Der Schwarzwald, eine der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands, lockt mit seinen sanften Hügeln, dichten Wäldern und majestätischen Gipfeln. Einer dieser Gipfel, der oft als der schönste Berg des Schwarzwaldes bezeichnet wird, ist der Belchen. Mit seinen 1414 Metern Höhe bietet er bei gutem Wetter eine atemberaubende Fernsicht, die von den Schweizer Alpen über das Wiesental und die Rheinebene bis hin zum Feldberg reicht. Doch nicht jeder möchte den Aufstieg zu Fuß bewältigen. Glücklicherweise gibt es seit dem Jahr 2001 eine bequeme Alternative: die Belchen Seilbahn, die Sie im Handumdrehen dem Gipfel näherbringt.

Die Belchen Seilbahn: Komfortabel in die Höhe
Die Belchen Seilbahn ist mehr als nur ein Transportmittel; sie ist der Beginn eines unvergesslichen Erlebnisses. Von der Talstation in Multen, die auf einer Höhe von 1.100 Metern liegt, schwebt die Seilbahn hinauf zur Bergstation auf 1.363 Metern. Dabei überwindet sie einen Höhenunterschied von 263 Metern auf einer Distanz von 236 Metern. Das Beeindruckendste ist die Geschwindigkeit und Effizienz: Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde erreichen Sie die Bergstation, die sich direkt neben dem historischen Belchenhaus befindet, in nur vier Fahrminuten. Das bedeutet, dass Sie, selbst wenn Sie den Berg nicht erwandern möchten oder können, schnell und mühelos die herrliche Aussicht und die alpine Atmosphäre am Belchen genießen können.
Die Inbetriebnahme der Belchen Seilbahn im Jahr 2001 war ein wichtiger Schritt für die Region. Sie ersetzte die frühere Möglichkeit, mit dem Auto direkt zum Gipfelbereich zu fahren, und machte den Belchen seitdem autofrei. Diese Maßnahme dient dem Schutz der empfindlichen Natur am Berg und sorgt für eine ruhigere, naturnahere Erfahrung für alle Besucher. Die Seilbahn ist somit nicht nur bequem, sondern auch ein Beitrag zum nachhaltigen Tourismus im Schwarzwald.
Das Erlebnis am Gipfel: Aussicht und Rundwege
An der Bergstation der Belchen Seilbahn angekommen, eröffnet sich Ihnen bereits ein fantastischer Blick. Von hier aus sind es nur wenige Schritte zum Belchenhaus, das zur Einkehr einlädt. Doch bevor Sie sich stärken, lohnt es sich, die Umgebung zu erkunden.
Vom Belchenhaus aus starten zwei beliebte Rundwege, die um den Belchengipfel führen:
- Der obere Rundweg: Dieser Weg führt Sie direkt zum höchsten Punkt des Belchen auf 1.414 Meter. Von hier oben ist die Fernsicht am spektakulärsten. An klaren Tagen sehen Sie die Berner Alpen, die Vogesen in Frankreich und natürlich die umliegenden Gipfel des Schwarzwaldes.
- Der untere Rundweg: Dieser Rundweg verläuft in alpinerem Gelände entlang der Baumgrenze. Er bietet ebenfalls wunderschöne Ausblicke und führt Sie durch eine einzigartige Landschaft.
Beide Wege ermöglichen es Ihnen, die Schönheit des Belchen aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Nach Ihrer Erkundungstour lädt die Sonnenterrasse des Belchenhauses zum Verweilen ein. Ob im Sommer oder Winter, eine Tasse Kaffee und ein frisches Stück Kuchen sind die perfekte Belohnung nach der Fahrt oder einer kleinen Wanderung.
Fahrzeiten und Preise der Belchenbahn
Die Belchen Seilbahn ist fast das ganze Jahr über in Betrieb, wobei die genauen Fahrzeiten saisonal variieren können. Es ist immer ratsam, sich vorab über die aktuellen Betriebszeiten zu informieren, besonders bei unsicherem Wetter.

Betriebszeiten (Stand: Informationen vom 11. Januar 2024):
- Täglich von 9:15 Uhr bis 17:00 Uhr
- Im Hochsommer teilweise verlängerte Betriebszeiten von 9:15 Uhr bis 18:00 Uhr
Die Preise für die Fahrt mit der Belchenbahn sind gestaffelt nach Art der Fahrt (Berg-, Tal-, Berg- & Talfahrt) und Alter. Es gibt auch spezielle Tarife für Familien, Gruppen, Senioren und Menschen mit Behinderung.
Fahrpreise (Stand: 11. Januar 2024):
| Ticketart | Erwachsene | Kinder |
|---|---|---|
| Berg- und Talfahrt | 9,80 € | 7,30 € |
| Bergfahrt | 8,50 € | 6,30 € |
| Talfahrt | 7,00 € | 5,20 € |
| Familienkarte (2 Erw. + 2 eigene Kinder, nur B&T) | 25,00 € | |
| Behinderte (Berg- und Talfahrt) | 7,80 € | - |
| Begleitperson bei 100% Behinderung und 'B' | frei | |
Zusätzlich gibt es Ermäßigungen für Gruppen ab 10 Personen (1,- € pro Ticket) und für Senioren (0,50 € pro Ticket).
Weitere Bergbahnen im Südschwarzwald im Vergleich
Der Südschwarzwald bietet neben der Belchenbahn noch weitere interessante Bergbahnen, die ebenfalls schöne Gipfel und Erlebnisse erschließen. Hier ein kurzer Vergleich der genannten Bahnen:
| Bergbahn | Ort | Höhe Gipfel (ca.) | Besonderheit | Berg- & Talfahrt (Erwachsene, ca.) | Stand Preise |
|---|---|---|---|---|---|
| Belchen Seilbahn | Münstertal/Aitern | 1414 m | Schnelle Gondelbahn, autofreier Gipfel, herrliche Fernsicht | 9,80 € | 11. Jan 2024 |
| Hasenhorn Sessellift | Todtnau | 1155 m | Sessellift, Ausgangspunkt für Wanderungen, Rodelbahn | 10,00 € | 11. Jan 2024 |
| Feldbergbahn | Feldberg | 1493 m | Gondelbahn, höchster Schwarzwaldgipfel, Turmeintritt oft inkl. | 14,00 € (inkl. Turm) | 11. Jan 2024 |
| Schauinslandbahn | Freiburg | 1284 m | Längste Umlaufseilbahn Deutschlands, Hausberg von Freiburg | Informationen nicht direkt verfügbar, separat prüfen | N/A |
Jede dieser Bahnen hat ihren eigenen Reiz und erschließt eine andere Ecke des Südschwarzwalds. Während die Belchenbahn für ihre schnelle Fahrt und die Rundumsicht auf dem schönsten Berg bekannt ist, bietet der Hasenhorn oft zusätzliche Attraktionen wie eine Rodelbahn, und die Feldbergbahn führt auf den höchsten Gipfel der Region. Die Schauinslandbahn ist als längste ihrer Art in Deutschland ebenfalls ein Erlebnis.
Geschichte des Belchenhauses: Ein Haus mit langer Tradition
Die Geschichte des Belchenhauses ist eng mit der touristischen Erschließung des Belchen verbunden und reicht weit vor die Zeit der modernen Seilbahn zurück. Sie ist eine faszinierende Erzählung von Engagement, Herausforderungen und dem stetigen Wunsch, Besuchern am Berg eine Rastmöglichkeit zu bieten.
Die Anfänge: Ein Komitee mit Vision
In den 1860er Jahren erkannten sieben engagierte Männer aus Schönau und Schönenberg das touristische Potenzial des Belchen. Sie gründeten das „Comite vom Belchen“ mit dem Ziel, ein Rasthaus am Gipfel zu errichten und den Berg für Wanderer zugänglich zu machen. Treibende Kraft war Oberamtmann Adolf Ostner. Der Bau des ersten Schutzhauses begann 1866. Am Peter-und-Paul-Tag im Jahr 1867 konnte das erste Belchenhaus eröffnet werden. Die Baukosten, ursprünglich auf 1.800 Gulden geschätzt, wurden durch den mühseligen Materialtransport bei weitem übertroffen. Die Finanzierung erfolgte durch umliegende Gemeinden, den Schwarzwaldverein und sogar den Schweizer Alpenclub (Sektion Basel).
Wachstum und erste Blütezeit
Schon kurz nach der Eröffnung zeigte sich der Erfolg. Der erste Pächter, Johann Spörndle, begrüßte im ersten halben Jahr 1868 über 600 Gäste. Bis 1871 stieg die Zahl der Wanderer auf über 1000. Die touristische Infrastruktur wurde ausgebaut: 1874 wurde ein Reitweg von Heubronn eingeweiht, und 1875 wurde die bronzene Orientierungstafel auf dem Gipfel aufgestellt. Der Belchen erfreute sich wachsender Beliebtheit, auch durch die Unterstützung des Schwarzwaldvereins. Prominente Gäste wie Großherzog Friedrich I. von Baden und seine Gemahlin besuchten das Haus. Bis 1880 zählte man über 1.500 Besucher.

Die Ära Josef Stiefvater: Aufstieg und Expansion
Nach 25 Jahren als Pächter verließ Johann Spörndle das Belchenhaus im Jahr 1892, überschattet von einem tragischen Mordfall an einem Touristen. Im folgenden Jahr übernahm Josef Stiefvater aus Gießhübel die Pacht. 1897 kaufte er das Anwesen für 5000 Goldmark und verpflichtete sich dabei, eine feste Straße auf den Belchen bauen zu lassen. Stiefvater investierte erheblich in den Ausbau des Hauses. Bereits 1898 war ein Neubau fertiggestellt, der die Kapazität auf 25 Gästezimmer mit 35 Betten und einen Saal für 150 Personen erweiterte. Die Besucherzahlen explodierten förmlich; im Jahr 1900 wurden über 5000 Gäste gezählt, vor dem Ersten Weltkrieg sogar über 14.000 jährlich. Am 6. November 1904 erfüllte Josef Stiefvater sein Versprechen: Die erste Belchenstraße wurde eröffnet. Um die Jahrhundertwende bestand der Gasthof aus mehreren Gebäuden. 1909 erwarb Stiefvater ein Haus in Multen, das zum Hotel Belchen-Multen wurde und als Winterquartier diente, da das Belchenhaus zunächst nur saisonal geöffnet war. Erst ab dem Winter 1928/29 war das Belchenhaus ganzjährig in Betrieb.
Kriegszeiten und Modernisierung
Der Erste Weltkrieg brachte einen drastischen Einbruch der Besucherzahlen und persönliches Leid für die Familie Stiefvater. Nach Kriegsende normalisierte sich die Lage allmählich. 1927 wurde das ursprüngliche Rasthausgebäude abgerissen und durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Das Haus wurde umfassend modernisiert, erhielt eine Zentralheizung sowie fließendes warmes und kaltes Wasser. Auch die Wasser-, Licht- und Kraftversorgung wurde durch den Bau einer Wasserleitung und eines elektrischen Werkes in Multen (1921) auf den neuesten Stand gebracht. Josef Stiefvater feierte 1933 sein 40-jähriges Jubiläum als Belchenwirt und erhielt 1938 das Goldene Ehrenkreuz der Reichspost für die Führung der Posthilfsstelle.
Wechselnde Hände und die Neuzeit
Während des Zweiten Weltkriegs diente der Belchen als Beobachtungsposten. Josef Stiefvater verstarb 1941. Seine Tochter Klara Ritz führte das Haus durch die schwierige Kriegs- und Nachkriegszeit. 1951 wurde das Haus erneut renoviert und erweitert. Nach dem Tod von Klara Ritz im Jahr 1963 übernahmen ihr Sohn Heinz Ritz und seine Frau Rita. Sie feierten 1966 das 100-jährige Bestehen des Belchenhauses. Da Heinz und Rita Ritz kinderlos verstarben, verkauften sie das Hotel kurz vor ihrem Tod an das Ehepaar Wissler, die Besitzer des Hotels Wiedener Eck. Die Familie Wissler und später ihre Tochter Andrea Stahl mit ihrem Mann Hans führten das Haus nach einer grundlegenden Renovierung in den Jahren 1977-1981 weiter.
Im Zuge von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen kaufte das Land Baden-Württemberg 1991 das Belchenhaus. Die Familie Stahl führte das Haus als Pächter bis 1998 weiter. Parallel dazu wurde ab 1996 das Projekt Belchenbahn vorangetrieben, mit dem Fernziel der autolosen Mobilität zum Belchen. Im Jahr 1998 übernahm die Belchen-Skilift GmbH (heute Belchenhaus GmbH) die Pacht vom Land. Als das Land das Belchenhaus 2001 verkaufen wollte, kaufte es schließlich die Belchenhaus GmbH, da sich kein anderer Käufer fand. Seit den 1990er Jahren darf das Belchenhaus aus Brandschutzgründen nicht mehr als Übernachtungsbetrieb geführt werden, sondern nur noch als Tagesrestaurant. Die Belchenhaus GmbH verfolgt jedoch Pläne zur Modernisierung, um das Haus wieder für Übernachtungen öffnen zu können; eine Bauvoranfrage wurde Anfang 2013 positiv beschieden. Die lange und wechselvolle Geschichte zeigt, welch zentrale Rolle das Belchenhaus für den Tourismus am Belchen spielt und wie es sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat.
Häufig gestellte Fragen zur Belchenbahn und zum Belchen
Hier finden Sie Antworten auf einige der häufigsten Fragen, die Besucher des Belchen und der Belchenbahn haben:
Wie lange dauert die Fahrt mit der Belchenbahn?
Die Fahrt mit der Belchen Seilbahn von der Talstation zur Bergstation dauert nur etwa 4 Minuten. Dank der Geschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde sind Sie im Nu oben.
Kann man mit dem Auto zum Belchen fahren?
Nein, seit dem Bau und der Inbetriebnahme der Belchen Seilbahn im Jahr 2001 ist der Belchen für den öffentlichen Autoverkehr gesperrt und autofrei. Besucher nutzen die Belchenbahn von der Talstation in Multen, um den Gipfelbereich zu erreichen.

Was kostet die Belchenbahn?
Die Preise variieren je nach Ticketart (Berg-, Tal-, Berg- & Talfahrt) und Alter. Eine Berg- und Talfahrt für Erwachsene kostet derzeit (Stand: 11. Januar 2024) 9,80 €. Es gibt auch ermäßigte Tarife für Kinder, Familien, Gruppen, Senioren und Menschen mit Behinderung. Eine detaillierte Preisübersicht finden Sie weiter oben in diesem Artikel oder auf der offiziellen Website der Belchenbahn.
Wem gehört das Belchenhaus?
Das Belchenhaus gehört derzeit (Stand der verfügbaren Informationen) der Belchenhaus GmbH. Die Geschichte des Eigentums ist jedoch komplex und reicht über ein Komitee, verschiedene Pächter und Eigentümer (wie Josef Stiefvater und seine Nachkommen, die Familie Wissler/Stahl) bis zum Land Baden-Württemberg, das es 1991 kaufte und 2001 wieder verkaufte. Seit 2001 ist die Belchenhaus GmbH Eigentümerin.
Was kann man am Belchen oben machen?
Nach der Ankunft mit der Belchenbahn können Sie die herrliche Aussicht genießen, auf den Sonnenterrasse des Belchenhauses einkehren, und auf den beiden Rundwegen um den Gipfel spazieren. Der obere Weg führt zum höchsten Punkt, der untere verläuft entlang der Baumgrenze. Der Belchen ist auch ein idealer Ausgangspunkt für längere Wanderungen in der Region.
Ist die Belchenbahn ganzjährig geöffnet?
Die Belchenbahn ist in der Regel täglich geöffnet, die genauen Betriebszeiten können jedoch saison- und wetterabhängig variieren. Im Hochsommer sind die Zeiten oft länger. Es gab in der Geschichte des Belchenhauses auch Zeiten, in denen es im Winter geschlossen war, aber die moderne Seilbahn ermöglicht den Zugang heute fast das ganze Jahr über, abhängig von den Betriebszeiten.
Der Belchen mit seiner Seilbahn ist zweifellos ein Highlight im Schwarzwald. Die schnelle und bequeme Fahrt ermöglicht es jedem, die beeindruckende Natur und die weite Aussicht zu erleben, die diesen Berg so besonders machen.
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