Die österreichische Gastronomieszene sprüht vor Leben und bietet eine faszinierende Mischung aus tief verwurzelter Tradition und mutiger Innovation. Von weltbekannten Gourmettempeln, die mit höchsten internationalen Auszeichnungen glänzen, bis hin zu urigen Gasthäusern, die die Seele der heimischen Küche verkörpern, gibt es unzählige kulinarische Entdeckungen zu machen. Diese Vielfalt macht Österreich zu einem wahren Paradies für Liebhaber guten Essens.

Doch was macht ein Restaurant zum „besten“? Diese Frage ist naturgemäß subjektiv und hängt stark von persönlichen Vorlieben ab. Sucht man nach der höchsten Auszeichnung, dem prestigeträchtigen Michelin-Stern, so findet man die Spitze der österreichischen Gourmetlandschaft derzeit in der Hauptstadt Wien.
Die Sterne am Wiener Gastronomie-Himmel
Wien ist stolz darauf, die Heimat der einzigen beiden Drei-Sterne-Restaurants in ganz Österreich zu sein: das Restaurant Steirereck und das Restaurant Amador. Beide Etablissements repräsentieren die absolute Spitze der Kochkunst und bieten unvergessliche kulinarische Erlebnisse.
Das Steirereck von Birgit und Heinz Reitbauer genießt sogar internationale Anerkennung und zählt zu den „World's 50 Best Restaurants“, ein Beweis für seine herausragende Stellung in der globalen Spitzengastronomie. Hier werden traditionelle Rezepte neu interpretiert und fast vergessene heimische Zutaten wiederentdeckt und auf höchstem Niveau präsentiert.
Neben diesen beiden Dreisternern verfügt Wien über eine beeindruckende Anzahl weiterer hochkarätiger Restaurants, die vom Guide Michelin ausgezeichnet wurden. Vier Restaurants tragen stolz jeweils zwei Sterne:
- Silvio Nickol Gourmet Restaurant im Palais Coburg
- Konstantin Filippou
- Mraz & Sohn
- Doubek
Diese Häuser stehen für exzellente Küche, erstklassigen Service und ein Ambiente, das den Besuch zu einem besonderen Ereignis macht. Sie bieten jeweils eigene, unverwechselbare Stile, von klassisch-elegant bis modern und kreativ.
Zahlreiche weitere Restaurants wurden mit jeweils einem Michelin-Stern bedacht und bereichern die Wiener Szene mit ihrer Qualität und Originalität. Dazu gehören:
- Restaurant Apron
- Pramerl & The Wolf (das von außen eher unscheinbar wirkt)
- Aend (bekannt für seine spannende, zeitgemäße Küche)
- Restaurant Edvard im Hotel Anantara (mediterran inspiriert)
- Esszimmer von Alexander Kumptner
- Restaurant Herzig
- Z'SOM (mit lateinamerikanischen Einflüssen)
- Tian (einzigartig mit rein vegetarischer Küche und zusätzlich einem grünen Michelin-Stern für Nachhaltigkeit)
Diese beeindruckende Liste zeigt, wie vielseitig und hochstehend die Gastronomie in Wien ist, von traditionellen Wurzeln bis hin zu innovativen, globalen Einflüssen.
Highlights außerhalb der Hauptstadt
Doch auch abseits von Wien gibt es bemerkenswerte Entwicklungen in der österreichischen Gastronomie. Ein herausragendes Beispiel ist die Rückkehr von Lukas Kapeller nach Steyr in Oberösterreich. Sein neues, nach ihm benanntes Restaurant wird als die „Eröffnung des Jahres“ gefeiert. Die Küche wird als beschwingt, unverkrampft, persönlich und geradezu intim köstlich beschrieben. Dies zeigt, dass exzellente Gastronomie im ganzen Land zu finden ist und immer wieder neue, aufregende Adressen entstehen.
Tradition und Innovation im Wiener Beisl und darüber hinaus
Neben der Spitzengastronomie lebt die Wiener Küche auch von ihrer bodenständigen Beislkultur. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das „Gasthaus Stern“ in Simmering, das als „Beisl des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Es steht exemplarisch für die Pflege der Wiener Tradition, zelebriert Innereien nach allen Regeln der Kunst, bereitet aber auch das klassische Wiener Schnitzel mit Ernsthaftigkeit und Eleganz zu. Es beweist, dass großartige Wiener Küche auch in den Außenbezirken blüht.
Ein weiteres bemerkenswertes Highlight ist die Auszeichnung von Friedrike Duhme als „Sommelière des Jahres“ für ihre Arbeit im „nineOfive“. Obwohl nominell eine Pizzeria, überrascht das Lokal mit einer Weinkarte, die Schätze von nah und fern vereint, von deutschen Winzern über die Champagne bis zur Loire. Die elegante Zusammenstellung von gefeierten Naturwinzern und raren Tropfen zeigt echten Drive und Innovationsgeist, selbst in einem scheinbar einfachen Rahmen.
Was ist ein typisches österreichisches Essen? Die Wiener Küche im Fokus
Die Wiener Küche ist weltweit bekannt und genießt einen exzellenten Ruf. Sie ist die einzige Küche der Welt, die nach einer Stadt benannt ist, was ihre historische Bedeutung und Einzigartigkeit unterstreicht. Historisch spielte Rindfleisch eine zentrale Rolle, was zur Perfektionierung von Gerichten wie dem Wiener Schnitzel und dem Tafelspitz führte.

Die beliebtesten herzhaften Wiener Gerichte
Die Vielfalt der Wiener Küche spiegelt sich in ihren zahlreichen klassischen Gerichten wider:
Das Wiener Schnitzel: Wohl das berühmteste Gericht. Es wird aus hauchdünnem, auf etwa vier Millimeter geklopftem Kalbfleisch zubereitet. Das Fleisch wird paniert (gequirltes Eigelb und Semmelbrösel) und in Butterschmalz goldbraun gebraten, bis die Panade souffliert. Serviert wird es traditionell mit einer Zitronenscheibe, etwas frischer Petersilie und oft mit gemischtem Salat, Kartoffelsalat oder Petersilienkartoffeln. Die Kunst liegt in der perfekten Panade und dem saftigen Fleisch.
Der Tafelspitz: Ein weiteres Fundament der Wiener Küche. Das auslaufende Schwanzstück des Rinds wird stundenlang in einer herzhaften Gemüsebrühe gekocht, bis es butterzart ist. Es wird in Scheiben geschnitten und mit klassischen Beilagen wie Schnittlauchsauce, Gemüse, Bratkartoffeln und verschiedenen Arten von Kren (Meerrettich), wie Semmelkren oder Apfelkren, serviert. Die Brühe wird oft vorweg als Suppe gereicht.
Selchfleisch mit Sauerkraut und Knödeln: Dieses Gericht ist oft unter dem Namen „Bauernschmaus“ bekannt. Es besteht aus gepökeltem und geräuchertem Schweinefleisch (Rippe, Nacken oder Schulter), das mit deftigem Sauerkraut und traditionellen Knödeln (oft Semmelknödel) serviert wird. Ein herzhaftes und sättigendes Gericht.
Schweinsbraten vom Schopf: Ein klassisches Sonn- oder Feiertagsessen. Der Schweinsbraten vom Nacken wird intensiv mit Gewürzen wie Majoran, Kümmel und Koriander gewürzt und langsam gebraten, bis die Schwarte kross ist. Dazu gibt es ebenfalls traditionell Semmelknödel und Sauerkraut. Die Kombination aus zartem Fleisch, knuspriger Schwarte und den Beilagen ist ein Genuss.
Altwiener Zwiebelrostbraten mit Braterdäpfel: Bei diesem Gericht wird ein Roastbeef im Ofen gedünstet, bis es extrem zart ist. Es wird reichlich mit gerösteten Zwiebeln belegt und mit Braterdäpfeln, also Bratkartoffeln, serviert. Die Süße der Zwiebeln harmoniert perfekt mit dem saftigen Fleisch.
Beuschel: Ein Gericht für Kenner und Liebhaber, nicht in jedem Lokal zu finden. Es handelt sich um ein Ragout aus Kalbs-, Rinder-, Schweine- oder Wildinnereien (Lunge, Herz, Milz). Es wird sauer mit Essig und saurem Rahm gewürzt und traditionell mit Semmelknödeln gegessen. Ein Gericht, das die Tradition der „Nose-to-tail“-Verwertung hochhält.
Gulasch: Ursprünglich aus Ungarn stammend, hat sich das Gulasch zu einer Wiener Spezialität entwickelt. Es gibt unzählige Varianten, die Basis ist aber meist in feine Würfel geschnittenes Rindfleisch, das mit Zwiebeln, Paprika und Gewürzen sehr lange geschmort wird. Beliebte Varianten sind Saftgulasch, Karlsbader Gulasch, Szegediner Gulasch mit Sauerkraut, Würstchengulasch, Gulaschsuppe und Fiakergulasch (oft mit Spiegelei und Würstel).
Grießnockerlsuppe: Ein absoluter Suppenklassiker. Lockere Nockerl aus Butter, Eiern und Grieß werden in einer klaren Rinderbrühe gekocht. Eine einfache, aber sehr wohlschmeckende Vorspeise.
Frittatensuppe: Ebenfalls eine sehr beliebte Suppe. Dünne Palatschinken (Pfannkuchen) werden in feine Streifen geschnitten (Frittaten) und in einer kräftigen Rinderbrühe serviert. Ein leichter und doch aromatischer Suppengenuss.

Würstel: Eine schnelle und beliebte Mahlzeit. „Wiener Würstchen“ heißen in Wien „Frankfurter Würstel“ und werden meist paarweise serviert. Ein einzelnes Würstchen ist ein „Einspänner“. Eine Variation ist die „Käsekrainer“ oder „Eitrige“, ein Frankfurter Würstel mit kleinen Käsestücken darin, die beim Erhitzen schmelzen. Dazu gibt es Senf und eine Semmel oder Schwarzbrot.
Kelch: Weniger bekannt außerhalb Wiens, aber im Winter traditionell wichtig. Kelch, auch Köch genannt, bezeichnet Kohl. Es ist eine Kohlcremesuppe, die oft als Begleitung zu Frankfurter Würstchen gegessen wird.
Diese Gerichte bilden das Herzstück der Wiener Küche und zeigen ihre bodenständigen Wurzeln sowie die Fähigkeit, einfache Zutaten in köstliche Mahlzeiten zu verwandeln.
Michelin-Sterne in Wien im Überblick
| Restaurant Name | Sterne (Guide Michelin) | Besonderheit/Fokus (laut Text) |
|---|---|---|
| Restaurant Amador | 3 | Höchste Kochkunst |
| Restaurant Steirereck | 3 | Internationale Anerkennung (World's 50 Best), Neuinterpretationen, heimische Zutaten |
| Silvio Nickol Gourmet Restaurant im Palais Coburg | 2 | Spitzengastronomie |
| Konstantin Filippou | 2 | Spitzengastronomie |
| Mraz & Sohn | 2 | Spitzengastronomie |
| Doubek | 2 | Spitzengastronomie |
| Restaurant Apron | 1 | Spitzengastronomie |
| Pramerl & The Wolf | 1 | Sieht von außen aus wie ein Beisl |
| Aend | 1 | Spannende, zeitgemäße Küche |
| Restaurant Edvard im Hotel Anantara | 1 | Mediterran inspiriert |
| Esszimmer von Alexander Kumptner | 1 | Spitzengastronomie |
| Restaurant Herzig | 1 | Spitzengastronomie |
| Z'SOM | 1 | Lateinamerikanische Einflüsse |
| Tian | 1 (und grüner Stern) | Rein vegetarische Küche, Nachhaltigkeit |
Zusätzlich zu den Sternen zeichnet der Guide Michelin auch Restaurants mit dem „Bib Gourmand“ aus, die sich durch ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hervorheben.
Häufig gestellte Fragen zur österreichischen Gastronomie
Wie viele 3-Sterne-Restaurants gibt es in Österreich?
In Österreich gibt es derzeit zwei Restaurants, die mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet sind. Beide befinden sich in Wien: das Restaurant Steirereck und das Restaurant Amador.
Ist die Wiener Küche die einzige, die nach einer Stadt benannt ist?
Ja, die Wiener Küche ist die einzige Küche weltweit, die historisch und offiziell nach einer Stadt benannt ist. Dies unterstreicht ihre einzigartige Identität und Bedeutung.
Welche Gerichte sind typisch für die Wiener Küche?
Zu den bekanntesten und beliebtesten typischen Wiener Gerichten gehören das Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Gulasch, Beuschel, Altwiener Zwiebelrostbraten, Schweinsbraten, Selchfleisch mit Sauerkraut und Knödeln, sowie Suppen wie Grießnockerlsuppe und Frittatensuppe.
Gibt es auch außerhalb von Wien exzellente Restaurants?
Ja, absolut. Obwohl die meisten Michelin-Sterne in Wien konzentriert sind, gibt es im ganzen Land herausragende Restaurants. Das neue Restaurant Lukas Kapeller in Steyr (Oberösterreich) wird beispielsweise als „Eröffnung des Jahres“ gefeiert und zeigt die hohe Qualität auch außerhalb der Hauptstadt.
Die österreichische Gastronomieszene ist lebendig und ständig in Bewegung. Sie bietet sowohl tief verwurzelte Tradition als auch spannende neue Konzepte und ist immer einen kulinarischen Besuch wert.
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