Das Jahr 2017 markierte einen Wendepunkt für ein historisches Gebäude in Kassel: Der Renthof feierte seine glanzvolle Wiederauferstehung. Dieses Mammutprojekt, sowohl finanziell als auch organisatorisch, entwickelte sich schnell zu einem neuen Lieblingsort des Kasseler Gastronomie- und Feierpublikums. Eine Hauptattraktion dieses documenta-Sommers, die zwar nicht in offiziellen Kunstkatalogen gelistet war, aber dennoch Besucher in Scharen anzog.

Eng verbunden mit diesem faszinierenden Ort ist einer seiner Macher: Rainer Holzhauer. Bekannt als kulinarisches Gesicht der nordhessischen Gastro-Gruppe „Grischäfer“, war er im Eröffnungsjahr nahezu täglich in seinem jüngsten Herzensprojekt, dem Kasseler Renthof, anzutreffen. Wir werfen einen Blick zurück auf sein turbulentes Jahr 2017 und die besonderen Erlebnisse, die dieser historische Ort mit sich brachte.
Die glanzvolle Eröffnung und erste Höhepunkte
Die Eröffnungsparty im Renthof war ein voller Erfolg. Fast ganz Nordhessen schien sich im Innenhof zu drängen und ausgelassen zu feiern. Für Rainer Holzhauer war dies zweifellos ein bedeutender Moment. Doch, wie er selbst berichtet, gab es kurz darauf ein Ereignis, das diesen Moment noch übertraf und als noch größer empfunden wurde.
Gleich nach der offiziellen Eröffnung beehrte hoher Besuch den Renthof: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und sein griechischer Amtskollege waren zu Gast. Dieser Staatsbesuch zur documenta 14-Eröffnung war für das frisch eröffnete Haus nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine superspannende Herausforderung, die mit Bravour gemeistert wurde.
Ein Präsidentenbesuch – Logistik und Sicherheit
Die Vorbereitungen für einen Staatsbesuch dieses Kalibers waren intensiv und erforderten höchste Professionalität. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, welch immenser Aufwand betrieben wurde, um die Sicherheit der hohen Gäste zu gewährleisten. Das Haus wurde im Vorfeld mehrfach gründlich überprüft.
Es gab intensive Kontakte zur Polizei, dem Regierungspräsidium und dem Landeskriminalamt in Wiesbaden. Teams von bis zu 25 Personen besichtigten das Gebäude und befanden den Ort schließlich für gut geeignet. Ein entscheidender Vorteil des Renthofs ist seine bauliche Beschaffenheit: Er ist fast wie eine Burg aufgebaut und kann von außen effektiv abgeriegelt werden. Kurz vor dem Eintreffen der Präsidenten wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Spürhunde durchkämmten die Räumlichkeiten, Zufahrten wurden gesperrt und – was besonders eindrucksvoll war – sogar Scharfschützen wurden postiert. Diese befanden sich in umliegenden Gebäuden, wie dem benachbarten Dentallabor, auf dem Gelände des Regierungspräsidiums und auf der anderen Seite des Steinwegs.
Der Moment, als die schwarzen Limousinen vorfuhren und die Präsidenten ausstiegen, war für die Gastgeber sichtlich bewegend. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier stellte Rainer Holzhauer, Kirstin Homburg-Kleinkauf und Uwe Kleinkauf den Präsidenten persönlich vor – als die „Hausherren“ des Renthofs. Ein unglaublich schöner und denkwürdiger Moment, der die Bedeutung und den Erfolg des Projekts unterstrich.
Kulinarische Diplomatie – Das Menü für die Präsidenten
Die Wahl des Menüs für die Präsidenten und ihre 180 Gäste war keine alltägliche Aufgabe. Sie wurde sorgfältig im Haus mit Protokollvertretern aus Wiesbaden und Berlin abgestimmt. Der Renthof setzt bei hohen Anlässen gerne auf regionale Identität und serviert nordhessische Spezialitäten. Dieser Vorschlag stieß sofort auf Zustimmung. Das servierte Menü war bewusst so konzipiert, dass es sowohl regional verankert als auch logistisch gut umsetzbar war, da die Gäste nur eine knappe Stunde Zeit für drei Gänge hatten.
Das Menü bestand aus:
| Gang | Gericht | Besonderheit |
|---|---|---|
| Vorspeise | Geräuchertes Forellenfilet mit kleinem Salat | aus Fritzlar (regionale Herkunft) |
| Hauptspeise | Kalbsfilet auf Grüner Sauce | Klassiker der Region |
| Dessert | Schmandmousse mit Roter Grütze | Leichtes, fruchtiges Dessert |
Dieses Menü wurde als „ganz einfach und superleicht rauszugeben“ beschrieben, was bei dem knappen Zeitplan und der großen Gästeanzahl entscheidend war. Die Resonanz war durchweg positiv. Bundespräsident Steinmeier bedankte sich und fand alles wunderbar. Der gesamte Ablauf funktionierte reibungslos, und es gab nur glückliche Gesichter – auch beim Protokoll, da der Zeitplan perfekt eingehalten wurde.
Jenseits von Staatsgästen – Weitere denkwürdige Ereignisse
Der Sommer 2017 im Renthof war geprägt von vielfältigen und teils außergewöhnlichen Begegnungen. Neben dem Staatsbesuch gab es weitere Veranstaltungen, die in Erinnerung blieben und die Bandbreite der Möglichkeiten des Renthofs zeigten.
Eine besonders skurrile Episode war der Besuch eines afrikanischen documenta-Sponsors. Dieser mietete für ein Fest mit 100 Gästen das gesamte Haus. Obwohl der Mann den Ort prinzipiell toll fand, erschien ihm die vorhandene Ausstattung nicht „galamäßig“ genug. Ohne zu zögern, ließ er praktisch alle Möbel heraustragen und durch komplett neues Mobiliar ersetzen. Der Aufwand war unglaublich. Allein die Blumendekoration wurde auf Kosten von schätzungsweise 10.000 Euro geschätzt. Sogar ein eigener afrikanischer Koch wurde für die Veranstaltung engagiert. Bei diesem Ereignis spielte Geld offensichtlich keine Rolle.
Rainer Holzhauer beschreibt dieses Fest als beeindruckend, aber auch als ein Ereignis, das mit dem nordhessischen Stil des Hauses wenig zu tun hatte. Am Ende war es „bloß ein Fest“, aber der Gastgeber war glücklich. Diese Episode verdeutlichte die Flexibilität und die Fähigkeit des Renthofs, auch sehr individuelle und extravagante Wünsche zu erfüllen.
Das Team hinter dem Erfolg – Partnerschaft und Rollen
Ein Großprojekt wie der Renthof erfordert ein engagiertes und gut funktionierendes Team. Rainer Holzhauer war im Eröffnungsjahr fast jeden Tag vor Ort. Seine Präsenz war wichtig, um sicherzustellen, dass im Gastronomiebereich alles reibungslos ablief und sich gut einspielte. Er blieb so lange täglich präsent, bis er das Gefühl hatte, dass die Abläufe komplett etabliert waren und von alleine liefen.
Der Renthof wird von einem Dreierteam betrieben: Rainer Holzhauer und den Kasseler Eheleuten Kirstin Homburg-Kleinkauf und Uwe Kleinkauf. Diese Partnerschaft wird als sehr freundschaftlich beschrieben, und Rainer Holzhauer schätzt sich glücklich, solche Partner gefunden zu haben. Obwohl jeder bestimmte Aufgabenbereiche hat, organisieren und verantworten sie das Großprojekt gemeinsam. Diese enge Zusammenarbeit war entscheidend für die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen des ersten Jahres.
Innerhalb der Familie Holzhauer gibt es eine klare Arbeitsteilung. Rainer Holzhauer ist für den Renthof, die Außer-Haus-Geschichten wie Caterings und Feste sowie die Kaskadenwirtschaft im Bergpark verantwortlich. Sein Bruder Frank Holzhauer hat mit dem Renthof nichts zu tun; er ist Geschäftsführer des Stammhauses „Grischäfer“ in Bad Emstal und kümmert sich dort unter anderem um Angebote und Rechnungen. Diese Aufteilung ermöglichte es Rainer Holzhauer, sich voll auf das neue Projekt in Kassel zu konzentrieren.
Der Documenta-Effekt – Ein internationaler Treffpunkt
Die documenta 14 prägte den Sommer 2017 in Kassel maßgeblich, und der Renthof wurde zu einem zentralen „Tummelplatz für eine internationale Kunstgemeinde“. Während Rainer Holzhauer selbst aufgrund der intensiven Arbeit im Renthof nur wenig Zeit fand, die Kunstausstellung zu besuchen – am ehesten noch im Post-Café in der Hauptpost, das ebenfalls von seiner Gruppe betrieben wurde –, hatte er sehr viel mit den Menschen der documenta zu tun.
Viele documenta-Künstler wohnten im Hotel des Renthofs, ebenso wie ein großer Teil des Kunstpublikums. Im Sommer kamen 60 bis 70 Prozent der Gäste aus anderen Ländern. Diese internationale Präsenz war für das Haus und das Team absolut bereichernd und schuf ein ganz wunderbares, lebendiges internationales Gefühl. Der Renthof wurde so zu einem wichtigen Treffpunkt und Unterkunftsort für die globalen Besucher der Kunstschau.
Rainer Holzhauer – Ein Porträt des Gastgebers
Rainer Holzhauer, 53 Jahre alt (Stand des Interviews), ist eine feste Größe in der nordhessischen Gastronomielandschaft. Seine Lehr- und Wanderjahre als Küchenchef führten ihn durch renommierte Sternerestaurants in Baden und Frankreich, wo er wertvolle Erfahrungen sammelte. Später stieg er in das elterliche Landgasthaus Grischäfer in Bad Emstal ein.
Gemeinsam mit seinem Bruder Frank übernahm er 1995 den Betrieb und baute ihn zu einer in ganz Nordhessen aktiven Gastronomiegruppe aus. Diese umfasst diverse Lokale sowie Schauplätze für Caterings, Kulturveranstaltungen und Festlichkeiten. Seit 2017 betreibt Rainer Holzhauer den Renthof in Kassel zusammen mit den Eheleuten Kleinkauf. Privat lebt Holzhauer im alten Bahnhofsgebäude von Balhorn und ist Vater von vier Kindern, die jüngste davon mit seiner Partnerin.
Häufig gestellte Fragen zum Renthof Kassel und Rainer Holzhauer
Wem gehört der Renthof Kassel?
Der Renthof Kassel wird von einem Team betrieben. Hauptpartner sind Rainer Holzhauer und die Kasseler Eheleute Kirstin Homburg-Kleinkauf und Uwe Kleinkauf. Sie verantworten das Projekt gemeinsam.
Was war das größte Highlight im Eröffnungsjahr 2017?
Laut Rainer Holzhauer war der Staatsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos zur documenta-Eröffnung das größte Highlight, noch vor der Eröffnungsparty selbst.
Welche Art von Essen wurde beim Staatsbesuch serviert?
Beim Staatsbesuch wurden nordhessische Spezialitäten serviert, darunter geräuchertes Forellenfilet aus Fritzlar, Kalbsfilet auf Grüner Sauce und Schmandmousse mit Roter Grütze.
Wie profitierte der Renthof von der documenta 14?
Der Renthof wurde während der documenta 14 zu einem wichtigen Treffpunkt. Viele Künstler und ein großer Teil des internationalen Kunstpublikums wohnten im Hotel, was für ein wunderbares internationales Flair sorgte. 60-70 Prozent der Gäste kamen in dieser Zeit aus dem Ausland.
Ist Rainer Holzhauer immer noch im Renthof aktiv?
Im Eröffnungsjahr 2017 war Rainer Holzhauer fast täglich im Renthof präsent, um sicherzustellen, dass sich alle Abläufe einspielen. Er ist weiterhin Mitbetreiber und Teil des verantwortlichen Teams.
Fazit: Ein erfolgreicher Start in turbulenten Zeiten
Das Jahr 2017 war für den Renthof Kassel und seinen Mitbetreiber Rainer Holzhauer zweifellos turbulent, aber auch außerordentlich erfolgreich. Die Wiederbelebung des historischen Gebäudes war ein Kraftakt, der sich gelohnt hat. Von der rauschenden Eröffnungsparty über einen beeindruckenden <Staatsbesuch> und extravagante private Feiern bis hin zur Rolle als internationaler Hotspot während der <Documenta> – der Renthof meisterte die Herausforderungen mit Bravour.
Die enge <Partnerschaft> zwischen Rainer Holzhauer und den Eheleuten Kleinkauf erwies sich als tragende Säule des Erfolgs. Sie schufen einen Ort, der sowohl seine <Nordhessisch>en Wurzeln ehrt, wie das Menü für die Präsidenten zeigte, als auch offen für internationale Einflüsse ist. Rainer Holzhauers Engagement und seine langjährige Erfahrung in der <Gastronomie> haben maßgeblich dazu beigetragen, den Renthof zu dem florierenden Ort zu machen, der er heute ist. Das turbulente Eröffnungsjahr legte den Grundstein für eine vielversprechende Zukunft.
Hat dich der Artikel Renthof Kassel: Holzhauers turbulentes Jahr 2017 interessiert? Schau auch in die Kategorie Gastronomie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
