Wann ist Markt auf dem Domplatz Erfurt?

Der Erfurter Domplatz: Herz der Stadt

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Der Erfurter Domplatz ist zweifellos das pulsierende Herz der thüringischen Landeshauptstadt. Mit einer beeindruckenden Fläche von rund 3,5 Hektar ist er nicht nur einer der größten Marktplätze Deutschlands, sondern auch ein Ort, an dem tief verwurzelte Geschichte auf lebendiges städtisches Treiben trifft. Einst zentraler Markt- und Gerichtsplatz, hat er im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen erlebt und präsentiert sich heute als beeindruckendes Ensemble aus historischen Gebäuden, sakralen Bauten und modernen Elementen. Ein Besuch des Domplatzes ist wie eine faszinierende Reise durch die reiche Vergangenheit Erfurts, eingebettet in das Hier und Jetzt der modernen Stadt.

Was ist auf dem Domplatz in Erfurt?
Auf dem Platz stehen der Minervabrunnen (1784) und der 1777 zu Ehren des Mainzer Kurfürsten errichtete Erthal-Obelisk.

Unbestrittenes Highlight des Domplatzes ist das majestätische Ensemble auf dem westlich gelegenen Domberg: der Erfurter Dom und die Severikirche. Diese beiden gotischen Meisterwerke thronen Seite an Seite über dem Platz und bilden eine unverwechselbare, weithin sichtbare Silhouette, die das Stadtbild prägt. Die berühmten 70 Domstufen verbinden den Platz mit dem Domberg und laden zum Aufstieg ein, um die Pracht der Kirchen aus der Nähe zu betrachten und den Ausblick über den Platz zu genießen. Diese Stufen existieren in ihrer heutigen Form erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Während der Erfurter Dom, offiziell Hohe Domkirche St. Marien, die Kathedrale des Bistums ist und eine lange, bedeutende Geschichte als Bischofssitz hat, dient die benachbarte Severikirche als Gemeindekirche. Beide Kirchen sind nicht nur architektonische Juwelen, sondern auch Zeugen der Geschichte. Besonders bemerkenswert ist ihre Erhaltung und Erneuerung während der DDR-Zeit. Unter Domarchitekt Erwin Gramse konnten Dom und Severikirche durch Spenden, Baumaterial und teilweise sogar Bauhandwerker aus Westdeutschland erhalten und restauriert werden – ein bemerkenswertes Beispiel für deutsch-deutsche Zusammenarbeit und die Bedeutung dieser Bauwerke über Systemgrenzen hinweg.

Die heutige außergewöhnliche Größe des Domplatzes ist das Ergebnis eines dramatischen historischen Ereignisses. Im Jahr 1813 fiel das an die Severikirche angrenzende Stadtviertel dem Artilleriebeschuss auf die französisch besetzte Festung Erfurt zum Opfer. Dieses Viertel wurde in der Folge nicht wieder aufgebaut, wodurch der Platz erheblich vergrößert wurde und seine heutige Ausdehnung von etwa 3,5 Hektar erhielt. Diese historische Trennung ist heute noch am Bodenbelag erkennbar und markiert die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse: Der ursprüngliche, kirchliche Teil des Platzes, direkt vor den Kirchen, ist mit historischem Basaltpflaster belegt und gehört der Kirche, während der größere, städtische Teil, wo ehemals das nicht wieder aufgebaute Severi-Viertel stand, mit Betonsteinen gepflastert ist und der Stadt Erfurt gehört.

Südlich der Severikirche stehen die sogenannten Kanonikerhäuser, die sich bis zum Bonifatiusturm erstrecken. Dieser Turm gehörte einst zu der früheren Bischofsburg, was die lange kirchliche Geschichte des Ortes unterstreicht. Daneben, in den 1990er-Jahren errichtet, befindet sich das katholische Gemeindehaus, das das kirchliche Leben am Domberg ergänzt.

Was ist auf dem Domplatz in Erfurt?
Auf dem Platz stehen der Minervabrunnen (1784) und der 1777 zu Ehren des Mainzer Kurfürsten errichtete Erthal-Obelisk.

Der Domplatz ist von einer faszinierenden Mischung aus Gebäuden unterschiedlicher Zeit- und Stilepochen umgeben. An der Südseite finden sich bedeutende historische Bürgerhäuser. Dazu gehören das Haus Zur Lamprete oder Grüne Apotheke, dessen Geschichte bis zu seiner Ersterwähnung im Jahr 1638 zurückreicht, und das Gasthaus Zur Hohen Lilie, das bereits 1538 im Renaissancestil verändert wurde. Es folgen der Doppelbau der früheren Häuser Zur Blume und Zum Güldenen Schlitten, das frühere Haus zum Propheten (später bekannt als Thüringer Hof, heute privat genutzt) und das frühere Haus zu den Böcken. Es ist interessant festzustellen, dass die letztgenannten historischen Bezeichnungen an den restaurierten Gebäuden nicht mehr zu finden sind, was die Veränderung und Anpassung der Stadt über die Jahrhunderte hinweg zeigt. An der Ostseite zieht sich eine Zeile von Bürgerhäusern verschiedener Epochen entlang, die das Bild des Platzes vervollständigen.

Nördlich des Platzes steht das imposante Gebäude des Landgerichts Erfurt, das im Jahr 1880 errichtet wurde und mit seiner Architektur einen Kontrast zu den älteren Bauten bildet. Nordwestlich des Platzes erhebt sich der Petersberg mit seiner Zitadelle. Auch der Petersberg hat eine bewegte Geschichte; bis 1813 standen hier die Türme der Peterskirche, die wie das Severi-Viertel dem Artilleriebeschuss zum Opfer fielen. Heute beherbergt der Petersberg unter anderem eine moderne, 1998 eröffnete mehrstöckige Tiefgarage, die die Erreichbarkeit des Stadtzentrums erleichtert. Am Hang des Hügels wurde mit Hilfe der Partnergemeinde Bechtheim ein Weinberg angelegt und das Erfurter Stadtwappen aus Blumen gepflanzt – ein schönes Detail, das den Berg belebt und die Verbundenheit mit anderen Gemeinden zeigt.

Zwischen der Einfahrt zur Tiefgarage unter dem Petersberg und dem Gebäude des Landgerichts befindet sich ein Ort von ernster historischer Bedeutung: die hintere Einfahrt zu den ehemaligen Gebäuden der Bezirksbehörde des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Dazu gehörte auch dessen Gefängnis, das heute als Gedenkstätte dient und an ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Dieser Kontrast zwischen prächtigen Kirchen, lebendigem Markttreiben und Orten des Gedenkens macht den Domplatz zu einem Spiegel der vielfältigen Geschichte Erfurts.

Mitten auf dem Platz stehen zwei weitere markante Punkte, die die Geschichte des Platzes als städtischen Mittelpunkt unterstreichen: der barocke Minervabrunnen aus dem Jahr 1784 und der 1777 zu Ehren des Mainzer Kurfürsten errichtete Erthal-Obelisk. Beide Denkmäler laden zum Verweilen und Betrachten ein und tragen zur besonderen Atmosphäre des Platzes bei.

Wie viele Zuschauer hat Domplatz Erfurt?
Das Konzert am Erfurter Domplatz war seit langem ausverkauft. 14.000 Besucherinnen und Besucher waren beim Heimspiel dabei. Hand auf's Herz – das ist seine Hood, hier ist er zuhause. Die Fans feierten ihren Star und hielten etliche Transparente mit Botschaften hoch.

Der Domplatz ist jedoch nicht nur ein Ort der Geschichte und Architektur, sondern auch eine lebendige Bühne für Veranstaltungen, die Menschen aus Nah und Fern anziehen. Von Weihnachtsmärkten bis hin zu Open-Air-Konzerten wird der Platz regelmäßig mit Leben gefüllt. Ein jüngeres Beispiel ist das Heimspiel des bekannten Erfurter Sängers Clueso, das 14.000 Fans begeisterte. Das Konzert zeigte eindrucksvoll, wie der historische Platz mit modernem Kulturleben gefüllt wird. Trotz eines Regenschauers feierten die Besucher ausgelassen mit Clueso und seinen Gästen, dem Rapper Bozza und der Sängerin Elif. Bei diesem Konzert wurde auch ein neues Lied von Clueso, "Ich komm heim", uraufgeführt, das auf seinem kommenden Album erscheinen soll. Solche Großveranstaltungen unterstreichen die Bedeutung des Domplatzes als zentralen Treffpunkt und Veranstaltungsort.

Regelmäßig verwandelt sich der Domplatz auch in einen belebten Marktplatz im traditionellen Sinne. Vor der beeindruckenden Kulisse von Dom und Severikirche findet der Erfurter Wochenmarkt statt. Hier bieten Händler vorwiegend regionale Produkte an – von frischem Obst und Gemüse über Backwaren bis hin zu handwerklichen Erzeugnissen. Der Markt ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher, die die frische Ware und die besondere Atmosphäre schätzen. Er unterstreicht die traditionelle Funktion des Platzes als Handelszentrum, die bis in seine früheste Geschichte zurückreicht.

Vergleich: Zwei Teile des Domplatzes

Der Erfurter Domplatz zeigt durch seinen Bodenbelag und die Eigentumsverhältnisse deutlich seine historische Entwicklung. Hier ein kurzer Vergleich der beiden Hauptteile:

MerkmalKirchlicher TeilStädtischer Teil
LageDirekt vor Dom & SeverikircheEhemals Severi-Viertel
EigentümerKircheStadt Erfurt
BodenbelagBasaltpflasterBetonsteine
GrößeUrsprünglicher, kleinerer TeilVergrößerter Teil (entstanden nach 1813)
Historische FunktionDirekt vor den KirchenFrüheres Wohngebiet

Häufig gestellte Fragen zum Erfurter Domplatz

  • Wie groß ist der Domplatz in Erfurt?
    Der Domplatz hat eine Fläche von etwa 3,5 Hektar und ist damit einer der größten Marktplätze in Deutschland.
  • Welche berühmten Kirchen stehen auf dem Domberg am Domplatz?
    Auf dem Domberg, der sich westlich an den Platz anschließt, stehen der imposante Erfurter Dom und die Severikirche.
  • Gibt es Stufen, die zum Dom und zur Severikirche führen?
    Ja, die berühmten 70 Domstufen verbinden den Domplatz mit dem Domberg und den Kirchen. Diese Stufen existieren in ihrer heutigen Form seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
  • Warum ist der Domplatz heute so groß?
    Seine heutige Ausdehnung erhielt der Platz nach der Zerstörung des angrenzenden Severi-Viertels durch Artilleriebeschuss im Jahr 1813. Das Viertel wurde nicht wieder aufgebaut, wodurch der Platz deutlich vergrößert wurde.
  • Findet auf dem Domplatz ein Markt statt?
    Ja, regelmäßig findet auf dem Domplatz der Erfurter Wochenmarkt statt, der vorwiegend regionale Produkte in der Kulisse von Dom und Severikirche anbietet.
  • Werden auf dem Domplatz Konzerte oder andere Veranstaltungen abgehalten?
    Ja, der Domplatz ist ein sehr beliebter und bedeutender Veranstaltungsort für Großveranstaltungen wie Konzerte (zum Beispiel von Clueso) und Märkte.
  • Welche weiteren historischen Gebäude oder Merkmale gibt es am Domplatz?
    Neben Dom und Severikirche gibt es historische Bürgerhäuser (wie Zur Lamprete, Grüne Apotheke, Zur Hohen Lilie), den Minervabrunnen, den Erthal-Obelisken, das Gebäude des Landgerichts und die Kanonikerhäuser. Auch der Petersberg mit seiner Zitadelle und der Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis grenzt an den Platz.

Der Erfurter Domplatz ist somit weit mehr als nur eine Freifläche. Er ist ein Ort mit tiefer historischer Bedeutung, beeindruckender Architektur und lebendigem städtischem Leben. Von den majestätischen Kirchen auf dem Domberg über die historischen Bürgerhäuser, die Denkmäler, den traditionellen Wochenmarkt bis hin zu modernen Veranstaltungen und den stillen Orten des Gedenkens – der Domplatz vereint die vielfältigen Facetten Erfurts auf einzigartige Weise. Ein Besuch dieses zentralen Platzes ist unerlässlich, um das Wesen der thüringischen Hauptstadt wirklich zu erfassen und seine besondere Atmosphäre zu erleben.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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