Ist alles zu bei Christi Himmelfahrt?

Alles zu Christi Himmelfahrt: Feiertag, Vatertag, Bräuche

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Christi Himmelfahrt steht wieder vor der Tür, in diesem Jahr am Donnerstag, den 9. Mai. Für viele bedeutet dieser Tag ein willkommener Brückentag und damit ein verlängertes Wochenende. Doch ist an diesem Tag wirklich überall geschlossen? Und was genau feiern wir eigentlich an Christi Himmelfahrt? Das Fest hat eine tiefe religiöse Bedeutung, ist aber in Deutschland untrennbar auch mit dem weltlichen Vatertag verbunden. Wir werfen einen Blick auf die verschiedenen Facetten dieses besonderen Tages.

Was isst man an Christi Himmelfahrt?
Tatsächlich war es üblich, zu Christi Himmelfahrt üblicherweise nur Geflügel ("fliegendes Fleisch") zu essen, damit auch am heimischen Herd an die Himmelfahrt Christi gedacht wurde.

Das christliche Fest Christi Himmelfahrt wird stets 40 Tage nach Ostern begangen. Es erinnert an die Rückkehr Jesu Christi zu seinem Vater im Himmel, nachdem er seinen Jüngern nach seiner Auferstehung noch mehrfach erschienen war. Für gläubige Christen ist dies ein wichtiges Hochfest, das die Vollendung der Osterereignisse markiert und den Weg für das Pfingstfest zehn Tage später bereitet, an dem die Aussendung des Heiligen Geistes gefeiert wird.

Ein gesetzlicher Feiertag in ganz Deutschland

Eine der häufigsten Fragen rund um Christi Himmelfahrt betrifft seinen Status als Feiertag. Hier gibt es eine klare Antwort: Ja, Christi Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag in allen 16 deutschen Bundesländern. Das bedeutet, dass die meisten Arbeitnehmer an diesem Tag frei haben und die Geschäfte in der Regel geschlossen bleiben. Damit gehört Christi Himmelfahrt zu den neun bundesweit einheitlich geregelten Feiertagen in Deutschland.

Diese neun Feiertage, die in jedem Bundesland gelten, sind:

  • Neujahrstag (1. Januar)
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Tag der Arbeit (1. Mai)
  • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober)
  • Erster Weihnachtsfeiertag (25. Dezember)
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag (26. Dezember)

Neben diesen bundesweiten Feiertagen gibt es in Deutschland weitere Feiertage, deren Geltung von Bundesland zu Bundesland variiert, wie zum Beispiel Heilige Drei Könige, Mariä Himmelfahrt, der Reformationstag oder Allerheiligen. Christi Himmelfahrt ist jedoch einer der wenigen Tage, an dem sich alle Deutschen auf einheitliche Regelungen verlassen können, was freie Tage und geschlossene Geschäfte betrifft.

Christi Himmelfahrt international: Ein Blick über die Grenzen

Wie sieht es in unseren Nachbarländern und darüber hinaus aus? Ist Christi Himmelfahrt auch dort ein gesetzlicher Feiertag? Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Während einige Länder das Fest ebenfalls offiziell begehen, ist es in anderen kein staatlich anerkannter Feiertag, auch wenn es kirchlich gefeiert wird.

Christi Himmelfahrt ist beispielsweise ein gesetzlicher Feiertag in:

  • Schweiz
  • Österreich
  • Dänemark
  • Niederlande
  • Belgien
  • Luxemburg
  • Frankreich

Darüber hinaus wird das Fest auch in vielen weiteren Ländern weltweit als gesetzlicher Feiertag begangen, darunter Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Liechtenstein sowie in außereuropäischen Ländern wie Kolumbien, Haiti, Indonesien oder Namibia.

Interessanterweise ist Christi Himmelfahrt in einigen traditionell katholisch geprägten Ländern *kein* gesetzlicher Feiertag. Dazu gehören:

  • Italien
  • Polen
  • Ungarn
  • Spanien

In diesen Ländern wird die kirchliche Feier der Himmelfahrt Jesu in der Regel am darauffolgenden Sonntag nachgeholt. Dies zeigt, dass die staatliche Anerkennung als Feiertag nicht immer direkt mit der religiösen Bedeutung korreliert.

Die biblische Grundlage: Woher kommt Christi Himmelfahrt?

Die theologische Grundlage für das Fest findet sich im Neuen Testament der Bibel. Nach den Berichten der Evangelien und der Apostelgeschichte erschien Jesus nach seiner Auferstehung an Ostern seinen Jüngern noch über einen Zeitraum von 40 Tagen. In dieser Zeit lehrte er sie und bereitete sie auf ihre Mission vor.

Ist alles zu bei Christi Himmelfahrt?
Anders als etwa Fronleichnam zehn Tage nach Pfingsten ist Christi Himmelfahrt also in allen deutschen Bundesländern gesetzlicher Feiertag. Das gilt auch für viele Nachbarländer. Ein gesetzlicher Feiertag ist er auch beispielsweise in folgenden Ländern: Schweiz.

Die Himmelfahrt selbst wird an verschiedenen Stellen erwähnt, unter anderem im Markusevangelium (Kapitel 16) und im Lukasevangelium (Kapitel 24). Die wohl bekannteste und detaillierteste Beschreibung findet sich jedoch in der Apostelgeschichte (Kapitel 1, Verse 3-11): „Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ Diese Passage liefert auch die Zeitangabe von 40 Tagen zwischen Auferstehung und Himmelfahrt, die für die Festlegung des Datums entscheidend ist.

Der Ort des Geschehens wird traditionell auf dem Ölberg bei Jerusalem verortet. Dort, östlich der Altstadt Jerusalems, steht heute die schlichte Himmelfahrtskapelle. Ihre Geschichte ist ein faszinierendes Beispiel für das Zusammenleben verschiedener Religionen: Seit der Zeit der Kreuzfahrer gehört die Kapelle der islamischen Stiftungsverwaltung (Wakf). Aus Respekt vor der Stelle, an der nach ihrem Glauben der Prophet Jesus zu Allah auffuhr, bauten Muslime die Derwisch-Moschee neben der Kapelle und nicht darüber. Eine besondere Regelung erlaubt es Katholiken, nur einmal im Jahr, nämlich am Fest Christi Himmelfahrt, eine Messe in der Kapelle zu feiern.

Historische Entwicklung und Brauchtum

Die Feier der Himmelfahrt Jesu war ursprünglich eng mit dem Pfingstfest verbunden, das zehn Tage später stattfindet und die Aussendung des Heiligen Geistes feiert. Erst seit dem 4. Jahrhundert entwickelte sich Christi Himmelfahrt zu einem eigenständigen Fest, das sich am 40. Tag nach Ostern orientiert, in Anlehnung an die Zeitangabe in der Apostelgeschichte.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich vielfältige Bräuche rund um Christi Himmelfahrt. Ein besonders anschauliches Brauchtum, das vor allem in einigen Regionen Süddeutschlands und Österreichs gepflegt wurde, war die dramatische Darstellung der Himmelfahrt in der Kirche. Dabei wurde eine Christusfigur durch ein Loch in der Kirchendecke nach oben gezogen, um den Gläubigen das Geschehen plastisch vor Augen zu führen. Oft regnete es danach Blumen oder Heiligenbilder aus dem „Himmel“, manchmal sogar brennende Hanf- oder Flachsabfälle, die die Feuerzungen des Heiligen Geistes symbolisierten. Ein finsterer Aberglaube besagte, dass die Richtung, in die die Figur zuletzt blickte, die Richtung des nächsten Gewitters anzeigte.

Ein weiteres, oft gleichzeitig inszeniertes Schauspiel war der sogenannte Höllen- oder Engelssturz. Dabei wurde aus dem Kirchgewölbe eine Teufelsdarstellung herabgestürzt, die von den Gläubigen symbolisch geschlagen wurde. Dies sollte das Ende der Herrschaft des Bösen und die Einsetzung Christi als Herrscher des Himmels verdeutlichen.

Neben diesen dramatischen Inszenierungen sind traditionell auch Gottesdienste und Prozessionen im Freien verbreitet. Bekannte Beispiele für solche Prozessionen sind der „Gymnicher Ritt“ bei Köln, die Kutschenwallfahrt im münsterländischen Telgte oder die Heiligblutprozession im belgischen Brügge. Am Freitag nach Himmelfahrt findet in Weingarten (Oberschwaben) der Blutritt statt, Europas größte Reiterprozession. In den Tagen vor dem Fest gab es vielerorts auch Bittprozessionen durch Felder oder Weinberge, bei denen um eine gute Ernte gebetet wurde.

Diese Flurumgänge und Flurumritte, bei denen die Grenzen des Besitzes abgeschritten oder abgeritten wurden, haben möglicherweise auch zum Ursprung des weltlichen Vatertags beigetragen. Während einige Historiker darin einen alten germanischen Rechtsbrauch sehen, deuten andere sie als Nachahmung des Ganges der Apostel zum Ölberg oder als Fortsetzung der kirchlichen Bittprozessionen.

Was gibt es an Christi Himmelfahrt zu essen?
Geflügel essen : „Im Mittelalter war es in vielen Teilen Europas ein weit verbreiteter Brauch, am Himmelfahrtstag einen Vogel zu essen, weil Christus in den Himmel „flog“. Tauben, Fasane, Rebhühner und sogar Krähen zierten die Esstische.

Vom religiösen Hochfest zum Vatertag

Für viele Menschen in Deutschland hat Christi Himmelfahrt heute eine ganz andere Bedeutung: Es ist der Vatertag oder auch Herrentag. An diesem Tag sind Männergruppen oft mit Bollerwagen und reichlich Proviant – insbesondere Bier – unterwegs, um gemeinsam Ausflüge zu unternehmen.

Diese Entwicklung vom religiösen Fest zum weltlichen „Männertag“ hat historische Wurzeln. Schon im Mittelalter sollen manche Himmelfahrtsprozessionen in ausgelassenen Trinkgelagen geendet haben, wie kirchliche Chroniken berichten. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich daraus in manchen Städten die sogenannten „Schinkentouren“, organisierte Ausflüge mit Pferdefuhrwerken aufs Land, zu denen Frauen nicht zugelassen waren. In den 1930er Jahren wurde der Vatertag dann – ähnlich wie der Muttertag – von Industrie und Handel (in diesem Fall wohl von holländischen Zigarrenfabrikanten und Metzgern) als Gegenstück zum Muttertag beworben.

Auch wenn die modernen Vatertagsausflüge oft wenig mit der religiösen Bedeutung des Tages zu tun haben, gibt es doch eine theologische Brücke: Jesus kehrt an diesem Tag zu seinem himmlischen Vater zurück.

Leider hat die oft feuchtfröhliche Natur der Vatertagsausflüge auch eine Schattenseite. Statistiken zeigen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss an Christi Himmelfahrt überdurchschnittlich hoch ist. Im Jahr 2021 beispielsweise gab es an diesem Feiertag 182 solcher Unfälle, während der Tagesdurchschnitt bei 89 lag. Dies ist eine traurige Bilanz, die zeigt, dass die Ausgelassenheit des Tages auch Gefahren birgt.

Neben den oft spontanen Herrentouren gibt es auch organisierte Veranstaltungen, die an die alten Bräuche anknüpfen. Ein Beispiel ist die Männerwallfahrt zum Klüschen Hagis im thüringischen Eichsfeld, die jedes Jahr tausende Katholiken anzieht. Die 69. Männerwallfahrt im Jahr 2025 wird unter dem Leitwort „Pilger sind wir“ stehen.

Was isst man traditionell an Himmelfahrt?

Auch wenn der moderne Vatertag oft mit deftigem Grillgut oder Brotzeit verbunden ist, gibt es traditionelle Speisen, die mit Christi Himmelfahrt in Verbindung gebracht werden. Ein weit verbreiteter Brauch war es im Mittelalter und darüber hinaus in vielen Teilen Europas, an Christi Himmelfahrt Geflügel zu essen – sogenanntes „fliegendes Fleisch“. Dies sollte symbolisch an die „Auffahrt“ Jesu in den Himmel erinnern. Tauben, Fasane, Rebhühner oder sogar Krähen standen auf den Speiseplänen. In einigen Regionen Westdeutschlands gaben Bäcker und Gastwirte ihren Kunden auch Gebäck in Form von Vögeln mit.

Ein weiterer interessanter Brauch, der vor allem in Florenz (Italien) bekannt ist, ist die „Festa del Grillo“ (Fest der Grille). Auch wenn Christi Himmelfahrt in Italien kein gesetzlicher Feiertag ist und die Feier oft auf den folgenden Sonntag verschoben wird, gab es dort die Tradition, am Himmelfahrtstag oder dem folgenden Sonntag Grillen in Käfigen zu verkaufen, die dann freigelassen wurden. Die genaue Verbindung der Grille zum Fest ist unklar, aber es ist ein charmantes lokales Brauchtum.

Was macht man an Christi Himmelfahrt?
An diesem Tag gibt es Bräuche wie die „Herrenpartie“: Kutschfahrten oder Wanderungen in die Natur, gerne mit Bollerwagen, u. a. mit Alkoholkonsum, oder Tagesausflüge mit der Familie. In Aachen wird jährlich an Christi Himmelfahrt im Aachener Rathaus der Karlspreis verliehen.

Christi Himmelfahrt: Die Termine der kommenden Jahre

Da Christi Himmelfahrt immer 40 Tage nach Ostern gefeiert wird, ist das Datum variabel. Es fällt stets auf einen Donnerstag. Hier sind die Termine für die kommenden Jahre:

  • 2025: 29. Mai
  • 2026: 14. Mai
  • 2027: 6. Mai
  • 2028: 25. Mai
  • 2029: 10. Mai
  • 2030: 30. Mai
  • 2031: 22. Mai
  • 2032: 6. Mai

Häufig gestellte Fragen zu Christi Himmelfahrt

Ist Christi Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag in ganz Deutschland?

Ja, Christi Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag in allen 16 Bundesländern Deutschlands und gehört zu den neun bundesweit einheitlich geregelten Feiertagen.

Sind die Geschäfte an Christi Himmelfahrt geöffnet?

Als gesetzlicher Feiertag bleiben die meisten Geschäfte in ganz Deutschland geschlossen. Ausnahmen gibt es oft für Bäckereien, Tankstellen oder Geschäfte an Bahnhöfen und Flughäfen, die für Reisende geöffnet sein dürfen.

Warum feiern wir an Christi Himmelfahrt auch Vatertag?

Die Verbindung zum Vatertag hat sich historisch entwickelt. Sie geht vermutlich auf alte Flurumgänge und Bittprozessionen zurück, bei denen Männer unter sich waren. Diese entwickelten sich im Laufe der Zeit zu weltlichen Ausflügen und „Herrenpartien“. Eine theologische Verbindung ist die Rückkehr Jesu zu seinem himmlischen Vater.

Was bedeutet Christi Himmelfahrt religiös?

Religiös bedeutet Christi Himmelfahrt die Rückkehr Jesu Christi zu Gott, seinem Vater, 40 Tage nach seiner Auferstehung. Es ist ein Hochfest, das die Erhöhung Jesu und seine Einsetzung als Herrscher über die Welt feiert.

Wird Christi Himmelfahrt auch in anderen Ländern gefeiert?

Ja, Christi Himmelfahrt ist in vielen Ländern Europas (z.B. Schweiz, Österreich, Frankreich, Niederlande) und weltweit ein gesetzlicher Feiertag. In einigen traditionell katholischen Ländern (z.B. Italien, Spanien) wird das Fest kirchlich gefeiert, ist aber kein staatlicher Feiertag und wird oft auf den folgenden Sonntag verschoben.

Gibt es besondere Bräuche an Christi Himmelfahrt?

Ja, es gibt vielfältige Bräuche, darunter Gottesdienste, Prozessionen (auch Reiter- oder Kutschenprozessionen), historisch auch dramatische Darstellungen der Himmelfahrt in Kirchen. Im weltlichen Bereich sind die Ausflüge zum Vatertag, oft mit Bollerwagen, weit verbreitet.

Christi Himmelfahrt ist somit ein Tag mit vielen Bedeutungen. Er ist ein wichtiger religiöser Feiertag, der an ein zentrales Ereignis im Leben Jesu erinnert. Gleichzeitig ist er ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag, der vielen Menschen einen freien Tag beschert und oft für Ausflüge genutzt wird. Und nicht zuletzt hat er sich zum weltlichen Vatertag entwickelt, der für viele Männer Anlass zu gemeinsamen Unternehmungen ist. Diese Mischung aus religiöser Tradition und modernem Brauchtum macht Christi Himmelfahrt zu einem einzigartigen Tag im Jahreslauf.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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