Wie hoch ist der Danzturm in Iserlohn?

Der Danzturm in Iserlohn: Geschichte und Aussicht

Rating: 4.88 (7035 votes)

Hoch über den Dächern von Iserlohn thront ein Bauwerk, das nicht nur ein markantes Merkmal der Stadtsilhouette darstellt, sondern auch eine reiche und interessante Vergangenheit birgt. Der Danzturm ist weit mehr als nur ein Aussichtsturm; er ist ein lebendiges Zeugnis der lokalen Geschichte, des bürgerschaftlichen Engagements und der Entwicklung der Region. Seine Entstehung ist eng verknüpft mit einer frühen Form der modernen Kommunikation und dem Wirken einer Persönlichkeit, die sich bleibende Verdienste um die Stadt erworben hat. Für Einheimische wie Besucher bietet der Turm nicht nur einen Einblick in vergangene Zeiten, sondern auch einen unvergleichlichen Panoramablick, der die Schönheit des Sauerlandes und des Hellwegs offenbart.

Wie hoch ist der Danzturm in Iserlohn?
Am 22. Mai 1909 wurde der 28 m hohe Turm eingeweiht, der mit- ten im Stadtwald auf dem Frön- denberg, 384,5 m über NN liegt.

Ein Blick in die Geschichte: Die Anfänge des Danzturms

Die Fundamente des Danzturms wurden in den Jahren 1908 und 1909 gelegt, doch seine Geschichte beginnt eigentlich schon viel früher. Er wurde in unmittelbarem baulichem Anschluss an Erweiterungsgebäude einer ehemaligen optischen Telegrafenstation errichtet. Diese Station trug die Nummer 43 und war ein wichtiger Knotenpunkt auf der Telegrafenlinie, die 1833 zwischen Berlin und Koblenz eingerichtet wurde. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welch revolutionäre Bedeutung diese Linie in ihrer Zeit hatte. In einer Ära, in der Nachrichtenübermittlung oft Tage, wenn nicht Wochen dauerte, ermöglichte die optische Telegrafie eine Kommunikation, die im Vergleich dazu blitzschnell war.

Die optische Telegrafie funktionierte über eine Kette von Stationen, die in Sichtweite voneinander auf Anhöhen oder Türmen positioniert waren. Durch das manuelle Verstellen von Signalarmen oder Klappen an Masten konnten kodierte Nachrichten von einer Station zur nächsten übermittelt werden. Die Station Nr. 43 in Iserlohn war Teil dieses beeindruckenden Netzwerks, das eine schnelle Verbindung über Hunderte von Kilometern ermöglichte. Der Bau des Danzturms an dieser historischen Stelle unterstreicht die fortwährende Bedeutung dieses Ortes für die Kommunikation und den Ausblick.

Die Entscheidung, an dieser Stelle einen neuen Turm zu errichten, basierte auf dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, der sowohl an die Vergangenheit erinnert als auch einen praktischen Nutzen als Aussichtspunkt bietet. Die Architektur des Turms, geplant von den Architekten Gebr. Fromme und ausgeführt von der Baufirma Otto Schmidt, fügte sich harmonisch in die bestehenden Strukturen der ehemaligen Telegrafenstation ein und bildete eine gelungene Symbiose aus Alt und Neu.

Ernst Danz: Der Namensgeber und sein Vermächtnis

Der Danzturm erhielt seinen Namen zu Ehren einer Persönlichkeit, die in Iserlohn hoch angesehen war: Professor Ernst Danz. Ernst Danz verstarb am 28. Mai 1905 und hinterließ eine Lücke in der Stadtgesellschaft. Er war Ehrenbürger der Stadt Iserlohn, eine Auszeichnung, die nur wenigen zuteilwird und seine herausragende Bedeutung für die Kommune unterstreicht. Die Benennung eines solch prominenten Bauwerks nach ihm war eine passende Würdigung seiner Verdienste.

Professor Danz hatte sich insbesondere auf dem Gebiet des höheren Schulwesens in Iserlohn verdient gemacht. Bildung war und ist ein Eckpfeiler jeder prosperierenden Gesellschaft, und sein Engagement in diesem Bereich trug maßgeblich zur Entwicklung der Schulbildung in der Stadt bei. Seine Arbeit legte oft den Grundstein für den Bildungserfolg vieler Generationen von Iserlohnern.

Neben seinen pädagogischen Leistungen setzte sich Ernst Danz auch intensiv für die Aufforstung des Iserlohner Stadtwaldes ein. In einer Zeit, in der die Bedeutung nachhaltiger Forstwirtschaft und des Umweltschutzes vielleicht noch nicht so weit verbreitet war wie heute, zeigte Danz Weitblick und Engagement. Die Wälder rund um Iserlohn sind nicht nur eine wichtige Ressource, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität und den Erholungswert der Region. Sein Einsatz für den Wald prägt bis heute das Bild der Umgebung des Danzturms, der ja selbst mitten im Grün thront.

Die Entscheidung, den Turm nach diesem verdienten Bürger zu benennen, spiegelt die Werte wider, die in Iserlohn geschätzt wurden: Bildung, bürgerschaftliches Engagement und die Sorge um die natürliche Umwelt. Der Name „Danzturm“ erinnert somit fortwährend an das positive Wirken von Ernst Danz.

Ein Gemeinschaftsprojekt: Die Finanzierung des Turmbaus

Der Bau eines solchen Turms war zur damaligen Zeit ein kostspieliges Unterfangen. Die Finanzierung des Projekts zeugt von einem bemerkenswerten Gemeinschaftssinn innerhalb der Iserlohner Bevölkerung. Statt auf öffentliche Mittel allein zu setzen, wurde das Projekt maßgeblich durch Spenden getragen, die in der Iserlohner Kaufmannschaft und in der breiten Bevölkerung gesammelt wurden. Dies unterstreicht, wie sehr die Idee eines neuen Wahrzeichens und Aussichtspunkts die Menschen bewegte und zur Beteiligung motivierte.

Ein besonderes Ereignis zur Geldbeschaffung war ein großer Basar, der am 10. und 11. Oktober 1908 in der „Alten Halle“ auf der Alexanderhöhe stattfand. Dieser Basar wurde als „großes Volksfest“ ausgerichtet, was darauf hindeutet, dass es sich nicht nur um eine Spendensammelveranstaltung handelte, sondern auch um ein gesellschaftliches Ereignis, das die Bürger zusammenbrachte und Festlichkeit mit dem guten Zweck verband. Solche Volksfeste spielten in der damaligen Zeit eine wichtige Rolle im sozialen Leben und boten eine ideale Plattform, um breite Unterstützung für lokale Projekte zu gewinnen.

Der Erfolg dieses Basars war beachtlich: Es wurden rund 12.500 Mark eingenommen. Diese Summe stellte einen bedeutenden Beitrag zu den Baukosten dar und ermöglichte die Realisierung des Turmes. Das Engagement der Kaufmannschaft und der Bevölkerung, die durch ihre Spenden und die Teilnahme am Basar das Projekt unterstützten, zeigt ein starkes Gefühl der Identifikation mit ihrer Stadt und dem Wunsch, etwas Bleibendes zu schaffen.

Die Art der Finanzierung macht den Danzturm zu einem echten Gemeinschaftsprojekt, das auf dem Willen und der Großzügigkeit der Bürger beruhte. Dies verleiht dem Turm eine zusätzliche symbolische Ebene als Ausdruck des bürgerschaftlichen Stolzes und Zusammenhalts in Iserlohn.

Welche Geschichte hat der Danzturm in Iserlohn?
Der Danzturm wurde 1908/1909 errichtet in unmittelbarem baulichen Anschluss an die Erweiterungsgebäude der ehemaligen optischen Telegrafenstation Nr. 43, die Teil der 1833 eingerichteten Telegrafenlinie Berlin und Koblenz war.

Bau und Einweihung: Vom Plan zur Realität

Nachdem die Finanzierung gesichert war, konnten die Bauarbeiten durch die Baufirma Otto Schmidt beginnen. Die Architekten Gebr. Fromme hatten die Pläne entworfen, die einen stabilen und ansprechenden Turm vorsahen, der sich in die Landschaft und die vorhandenen historischen Gebäude einfügte. Der Bau erfolgte zügig, und schon bald nahm das neue Wahrzeichen Gestalt an.

Die Fertigstellung des Turms wurde mit einem feierlichen Akt gewürdigt. Am 22. Mai 1909 fand auf dem Telegraphenberg die offizielle Turmeinweihung statt. Solche Einweihungsfeiern waren wichtige öffentliche Ereignisse, die die Bedeutung des neuen Bauwerks für die Stadt hervorhoben. Der damalige erste Bürgermeister Hölzerkopf hielt die Festansprache, was die offizielle Wertschätzung des Projekts durch die Stadtverwaltung unterstrich. Die Einweihung war der krönende Abschluss eines Prozesses, der von der Idee über die Planung und Finanzierung bis zur Realisierung reichte und das erfolgreiche Zusammenwirken verschiedener Akteure in Iserlohn zeigte.

Die Aussichtsplattform: Höhe und Fernblick

Mit einer Höhe von 28 Metern ragt der Danzturm markant aus der umliegenden Waldlandschaft hervor. Diese Höhe ist ausreichend, um eine Perspektive zu eröffnen, die weit über die unmittelbare Umgebung hinausreicht. Die Hauptattraktion für viele Besucher ist zweifellos der herrliche Rundblick, den die Aussichtsplattform bietet.

Von oben eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama über das Sauerland und den Hellweg. Das Sauerland, auch bekannt als das Land der tausend Berge, präsentiert sich mit seinen sanften Hügeln, dichten Wäldern und malerischen Tälern. Man kann die typische Mittelgebirgslandschaft mit ihren charakteristischen Merkmalen erkennen und bei gutem Wetter weit in die Ferne blicken. Der Hellweg hingegen repräsentiert eher die Übergangsregion zur norddeutschen Tiefebene, oft mit landwirtschaftlich genutzten Flächen und kleineren Siedlungen. Der Blick vom Danzturm ermöglicht es, die Kontraste und Übergänge zwischen diesen beiden unterschiedlichen Landschaftsräumen zu erfassen.

Die Aussicht ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern bietet auch Orientierungspunkte in der Ferne. Man kann die Ausdehnung der Stadt Iserlohn überblicken und bei klarer Sicht möglicherweise sogar markante Punkte in weiter entfernten Städten oder Regionen erkennen. Dieser weite Blick macht den Turm zu einem beliebten Ziel für Spaziergänger, Wanderer und alle, die die Schönheit der Region aus der Vogelperspektive erleben möchten.

Mehr als nur ein Turm: Der Danzturm als Wahrzeichen

Durch seine prominente Lage, seine interessante Geschichte und seine Funktion als Aussichtspunkt hat sich der Danzturm im Laufe der Zeit zu einem echten Wahrzeichen der Stadt Iserlohn entwickelt. Ein Wahrzeichen ist mehr als nur ein Gebäude; es ist ein Symbol, das die Identität einer Stadt prägt und mit dem sich die Bürger identifizieren können. Der Danzturm verkörpert die Geschichte Iserlohns, das Engagement seiner Bürger und die Verbundenheit mit der umgebenden Natur.

Die Verbundenheit mit der Region wird auch durch das Engagement des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) deutlich. Dieser Verein brachte am Turm eine Gedenktafel für sein Gründungsmitglied Prof. Ernst Danz an. Dies zeigt, dass Prof. Danz nicht nur für die Stadt, sondern auch für wichtige regionale Vereine eine bedeutende Persönlichkeit war und sein Andenken am Turm geehrt wird.

Besonders bemerkenswert ist auch, dass der Danzturm den Ersten und Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand. In Zeiten, in denen viele historische Gebäude zerstört wurden, blieb der Turm erhalten. Dies ist nicht nur ein Glücksfall, sondern zeugt auch von der soliden Bauweise und vielleicht auch von seiner Lage abseits der direkten Kampfhandlungen oder strategischer Ziele. Seine Unversehrtheit ermöglichte es ihm, seine Funktion als Aussichtspunkt und Wahrzeichen über die turbulenten Zeiten hinweg zu behalten und eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen.

Heute ist der Danzturm ein beliebtes Ausflugsziel. Er ist Ausgangspunkt oder Endpunkt zahlreicher Wanderungen durch den Iserlohner Stadtwald und die umliegenden Gebiete des Sauerlandes. Die Kombination aus Naturerlebnis, historischem Hintergrund und dem beeindruckenden Panoramablick macht einen Besuch des Danzturms zu einem lohnenden Erlebnis für Jung und Alt.

Häufig gestellte Fragen zum Danzturm

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Danzturm:

  • Wie hoch ist der Danzturm in Iserlohn?
    Der Danzturm hat eine Höhe von 28 Metern.
  • Wann wurde der Danzturm gebaut?
    Der Bau des Danzturms erfolgte in den Jahren 1908 und 1909.
  • Wer war der Namensgeber des Danzturms?
    Der Turm wurde nach Professor Ernst Danz benannt, einem Ehrenbürger der Stadt Iserlohn.
  • Welche Verdienste hatte Professor Ernst Danz?
    Professor Danz hatte sich um das höhere Schulwesen verdient gemacht und sich intensiv für die Aufforstung des Iserlohner Stadtwaldes eingesetzt.
  • Wie wurde der Bau des Danzturms finanziert?
    Der Bau wurde hauptsächlich durch Spenden aus der Iserlohner Kaufmannschaft und Bevölkerung sowie durch Einnahmen aus einem Basar finanziert, bei dem 12.500 Mark gesammelt wurden.
  • Womit war der Danzturm ursprünglich baulich verbunden?
    Er wurde in unmittelbarem Anschluss an Erweiterungsgebäude der ehemaligen optischen Telegrafenstation Nr. 43 errichtet.
  • Wann wurde die Telegrafenlinie Berlin-Koblenz eingerichtet, zu der die Station 43 gehörte?
    Diese Telegrafenlinie wurde im Jahr 1833 eingerichtet.
  • Wer hat den Danzturm erbaut?
    Die Baufirma Otto Schmidt war für den Bau verantwortlich.
  • Wer hat den Danzturm geplant bzw. entworfen?
    Die Pläne stammten von den Architekten Gebr. Fromme.
  • Wann fand die Einweihung des Danzturms statt?
    Die Einweihung wurde am 22. Mai 1909 auf dem Telegraphenberg gefeiert.
  • Welche Aussicht bietet der Danzturm?
    Der Turm bietet einen herrlichen Rundblick über das Sauerland und den Hellweg.
  • Hat der Danzturm die Weltkriege überstanden?
    Ja, der Danzturm überstand sowohl den Ersten als auch den Zweiten Weltkrieg unbeschadet.
  • Wer brachte eine Gedenktafel am Turm an?
    Der Sauerländische Gebirgsverein brachte eine Gedenktafel für sein Gründungsmitglied Prof. Danz an.

Der Danzturm ist somit mehr als nur ein historisches Bauwerk; er ist ein Symbol für die Geschichte Iserlohns, das bürgerschaftliche Engagement seiner Einwohner und die landschaftliche Schönheit der Region. Ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit, um die Aussicht zu genießen und in die Vergangenheit einzutauchen.

Hat dich der Artikel Der Danzturm in Iserlohn: Geschichte und Aussicht interessiert? Schau auch in die Kategorie Gastronomie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar-Foto

Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

Go up