Alice Waters ist eine lebende Legende in der Welt der Gastronomie. Als Gründerin des berühmten Restaurants Chez Panisse in Berkeley, Kalifornien, hat sie maßgeblich die „Farm-to-Table“-Bewegung geprägt und das Bewusstsein für saisonale, regionale und nachhaltige Lebensmittel geschärft. Ihr Einfluss auf die amerikanische und internationale Küche ist unermesslich. Nach über 50 Jahren Chez Panisse und einer beeindruckenden Karriere, die Generationen von Köchen und Essern inspiriert hat, kehrt Waters mit einem aufregenden neuen Projekt zurück: Lulu im Hammer Museum in Los Angeles.

Es ist kaum zu glauben, aber Lulu ist das erste neue Restaurant, das Alice Waters seit 40 Jahren eröffnet, und zugleich ihr allererstes gastronomisches Abenteuer in Los Angeles. Die Eröffnung von Lulu, die zeitlich kurz nach dem 50. Jubiläum von Chez Panisse stattfand, wurde mit großer Spannung erwartet. Waters selbst tritt dabei eher in den Hintergrund und bezeichnet sich bescheiden als „Cheerleaderin“. Sie betont, dass dies „Davids Show“ sei. Und wer ist David? Kein geringerer als David Tanis, der langjährige Küchenchef von Chez Panisse (fast drei Jahrzehnte lang!) und renommierter Food-Kolumnist der New York Times sowie Autor mehrerer einflussreicher Kochbücher wie „The Heart of the Artichoke“. Tanis, der nach seinem Weggang von Panisse vor etwa zehn Jahren nach New York gezogen war, ist für Lulu nach Los Angeles zurückgekehrt, um Waters’ neuesten Traum zu verwirklichen.
Ein neues Kapitel im Herzen von Los Angeles
Lulu hat seinen Platz im Hammer Museum in Westwood gefunden, einem kulturellen Knotenpunkt in Los Angeles. Die Wahl des Standorts ist kein Zufall. Alice Waters sah das Potenzial, hier einen zugänglichen Treffpunkt zu schaffen, an dem Museumsbesucher und die lokale Gemeinschaft nahrhaftes Essen finden können, das auf verantwortungsvolle Weise beschafft wurde. Doch wie so oft bei Alice Waters, entwickeln sich die Ziele schnell weiter. Aus einer „einfachen Idee“ wird ein ambitioniertes Projekt, das tiefere Bedeutung hat. Waters möchte, dass Lulu „auf kleine Weise“ als Motor für kulturellen Austausch dient und ein Symbol für Nachhaltigkeit ist.
Die Leitung der Küche durch David Tanis garantiert, dass die Philosophie von Chez Panisse – frisch, saisonal, regional – auch in Lulu gelebt wird. Tanis beschreibt die Speisekarte als „definitiv im Einklang mit unserer marktgetriebenen, frisch-vom-Bauernhof-Agenda“. Dies bedeutet, dass das Menü ständig wechselt, je nachdem, welche Zutaten gerade Saison haben und von lokalen Landwirten verfügbar sind. Diese Herangehensweise stellt sicher, dass die Gerichte nicht nur geschmacklich herausragend sind, sondern auch die Umwelt so wenig wie möglich belasten.
Nachhaltigkeit im Fokus: Design und Materialien
Das Engagement für Nachhaltigkeit beschränkt sich bei Lulu nicht nur auf die Speisekarte. Es durchdringt auch das Design des Restaurants. Für die Gestaltung des Speisesaals holte Waters Christina Kim, Gründerin der Bekleidungslinie Dosa und Vorstandsmitglied der Edible Schoolyard (einer von Waters gegründeten Organisation zur Förderung von Schulgärten), sowie den Bühnenbildner Sean Daly ins Boot. Ihr Ziel war es, einen Raum zu schaffen, der lokale Materialien verwendet und, wann immer möglich, einen Zero-Waste-Ansatz verfolgt.
Viele der Materialien im Raum sind so lokal wie die Lebensmittel. Das wiederaufbereitete Holz, das für die Tische, Beschilderungen und Schubladen verwendet wurde, stammt beispielsweise von einem Bunya-Bunya-Baum – derselben Baumart, die vor dem Eingang von Chez Panisse steht. Dieser spezielle Baum fiel nur etwa zwei Meilen vom Hammer Museum entfernt. Anstatt komplett neu zu bauen, entschieden sich Kim und Daly, bestehende Elemente in den Raum zu integrieren und unnötigen Abfall zu vermeiden. Ein Element, das von den vorherigen Mietern übernommen wurde, sind die Fliesenmosaike und skulpturalen Laternen des kubanisch-amerikanischen Künstlers Jorge Pardo. Die Regale, die sich über die gesamte Länge der Bar ziehen, sind mit einem ätherischen Patchwork verkleidet, das Kim als „Zero-Waste-Skrim“ bezeichnet – eine Zusammenstellung von Stoffresten aus früheren Projekten. Dieses Patchwork tritt in einen Dialog mit Pardos Kunstwerken und verleiht dem Raum eine einzigartige Textur und Geschichte.
Sean Daly beschreibt den Raum als „industrielle, urbane Umgebung, die etwas mehr Herz brauchte“. Er und Kim arbeiteten daran, die „Seele“ des Raumes hervorzuheben, ohne die scharfen Kanten des ursprünglichen Designs zu leugnen. Die Keramik für Lulu wurde von Shoshi Watanabe angefertigt, der sowohl mit der UCLA als auch mit der USC verbunden ist. Dies war ein weiterer bewusster Schritt, um eine Verbindung zur akademischen Welt und zur lokalen Gemeinschaft aufzubauen.
Mehr als nur Essen: Ein Ort des Austauschs und Lernens
Alice Waters’ Vision für Lulu geht über das reine Restaurant-Erlebnis hinaus. Sie stellte sich einen Raum vor, der sich im Laufe der Zeit entwickeln kann, während die Menschen mit ihm interagieren. Das Team plant, Kochkurse anzubieten und, ganz im Sinne von Panisse, eine stetige Reihe von Künstlern und Akademikern willkommen zu heißen. Einige werden ihre Arbeit präsentieren, andere werden einfach nur verköstigt. Waters spekuliert über zukünftige Möglichkeiten: „Wer weiß, vielleicht veranstalten wir nach Museumsschluss Abendessen für Studenten, oder Michael Pollan kommt nach einem Vortrag vorbei.“ Sie glaubt fest daran, dass solche spontanen Begegnungen und Veranstaltungen einen unvorhersehbaren, aber positiven Einfluss auf das junge Restaurant haben werden.
Dieses Engagement für Gemeinschaft, Bildung und Austausch spiegelt Waters’ lebenslange Überzeugung wider, dass Essen mehr ist als nur Nahrung – es ist ein Weg, Menschen zusammenzubringen, Kulturen zu teilen und das Bewusstsein für die Welt um uns herum zu schärfen. Lulu soll ein Ort sein, der nicht nur den Gaumen verwöhnt, sondern auch den Geist anregt und Verbindungen schafft.

Lulu vs. Chez Panisse: Ein Vergleich
Auch wenn Lulu die Philosophie von Chez Panisse teilt, gibt es doch Unterschiede und neue Akzente. Hier ist ein kurzer Vergleich:
| Merkmal | Chez Panisse | Lulu |
|---|---|---|
| Standort | Berkeley, Kalifornien | Los Angeles, Kalifornien (Hammer Museum) |
| Eröffnung | 1971 | 2021 |
| Küchenchef bei Eröffnung/Leitung | Alice Waters (mit verschiedenen Küchenchefs über die Jahre, z.B. David Tanis) | David Tanis (mit Alice Waters als „Cheerleaderin“) |
| Philosophie | Pionier der Farm-to-Table-Bewegung, saisonal, regional, Bio | Fortsetzung der Farm-to-Table-Philosophie, starker Fokus auf Zero-Waste und Nachhaltigkeit im Design |
| Konzept | Renommiertes Restaurant mit festgelegtem Menü (im Restaurant), Café mit à la carte | Restaurant im Museum, Fokus auf Zugänglichkeit und kulturellen Austausch |
| Design-Fokus | Rustikal, gemütlich, Fokus auf Essen | Integration von Kunst und Design, Nutzung lokaler und recycelter Materialien, Zero-Waste-Ansatz |
Während Chez Panisse über fünf Jahrzehnte hinweg zu einer Institution und einem Wallfahrtsort für Feinschmecker geworden ist, startet Lulu als neues Projekt mit dem Ziel, die Kernwerte der nachhaltigen Küche in einem neuen Kontext und für ein neues Publikum zugänglich zu machen. Der Standort in einem Museum bietet die Möglichkeit, Essen stärker mit Kunst, Kultur und Bildung zu verknüpfen.
Häufig gestellte Fragen zu Lulu
Viele Menschen, die von Alice Waters’ neuem Restaurant hören, haben Fragen. Hier beantworten wir einige davon:
Wo befindet sich Lulu?
Lulu befindet sich im Hammer Museum in Westwood, Los Angeles, Kalifornien.
Wer ist der Küchenchef bei Lulu?
Der Küchenchef bei Lulu ist David Tanis, der zuvor fast 30 Jahre lang Küchenchef im Chez Panisse war.
Was ist die Philosophie von Lulu?
Die Philosophie von Lulu basiert auf den Prinzipien der Farm-to-Table-Küche: Verwendung frischer, saisonaler und lokal bezogener Zutaten. Darüber hinaus legt Lulu großen Wert auf Nachhaltigkeit, einen Zero-Waste-Ansatz und die Förderung des kulturellen Austauschs.
Wie unterscheidet sich Lulu von Chez Panisse?
Während beide Restaurants die gleiche Grundphilosophie teilen, ist Lulu in einem Museum angesiedelt, was neue Möglichkeiten für die Integration von Kunst und Bildung bietet. Lulu hat einen noch stärkeren Fokus auf Zero-Waste und die Verwendung recycelter Materialien im Design. Außerdem ist es Alice Waters’ erstes Projekt in Los Angeles und ihr erstes neues Restaurant seit 40 Jahren.
Kann ich bei Lulu Kochkurse besuchen oder an Veranstaltungen teilnehmen?
Ja, das Team von Lulu plant, Kochkurse anzubieten und regelmäßig Künstler und Akademiker zu Veranstaltungen einzuladen. Die genauen Termine und Details werden wahrscheinlich auf der Website des Museums oder des Restaurants bekannt gegeben.
Alice Waters ist dafür bekannt, keine unnötige Hype um ihre Projekte zu machen. Sie möchte, dass Lulu einfach „das ist, was es ist, und was es sein kann.“ Dieser pragmatische Ansatz, gepaart mit der tiefen Verpflichtung zu Qualität, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft, lässt darauf schließen, dass Lulu nicht nur ein weiteres Restaurant in Los Angeles sein wird, sondern ein Ort, der die Esskultur in der Stadt und darüber hinaus beeinflussen könnte, ganz im Sinne des Erbes von Alice Waters und David Tanis.
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