Wem gehört der Müggelsee?

Der Müggelsee: Berlins größtes Wasserparadies

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Der Müggelsee in Berlin, im Osten der Stadt gelegen, ist nicht nur der größte See der Hauptstadt, sondern auch ein zentraler Ort für Freizeit und Erholung. Mit seiner beeindruckenden Wasserfläche bietet er Einheimischen und Besuchern gleichermaßen vielfältige Möglichkeiten, die Natur zu genießen und dem Großstadttreiben zu entfliehen. Doch der See hat mehr zu bieten als nur Badespaß und Bootsfahrten; seine Geografie, Geschichte und ökologische Bedeutung machen ihn zu einem faszinierenden Bestandteil der Berliner Landschaft.

Wem gehört der Müggelsee?
Der Müggelsee ist Bestandteil der Bundeswasserstraße Müggelspree (MgS) als Wasserstraßenklasse III, die rechtlich zur Spree-Oder-Wasserstraße gehört; zuständig ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel.

Geografie und Entstehung

Mit einer Wasserfläche von über 7,4 Quadratkilometern ist der Müggelsee unbestritten Berlins größter See. Er erstreckt sich über eine maximale Länge von 4,3 Kilometern und eine Breite von 2,6 Kilometern, wobei die östlich gelegenen "Die Bänke" mit eingeschlossen sind. Seine tiefste Stelle erreicht immerhin acht Meter.

Die Entstehung des Müggelsees und der angrenzenden Müggelberge, die mit 115 Metern die höchsten natürlichen Erhebungen Berlins darstellen, ist auf das Pleistozän zurückzuführen. Diese eiszeitliche Prägung formte die heutige Landschaft maßgeblich.

Ein markantes Wahrzeichen in der Nähe ist der Müggelturm auf dem Kleinen Müggelberg. Seit seiner Errichtung im Jahr 1961 bietet er einen weitreichenden Panoramablick über den See, die umliegenden Wälder und sogar bis zur Silhouette Berlins – ein beliebtes Ziel für Ausflügler.

Der See ist hydrologisch eng in das regionale Gewässersystem eingebunden. Die Spree durchfließt ihn und wird westlich von Fürstenwalde bis Köpenick als Müggelspree bezeichnet, bevor sie den See erreicht. Von Nordnordosten mündet zudem das Fredersdorfer Mühlenfließ in den Müggelsee.

Von großer Bedeutung für die Wasserversorgung Berlins ist das Wasserwerk Friedrichshagen am Nordufer. Ein Großteil des Rohwassers wird hier dem See entnommen. Zusätzlich fördern zahlreiche Tiefbrunnen in Ufernähe Uferfiltrat und Grundwasser. Allerdings gibt es Herausforderungen: Seit 2013 werden regelmäßig Sulfatbelastungen festgestellt, die über den Trinkwassergrenzwerten liegen. Diese Sulfate stammen hauptsächlich aus den Braunkohle-Tagebauen der Lausitz und könnten langfristig die Trinkwasserversorgung beeinflussen.

Etwa 750 Meter südlich des Großen Müggelsees liegt der kleinere Teufelssee, der das Seenensemble in dieser Region ergänzt.

Die Herkunft des Namens "Müggel"

Die Bezeichnung "Müggel" hat eine lange Geschichte. Laut Gerhard Schlimpert finden sich die ersten schriftlichen Erwähnungen bereits im "Codex diplomaticus Brandenburgensis". Dort ist von "den Tyns in der Miggel" (1394) und "von der Miggelseh" (1487) die Rede.

Die genaue Herkunft des Wortes bleibt jedoch unklar und Gegenstand von Diskussionen. Die früher verbreitete Ableitung aus dem urslawischen Wort "mogyla", was so viel wie Grab, Grabhügel oder Erdhügel bedeutet, wird von Schlimpert als nicht haltbar zurückgewiesen.

Wahrscheinlicher erscheint ihm eine vorslawische, germanische Wurzel. Er vermutet einen Zusammenhang mit der indogermanischen Wurzel "migh-" oder "mighla", die sich auf Nebel oder Wolken bezieht. Als Beispiel dafür wird das niederländische Wort "miggelen" genannt, das "staubregnen" bedeutet.

Interessant ist auch der Ursprung des Wortbestandteils "Heim" im Namen des Ortsteils Müggelheim. Nach Schlimperts Analysen brachten Pfälzer Siedler um 1750 diesen Teil des Namens aus ihrer Heimat, dem Ort Odernheim, mit, als sie das Dorf gründeten.

Geschichte, Freizeit und Verkehr am Müggelsee

Der Müggelsee spielt eine wichtige Rolle für die Freizeitgestaltung und Erholung, insbesondere für die östlichen Stadtteile Berlins. Seine Ufer und das Wasser ziehen jährlich zahlreiche Besucher an.

Ein herausragendes Beispiel für die Beliebtheit ist das Strandbad Müggelsee, das laut Angaben von 2009 von über 100.000 Menschen pro Jahr besucht wird. Es ist ein zentraler Anlaufpunkt für Badegäste im Sommer.

Als Binnenschifffahrtsstraße unterliegt der Große Müggelsee der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Wer ein Sportboot mit mehr als 15 PS Motorleistung oder ein Segelboot führen möchte, benötigt den Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen). Die Nutzung von Sportbooten mit in Betrieb gesetztem Verbrennungsmotor ist zudem auf die Fahrrinne in der Mitte des Sees beschränkt. Wasserfahrzeuge ohne Maschinenantrieb, wie Segelboote, Ruderboote oder Kanus, dürfen hingegen die gesamte Seefläche befahren.

Welche Tiere leben im Müggelsee?
Sie beherbergen europaweit besonders geschützte Arten wie Trauerseeschwalbe, Fischotter, Rapfen und Braunes Langohr. Für ein Miteinander von Mensch und Natur gelten hier besondere Einschränkungen. Leben am Großen Müggelsee bitte stets mit Respekt vor der Natur!

Neben dem individuellen Bootsverkehr gibt es auch regen Ausflugsverkehr. Schiffe der bekannten Berliner Stern und Kreisschiffahrt sowie der Reederei Kutzker bieten Fahrten auf dem See an. Eine Besonderheit ist die Fährlinie F23 der Berliner Verkehrsbetriebe, die auf der östlich angrenzenden Müggelspree verkehrt und ebenfalls Teil des öffentlichen Nahverkehrs ist.

Für die Sicherheit auf dem Wasser sorgen Wasserrettungsstationen. Die DLRG betreibt eine Station in Friedrichshagen, während der ASB in Rahnsdorf präsent ist. Diese Stationen sind insbesondere an Sommerwochenenden besetzt, um im Notfall schnell Hilfe leisten zu können.

Naturschutz und ökologische Bedeutung

Die ökologische Bedeutung des Müggelsees und seiner Umgebung ist erkannt und durch verschiedene Schutzmaßnahmen gesichert. Im Jahr 2017 wurden wichtige Bereiche unter besonderen Schutz gestellt.

Teile vom West- und Südufer des Müggelsees mit ihren vorgelagerten Wasserflächen, Uferabschnitte und Wasserflächen im Bereich Die Bänke sowie das Fredersdorfer Mühlenfließ mit angrenzenden Waldflächen wurden 2017 als Naturschutzgebiet "Müggelsee/Fredersdorfer Mühlenfließ" ausgewiesen. Diese Ausweisung zielt darauf ab, die wertvollen Biotope und Lebensräume zu erhalten.

Gleichzeitig wurden der Müggelsee und Die Bänke auch Bestandteile des umfassenderen Landschaftsschutzgebietes "Müggelsee und Fredersdorfer Mühlenfließ". Dies sichert den Charakter der gesamten Landschaft als Erholungs- und Naturraum.

Darüber hinaus gehört die Region zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000, speziell als Gebiet "Müggelspree-Müggelsee". Dieses Netzwerk hat das Ziel, europaweit seltene und gefährdete Arten sowie Lebensräume zu schützen.

Der Müggelsee ist zudem Teil des Regionalparks Müggel-Spree. Dieser Park, der vom Müggel-Spree-Radweg durchzogen wird, umfasst neben dem See die Spree, weitere Seenrinnen, bewaldete Höhenzüge wie die Müggelberge und sogar Dünenlandschaften – eine vielfältige Naturlandschaft direkt vor den Toren Berlins.

Tierwelt im Müggelsee

Der Müggelsee und seine umliegenden Schutzgebiete bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten, darunter auch einige, die europaweit besonders geschützt sind.

Zu den bemerkenswerten Arten, die hier vorkommen, zählen die Trauerseeschwalbe, der Fischotter, der Rapfen (ein Fisch) und das Braune Langohr (eine Fledermausart).

Aufgrund der Anwesenheit dieser und weiterer schützenswerter Tiere gelten in den Schutzgebieten besondere Einschränkungen für Besucher, um ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur zu gewährleisten. Es ist wichtig, die Natur am Großen Müggelsee stets mit Respekt zu behandeln.

Wissenswertes und Kurioses

Rund um den Müggelsee gibt es einige interessante Fakten und Kuriositäten:

Eine bemerkenswerte, wenn auch weit entfernte Verbindung, besteht zum Saturnmond Titan. Im Dezember 2013 wurde ein bis dahin unbenannter Methansee auf diesem Mond nach dem Berliner Gewässer benannt und trägt nun den Namen Müggel Lacus.

Auch die Filmwelt hat den See entdeckt. Die Komödie "Hai-Alarm am Müggelsee" aus dem Jahr 2013 spielt in Friedrichshagen und thematisiert auf humorvolle Weise die (fiktive) Existenz eines Hais im See. Dies zeigt die kulturelle Präsenz des Müggelsees.

Eine technische Besonderheit ist der Spreetunnel Friedrichshagen. Dieser Unterwassertunnel sichert am Übergang des Sees in die Müggelspree die Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen den Ortsteilen Friedrichshagen und Köpenick.

Häufig gestellte Fragen zum Müggelsee

Wie groß ist der Müggelsee?
Der Müggelsee hat eine Wasserfläche von über 7,4 Quadratkilometern und ist damit Berlins größter See.
Wie tief ist der Müggelsee maximal?
Die maximale Tiefe des Müggelsees beträgt acht Meter.
Wann und wie sind der Müggelsee und die Müggelberge entstanden?
Sie entstanden während des Pleistozäns durch eiszeitliche Prozesse.
Welche Flüsse fließen durch den Müggelsee?
Die Spree (als Müggelspree bezeichnet) durchfließt den See. Von Nordnordosten mündet das Fredersdorfer Mühlenfließ.
Wird Wasser aus dem Müggelsee als Trinkwasser genutzt?
Ja, das Wasserwerk Friedrichshagen entnimmt einen Großteil seines Rohwassers aus dem See, ergänzt durch Uferfiltrat und Grundwasser.
Gibt es Probleme mit der Wasserqualität?
Ja, seit 2013 liegt die Sulfatbelastung regelmäßig über den Trinkwassergrenzwerten, hauptsächlich durch Einträge aus der Lausitzer Braunkohleregion.
Welche Tiere leben im Müggelsee und seiner Umgebung?
Zu den besonders geschützten Arten gehören Trauerseeschwalbe, Fischotter, Rapfen und Braunes Langohr. Es gibt eine vielfältige Tierwelt.
Welche Regeln gelten für Boote auf dem Müggelsee?
Er ist eine Binnenschifffahrtsstraße. Motorboote über 15 PS oder Segelboote erfordern den SBF Binnen. Motorboote dürfen nur in der Fahrrinne in der Mitte des Sees fahren. Nicht-motorisierte Boote dürfen die gesamte Fläche nutzen.
Steht der Müggelsee unter Naturschutz?
Ja, Teile sind Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet und Teil des europäischen Natura 2000-Netzwerks sowie des Regionalparks Müggel-Spree.
Woher kommt der Name "Müggel"?
Die Etymologie ist unklar. Eine mögliche Herkunft wird in einer vorslawischen, germanischen Wurzel für Nebel oder Wolke vermutet ("migh-").

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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