachsenden Sammlungen und wissenschaftlichen Anforderungen. Unter der Leitung von A. Engler erfolgte daher zwischen 1897 und 1910 der Umzug auf das heutige Gelände in Dahlem, einem ehemaligen Kartoffelacker. Die neue Anlage wurde gezielt als wissenschaftlicher Garten geplant und angelegt.

Der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin (BGBM) erlebten Aufstieg und Fall Preußens. Im Jahr 1946 kam die Institution unter die Verwaltung des Magistrats der Stadt Berlin und 1995 an die Freie Universität Berlin. Trotz dieser Wechsel blieb die öffentliche Zugänglichkeit stets gewährleistet.

Heute beherbergt der Botanische Garten Berlin auf rund 43 Hektar Fläche etwa 20.000 verschiedene Pflanzenarten und zählt damit zu den größten und vielfältigsten botanischen Gärten der Welt. Seine lange Geschichte spiegelt sich in der Anlage und den historischen Gebäuden wider.

Botanische Gärten als Orte der Erholung

Neben ihrer wissenschaftlichen und bildenden Funktion dienen Botanische Gärten auch als wichtige öffentliche Grünflächen und Orte der Erholung. Ihre oft parkähnlichen Anlagen bieten eine willkommene Abwechslung vom städtischen Alltag und laden zum Spazierengehen, Verweilen und Entspannen ein. Besonders weitläufige Arboreten, also auf Bäume und Sträucher spezialisierte Gärten, bieten ausgedehnte Flächen für die Erholung. Der Botanische Garten Berlin mit seinen 43 Hektar bietet reichlich Raum, um die Natur zu genießen und neue Energie zu tanken.

Häufig gestellte Fragen zum Botanischen Garten Berlin

Wie hoch sind die Eintrittspreise für den Botanischen Garten Berlin?

Der reguläre Eintritt für Erwachsene beträgt 10 Euro. Es gibt einen ermäßigten Eintritt von 5 Euro für berechtigte Personengruppen. Kinder unter einer bestimmten Altersgrenze und Personen mit bestimmten Nachweisen haben freien Eintritt.

Kann ich Tickets online kaufen?

Ja, der Kauf von Online-Tickets wird empfohlen, insbesondere für Besuche am Wochenende, um Wartezeiten zu vermeiden.

Was kostet der Eintritt im botanischen Garten Berlin?
Erwachsener 10 Euro. Ermäßigt 5 Euro. Beim Besuch zum ermäßigten Eintritt zeigen Sie (zusätzlich zum vorab gebuchten Onlineticket) Ihren Ermäßigungsgrund beim Einlass vor. Beim Besuch mit freien Eintritt benötigen Sie kein Ticket.

Muss ich meinen Ermäßigungsgrund beim Besuch vorzeigen?

Ja, wenn Sie ein ermäßigtes oder freies Ticket nutzen, müssen Sie den entsprechenden Nachweis (z.B. Studentenausweis, Schwerbehindertenausweis) beim Einlass unaufgefordert vorzeigen.

Wie alt ist das Große Tropenhaus?

Das Große Tropenhaus ist fast 100 Jahre alt und wurde um 1906 fertiggestellt.

Was kann ich im Botanischen Garten machen?

Sie können durch verschiedene Pflanzenwelten spazieren (nach Herkunft oder Systematik geordnet), die Gewächshäuser mit tropischen, Wüsten- und anderen Pflanzen besuchen, den Arzneipflanzengarten erkunden, im Alpinum wandern und die parkähnliche Anlage zur Erholung nutzen. Es ist ein Ort zum Lernen, Staunen und Entspannen.

Wann wurde der Botanische Garten Berlin gegründet?

Der Botanische Garten Berlin wurde im Jahr 1679 gegründet und zog 1910 an seinen heutigen Standort in Dahlem.

Wie groß ist der Botanische Garten Berlin?

Der Botanische Garten Berlin umfasst eine Fläche von rund 43 Hektar.

Der Botanische Garten Berlin ist somit ein facettenreicher Ort, der Naturerlebnis, wissenschaftliche Erkenntnis und historische Bedeutung auf einzigartige Weise verbindet. Ein Besuch ist ein Muss für jeden Pflanzenliebhaber und jeden, der eine Auszeit im Grünen sucht.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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