Wer ist der Eigentümer des Fichtelberghauses?

Fichtelberghaus: Verkauf und Zukunft auf 1215m

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Das Fichtelberghaus, ein Wahrzeichen auf dem Gipfel des höchsten Berges Sachsens, hat eine bewegte Geschichte hinter sich und blickt nun einer neuen Ära entgegen. Gelegen auf 1215 Metern Höhe, ist es nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein zentraler Punkt für den Tourismus in der Region um Oberwiesenthal. Kürzlich stand das Haus im Mittelpunkt einer wichtigen Entscheidung, die seine Zukunft maßgeblich prägen wird.

Hat das Fichtelberghaus noch geöffnet?
Das Haus wurde neu gestrichen und gestaltet. Der Landkreis Erzgebirge ist Eigentümer des Fichtelberghauses. Die ehemalige Pächter-Familie hatte im Herbst angekündigt, das Hotel ab 17. Oktober zu schließen.

Der Verkauf des Fichtelberghauses: Ein Wendepunkt

Die Entscheidung fiel auf der 6. Sitzung des Erzgebirgs-Kreistages und war zweifellos der Höhepunkt der Tagesordnung: der Verkauf des Fichtelberghauses und des umliegenden Fichtelbergplateaus. Dieser Schritt wurde notwendig, da der bisherige Eigentümer, der Erzgebirgskreis, vor erheblichen finanziellen Herausforderungen stand. Die notwendige Sanierung der Liegenschaft wurde als extrem kostspielig eingeschätzt, mit erwarteten Ausgaben im hohen einstelligen Millionenbereich. Eine Last, die der Kreis allein nicht tragen wollte oder konnte.

Nach intensiven Beratungen und der Prüfung verschiedener Optionen wurde der Verkauf des traditionsreichen Hauses beschlossen. Um 19:20 Uhr an jenem Sitzungstag war es offiziell: Mit großer Mehrheit stimmten die Kreisräte für die Veräußerung der Immobilie. Dies markiert einen bedeutenden Einschnitt in der Geschichte des Fichtelberghauses.

Wer ist der neue Eigentümer? Die Unternehmerfamilie Gläß

Der Zuschlag für den Kauf ging an die Fichtelberghaus Invest GmbH, hinter der die in der Region bekannte Unternehmerfamilie Gläß steht. Diese Wahl ist aus verschiedenen Gründen naheliegend und strategisch. Die Familie Gläß ist bereits tief im Tourismus am Fichtelberg verwurzelt. Sie waren nicht nur die bisherigen Pächter des Fichtelberghauses, sondern sind auch Eigentümer weiterer wichtiger touristischer Infrastruktur am Berg, darunter die Fichtelbergschwebebahn, der Vierer-Sessellift sowie die Sommerrodelbahn O´thalcoaster. Diese Konstellation verspricht Synergien und eine koordinierte Entwicklung des gesamten Fichtelbergplateaus.

Die Entscheidung des Kreistages war eindeutig: Nur fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen standen dem Verkauf gegenüber. Als Kaufpreis wurde die Summe von 1,975 Millionen Euro genannt. Mit diesem Verkauf verbindet der Erzgebirgskreis die Hoffnung auf eine klassische Win-Win-Situation: Der Landkreis wird von den hohen Kosten für die dringend benötigte Sanierung entlastet, während die Investorenfamilie Gläß die Möglichkeit erhält, durch gezielte Investitionen den Tourismus in Kurort Oberwiesenthal weiter anzukurbeln und das Fichtelberghaus zukunftsfähig zu machen.

Im Vorfeld des Verkaufs hatte der Landkreis ein Bewertungsgremium eingesetzt, das aus Vertretern aller Fraktionen und dem Landrat bestand. Dieses Gremium hatte nach mehreren Sitzungen den Verkauf des Fichtelbergplateaus inklusive des Hauses an die Fichtelberghaus Invest GmbH empfohlen. Interessanterweise erwarb die Stadt Kurort Oberwiesenthal im Zuge des Verkaufs ein rund 3.000 Quadratmeter großes Grundstück direkt vor dem Fichtelberghaus vom Landkreis. Dies ermöglicht der Stadt, ebenfalls Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung des unmittelbaren Gipfelbereichs zu nehmen.

Zukunftspläne und Verpflichtungen

Mit dem Erwerb des Fichtelberghauses gehen für die Unternehmerfamilie Gläß auch klare Verpflichtungen einher. Die Investorenfamilie ist vertraglich dazu angehalten, innerhalb der kommenden fünf Jahre erhebliche Mittel in die Modernisierung des Hauses zu stecken. Sollten diese Investitionen nicht im vereinbarten Umfang erfolgen, droht eine Vertragsstrafe. Zudem hat sich der Landkreis Erzgebirge ein Vorkaufsrecht gesichert. Dies bedeutet, sollte der neue Eigentümer die Immobilie wider Erwarten erneut verkaufen wollen, hat der Landkreis die Möglichkeit, das Haus zurückzukaufen.

Constantin Gläß, ein Vertreter der Familie Gläß, äußerte sich zu den bevorstehenden Aufgaben. Er betonte, dass Investitionen in die Infrastruktur des Hauses unerlässlich seien. Dazu gehören unter anderem die Erneuerung der Gasheizung, die Modernisierung der Sanitärbereiche und die Überarbeitung der Elektrik. Darüber hinaus soll das Ambiente des Hauses moderner und attraktiver gestaltet werden, um den Erwartungen heutiger Gäste gerecht zu werden.

Trotz der notwendigen und umfangreichen Investitionen sieht Constantin Gläß das Projekt auch als persönliche Herzensangelegenheit. Er räumt offen ein, dass der Fokus bei diesem Engagement nicht allein auf dem schnellen Profit liegt. Seine realistische Einschätzung des Tourismus in Oberwiesenthal als „keine Cash-Cow“ unterstreicht, dass die Motivation für den Kauf auch in der Verbundenheit zur Region und dem Wunsch liegt, den Fichtelberg als touristisches Zentrum langfristig zu stärken.

Das Fichtelberghaus heute: Wiedereröffnung und erste Neuerungen

Das Fichtelberghaus hat, nach einer kurzfristigen Schließung aufgrund eines Pächterwechsels, seine Türen wieder geöffnet und empfängt erneut Gäste. Die vorherige Pächterfamilie hatte sich nach 20 Jahren zurückgezogen und dies unter anderem mit Mängeln beim Brandschutz begründet, deren Behebung sie vom Eigentümer, dem Landkreis, forderte.

Bereits vor dem Verkauf und der Wiedereröffnung wurden seitens des Landkreises Maßnahmen ergriffen, um einige der dringendsten Mängel zu beheben. So wurden während einer Schließzeit im Frühjahr wesentliche Brandschutzmaßnahmen durchgeführt, darunter die Erneuerung und der Einbau von Brandschutzklappen in verschiedenen Bereichen des Hauses wie dem Untergeschoss, den Restaurant-WCs und der Küche sowie im Sauna- und Wellnessbereich. Diese Baumaßnahmen beliefen sich auf rund 250.000 Euro und stellten eine wichtige Investition in die Sicherheit des Hauses dar, noch bevor der Verkauf finalisiert war.

Unter der neuen Leitung beziehungsweise dem neuen Pächter, der eng mit der Liftgesellschaft Oberwiesenthal (LGO) verbunden ist, wurde das Haus für die Wiedereröffnung vorbereitet. Projektleiter Erik Schulze von der LGO berichtete von zahlreichen Arbeiten, die im Innenbereich abgeschlossen wurden. So wurden in allen 30 Gästezimmern professionelle Rauchmelder nachgerüstet – eine direkte Reaktion auf die zuvor genannten Brandschutzbedenken. Zudem wurde modernes WLAN im gesamten Haus installiert, was für heutige Gäste ein wichtiger Komfortfaktor ist. Auch optisch gab es Veränderungen: Das Haus wurde neu gestrichen und gestaltet, um eine frischere und einladendere Atmosphäre zu schaffen.

Die Gastronomie und das Angebot im Fichtelberghaus

Das Fichtelberghaus ist nicht nur ein Hotel, sondern auch ein beliebtes Restaurant auf dem Gipfel. Es bietet etwa 140 Plätze in seinen „Erzgebirgsstuben“, die den Gästen vertraut sein dürften. Das gastronomische Konzept setzt auf regionale Produkte. Zu den kulinarischen Highlights zählen unter anderem frische Forellen sowie ein besonderes Brotzeitbrett. Auf Anfrage werden auch vegetarische, milchfreie und vegane Speisen angeboten, um unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen gerecht zu werden. Die einzigartige Lage direkt am Gipfel, wo der Sessellift endet und drei Skipisten ins Tal führen, macht das Restaurant zu einem idealen Einkehrpunkt für Wanderer, Skifahrer und Tagesausflügler.

Neben dem Restaurant und den 30 Gästezimmern bietet das Fichtelberghaus weitere Annehmlichkeiten, die den Aufenthalt auf dem Berg angenehm gestalten. Dazu gehören eine Gemeinschaftslounge, eine Terrasse mit hoffentlich fantastischem Ausblick, eine Sauna zum Entspannen nach sportlichen Aktivitäten sowie ein Zimmerservice. Die Gegend rund um den Fichtelberg ist, wie erwähnt, ganzjährig ein Paradies für Outdoor-Aktivitäten, was das Fichtelberghaus zu einem attraktiven Ausgangspunkt oder Ziel für Wanderungen und Skitouren macht.

Die historische Bedeutung des Fichtelbergs und des Hauses

Der Fichtelberg ist mit seinen 1215 Metern nicht nur der höchste Berg Sachsens, sondern auch ein Ort mit langer touristischer Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Das Fichtelberghaus ist seit jeher ein zentraler Bestandteil dieser Tradition. Als Gipfelhaus bietet es Schutz, Verpflegung und Unterkunft in exponierter Lage.

Ein weiteres historisches Wahrzeichen, das untrennbar mit dem Fichtelberg und dem Fichtelberghaus verbunden ist, ist die Fichtelberg Schwebebahn. Sie ist die älteste Seilschwebebahn Deutschlands und ermöglicht seit vielen Jahrzehnten den bequemen Aufstieg auf den Gipfel. Eine Fahrt mit der Schwebebahn bietet, besonders bei gutem Wetter, einen unvergleichlichen Panoramablick über das Erzgebirge und ist für viele Besucher fester Bestandteil ihres Fichtelberg-Erlebnisses. Der Gipfel ist somit nicht nur Ziel der Schwebebahn, sondern auch Ausgangspunkt für zahlreiche Wander- und Radwege im Sommer sowie für die verschiedenen Skipisten im Winter. Das Fichtelberghaus liegt genau in diesem pulsierenden Zentrum des Gipfelgeschehens.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Wer ist der neue Eigentümer des Fichtelberghauses?
    Das Fichtelberghaus gehört nun der Fichtelberghaus Invest GmbH, hinter der die Unternehmerfamilie Gläß steht.
  • Warum wurde das Fichtelberghaus verkauft?
    Der bisherige Eigentümer, der Erzgebirgskreis, sah sich mit sehr hohen Kosten für notwendige Sanierungen konfrontiert, die er nicht tragen wollte.
  • Was hat das Fichtelberghaus gekostet?
    Der Kaufpreis für das Fichtelberghaus und das Plateau betrug 1,975 Millionen Euro.
  • Ist das Fichtelberghaus noch geöffnet?
    Ja, nach einer kurzzeitigen Schließung im Herbst hat das Fichtelberghaus unter neuer Leitung wieder geöffnet.
  • Welche Renovierungen sind geplant?
    Der neue Eigentümer plant Investitionen in Gasheizung, Sanitärbereiche, Elektrik und die Modernisierung des Ambientes. Er ist vertraglich zu umfangreichen Investitionen in den nächsten fünf Jahren verpflichtet.
  • Wie hoch ist der Fichtelberg?
    Der Fichtelberg ist mit 1215 Metern der höchste Berg in Sachsen.
  • Was bietet das Fichtelberghaus heute?
    Das Haus verfügt über 30 Gästezimmer, ein Restaurant mit etwa 140 Plätzen (Erzgebirgsstuben), eine Sauna, eine Gemeinschaftslounge, eine Terrasse und bietet kostenloses WLAN. Es werden regionale Speisen angeboten.

Der Verkauf des Fichtelberghauses markiert das Ende der Ära unter der Eigentümerschaft des Landkreises und den Beginn eines neuen Kapitels unter der Leitung der Familie Gläß. Mit klaren Investitionsverpflichtungen und einer tiefen Verbundenheit zur Region besteht die Hoffnung, dass das Fichtelberghaus seine Rolle als zentraler Anziehungspunkt am Fichtelberg in Zukunft noch stärker ausfüllen wird und Tradition mit modernem Komfort vereint.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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