Welches indische Restaurant gehört Priyanka Chopra?

Indische Restaurants: Sona & Der Erste

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Die Welt der indischen Gastronomie ist reich und vielfältig, geprägt von jahrhundertealten Traditionen und ständig neuen Einflüssen. Von den pulsierenden Metropolen Indiens bis in die entlegensten Winkel der Welt haben indische Restaurants einen festen Platz im kulinarischen Angebot erobert. Doch während wir heute eine schier endlose Auswahl an indischen Speiselokalen finden, gab es einst einen Anfang – einen mutigen Schritt, indische Aromen für ein westliches Publikum zugänglich zu machen. Gleichzeitig sorgt die moderne Szene immer wieder für Schlagzeilen, wie zuletzt die Nachricht über ein prominentes Restaurant in New York.

Wer war das erste indische Restaurant?
Restaurant-Unternehmen Im Jahr 1810 eröffnete Sake Dean Mahomed nach seinem Umzug nach London das erste indische Restaurant Englands: das Hindoostane Coffee House in der George Street, nahe dem Portman Square im Zentrum Londons. Das Restaurant bot unter anderem Wasserpfeifen „mit echtem Chilm-Tabak“ und indische Gerichte an.

Das Ende einer Ära: Priyanka Chopras Restaurant Sona

In der schnelllebigen Restaurantwelt, insbesondere in einer Stadt wie New York, sind Veränderungen an der Tagesordnung. Kürzlich sorgte eine Nachricht aus der Promiwelt für Aufsehen, die ein bekanntes indisches Restaurant betrifft. Das Restaurant Sona in New York, das mit der bekannten Schauspielerin und Unternehmerin Priyanka Chopra Jonas in Verbindung gebracht wurde, wird seine Türen schließen.

Die Ankündigung erfolgte über den Instagram-Account des Restaurants. Demnach wird der Betrieb am 30. Juni seinen letzten Service anbieten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Schließung kurz nach dem Rückzug von Priyanka Chopra als Mitbegründerin des Lokals bekannt gegeben wurde. Obwohl die genauen Gründe für die Schließung und ihren Rückzug nicht detailliert genannt wurden, markiert dies das Ende des Kapitels Sona in seiner bisherigen Form.

Für viele Liebhaber indischer Küche, die das Sona besucht haben oder es noch besuchen wollten, ist dies sicherlich eine bedauerliche Nachricht. Es zeigt jedoch auch, wie dynamisch und manchmal unvorhersehbar die Gastronomieszene sein kann, selbst wenn prominente Namen involviert sind. Während wir uns von einem modernen indischen Restaurant verabschieden, lohnt es sich, einen Blick zurückzuwerfen auf die Anfänge und zu entdecken, wer den Weg für die heutige globale Präsenz der indischen Küche geebnet hat.

Die Wurzeln: Wer eröffnete das erste indische Restaurant?

Um den Pionier der indischen Gastronomie in der westlichen Welt zu finden, müssen wir weit in die Geschichte zurückreisen, genauer gesagt bis ins späte 18. und frühe 19. Jahrhundert. Die Ehre, das erste indische Restaurant in Großbritannien und weithin als das erste in Europa eröffnet zu haben, gebührt einem außergewöhnlichen Mann: Sake Dean Mahomed.

Sake Dean Mahomed wurde um Mai 1759 in Patna, einer Stadt im heutigen indischen Bundesstaat Bihar, geboren. Er stammte aus einer muslimischen Familie. Schon in jungen Jahren kam er in Kontakt mit der Britischen Ostindien-Kompanie (East India Company, EIC). Nach dem Tod seines Vaters trat er in den Dienst von Captain Godfrey Evan Baker, einem anglo-irischen Offizier. Er diente in der Bengal-Armee der EIC, zunächst als angehender Chirurg und später in militärischer Funktion. Seine Erfahrungen während dieser Zeit, seine Reisen durch Nordostindien und seine Beobachtungen der indischen Kultur, des Handels und der Konflikte hielt er später in einem bemerkenswerten Buch fest.

Ein Leben zwischen Welten: Dean Mahomeds frühe Jahre und Unternehmungen

Im Jahr 1782 verließ Dean Mahomed den Dienst der Armee und begleitete Captain Baker nach Irland. Dieser Schritt war für die damalige Zeit ungewöhnlich und zeugte von seiner Anpassungsfähigkeit und seinem Unternehmergeist. In Irland verfasste er sein bereits erwähntes Buch 'The Travels of Dean Mahomet', das 1794 veröffentlicht wurde. Dieses Werk in Briefform bot westlichen Lesern faszinierende Einblicke in Indien aus erster Hand. Es war eines der ersten Bücher, das von einem Inder in englischer Sprache veröffentlicht wurde und bot eine einzigartige Perspektive, auch wenn Mahomed sich darin oft mit einer europäischen kulturellen Brille sah.

Nach seiner Zeit in Irland zog Sake Dean Mahomed nach England. Bevor er sich der Gastronomie zuwandte, machte er sich mit einer anderen Innovation einen Namen. Er arbeitete in London für Basil Cochrane, einen ehemaligen Angestellten der EIC, der Dampfbäder nach indischem Vorbild (bekannt als 'champi') in England etablierte. Mahomed soll maßgeblich an der Einführung und Popularisierung dieser Technik, die wir heute als 'Shampooing' kennen (ursprünglich eine Form der indischen Massage), beteiligt gewesen sein.

Später, im Jahr 1814, eröffnete Mahomed in Brighton sein eigenes Badehaus, die 'Mahomed's Baths'. Dieses luxuriöse Etablissement am Meer bot therapeutische Bäder und Massage mit indischen Ölen an. Die Bäder waren äußerst erfolgreich und Mahomed wurde als 'Dr. Brighton' bekannt. Sogar Könige wie Georg IV. und Wilhelm IV. zählten zu seinen Kunden. Dieser Erfolg im Badehausgeschäft unterstreicht seinen innovativen Geist und seine Fähigkeit, indische Praktiken erfolgreich in den westlichen Markt einzuführen.

Das Hindoostane Coffee House: Eine kulinarische Revolution

Doch zurück zu seiner Rolle in der Gastronomie. Lange bevor er in Brighton mit seinen Bädern Furore machte, war Sake Dean Mahomed in London aktiv. Im Jahr 1810 eröffnete er in der George Street in London das Hindoostane Coffee House. Dieses Lokal gilt weithin als das erste indische Restaurant, das in Großbritannien und damit auch in Europa seine Türen öffnete.

Die Eröffnung des Hindoostane Coffee House war ein bahnbrechender Schritt. Bis dahin war indisches Essen in Großbritannien weitgehend auf die Haushalte von Angestellten der Ostindien-Kompanie beschränkt, die indische Köche oder Diener mitbrachten. Mahomed machte indische Gerichte erstmals einem breiteren öffentlichen Publikum zugänglich. Ein 'Coffee House' in dieser Zeit war oft mehr als nur ein Ort für Kaffee; es war ein sozialer Treffpunkt, ein Ort für Nachrichten und Diskussionen und bot oft auch leichte Mahlzeiten an. Mahomeds Etablissement bot indische Currys und andere Gerichte an, die auf die englischen Gaumen zugeschnitten waren, aber dennoch die exotischen Aromen Indiens präsentierten.

Das Hindoostane Coffee House war nicht sofort ein durchschlagender Erfolg, und Mahomed sah sich, wie er selbst in seinen Schriften über das Shampooing erwähnte, anfänglichem Widerstand und Skepsis gegenüber neuen Ideen ausgesetzt. Dennoch legte er den Grundstein für eine Entwicklung, die heute unumkehrbar ist. Die Idee, indisches Essen außerhalb Indiens in einem öffentlichen Lokal anzubieten, war revolutionär.

Die Bedeutung des Hindoostane Coffee House als Pionierstätte wird heute anerkannt. Im Jahr 2005 enthüllte die Stadt Westminster eine Gedenktafel (eine sogenannte Green Plaque) in der Nähe des ursprünglichen Standorts in der George Street, London, um an die Eröffnung dieses historischen Restaurants zu erinnern.

Welches indische Restaurant gehört Priyanka Chopra?
Chopra Jonas eröffnete Sona 2021 gemeinsam mit ihrem Freund und ehemaligen Geschäftspartner Maneesh K. Goyal. Das Restaurant mit dem Namen „Sona“, was auf Hindi „Gold“ bedeutet, wurde auf Vorschlag des Ehemanns der Schauspielerin, des Sängers Nick Jonas, benannt.

Vom Pionier zum globalen Phänomen

Sake Dean Mahomed verstarb 1851 in Brighton im Alter von über 90 Jahren. Obwohl er nach seinem Tod für einige Zeit in Vergessenheit geriet, wurde seine Bedeutung als erster indischer Autor in englischer Sprache und als Pionier im Bereich des 'Shampooing' und der Gastronomie im späten 20. und 21. Jahrhundert wiederentdeckt und gewürdigt. Ein Google Doodle im Jahr 2019 erinnerte ebenfalls an ihn.

Sein Erbe lebt in den Tausenden von indischen Restaurants auf der ganzen Welt weiter. Was mit einem einzigen mutigen Lokal in London begann, hat sich zu einem globalen Phänomen entwickelt. Die indische Küche hat sich angepasst, weiterentwickelt und ist zu einem integralen Bestandteil der internationalen kulinarischen Landschaft geworden.

Der Vergleich zwischen Sake Dean Mahomeds Hindoostane Coffee House und einem modernen, von einem Prominenten unterstützten Restaurant wie Sona zeigt die enorme Entwicklung, die die indische Gastronomie im Westen durchlaufen hat. Vom anfänglichen Wagnis, völlig neue Aromen einzuführen, bis hin zu hochkarätigen Lokalen, die Teil der globalen Unterhaltungswelt sind, hat die indische Küche eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Die Schließung eines Restaurants wie Sona mag das Ende eines Kapitels sein, aber die Geschichte der indischen Gastronomie in der Welt, die von Pionieren wie Sake Dean Mahomed begonnen wurde, ist noch lange nicht zu Ende.

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zu den Themen dieses Artikels:

Wem gehörte das Restaurant Sona in New York?

Das Restaurant Sona in New York wurde mit Priyanka Chopra Jonas als Mitbegründerin in Verbindung gebracht. Sie hat sich jedoch kürzlich als Mitbegründerin zurückgezogen, und kurz darauf wurde die Schließung des Restaurants angekündigt.

Warum schließt das Restaurant Sona?

Laut der Ankündigung auf Instagram schließt Sona, nachdem sich Priyanka Chopra Jonas als Mitbegründerin zurückgezogen hat. Die genauen Gründe für die Schließung wurden nicht weiter ausgeführt.

Wann schließt Sona endgültig?

Der letzte Tag, an dem das Restaurant Sona geöffnet sein wird, ist der 30. Juni.

Wer gilt als Gründer des ersten indischen Restaurants in Großbritannien/Europa?

Als Gründer des ersten indischen Restaurants in Großbritannien und weithin in Europa gilt Sake Dean Mahomed.

Wie hieß das erste indische Restaurant?

Das Restaurant, das Sake Dean Mahomed in London eröffnete und das als das erste indische Restaurant gilt, trug den Namen Hindoostane Coffee House.

Wo befand sich das Hindoostane Coffee House?

Das Hindoostane Coffee House befand sich in der George Street in London.

Was machte Sake Dean Mahomed noch außer dem Restaurant?

Sake Dean Mahomed war ein vielseitiger Unternehmer und Autor. Er schrieb eines der ersten Bücher eines Inders in englischer Sprache ('The Travels of Dean Mahomet') und etablierte ein erfolgreiches Badehausgeschäft in Brighton ('Mahomed's Baths'), wo er therapeutisches 'Shampooing' (indische Massagebäder) anbot.

Die Geschichten von Sona und dem Hindoostane Coffee House, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind Teil der fortlaufenden Geschichte der indischen Küche und ihrer globalen Reise.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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