Wann ist in Gelsenkirchen Horst Markt?

Gelsenkirchen-Horst: Fakten und Einwohnerzahl

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Gelsenkirchen-Horst, ein integraler Bestandteil der Stadt Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen, ist weit mehr als nur ein geografischer Punkt auf der Landkarte des Ruhrgebiets. Dieser Stadtteil blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück und hat sich von einer kleinen Siedlung zu einem wichtigen Teil der heutigen Großstadt entwickelt. Geprägt von historischen Wahrzeichen wie dem berühmten Schloss Horst und modernen Anziehungspunkten wie dem Nordsternpark, bietet Horst seinen Bewohnern und Besuchern eine einzigartige Mischung aus Tradition und Wandel. Doch wie viele Menschen leben eigentlich in diesem facettenreichen Stadtteil? Ein Blick auf die aktuellen Zahlen gibt Aufschluss über die demografische Struktur von Gelsenkirchen-Horst.

Wie viele Einwohner hat Gelsenkirchen Horst?
Gelsenkirchen-HorstHorst Stadt GelsenkirchenHöhe:28 mFläche:6,69 km²Einwohner:20.904 (31. Dez. 2023)Bevölkerungsdichte:3.127 Einwohner/km²

Die aktuelle Einwohnerzahl von Gelsenkirchen-Horst

Die Frage nach der genauen Bevölkerungszahl eines Stadtteils ist oft von großem Interesse, da sie viel über seine Größe, seine Entwicklung und seine Bedeutung aussagt. Laut den neuesten verfügbaren Daten, die den Stand vom 31. Dezember 2023 widerspiegeln, lebten zu diesem Zeitpunkt exakt 20.904 Einwohner in Gelsenkirchen-Horst. Diese Zahl macht Horst zu einem der bevölkerungsreicheren Stadtteile Gelsenkirchens und unterstreicht seine Rolle als lebendiges Zentrum im Westen der Stadt. Diese Einwohnerzahl ist das Ergebnis einer langen historischen Entwicklung und verschiedener Phasen des Wachstums und Wandels, die der Stadtteil im Laufe der Jahrhunderte durchlaufen hat.

Geografische Einordnung und Lage

Um Gelsenkirchen-Horst besser zu verstehen, ist es hilfreich, seine geografische Position innerhalb der Stadt Gelsenkirchen und der umliegenden Region zu betrachten. Horst liegt strategisch günstig im Westen von Gelsenkirchen. Seine Grenzen sind klar definiert durch benachbarte Stadtteile und sogar eine angrenzende Großstadt. Im Norden grenzt Horst an den Gelsenkirchener Stadtteil Beckhausen. Nach Osten und Süden hin wird Horst von den Stadtteilen Schalke-Nord und Heßler begrenzt. Eine Besonderheit ist die westliche Grenze, die direkt an die kreisfreie Stadt Essen stößt. Zusammen mit dem nördlich gelegenen Beckhausen bildet Horst den Stadtbezirk Gelsenkirchen-West. Diese geografische Lage, insbesondere die Nähe zur Emscher und die historische Einbettung in das Emscherbruch, hat die Entwicklung des Stadtteils maßgeblich beeinflusst.

Eine Reise durch die bewegte Geschichte von Horst

Die Geschichte von Gelsenkirchen-Horst ist reich und vielschichtig und reicht weit zurück. Ursprünglich war die Gegend nördlich der Emscher bis ins Mittelalter hinein stark sumpfig, was eine Besiedlung erschwerte. Eine entscheidende Wichtigkeit erlangte der Ort jedoch um das Jahr 1200. Zu dieser Zeit soll sich ein Edelmann, dessen Herkunft vermutlich sächsisch war, auf einer Hofstelle in diesem sumpfigen Gebiet angesiedelt haben. Diese Ansiedlung war der Ursprung für den Vorläufer des heutigen Schloss Horst. Der Edelmann nannte sich fortan „aus Horst im Broiche“, was auf seine neue Heimat im Sumpfgebiet hinwies. Das Geschlecht der Herren von Horst wurde erstmals urkundlich im Jahr 1349 erwähnt, was die wachsende Bedeutung des Ortes unterstreicht. Die Siedlung selbst wurde im Jahr 1411 als „Freiheit“ urkundlich genannt, was auf gewisse Sonderrechte oder einen besonderen Status hindeutet.

Das Wappen der Herren von Horst, das drei Pferdebremsen zeigt, sowie archäologische Funde im Areal des Schlosses geben Aufschluss über die damalige Haupteinnahmequelle der Bewohner: den Handel mit Pferden, die im Emscherbruch lebten. Diese wirtschaftliche Grundlage ermöglichte den Aufstieg der Familie von der Horst. Rütger von der Horst, ein prominentes Mitglied des Geschlechts, erlangte in kölnischen Diensten größeren Einfluss, insbesondere als Verwalter des Vests Recklinghausen, zu dem Horst historisch gehörte. Gemeinsam mit seiner Frau Anna von Palandt ließ er die damalige Burganlage Horst zu der beeindruckenden Renaissanceanlage ausbauen, die wir heute kennen. Dieses Schloss wurde zu einem zentralen Punkt des Lebens in Horst und ist bis heute sein bedeutendstes Wahrzeichen.

Im Jahr 1706 wechselte das Schloss durch Verkauf den Besitzer und ging an die Familie Fürstenberg über. Politisch durchlief Horst ebenfalls verschiedene Zugehörigkeiten. Mit dem Rest des Vests Recklinghausen kam Horst 1811 zum Großherzogtum Berg. Eine weitere politische Neuordnung erfolgte 1815, als Horst an Preußen fiel. Dies markierte den Beginn einer neuen Ära unter preußischer Verwaltung.

Die kleine Landgemeinde Horst erlebte mit dem Beginn der Industriellen Revolution einen dramatischen Aufschwung. Die Entdeckung und Förderung von Steinkohle veränderte das Gesicht des Ortes grundlegend. Im Jahr 1857 wurde der erste Schacht eines Steinkohlebergwerks abgeteuft, was den Beginn der industriellen Ära in Horst markierte. Die wachsende wirtschaftliche und demografische Bedeutung ermöglichte es den Horstern im Jahr 1891, aus dem Amt Buer entlassen zu werden und ein eigenes Amt im Kreis Recklinghausen zu bilden. Dies war ein wichtiger Schritt hin zu mehr Eigenständigkeit.

Ein weiterer entscheidender Einschnitt in der Verwaltungsgeschichte war der 1. April 1928. An diesem Tag wurden Horst, Buer und Gelsenkirchen zu einer neuen, größeren Stadt zusammengeschlossen, die zunächst den Namen Gelsenkirchen-Buer trug. Nur wenig später, am 21. Mai 1930, erhielt diese fusionierte Stadt den Namen Gelsenkirchen, den sie bis heute trägt. Horst wurde somit zu einem Stadtteil der neuen Großstadt Gelsenkirchen.

Als wichtiger Industriestandort litt Horst im Zweiten Weltkrieg erheblich unter den Bombardierungen. Große Teile des Stadtteils wurden während des Krieges zerstört, was tiefe Wunden in der städtebaulichen Struktur hinterließ. Eine weitere Katastrophe ereignete sich kurz nach Kriegsende, am 9. Februar 1946. Aufgrund von Bergsenkungen durch den Bergbau lag der Deich der Emscher inzwischen höher als das umliegende Straßenniveau. Dies führte zu einem Deichbruch und einer verheerenden Überschwemmung, bei der das Wasser teilweise sechs Meter hoch stand und weitere Zerstörungen anrichtete.

Mit dem Niedergang der Schwerindustrie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geriet auch Gelsenkirchen-Horst in eine strukturelle Krise. Die Zeche Nordstern, einst ein Symbol der industriellen Stärke, wurde im Jahr 1993 stillgelegt, was den Verlust vieler Arbeitsplätze bedeutete. Doch der Stadtteil meisterte diese Krise durch gezielte städtebauliche Maßnahmen und die Nutzung neuer Chancen. Die Vergabe der Bundesgartenschau 1997 an Gelsenkirchen war hierfür ein entscheidender Impuls. Das ehemalige Zechengelände der Zeche Nordstern wurde für die Bundesgartenschau 1997 aufwendig umgestaltet und in den heutigen Nordsternpark umgewandelt. Parallel dazu fasste die Stadt Gelsenkirchen den Entschluss, das historische Schloss Horst zu kaufen und umfassend zu sanieren. Diese Investitionen in die Infrastruktur und die historischen Wahrzeichen trugen maßgeblich zur Überwindung der Krise und zur positiven Entwicklung des Stadtteils bei.

Bekannte Wahrzeichen und Orte

Zwei Orte stehen in Gelsenkirchen-Horst symbolisch für die Verbindung von Geschichte und Zukunft: Das Schloss Horst und der Nordsternpark. Das Schloss ist ein herausragendes Beispiel der Renaissance-Architektur im Ruhrgebiet und zeugt von der langen Geschichte des Ortes und dem Einfluss der Herren von der Horst. Nach seiner aufwendigen Sanierung dient es heute unter anderem als Bürgerzentrum und Standesamt und ist ein beliebter Ort für kulturelle Veranstaltungen. Der Nordsternpark hingegen ist ein beeindruckendes Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Aus dem Gelände einer ehemaligen Zeche wurde eine weitläufige Parklandschaft mit Freizeitmöglichkeiten, Industriedenkmälern und Veranstaltungsflächen. Er ist heute ein wichtiger Anziehungspunkt für die Menschen in Gelsenkirchen und darüber hinaus und zeigt, wie Industriegeschichte neu interpretiert und genutzt werden kann.

Wie viele Einwohner hat Gelsenkirchen Horst?
Gelsenkirchen-HorstHorst Stadt GelsenkirchenHöhe:28 mFläche:6,69 km²Einwohner:20.904 (31. Dez. 2023)Bevölkerungsdichte:3.127 Einwohner/km²

Sport und Gemeinschaft in Horst

Das Gemeinschaftsleben in Horst wird auch maßgeblich durch seine Sportvereine geprägt. Der wohl bekannteste Sportverein des Stadtteils ist historisch die STV Horst-Emscher, die ihre Fußballspiele im Fürstenbergstadion austrug. Nach der Insolvenz des Vereins wird das Fürstenbergstadion heute vom BV Horst Süd 1962 genutzt. Ein weiterer wichtiger Verein ist der SV Horst-Emscher 08. Dessen erste Mannschaft spielt in der Westfalenliga und der Verein ist besonders bekannt für seine engagierte Jugendarbeit und ein vielfältiges Sportangebot, das über Fußball hinausgeht. Diese Vereine sind wichtige Ankerpunkte für das soziale Leben im Stadtteil und tragen zur Identität von Horst bei.

Fragen und Antworten zu Gelsenkirchen-Horst

Um die wichtigsten Informationen über Gelsenkirchen-Horst zusammenzufassen, hier einige häufig gestellte Fragen:

Frage: Wie viele Einwohner hat Gelsenkirchen-Horst?

Antwort: Zum Stichtag 31. Dezember 2023 hatte Gelsenkirchen-Horst genau 20.904 Einwohner.

Frage: Wofür ist Gelsenkirchen-Horst bekannt?

Antwort: Horst ist vor allem für das historische Schloss Horst und den modernen Nordsternpark bekannt, der auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Nordstern entstanden ist.

Frage: Wo liegt Gelsenkirchen-Horst innerhalb Gelsenkirchens?

Antwort: Horst liegt im Westen Gelsenkirchens und bildet zusammen mit Beckhausen den Stadtbezirk Gelsenkirchen-West. Es grenzt unter anderem an die Stadt Essen.

Frage: Was war die Zeche Nordstern?

Antwort: Die Zeche Nordstern war ein bedeutendes Steinkohlebergwerk in Horst, das 1993 stillgelegt wurde. Ihr Gelände wurde für die Bundesgartenschau 1997 in den Nordsternpark umgewandelt.

Frage: Welche historische Bedeutung hat Schloss Horst?

Antwort: Schloss Horst ist eine Renaissanceanlage, die im 16. Jahrhundert aus einer älteren Burganlage entstand. Es war der Sitz der Herren von der Horst und ein Zentrum des Lebens im Ort. Heute ist es ein wichtiges Baudenkmal und Bürgerzentrum.

Frage: Welche Katastrophen prägten die Geschichte von Horst?

Antwort: Horst litt erheblich unter den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Eine weitere schwere Katastrophe war der Bruch des Emscherdeichs im Jahr 1946, der zu einer großflächigen Überschwemmung führte.

Frage: Wie hat Horst den Strukturwandel gemeistert?

Antwort: Nach der Stilllegung der Zeche Nordstern wurde das Zechengelände in den Nordsternpark umgewandelt. Die Sanierung von Schloss Horst trug ebenfalls zur positiven Entwicklung und zur Überwindung der Krise bei.

Gelsenkirchen-Horst bleibt ein Stadtteil im Wandel, der seine reiche Geschichte ehrt, gleichzeitig aber auch moderne Entwicklungen wie den Nordsternpark embraced. Die Einwohnerzahl von über 20.000 Menschen zeigt, dass Horst ein lebendiger und bedeutender Teil von Gelsenkirchen ist, der auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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