Wie viele Wassertürme gibt es in Mannheim?

Mannheims Wasserturm: Wahrzeichen & mehr

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Der Wasserturm am Mannheimer Friedrichsplatz ist weit mehr als nur ein historisches Bauwerk. Er ist das unverkennbare Wahrzeichen der Stadt, ein Meisterwerk der Architektur und das Herzstück einer der schönsten Jugendstilanlagen Deutschlands. Jeder Besuch in Mannheim sollte einen Abstecher zu diesem beeindruckenden Turm beinhalten, um seine Geschichte, seine Schönheit und die lebendige Atmosphäre des Friedrichsplatzes zu erleben. Seine imposante Erscheinung und die umgebenden Wasserspiele ziehen das ganze Jahr über Besucher in ihren Bann.

Wann leuchtet der Wasserturm in Mannheim?
Die elektronisch gesteuerten Fontänen sind wochentags von 12 bis 14 Uhr sowie von 16 bis 22 Uhr in Betrieb. Mit dem Einschalten der Straßenbeleuchtung werden sie an Wochenenden und Feiertagen farbig beleuchtet.

Ein Wahrzeichen mit Geschichte

Erbaut wurde der Mannheimer Wasserturm in den Jahren 1887 bis 1889 und feierte 2014 sein 125-jähriges Jubiläum. Entworfen von dem renommierten Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber, der übrigens auch am Bau des Berliner Reichstags beteiligt war, diente der Turm ursprünglich als zentrales Element der städtischen Trinkwasserversorgung. Diese wichtige Funktion erfüllte er bis ins Jahr 2000. Mit einer Höhe von 60 Metern und einem Durchmesser von 19 Metern konnte der Turm beeindruckende 2000 Kubikmeter Wasser speichern.

Seine Architektur ist geprägt vom Jugendstil, reich verziert mit bildhauerischen Elementen, die das Thema Wasser aufgreifen. Die Spitze des Turmdaches krönt eine Statue der Amphitrite, der Gemahlin des Meeresgottes Poseidon. Auch die Figuren an den umgebenden Wasserbecken nehmen diese Thematik auf und symbolisieren die lebensspendende Kraft des Wassers sowie dessen Bedeutung für Mannheim als Handels- und Schifffahrtsstadt.

Der Turm erhebt sich an der höchsten Stelle des Friedrichsplatzes und bildet zusammen mit dem umliegenden Garten, den Wasserbecken, der angrenzenden Festhalle und der Kunsthalle ein harmonisches Ensemble, das als eine der bedeutendsten Jugendstilanlagen Deutschlands gilt. Besonders bei Einbruch der Dunkelheit entfalten die hell erleuchteten Wasserspiele eine magische und ganz besondere Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

Besichtigung des Wasserturms: Außen und Innen

Eine Besichtigung des Mannheimer Wasserturms von außen ist jederzeit möglich und gehört zum Pflichtprogramm jedes Mannheim-Besuchers. Der Turm und der Friedrichsplatz sind frei zugänglich und bieten zu jeder Tages- und Jahreszeit einen beeindruckenden Anblick.

Die Möglichkeit, den Wasserturm von innen zu besichtigen, ist jedoch auf besondere Anlässe beschränkt. Informationen zu solchen Gelegenheiten sowie weitere Details über den Turm sind auf der Homepage des Betreibers, der MVV Energie AG, zu finden. Es lohnt sich, dort nach aktuellen Terminen Ausschau zu halten, um eventuell an einer Führung oder Veranstaltung im Inneren teilnehmen zu können.

Die Adresse des Wasserturms lautet Friedrichsplatz, 68161 Mannheim. Die am nächsten gelegene Haltestelle ist ebenfalls mit „Wasserturm“ bezeichnet und sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Mannheims Wassertürme: Mehr als nur einer

Viele Besucher konzentrieren sich auf das berühmte Wahrzeichen am Friedrichsplatz, doch Mannheim besitzt tatsächlich eine beachtliche Anzahl weiterer Wassertürme. Aktuell gibt es in der Stadt noch insgesamt 20 Wassertürme. Während der Turm am Friedrichsplatz der älteste und prächtigste ist, hat jeder der anderen Türme seine eigene Geschichte und Bedeutung für die Wasserversorgung der Stadtteile.

Der jüngste der Mannheimer Wassertürme steht im Stadtteil Seckenheim. Er wurde von März bis August 1911 auf achteckigem Grundriss errichtet. Dieser rund 38 Meter hohe Turm beherbergte ursprünglich einen zylindrischen Behälter aus Stahlbeton mit einem Fassungsvermögen von 350 Kubikmetern Wasser. Er diente der lokalen Wasserversorgung Seckenheims, bevor der Stadtteil 1954 an die zentrale Wasserversorgung Mannheims angeschlossen wurde und das Reservoir im Turm nicht mehr benötigt wurde.

Wassertürme dieser Art entstanden im 19. Jahrhundert als Antwort auf das rapide Wachstum der Städte. Mit immer mehr Menschen, die auf der Suche nach Arbeit in die urbanen Zentren zogen, konnte die traditionelle Wasserversorgung durch Brunnen den Bedarf nicht mehr decken. Wassertürme ermöglichten es, eine große Menge Wasser zu speichern und so auch in Zeiten geringen Niederschlags eine gleichmäßige Versorgung mit Trink- und Löschwasser unter konstantem Druck zu gewährleisten.

Ist es möglich, den Wasserturm in Mannheim zu besichtigen?
Mannheimer Wahrzeichen feierte 2014 feierte der Wasserturm sein 125jähriges Jubiläum - er wurde 1889 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Eine Besichtigung von Außen ist jederzeit möglich und quasi ein "Muss" eines jeden Mannheimbesuches. Innenbesichtigungen werden nur zu besonderen Anlässen angeboten.

Der Seckenheimer Wasserturm: Ein einzigartiges Museum

Nachdem der Seckenheimer Wasserturm seine ursprüngliche Funktion verloren hatte, drohte ihm der Abriss. Engagierte Bürgerinnen und Bürger von Seckenheim setzten sich jedoch erfolgreich für seinen Erhalt ein. Die ortsansässige Firma Lochbühler, eine Schlosserei, die Anfang des 20. Jahrhunderts bereits in die Planung der Seckenheimer Wasserversorgung involviert war, kaufte den Turm und ließ ihn aufwendig restaurieren. Dieses Projekt wurde mit finanzieller Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz realisiert, wobei die Stiftung allein 75.000 Euro zu den Putz- und Betonarbeiten beisteuerte. Für ihr Engagement im Bereich der Denkmalpflege wurde die Firma Lochbühler 2014 vom Verein Stadtbild Mannheim e. V. ausgezeichnet.

Heute beherbergt der Seckenheimer Wasserturm ein für Europa einzigartiges Aufzugsmuseum. Die Firma Lochbühler, das einzige Unternehmen in der Region Rhein-Neckar, das Aufzüge herstellt, hat hier eine faszinierende Sammlung aufgebaut. Im Museum sind funktionstüchtige Antriebe, Steuerungen und verschiedene Aufzüge zu sehen, darunter sogar ein historischer Paternoster. Daneben werden Dokumente zur Firmen- und Stadtgeschichte ausgestellt, die Einblicke in die Entwicklung der Region geben.

Der Kuppelraum des Seckenheimer Wasserturms ist ebenfalls besonders gestaltet. Er schmückt sich mit einem Sternenhimmel, einem Geschenk der Familie Carl Lochbühler zu dessen 90. Geburtstag im Jahr 1989. Kleine Lampen bilden die Konstellation der Sternbilder nach, wie sie am Geburtstag von Carl Lochbühler zu sehen waren – ein persönliches und berührendes Detail in diesem besonderen Bauwerk.

Die Seckenheimer Bevölkerung hat eine liebevolle Bezeichnung für ihren Wasserturm: Sie nennen ihn den „Glatzkopp“.

Die Wasserspiele am Friedrichsplatz: Ein Schauspiel aus Licht und Wasser

Die Fontänen am Mannheimer Wasserturm sind eine Hauptattraktion und ein beliebter Treffpunkt. Sie sind Teil der größten zusammenhängenden Jugendstilanlage Deutschlands und begeistern nicht nur Touristen, sondern auch alle Mannheimerinnen und Mannheimer. Die Anlage am Friedrichsplatz wurde im Vorfeld der Bundesgartenschau 2023 umfassend saniert und rechtzeitig fertiggestellt.

Der Betrieb der Wasserspiele liegt in den Händen der MVV, dem Mannheimer Energieunternehmen, das im Auftrag der Stadt Mannheim handelt. Nach der Winterpause werden die Anlagen jedes Jahr gründlich inspiziert, gereinigt und für die neue Saison vorbereitet. Dazu gehört die Montage der im Herbst abgebauten Strahler und Düsen sowie das Befüllen der Becken mit rund 1,5 Millionen Litern Wasser.

Die offizielle Inbetriebnahme der Wasserspiele findet traditionell am Gründonnerstag statt. Im Jahr 2024 war dies der 28. März. Die Brunnensaison endet in der Regel im Herbst; 2024 am Sonntag, den 6. Oktober. Die elektronisch gesteuerten Fontänen sind wochentags zu festen Zeiten in Betrieb: von 12:00 bis 14:00 Uhr und von 16:00 bis 22:00 Uhr.

Ein besonderes Highlight ist die Beleuchtung der Wasserspiele. An Wochenenden und Feiertagen werden die Fontänen mit dem Einschalten der Straßenbeleuchtung farbig angestrahlt. Dieses farbenfrohe Schauspiel macht den Abend am Friedrichsplatz zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Interessant ist auch die Geschichte der Wasserspiele selbst: Sie sprudelten erstmals zum Stadtjubiläum im Jahr 1907 und gehören damit zu den ältesten der zwölf größten Wasserspiele in Deutschland.

Ist es möglich, den Wasserturm in Mannheim zu besichtigen?
Mannheimer Wahrzeichen feierte 2014 feierte der Wasserturm sein 125jähriges Jubiläum - er wurde 1889 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Eine Besichtigung von Außen ist jederzeit möglich und quasi ein "Muss" eines jeden Mannheimbesuches. Innenbesichtigungen werden nur zu besonderen Anlässen angeboten.

Die Stadt Mannheim ist insgesamt für 21 Brunnenanlagen im Stadtgebiet zuständig. Die MVV betreibt als Eigentümerin des Wasserturms im Auftrag der Stadt die großen Anlagen am Friedrichsplatz: das Fontänenfeld, den Tritonenbrunnen und den Atlantenbrunnen.

Vergleich: Wahrzeichen vs. Industriedenkmal

Obwohl beide Bauwerke den Namen Wasserturm tragen und einst der Wasserversorgung dienten, unterscheiden sie sich heute stark in Funktion und Erscheinung. Ein kurzer Vergleich verdeutlicht dies:

MerkmalWasserturm FriedrichsplatzWasserturm Seckenheim
Erbauung18891911
Architektonischer StilJugendstilNicht näher bezeichnet (eher funktional)
Höhe60 Meter~38 Meter
Ursprüngliche Kapazität2000 m³350 m³
Aktuelle NutzungWahrzeichen, Teil JugendstilanlageAufzugsmuseum
Besichtigung (Innen)Nur zu besonderen AnlässenRegulär (als Museum)
BesonderheitenWasserspiele, Amphitrite-Statue, Teil Friedrichsplatz-EnsembleAufzugsmuseum (Europa-weit einzigartig), Sternenhimmel, Spitzname "Glatzkopp"
Betreiber/EigentümerMVV Energie AGFirma Lochbühler

Dieser Vergleich zeigt, wie vielfältig die ehemaligen Wassertürme Mannheims heute genutzt werden und welche einzigartigen Geschichten sie erzählen.

Häufig gestellte Fragen zum Mannheimer Wasserturm

Viele Besucher haben ähnliche Fragen, wenn es um das Wahrzeichen Mannheims und seine Umgebung geht. Hier beantworten wir die häufigsten:

Ist es möglich, den Wasserturm in Mannheim zu besichtigen?
Ja und Nein. Der Wasserturm am Friedrichsplatz kann jederzeit von außen besichtigt werden. Er ist frei zugänglich und ein „Muss“ bei jedem Mannheim-Besuch. Eine Innenbesichtigung ist jedoch nur zu besonderen Anlässen möglich. Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des Betreibers, der MVV Energie AG.

Wie viele Wassertürme gibt es in Mannheim?
In Mannheim gibt es heute noch insgesamt 20 Wassertürme. Der bekannteste und älteste ist der am Friedrichsplatz, der jüngste steht in Seckenheim und beherbergt heute ein einzigartiges Aufzugsmuseum.

Wann leuchtet der Wasserturm in Mannheim?
Der Turm selbst wird nachts beleuchtet. Die berühmten Wasserspiele am Friedrichsplatz, die Teil des Ensembles sind, werden an Wochenenden und Feiertagen farbig beleuchtet. Dies geschieht, sobald die Straßenbeleuchtung eingeschaltet wird. Die Wasserspiele sind saisonal in Betrieb, typischerweise von Gründonnerstag bis Anfang Oktober. Während dieser Saison sprudeln die Fontänen wochentags von 12-14 Uhr und von 16-22 Uhr.

Wann sprudeln die Wasserspiele am Friedrichsplatz?
Die Wasserspiele sind saisonal in Betrieb, meist von Gründonnerstag bis Anfang Oktober. Während dieser Zeit sprudeln sie wochentags von 12 bis 14 Uhr sowie von 16 bis 22 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen sind sie ebenfalls in Betrieb und werden bei Dunkelheit farbig beleuchtet.

Wer betreibt die Anlagen am Friedrichsplatz?
Die MVV Energie AG betreibt das Fontänenfeld, den Tritonenbrunnen und den Atlantenbrunnen am Friedrichsplatz im Auftrag der Stadt Mannheim. Die MVV ist auch Eigentümerin des Wasserturms.

Was ist im Seckenheimer Wasserturm untergebracht?
Der Seckenheimer Wasserturm beherbergt heute ein europaweit einzigartiges Aufzugsmuseum, betrieben von der Firma Lochbühler. Dort sind historische und funktionstüchtige Aufzüge, Antriebe, Steuerungen sowie Dokumente zur Firmen- und Stadtgeschichte ausgestellt.

Der Mannheimer Wasserturm und die gesamte Anlage am Friedrichsplatz sind ein beeindruckendes Zeugnis der Ingenieurskunst und Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Sie sind nicht nur ein historisches Denkmal, sondern ein lebendiger Teil der Stadt, der zum Flanieren, Verweilen und Staunen einlädt. Die Existenz weiterer historischer Wassertürme, wie der in Seckenheim mit seinem besonderen Museum, zeigt die tiefe Verbindung Mannheims zur Geschichte seiner Wasserversorgung und die Kreativität im Umgang mit Industriedenkmälern. Ein Besuch lohnt sich immer, um die Schönheit und Geschichte dieser Bauwerke zu entdecken.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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