Der Admiralspalast in Berlin-Mitte ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsort. Direkt an der belebten Friedrichstraße gelegen, blickt dieses traditionsreiche Haus auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und hat zahlreiche Epochen der Berliner Kultur- und Zeitgeschichte miterlebt. Von einem luxuriösen Badehaus mit Eisarena über ein berühmtes Revuetheater bis hin zum heutigen modernen Theater- und Konzerthaus – der Admiralspalast ist ein lebendiges Denkmal. Viele Besucher, die eine Vorstellung oder ein Konzert besuchen möchten, fragen sich natürlich: Kann man im Admiralspalast auch essen oder gibt es Gastronomie in der Nähe? Tauchen wir ein in die Welt dieses faszinierenden Ortes.

Die faszinierende Geschichte des Admiralspalastes
Die Ursprünge des Admiralspalastes reichen zurück bis ins Jahr 1867, als bei Bauarbeiten eine Solequelle entdeckt wurde. Dies führte zur Errichtung eines luxuriösen Badehauses, des "Admiralsgartenbades", das 1873 eröffnete und bald zu den führenden Bädern Berlins zählte.
Im Jahr 1910 wurde das alte Badehaus abgerissen, um Platz für einen prächtigen Neubau zu schaffen: den Admiralspalast, der 1911 seine Pforten öffnete. Dieses Gebäude war als umfassender Vergnügungspalast konzipiert. Neben luxuriösen Bädern beherbergte es eine große Eisarena, Restaurants, Kegelbahnen, ein Café und ein Lichtspieltheater. Die Eisarena war Schauplatz von "Eisballetten", was für die damalige Zeit höchst innovativ war. Der Betrieb der Eisbahn und der Bäder ergänzte sich wirtschaftlich, da die Abwärme der Kältemaschinen zum Heizen des Wassers genutzt werden konnte.
In den 1920er Jahren wandelte sich das Konzept. Nach Entwürfen der Architekten Oskar Kaufmann und Richard Wolffenstein wurde die Eisbahn im Mittelflügel zunächst in ein Varietétheater im Stil des Art déco umgebaut. Später, ab 1923 unter der Leitung von Herman Haller, entwickelte sich das Haus zum berühmten Revuetheater, in dem die legendären Haller-Revuen gezeigt wurden. Eröffnet wurde mit der Revue "Drunter und drüber".
Die Zeit des Nationalsozialismus brachte weitere Veränderungen, darunter Umbauten in ein Volltheater mit 2200 Plätzen (1930) und im expressionistischen Stil (1931). 1933 ging der Rotter-Konzern, der das Theater zwischenzeitlich führte, in Konkurs. Mitte der 1930er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt des Repertoires auf Operetten. 1939 fusionierte der Admiralspalast mit dem Metropol-Theater. Am 20. Dezember 1939 erfolgte auf Anordnung des Reichsministers Goebbels und nach Plänen von Paul Baumgarten eine völlige Neugestaltung in eine schlichte, klassizistische Form, die bis heute noch erhalten ist. Hier trat unter anderem der junge Johannes Heesters auf. Nach der Schließung des hauseigenen Solebades 1940 erfolgte ein Jahr später der Einbau einer "Führerloge". Am 1. September 1944 wurde der Admiralspalast wie alle Theater wegen Ausruf des "Totalen Krieges" geschlossen.
Der Admiralspalast nach dem Krieg
Glücklicherweise überstand das Gebäude den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt. Der intakte Theatersaal im sowjetischen Sektor diente nach 1945 als wichtiger Veranstaltungsort für politische und kulturelle Zwecke. Die Deutsche Staatsoper nutzte den Saal für zehn Jahre, da ihr eigenes Haus zerstört war. Zwei Wochen nach dem Eröffnungskonzert am 23. August 1945 kam es zur Aufführung von Glucks Oper "Orpheus und Eurydike". Die Staatsoper spielte hier zehn Jahre und brachte es auf insgesamt 55 Inszenierungen.
Historisch bedeutsam wurde der Admiralspalast auch als Ort des Vereinigungsparteitages von KPD und SPD am 21. und 22. April 1946, bei dem die Gründung der SED beschlossen wurde. Nach der Spaltung der Berliner Stadtverwaltung kam es am 30. November 1948 in dem Gebäude zur Wahl von Friedrich Ebert jr. zum Oberbürgermeister von Ost-Berlin.
Nachdem die Staatsoper 1955 in ihr wieder aufgebautes Haus zurückkehren konnte, zog das Metropol-Theater ein. Bis zur Schließung 1997 wurden in dem großen Saal mit 1400 Plätzen Operetten und Musicals aufgeführt. Auch das politische Kabarett Die Distel hat seit dem 2. Oktober 1953 seinen festen Platz im Vorderhaus des Admiralspalastes. Von 1949 bis 1970 befand sich hier auch das Haus der Presse mit dem Pressecafé.
Der Admiralspalast heute: Ein Zentrum der Kultur
Nach einer Phase des Leerstands übernahm 2005 der Kultur-Unternehmer Falk Walter den Gebäudekomplex, der daraufhin aufwendig saniert wurde. Ziel war es, den Glanz vergangener Zeiten wiederherzustellen, auch wenn nicht alle ursprünglichen Funktionen wie das Bad wiederbelebt wurden. Der Admiralspalast wurde 2006 wiedereröffnet, noch während der Sanierungsarbeiten. Die offizielle Wiedereröffnung fand am 11. August 2006 mit einer Aufführung der Dreigroschenoper statt.
Heute ist der Admiralspalast wieder ein lebendiger Veranstaltungsort für Konzerte, Theateraufführungen, Musicals und Shows. Das Herzstück ist der große Saal, das sogenannte Theater.

Neben dem Hauptsaal gab es in den oberen Stockwerken das Studio (4. Geschoss, 450 Plätze) und das F 101 (3. Stockwerk, ca. 200 Personen Kapazität) sowie den Admiralspalast Club im Kellergeschoss. Diese kleineren Spielstätten wurden jedoch im Frühjahr 2019 (Studio & F101) bzw. im Juni 2016 (Club) geschlossen und stehen derzeit nicht mehr für Veranstaltungen zur Verfügung.
Der Radiosender radioeins betreibt weiterhin ein Sendestudio im Admiralspalast.
Das Gebäude wurde im Jahr 2010 mit einem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet, was die Qualität der Sanierungsarbeiten unterstreicht.
Essen und Trinken im Admiralspalast und in der Nähe
Die Frage, ob man im Admiralspalast essen kann, ist schnell beantwortet: Innerhalb des Veranstaltungsbereichs gibt es keine vollwertigen Restaurants im klassischen Sinne. Allerdings finden Sie im Haus mehrere Bars, die vor der Vorstellung, während der Pause und nach der Show geöffnet sind. Hier erhalten Sie kalte und heiße Getränke sowie kleinere Snacks wie frisch gebackene Laugenbrezeln und Eis.
Für ein ausgiebiges Essen oder gemütliches Beisammensein vor oder nach der Veranstaltung bietet die unmittelbare Umgebung des Admiralspalastes eine Fülle an Möglichkeiten. Dank der zentralen Lage an der Friedrichstraße und in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße gibt es zahlreiche Restaurants und Bars für jeden Geschmack und Geldbeutel.
Einige beliebte Optionen in der Nähe sind:
- Restaurants unter den S-Bahn-Bögen: Hier finden Sie eine Vielfalt von internationaler Küche, von Burritos im "Chupenga" über deutsche Hausmannskost im Restaurant "Nolle" bis hin zu mexikanischen Gerichten.
- Die Ständige Vertretung: Ein bekanntes Kölner Brauhaus-Lokal am Schiffbauerdamm, das für seine unkomplizierte Atmosphäre und Kölsch-Spezialitäten bekannt ist. Es liegt nur einen kurzen Spaziergang über die Brücke entfernt und fehlt in kaum einem Reiseführer.
- Gaffel Haus Berlin: Ein weiteres kölsches Brauhaus in der Dorotheenstraße, das viel Platz für größere Runden bietet und sich als "wohl schönste und auch einzige Kölschen Brauhaus-Restaurant östlich von Köln" bezeichnet.
- Böse Buben Bar: Eine gemütliche Bar in der Marienstraße, ideal, um den Abend bei Getränken ausklingen zu lassen. Hier gibt es auch Lesungen und Konzerte sowie ungewöhnliche Eissorten.
Planen Sie also für ein Abendessen vorab oder einen Drink danach am besten eines der vielen Lokale in der Umgebung ein. Im Admiralspalast selbst versorgen Sie die Bars mit Getränken und kleinen Snacks.
Barrierefreiheit im Admiralspalast
Der Admiralspalast ist bemüht, allen Besuchern einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Für Personen mit eingeschränkter Mobilität gibt es spezielle Vorkehrungen:
- Zugang: Der Zugang vom Bahnhof Friedrichstraße ist barrierefrei möglich.
- Rollstuhlplätze: Im Parkett stehen insgesamt 6 Rollstuhlplätze zur Verfügung. Es ist wichtig, dass Sie beim Kauf Ihrer Eintrittskarten ausdrücklich darauf hinweisen, wenn Sie einen Rollstuhlplatz benötigen.
- Begleitung: Rollstuhlfahrer werden gebeten, sich beim Service-Personal im Admiralspalast zu melden. Ein Mitarbeiter wird Sie gerne zu Ihrem Platz begleiten.
- Aufenthalt im Foyer: Vor und nach der Show sowie während der Pause ist ein Aufenthalt im unteren Foyer möglich.
- Toiletten: Barrierefreie Toiletten für Damen und Herren befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss.
- Aufzug: Der Rang und der Balkon sind mit einem Personenaufzug erreichbar. Bitte melden Sie sich auch hierfür beim Service-Personal im Admiralspalast, das Sie zur entsprechenden Etage begleiten wird.
Behindertenparkplätze, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind, finden Sie im nahegelegenen Parkhaus in der Dorotheenstraße 30 gegen Gebühr. Beachten Sie, dass diese Parkplätze unabhängig vom Theater betrieben werden.
Anfahrt zum Admiralspalast
Der Admiralspalast liegt sehr zentral in Berlin-Mitte an der Friedrichstraße 101/102 und ist hervorragend an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Dies ist oft die bequemste Anreisemöglichkeit, da es keine kostenfreien Besucherparkplätze direkt am Haus gibt.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Der nächstgelegene und wichtigste Knotenpunkt ist der Bahnhof Friedrichstraße, der nur etwa 50 Meter vom Admiralspalast entfernt ist. Diesen erreichen Sie mit:
- U-Bahn: Linie U6
- S-Bahn: Linien S1, S2, S3, S5, S7, S9, S25, S26
Auch mit der Straßenbahn und dem Bus ist der Admiralspalast direkt erreichbar:
- Straßenbahn: Linien M1 und 12
- Bus: Linien 147 und N6
Die Haltestellen sind praktisch direkt vor der Tür.

Mit dem Auto
Wenn Sie dennoch mit dem Auto anreisen möchten, müssen Sie auf kostenpflichtige Parkhäuser in der Umgebung zurückgreifen. Das nächstgelegene Parkhaus befindet sich in der Dorotheenstraße 30 (PLZ 10117). Planen Sie genügend Zeit für die Parkplatzsuche ein.
Mit dem Fahrrad
Da der Admiralspalast sehr zentral liegt, ist er auch gut mit dem Fahrrad erreichbar. Nutzen Sie gängige Routenplaner, um die beste Strecke zu finden, zum Beispiel mit Angeboten wie BBBike.
Tickets und Einlass
Eintrittskarten für Veranstaltungen im Admiralspalast können auf verschiedenen Wegen erworben werden:
- Theaterkasse: Die Theaterkasse im Admiralspalast (Friedrichstraße 101) ist Montag bis Samstag von 15:00 bis 18:00 Uhr für den Vorverkauf geöffnet. An Veranstaltungstagen öffnet die Abendkasse zwei Stunden vor Beginn. Sonntags und an Feiertagen ist der Vorverkauf nur geöffnet, wenn Veranstaltungen stattfinden.
- Telefonisch: Unter der Nummer 030 / 22 50 7000 (Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr).
- Online/Händler: Über die Webseite des Admiralspalastes, übliche Ticket-Händler oder den Morgenpost-Ticketshop.
Der Einlass in das Gebäude beginnt in der Regel eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Bitte beachten Sie, dass Gepäckstücke und Rucksäcke kostenpflichtig an der Garderobe abgegeben werden müssen. Die Veranstalter einzelner Events können hiervon abweichende oder strengere Regelungen haben.
Sitzplätze und Kapazität
Der Admiralspalast bietet je nach Veranstaltung unterschiedliche Saal-Konfigurationen. Die Gesamtkapazität bei Konzerten beträgt 1756 Personen.
Hier ein Überblick über die Bereiche und Kapazitäten im Hauptsaal (Theater):
| Bereich | Kapazität (Sitzplätze) | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Parkett (bestuhlt) | 833 | Sitzreihen steigen nicht stark an |
| Parkett (unbestuhlt) | 840 (Stehplätze) | |
| Balkon | 408 | |
| Rang | 515 | |
| Rollstuhlplätze | 6 | Im Parkett |
Wo die "besten Plätze" sind, ist oft Geschmackssache und hängt vom Event ab. Bei unbestuhlten Konzerten im Parkett ist man natürlich ganz vorn nah dran, aber auch in der Mitte hat man oft eine gute Sicht. Bei bestuhltem Parkett sollten kleinere Personen beachten, dass die Reihen nicht stark ansteigen. Ein Platz in der ersten Reihe bedeutet, dass die Bühne recht hoch ist.
Informationen zum aktuellen Programm, wie zum Beispiel Ballett ("Schwanensee"), Konzerte oder Shows ("Stomp"), finden Sie auf der Webseite des Admiralspalastes.
Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe
Dank der exzellenten Anbindung an den Nahverkehr können Sie von fast überall in Berlin den Admiralspalast gut erreichen. Wenn Sie jedoch eine Übernachtung in unmittelbarer Nähe bevorzugen, finden Sie mehrere Hotels und Hostels in Gehweite, zum Beispiel direkt an der Friedrichstraße. Empfehlungen sind unter anderem das Mélia, Eurostars Berlin oder das Hotel Neuer Fritz.
Häufig gestellte Fragen zum Admiralspalast
- Kann man im Admiralspalast essen?
- Im Admiralspalast selbst gibt es Bars, die Getränke und kleine Snacks wie Brezeln und Eis anbieten. Es gibt keine Restaurants im Haus. In der unmittelbaren Umgebung finden Sie jedoch zahlreiche Restaurants und Bars für ein ausgiebiges Essen.
- Gibt es barrierefreien Zugang?
- Ja, der Admiralspalast ist barrierefrei zugänglich, insbesondere vom Bahnhof Friedrichstraße. Es gibt 6 Rollstuhlplätze im Parkett, barrierefreie Toiletten im Erdgeschoss und einen Aufzug zu den oberen Rängen, wobei das Service-Personal behilflich ist. Behindertenparkplätze gibt es im nahegelegenen Parkhaus Dorotheenstraße (kostenpflichtig).
- Wo kann man in der Nähe parken?
- Direkt am Admiralspalast gibt es keine kostenfreien Besucherparkplätze. Es gibt jedoch ein kostenpflichtiges Parkhaus in der nahegelegenen Dorotheenstraße 30.
- Wie komme ich am besten zum Admiralspalast?
- Aufgrund der zentralen Lage ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (S-Bahn, U-Bahn, Tram, Bus) zum Bahnhof Friedrichstraße, der nur 50 Meter entfernt liegt, am einfachsten und empfohlen.
- Wem gehört der Admiralspalast?
- Der Admiralspalast ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Nach verschiedenen Betreiberwechseln wird das Haus seit 2011 von Maik Klokow und seinem Unternehmen Mehr! Entertainment betrieben. Die Immobilie soll Medienberichten zufolge den Samwer-Brüdern gehören.
- Wo sind die besten Plätze?
- Das hängt von der Veranstaltung und der Saal-Konfiguration (bestuhlt/unbestuhlt) ab. Bei unbestuhltem Parkett ist man vorn oder in der Mitte gut. Bei bestuhltem Parkett steigen die Reihen nicht stark an. Rollstuhlplätze befinden sich im Parkett. Das ehemalige Studio im 4. Stock bot von allen Plätzen gute Sicht, ist aber geschlossen.
- Gibt es eine Garderobe?
- Ja, Gepäckstücke und Rucksäcke müssen kostenpflichtig an der Garderobe abgegeben werden.
- Welche Art von Veranstaltungen finden statt?
- Der Admiralspalast bietet ein vielfältiges Programm, das von Konzerten und Shows über Ballett und Musicals bis hin zu Theateraufführungen reicht.
Der Admiralspalast bleibt ein faszinierender Ort mit einer reichen Vergangenheit und einer lebendigen Gegenwart. Ob Sie wegen eines Konzerts, einer Show oder einfach aus historischem Interesse kommen – ein Besuch lohnt sich immer. Planen Sie Ihren Abend im Herzen Berlins und erleben Sie Kultur an einem Ort, der Geschichte geschrieben hat.
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